Trekkingforum.com

Zurück   Trekkingforum.com > Europa > Nordeuropa > Wandern in Nordeuropa

Trekkingforum Service
Impressum Präambel
Netikette Werte
Datenschutzbestimmungen
Forenregeln - Benutzerkonsens
Hilfe / FAQ Wer ist online
Alles als gelesen markieren
Interessengemeinschaften
Alle Interessensgruppen
Alle IG-Kategorien
Fotogalerie & Alle Alben
Fotos hochladen
Neueste Fotos
Neueste Bildkommentare
Alle Alben
Diashow
Diashow
Trekkingforum Termine
Kalender
Fernsehsendungen
Offlinetreffen

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 26.05.2007, 10:24
Ludwig Ludwig ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.07.2004
Ort: Muenchen
Beiträge: 12
Galerie: 0
Standard Sarek

Hallo!

Ein Freund und ich planen heuer im August so 2 Wochen lang (solange die Vorraete reichen) durch's Sarek zu ziehen. Habt ihr einen Routenvorschlag? Toll waere eine Route, bei der man noch einige Berge mitnehmen koennte!

Eine weitere Frage: Wir haben vor nach Stockholm zu fliegen und dann von dort per Bus, Bahn in den Norden zu fahren. Was empfiehlt ihr, Bus oder Bahn? Und wie lange dauert denn eine Bus/ Bahnfahrt in den Norden?

Eine letzte Frage: Wie warm sollte man fuer August eingekleidet sein?

Vielen Dank,
Ludwig.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 26.05.2007, 11:35
Benutzerbild von Glemstalrobbe
Glemstalrobbe Glemstalrobbe ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 21.03.2007
Ort: Höfingen
Beiträge: 129
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Habe die angehängte PDF-Broschüre auf der Seite der schwedischen Bahn gefunden. Da scheinen ein paar interessante Webadressen und Infos zu sein, die Dir vielleicht weiterhelfen können.

Vor allem die Website www.resplus.se scheint sehr interessant zu sein. Von Stockholm nach Jokkmokk nicht ganz 17 Stunden........howiemowie......
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Bahnfahren in Schweden.pdf (533,2 KB, 105x aufgerufen)
__________________
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
(Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller)
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 27.05.2007, 11:45
Ludwig Ludwig ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.07.2004
Ort: Muenchen
Beiträge: 12
Galerie: 0
Standard Re: Sarek

Vielen Dank fuer die Informationen!


Hast du vielleicht einen Tourenvorschlag mit einen Start- bzw. Zielort zu dem bzw. von dem man einfach mit dem Bus von Jokkmokk oder Gaellivare gelangen kann?

Vielen Dank,
Ludwig
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 28.05.2007, 11:13
Benutzerbild von Glemstalrobbe
Glemstalrobbe Glemstalrobbe ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 21.03.2007
Ort: Höfingen
Beiträge: 129
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Sorry, da muss ich passen. Ich war noch nicht dort. Leider.
__________________
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
(Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller)
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 29.05.2007, 17:17
Ludwig Ludwig ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.07.2004
Ort: Muenchen
Beiträge: 12
Galerie: 0
Standard Re: Sarek

Soweit ich das gesehen koennte man ja von Stockholm nach Gaellivare fliegen. Hast du dazu Informationen, wann da Flieger gehen und wieviel das kostet?

Vielen Dank.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 29.05.2007, 19:05
Benutzerbild von Glemstalrobbe
Glemstalrobbe Glemstalrobbe ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 21.03.2007
Ort: Höfingen
Beiträge: 129
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Au weh, mit Flugverbindungen in Skandinavien bist Du bei mir an den Falschen geraten. Was gibt es denn für Fluggesellschaften in Skandinavien? Mir fällt nur die SAS ein. Und deren Homepage www.sas.se gibt keine Infos über ein Flugziel Gaellivare her. Schreib doch mal das Forumsmitglied Ecki direkt an. Der war schon oft in Skandinavien. Vielleicht weiß der Näheres bzw. hat ein paar Tipps und Links.
__________________
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
(Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller)
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 29.05.2007, 20:14
Fjaellraev Fjaellraev ist offline
Alter Hase
 
Registriert seit: 27.11.2004
Ort: -
Beiträge: 948
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Frage 1: Seid ihr euch bewusst, dass ihr im Sarek im Falle eines Unfalls etc. völlig auf euch selber gestellt sein könnt?
Wenn es ¤*#¤*#¤*#¤*# läuft kommt kein Wanderer auf eurem Pfad vorbei. Markierte Wege gibt es keine. Handy könnt ihr an den meisten Punkten im Sarek völlig vergessen. Nottelephon gibt es im gesamten Areal genau eines und wenn ihr Pech habt braucht ihr bis dort 2-3 Tage.
Frage 2: Was für Tourenerfahrungen habt ihr?
Bei einer ersten Skandinavientrekkingtour (und danach tönen eure Fragen) würde ich auf einem markierten Weg bleiben.

Kleidung im August im Sarek: Für alles von über +20° bis zu Schneefall, gilt eigentlich allgemein für den Norden.
Damit ihr den Sarek aber zumindest umrunden könnt, und auch einen schönen Einblick in die dortige Landschaft bekommt, würde ich euch den Padjelantaleden mit Start in Ritsem und Endpunkt in Kvikkjokk empfehlen. Beide Orte sind problemlos mit dem Bus von Gällivare bzw. Jokkmokk (nächster Bahnhof Murjek) zu erreichen.
Routenempfehlungen für den Sarek gebe ich euch (aus oben genanntem Grund) lieber nicht, selber habe ich einige Tourenerfahrung im Norden gesammelt bevor ich mich in den Sarek begeben habe.

Gruss
Henning
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 30.05.2007, 16:06
Kebnekaise Kebnekaise ist offline
Alter Hase
 
Registriert seit: 07.06.2004
Ort: Salzburg
Beiträge: 533
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

mich beschleicht da auch ein komisches Gefühl (wie Fjällräv). Der Sarek ist halt irgendwie berühmt-berüchtigt. Fest steht, dass es sich bei dem Gebiet um echte, unzugängliche Wildnis handelt - und das sollte sie auch bleiben.

Nach euren Fragen zu urteilen habt ih noch keine Karte oder wenigstens noch keinen Blick darauf geworfen. Aus der ergibt sich nämlich ganz offensichtlich, dass man nur von Kvikkjokk, Saltoluokta oder Ritsem aus in den Sarek kommt. In allen Fällen ist man wenigstens einen Tag zu Fuß bis zur Parkgrenze unterwegs.

Bedenkt bitte, dass im Sarek die höchsten Berge Schwedens stehen (Ausnahme ist der Kebnekaise - der Berg nicht ich ). In dieser geographischen Breite habt ihr in 2000 Meter Seehöhe die selben Bedingungen wie auf den höchsten Gipfeln der Westalpen: Gletscher mit Spalten, Temperaturen um den Gefrierpunkt, etc. - soweit zu eurer Anfrage "noch ein paar Berge mitzunehmen".

Wie gesagt: wenn ihr Erfahrung mit Wildnistouren habt, dann entschuldigt meine warnenden Worte, aber ich hab einfach schon zu viele Anfänger erlebt, die sich mit dem Sarek einfach schwer überschätzt haben (das Schlimmste war wohl ein Kerl in Flip-Flops, der mir am Skerfe begegnet ist)...
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 07.06.2007, 11:08
Ludwig Ludwig ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.07.2004
Ort: Muenchen
Beiträge: 12
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Vielen Dank fuer die ganzen Informationen!

Hm, ich behaupte mal, dass wir einiges an Trekking-Erfahrung haben. Wir sind sehr erfahren mit langen Gebirgstouren und damit, komplette Ausruestung und Essen fuer 2 wochen durch die Gegend zu tragen. U.a. haben wir auf einer 2Wochen-Tour Jotunheimen durchwandert.
Warum wir in den Sarek wollen? Um in der Wildnis zu sein, d.h. dass innerhalb eines Wochenmarsches oder so, einfach nichts ist, keine Huette, kein Telephon und weit und breit nur tolle Natur... (Trekkingtour-Romantik ;-) )

Karte haben wir mittlerweile...
Zu den Bergen: Gibt es da einen besonders tollen, lohnenswerten Berg?
(Ja, es ist uns klar, dass ein 2000er in Norden Skandinaviens klimatisch einem 4000er in den Alpen entspricht...)



Viele Gruesse,
Ludwig

Geändert von Ludwig (07.06.2007 um 11:20 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 15.04.2010, 20:54
longdistancetrekker longdistancetrekker ist offline
neu dabei
 
Registriert seit: 15.04.2010
Ort: Bochum
Beiträge: 1
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Hallo Ludwig,

ich habe eine kleine Reisebeschreibung über eine Sarek-Wanderung verfaßt ("Zwei im Sarek", ISBN 978-3839134092), und als Epilog den nachstehendenText (ist zwar etwas lang für's Forum, war aber zu faul zum Kürzen) hinzugefügt - denk Dir Deinen Teil dazu...:

Epilog


Vielleicht noch ein Wort zur Entmystifizierung des SAREK. Der Wunsch, im SAREK zu wandern, bestand schon lange. Allein, einige Insider-Berichte, an deren Ende man sich wunderte wie der Protagonist ob der vielfältigen lebensgefährlichen Situationen nochmal mit dem Leben davongekommen ist, hatten schon ihre abschreckende Wirkung.
Heutzutage macht das Internet die Welt zum Dorf. Dementsprechend zahlreich sind die Informationsquellen, aus denen man schöpfen kann. Dabei hat sich gezeigt, dass es hinsichtlich der Beschreibung von SAREK-Touren grundsätzlich zwei Darstellungsweisen gibt: die eine legt den Tenor auf die Schönheit der erlebten Natur, während die andere mit Macht in die Kerbe der offiziellen schwedischen Angstmacher-Verlautbarungen (s. Auszüge am am Ende dieses Textes) haut. Ähnliche Beschreibungen gibt es übrigens auch für andere Wandergebiete.
Ich kenne KUNGSLEDEN, PADJELANTALEDEN, den GRENZPFAD VON TROMS, Teilgebiete südlich des TORNETRÄSK rund um LAPPORTEN und das norwegische JOTUNHEIMEN – und ich wage zu behaupten, dass das Gelände im SAREK nicht mehr und nicht weniger Anforderungen an den geübten Wanderer stellt als andere Wandergebiete auch. Der große Unterschied besteht darin, dass innerhalb des SAREK dem Wanderer keinerlei Annehmlichkeiten in Form von Hütten oder (offiziellen) Wegmarkierungen etc. geboten werden. Aber selbst Letzteres ist teilweise zu relativieren.
Wegmarkierungen werden in der Tat nicht erneuert. Gleichwohl gibt es immer mal wieder von Wanderern installierte Steinmännchen oder verblasste Farbmarkierungen aus vergangenen Tagen.
Darüber hinaus ist es eigentlich nicht möglich, sich wirklich unrettbar zu verirren, sobald man nur eine grobe Karte dabei hat. Da man eh nur den Tälern folgen kann, ist die grobe Richtung von vornherein vorgegeben. Und gut erkennbare, leider unvermeidliche Trampelpfade gibt es immer wieder, sobald der Boden nur weich genug ist (wie z.B. im Rapadalen).

Das, was eine über 5- 7 Tage hinaus gehende Trekking-Tour anstrengend macht, ist das völlige Fehlen jeglicher Hütten. Somit werden zwangsläufig Teile der Ausrüstung unverzichtbar (Zelt, Schlafsack, Kocher...). Außerdem – und das ist der springende Punkt – muss jedweder Proviant mitgeschleppt werden, eine Gewichtskomponente, die mit jedem weiteren geplanten Tag größer wird. Wenn man sich einigermaßen verantwortlich ausrüsten will, stellt die Proviantliste die einzige Möglichkeit dar, den Rotstift anzusetzen. Weniger Proviant bedeutet weniger Gewicht. Weniger Proviant bedeutet aber auch weniger zu essen. Und weniger zu essen kann geringere Kraftreserven bedeuten. Aus diesem Dilemma gibt es keinen pauschalen Lösungsweg. Den muss jeder für sich selbst finden.

Und wie wild ist diese Wildnis wirklich? Ist man im Sarek wirklich fernab von jeglichen Hilfen? Hütten gibt es keine, aber immerhin existiert mitten im Sarek ein Nottelefon, einige Brücken überspannen den einen oder anderen breiten Fluss. Man ist nicht gezwungen, größere Flüsse pioniermäßig zu durchqueren. Jens und ich haben den Kukkesvaggejakka bei Hochwasser durchschwommen – was nur wegen des umfangreichen Gepäcks etwas aufwendiger war.
Gefährliche Situationen gibt es im Straßenverkehr mit Sicherheit häufiger als auf einer Trekking-Tour. Passieren kann natürlich immer etwas, keine Frage. Ein körperlicher Defekt kann natürlich dann zum existentiellen Problem werden, wenn man allein unterwegs ist. Der unverletzte Weggefährte kann von jedem Punkt im Sarek aus in maximal zwei (Gewalt-) Marschtagen Hilfe holen.

Nichtsdestotrotz bietet der SAREK wunderschöne Landschaften, herrliche Panoramen, beeindruckende Felsmassive und Gletscher, eine anbetungswürdige Outdoor-Atmosphäre – kurz: wer sich gerne in der weitläufigen Natur bewegt und gerne auf zivilisatorische Anzeichen verzichtet, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ich freue mich schon auf die nächste „Expedition“ in den Hohen Norden Europas.






Zum Ausklang und Abschrecken


Folgende Texte werden vom schwedischen Staatlichen Amt für Umweltschutz zur Verfügung gestellt (Hervorhebungen durch K.H.):

Sarek - Mythos und Wirklichkeit

Eine Informationsschrift für Bergwanderer, die den Nationalpark besuchen möchten.

Sie möchten im Sarek wandern ? Wir, die wir für Schutz und Pflege des Nationalparks zuständig sind, hoffen, dass Ihnen bewusst ist, was eine Wanderung im Sarek bedeutet.

Der Sarek ist eine großartige und unberührte Hochgebirgsregion mit steilen Gipfeln und Gletschern. Zwischen den Gebirgsmassiven erstreckt sich ein Netzwerk von tief eingeschnittenen Talgängen. In diesem Terrain voranzukommen, ist, wie man sich leicht vorstellen kann, ungeheuer strapaziös. Der Sarek ist aber auch eine weglose Wildnis. Die zentralen Teile des Nationalparks liegen kilometerweit von bewohnten Gebieten entfernt. Es gibt keinerlei Einrichtungen fürTouristen, Pfade oder Hütten. Im Falle eines ernsthaften Unglücks ist man völlig auf sich gestellt.

Wir möchten die Unerfahrenen unter Ihnen vor einer Wanderung in den Sarek warnen. Bevor Sie den Sarek in Angriff nehmen, sollten sie bereits mehrere andere Fjälltouren unternommen haben.

Viele Menschen kommen mit unrealistischen Vorstellungen in den Sarek, denn das Wandern dort hat mittlerweile so etwas wie eine Statusfunktion. Wir möchten diese Art von Mythos um den Sarek relativieren, ohne jedoch den Wert des Nationalparks schmälern zu wollen.
Natürlich gehört das Gebiet zu den schützenswertesten und unwegsamsten Schwedens. (...) Natürlich ist der Sarek ein Wildmarkgebiet von imponierender Größe - wer jedoch wirkliche Einsamkeit sucht, sollte Gebirgsregionen mit weniger imposanten Namen zum Wandern auswählen, denn während der Hauptsaison ist es im Sarek alles andere als einsam.
Tausende sind in den Sommermonaten in diesem Gebiet unterwegs (...).
Der Mythos um den Sarek hat Sie vielleicht getäuscht. Die schwedischen Gebirgsregionen sind groß, und der Sarek ist nur eine Perle unter vielen. Eines aber ist wahr: Wer eine unberührte Wildnis in einer Hochgebirgsregion erleben will, für den stellt der Sarek eine Klasse für sich dar. Wenn Sie diese Art Einsamkeit suchen, müssen Sie schon allein zurechtkommen. (...)
Wenn Sie jedoch mit den Informationen, die den zur Verfügung stehenden Büchern über Bergsteigen und den Sarek, den Gebirgskarten und den Vegetationskarten zu entnehmen sind, nicht zurechtkommen, sind Sie eigentlich nicht erfahren genug für eine Sarek-Wanderung. (...).
Die Bedingungen im Sarek erfordern, dass man Karten lesen kann, über die richtige Ausrüstung verfügt und nicht zuletzt die rechte Einstellung mitbringt, um nicht im Voraus planbare Schwierigkeiten wie z.B. schlechtes Wetter, über die Ufer getretene Flüsse, Müdigkeit etc. zu meistern.
Sie müssen in der Lage sein, Ihre Pläne während der Wanderung zu ändern. Der Sarek soll eine Region bleiben, in der nichts unternommen wird, um eine Gebirgswanderung zu erleichtern. So steht`s im Pflegeplan des Nationalparks. Denn diese einzigartige und unberührte Landschaft soll erhalten bleiben. Natürlich können Sie auf eigene Faust den Sarek besuchen. Wir möchten denjenigen, die sich in dieses Gebiet aufmachen wollen, einige allgemeine Tipps (s. Ende dieses Berichts) geben.
Und wenn Sie sich "reif" für die Wildnis fühlen, dann heißen wir Sie herzlich willkommen im Nationalpark Sarek.

(Alles, was hier aufgeführt wird, ist wahr. Interessant dabei ist nur die Wortwahl. K.H.)

Tipps

Der Sarek ist groß, und für eine Durchwanderung muss man mindestens eine Woche einplanen. Eine funktionale, gut durchdachte Ausrüstung inklusive eines guten sturmtauglichen Zeltes ist unerlässlich.
Sie benötigen einen warmen Schlafsack sowie zusätzliche wärmende Kleidungsstücke wie Pullover, Handschuhe und Schal. Denn auch im Sommer kann es empfindlich kalt werden, und Schneefälle sind in dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches.
Gute Regenbekleidung ist im Sarek ein Muss! In dieser Region fallen sehr große Mengen an Niederschlag. Sie können davon ausgehen, dass es an zwei von drei Tagen regnet oder bedeckt ist. Man kann zwar Glück haben und eine längere Sonnenperiode erwischen, aber ausgehen darf man davon auf keinen Fall.
Ein zuverlässiger Outdoor-Kocher und Proviant gehören ebenfalls zur Ausrüstung. Wir von der Nationalparkverwaltung sehen es am liebsten, wenn das Lagerfeuermachen auf ein Minimum reduziert wird. Zwar ist es nicht verboten, aber die Feuerstellen verschandeln die unberührte Natur. Zudem benötigen Sie ja Brennmaterial zum Verfeuern, was die Vegetation des Parks, der Sie es entnehmen, beeinträchtigt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass von lebenden Birken keine Rinde abgeschält werden darf. Lagerfeuer sollten nur dann entzündet werden, wenn Kleidung getrocknet werden muss. Das regelmäßige Essenkochen über offenem Feuer ist sowieso unzweckmäßig. Die Belange des Sarek sollten jedem Besucher am Herzen liegen !

Eine Sarek-Ausrüstung wird zwangsläufig recht schwer - wiegt das Gepäck eines Einzelwanderers weniger als 20 kg, hat er wahrscheinlich etwas Wesentliches vergessen. Sinnvoll ist es, die Traglast, soweit möglich, auf mehrere Personen zu verteilen.

Ein Wanderstab ist eine gute Hilfe beim Wandern und Durchwaten von Bächen – von lebenden Bäumen darf er jedoch nicht stammen !
Im Winter stellt der Sarek noch höhere Anforderungen an seine Besucher. In vielen schmalen Tälern wie beispielsweise dem Lullihavagge besteht selbst unten im Tal Lawinengefahr. Im Winter toben schwere Stürme, und das Fehlen von Übernachtungshütten macht einen Aufenthalt in diesem Gebiet nur für extrem erfahrene Gebirgswanderer möglich.


Wegwahl

Im Sarek gibt es keine Wanderpfade, mit Ausnahme des Kungsleden, der über eine kurze Strecke den südöstlichen Teil des Parks passiert. Trampelpfade sind jedoch auf den von vielen Menschen begangenen Routen entstanden.

Wir wollen und können keine genauen Angaben über geeignete Routen aufzeigen, denn niemand kann vorbehaltlos Tipps zum Sarek geben. Schneeverhältnisse und Wasserstände variieren von Jahr zu Jahr. Die Wahl des geeigneten Weges müssen Sie selbst draußen im Gelände mit Hilfe von Karte, Kompass und einem sicheren Urteilsvermögen finden.


Rapadalen

Rapadalen ist ein großartiges Tal, aber eine Wanderung dort ist kein Sonntagsspaziergang. Das Tal hat eine dichte Vegetation, und folgt man auch den ausgetretenen Pfaden auf der nördlichen Seite, so ist ein Vorankommen im Weidendickicht - besonders bei Regen – sehr beschwerlich. Über weite Strecken verläuft der Trampelpfad durch Sümpfe mit morastigem und schlammigem Untergrund. Bestimmte Streckenabschnitte wurden kürzlich mit Bohlenwegen versehen, um den Boden zu schützen. Aber nach wie vor ist eine Wanderung durch das Tal sehr anstrengend.

Wir empfehlen den Gebirgswanderern, den unteren Teil des Rapadalen zu meiden und sich statt dessen nördlich von Skierfe zu halten, dem Nordhang des Tales zu folgen, und die Route schräg auf Alep Vassajajåkkaåj zu nehmen, die hinunter zum Rapaselet führt. Diese Route bietet viele großartige Ausblicke, die das, was man vom Tal aus sieht, weitübertreffen.


Schwer zu durchwatende Flüsse


Viele der Wasserläufe im Sarek sind bei Hochwasser unpassierbar. Auch kleine und sonst leicht zu durchwatende Bäche können über die Ufer treten und eine starke Strömung aufweisen. Die Wasserführung der Gletscherflüsse variiert in Abhängigkeit vom Schmelzwasser sehr stark. Häufig sind sie schmal, steilufrig und stark strömend, wobei rollende Felsblöcke eine besondere Gefahr darstellen. Flüsse wie Rapaätno, Njåtsosjåkkå, Kåtokjåkkå und Kukkesvaggejåkkå gelten als besonders gefährlich. Ein Durchwaten dieser großen Wasserläufe sollte deshalb unterbleiben. Die beiden letztgenannten Flüsse kann man jedoch über Brücken passieren. Unterhalb Låddepakte gibt es eine beschriebene Watstelle durch den Rapaätno - Tielmavadet. Es ist jedoch sehr schwierig und nicht ohne Risiko, den hier normalerweise sehr breiten und relativ tiefen Fluss zu durchqueren.
Nachfolgend einige weitere strategisch günstig gelegene Flüsse, die von Wanderern oft durchwatet werden, aber mit Vorsicht zu genießen sind:
Sarvesjåkkå: schwierig in den unteren Flussabschnitten bei Hochwasser; Überspringen kann man ihn im Oberlauf in einem schmalen Canyon unterhalb Ritatjakka;
Kuoperjåkkå: an der Mündung des Alkavagges breit und steinig; mittelschwer zu durchwaten;
Tjagnarisjåkkåtj: nahe der Ebene Pielaslätten, auf der mitunter Schneetreiben herrscht und die ansonsten sehr viel Vorsicht erfordert;
Palkatjåkkå: Im Talgang Njåtsosvagge, ein Bach mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, abhängig vom Wasserstand.

Aus Gründen der Sicherheit sollte eine Sarek-Tour mit so wenig Watstellen wie möglich geplant werden. Im Spätsommer führen die meisten Flüsse in der Regel weniger Wasser, es sei denn, ein Unwetter hätte große Niederschlagsmengen gebracht.

Brücken

Im Sarek gibt es zwölf Brücken. Sie wurden in erster Linie für die Belange der Rentierzucht erbaut. Der Kungsleden führt im Südosten des Parks über einige dieser Brücken. Die Brücken sind in den neuesten Versionen der Gebirgskarten eingezeichnet. Im Winter und bei der Frühjahrsschmelze können diese Brücken beschädigt und dadurch unpassierbar werden. Die Brücke Skarjabron im Zentrum des Parks wird vor Wintereinbruch abgebaut und, sobald die Bedingungen es zulassen, gewöhnlich im Monat Juni, wieder an ihren Platz gestellt. Verlässliche und aktuelle Informationen über den Zustand der Brücken erhalten Sie bei: Länsstyrelsens fjällförvaltning.



Tja, das wars. Wenn Du bis hierher durchgehalten hast, bist du gut informiert.
ciao
longdistancetrekker
Mit Zitat antworten
  #11  
Alt 16.04.2010, 11:17
Ludwig Ludwig ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.07.2004
Ort: Muenchen
Beiträge: 12
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Vielen Dank!

Wir sind dann uebrigends "damals" vor zwei Jahren auch in den Sarek gefahren. Wenn man Erfahrung in Gebieten ohne Wege hat auch weiter kein Problem. Was allerdings auffaellig war: Wieviele Leute, die noch nie zuvor eine Tour gemacht haben, meinen gleich erst mal ins Sarek fahren zu muessen. Da kann sicherlich schnell was schiefgehen bzw. leider einiges in der Natur liegen bleiben...
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 16.04.2010, 12:51
Slarti Slarti ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 01.02.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 173
Galerie: 6
Standard AW: Sarek

Man kann sich in den Sarek (bzw. an den Rand des NP) auch per Hubschrauber einfliegen lassen. Geht auch ab Gällivare. Gepäck darf allerdings max. 20 kg wiegen.

Hier ein Bild vom Heliport aus Staloluokta 2009:

h ttp://lh6.ggpht.com/_vlQcD4zmOmk/St8Muo2oGaI/AAAAAAAAD58/NQaoQrQYdS4/Norwegen_Schweden_2009_07_22_11-09-59.JPG
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 16.04.2010, 13:11
Bobby Bobby ist offline
Vollmitglied
 
Registriert seit: 12.03.2010
Ort: Schweiz
Beiträge: 26
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Werde dieses Jahr im Sommer in den Sarek gehen, vor 2 Jahren habe ich den Padjalentaleden von Ritsem nach Kvikkjokk absolviert, war sehr schön und die Tour empfehle ich allen Naturliebhabern! Die Vorbereitungen für den SAREK (Anfahrt, Routen, Kartenstudium, Internetberichte, Ausrüstung etc. etc.) gestalten sich zeitaufwändig. Das Wetter kann im Sarek ein Strich durch die - noch so gute - Planung machen. Ich meine, dass eine Sarek-Tour ohne vorgängige Trekking-Erfahrung in Schweden/Skandinavien nicht ratsam bzw. zu empfehlen ist! Jedenfalls habe ich - einige Monate vor der Tour in den Sarek - einen gewissen Respekt davor - da geht es mir wohl gleich wie allen Anderen.....
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 16.04.2010, 13:34
Florian Martin Florian Martin ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 17.05.2009
Ort: Lidköping/Schweden
Beiträge: 2.195
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Zitat:
Zitat von Slarti Beitrag anzeigen
Man kann sich in den Sarek (bzw. an den Rand des NP) auch per Hubschrauber einfliegen lassen. Geht auch ab Gällivare.
Es fliegen Lapplandsflyg ab Kvikkjokk
http://www.lapplandsflyg.se/scripts/startsida.php
und Fiskeflyg ab Ritsem
http://www.fiskflyg.se/tidtabell.asp.
Ab Gällivare ist mir zumindest kein Linienverkehr bekannt. In den Sarek darf nicht geflogen werden mit Ausnahme des Länsstyrelsen, Rettungshubschrauber und Rentierzüchter.
Persönlich stört mich dieser Hubschrauberverkehr auf meinen Wanderungen, weshalb ich nicht mitfliege, sondern lieber zu Fuss gehe.
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 26.04.2010, 12:27
LapplandJens LapplandJens ist offline
regelmäßig dabei
 
Registriert seit: 29.04.2008
Ort: Darmstadt
Beiträge: 94
Galerie: 0
Standard AW: Sarek

Bzgl. Anreise mit Bahn und Bus:
Entweder Bus Murjek - Jokkmokk - Kvikkjokk
Oder Bus Gällivare - Kebnats (Bootsanleger nach Saltoluokta) - Ritsem
Fahrplan: www.ltnbd.se
Die Fahrpläne sind auf die Züge abgestimmt und warten. Bzw. Manchmal warten sie auch nicht, aber dann wird nochmal ein Extra-Bus für die Zug-fahrer bereitgestellt.

Sowohl Murjek als auch Gällivare sind Haltepukte des Norrlandstaget
http://www.sj.se/sj/jsp/polopoly.jsp...&intcmp=195227
(Stockholm)-Luleå-Boden-Kiruna-Narvik
Am Wochenende zusätzlich Veolia:
http://www.veolia.se/tmpl/XStartPage...epslanguage=DE

Achtung: auf die Sommerfahrpläne achten!

Wenn man es eilig hat, gibt es Flüge von Stockholm (Arlanda) nach Luleå, Kiruna (SAS und Norwegian) und Gällivare (NextJet). Dann muss man allerdings den Einkauf des Brennstoffes noch einplanen. Je nachdem, welches Kochersystem man hat, kann dies Zeit kosten.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 19:37 Uhr.


© by Andreas Pflügler, 2001-2009

Powered by vBulletin® Version 3.8.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2014, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS