|
|
 |
Khumbu 2006
Alpines Trekking im Everestgebiet
Geschrieben von tomzim
24.12.2006
|
Khumbu 2006
nepal_flag_large.jpgNepal 2006
Lukla (2800m), Zatrwala (4600m), Mera La(5400m), Mera Peak(6500m), Amphu Labtsa(5900m), Island Peak(6200m)
Übersicht 02.jpg
Tourenverlauf.pdf
Wir waren zu viert gute 4 Wochen, von Mitte September bis Mitte Oktober, in Nepal.
Unser Team bestand zu Anfang aus 19 Personen. Davon waren 15 Träger, zwei Köche, ein Climbing Guide und ein Tourguide. Wir hatten 145 Liter Benzin zum Kochen mit, etwa 280 Kilo Lebensmittel und die Ausrüstung.
Einige unserer Träger wurden nach und nach zurück geschickt. Am Island Peak waren es nur noch 9.
Wir sind auch von Lukla aus gestartet über den Zatrwala, zum Mera La, Mera Peak, Amphu Labtsa und Island Peak. Dann über Namche zurück nach Lukla.
Ursprünglich wollte ich die Tour umgekehrt angehen, jedoch rät dir jeder davon ab, weil der Amphu Labtsa in umgekehrter Richtung zu schwierig ist.
Wenn man drei oder vier Tage mehr einplant kann man von Lukla aus den Zatrwala südlich umgehen. Man muss bedenken, Lukla liegt auf ca. 2800m, dann kommt ein Camp bei einem kleinen Ort auf 3500m, am Tag danach geht's über den Pass mit 4600m und übernachtet wird auf 4300m. Bei uns hat sich die Höhe sehr bemerkbar gemacht. Du steigst zwar wieder ab, aber ideal ist diese meist begangene Variante nicht.
In den ersten paar Tagen war der Monsun noch sehr präsent, aber danach war das Wetter fast optimal. Wir hatten wohlmöglich ein gutes Zeitfenster erwischt, denn eine Woche vor uns musste eine Gruppe wegen meterhohem Neuschnee am Mera La abbrechen. Nach uns soll das Wetter auch wieder schlechter gewesen sein. Bei uns war es dann meist so, dass es am Morgen super schön war und ab Mittags bis Nachmittags die Wolken und der Nebel die Sicht verdeckten. Damit wurde es ungemütlich und kalt. Ab und zu kam noch Schneefall dazu. Vormittags langärmeliges Shirt, mittags Fleece und Daunenjacke.
Mera Peak
Mera Peak ist technisch einfach. Nicht zu vergleichen mit Island Peak, der auch schon nicht sehr schwierig ist. Die Höhe macht es!
Mera Peak.jpg
Mera Peak auf dem Weg zwischen Tashing Ongma und Gondishung gesehen.
Mera Peak 01xxx.jpg
Mera Peak von Khare (4950m) aus gesehen!
Mera Peak 02xxx.jpg
Mera Peak vom Basislager 5400m (hinter dem MeraLa). Vom Standpunkt bis zum Gipfel sind es etwa 1000Hm. Der linke Pfeil zeigt auf das Highcamp (5900m). Der rechte auf den Gipfelbereich.
Mera Peak 03xxx.jpg
Das ganze noch mal aus einem anderen Blickwinkel!
Mera Peak 04xxx.jpg
Mera Peak vom Gipfel des Island Peak Fotografiert.
Das Tal hinter Mera La bis zum Amphu Labtsa ist sehr reizvoll und Natur pur, aber nicht zu unterschätzen. Man schläft fast immer über 5000mbis 5600m. Wir haben 11 Tage am Stück über 5000m genächtigt. Ein Sat-Phone und ein Gammow-Bag sind in diesen Regionen empfehlenswert.
Einer unserer Träger bekam kurz vor dem Amphu Labtsa ein Hirnödem. Dank Überdrucksack und Dexamethason hat er die Situation überlebt.
Amphu Labtsa
Das spannendste und gefährlichste ist der Amphu Labtsa!
Die Nordflanke des Amphu Labtsa fällt "fast senkrecht" 500m ab. Auf der Südseite von Panch Pokhari kommend steigt der Pass zuerst noch recht moderat über eine Moräne an. Wir hatten unser Lager auf 5600m aufgeschlagen. Somit waren es noch ca. 300Hm im Aufstieg.
Dadurch, dass die Felsrinnen stark verschneit waren hatte man guten Halt im Abstieg. Das könnte bei anderen Bedingungen wesentlich schwieriger und gefährlicher sein. Ob der Fels aper sein kann weiß ich nicht, könnte ich mir aber vorstellen. Die Eisterrassen im Aufstieg sind weniger das Problem, sehen aber super aus!
Amphu Labtsa 01xxx.jpg
Hier sieht man die Eisterrassen des Amphu Labtsa.
Der Aufstieg erfolgt erst über die links unten aufsteigende Moräne und geht dann später links in das Eis über. Das Basislager für den Pass haben wir auf etwa 5600m aufgeschlagen. Der Aufstieg ist nicht besonders schwierig für einen erfahrenen Alpinisten. Für die Träger ist es aber eine gefährliche Angelegenheit. Sie brauchen hier jede Unterstützung. Fixseile anbringen etc.
Amphu Labtsa 02xxx.jpg
Hier unser Climbing-Guide im Vorstieg. Wir haben die Passage auch ohne Seil gemeistert aber für unsere Träger später Fixseil angebracht.
Amphu Labtsa 03xxx.jpg
Mitten in den Eisterrassen. Steigeisen wurden nicht benötigt. Griffiger Firn war im ganzen Aufstieg vorhanden. Wie man sieht besitzen die Träger keinerlei Kletterequipment. Die gute "Seil um die Hand-Technik"...
Amphu Labtsa 04xxx.jpg
Der Grat auf der Passhöhe ist messerscharf und bietet eine umwerfende Aussicht. Hier links geht es im Abstieg ca. 500Hm runter.
Die erste Passage ist mächtig steil. Am besten seilt man sich ab.
Amphu Labtsa 05xxx.jpg
So sieht es aus wenn man auf der Nordseite hinunter schaut. Unser Seil ist rechts bis zur Mitte zu erkennen.
Amphu Labtsa 06xxx.jpg
Für die Träger ist der Abstieg noch mal schwieriger als der Aufstieg. Hier ist höchste Vorsicht geboten. Uns sind ein Zelt und ein Sack mit Lebensmitteln 500m in die Tiefe gestürzt. Mit Gurt, Abseilgerät und Pickel ist das alles kein Problem. Evtl. sind Steigeisen nötig!
Amphu Labtsa 07xxx.jpg
Unten angekommen erkennt man auf den ersten Blick was hier geleistet wurde. Der Pfeil deutet auf den Pass und somit die Stelle an der wir uns nach unten gearbeitet haben. Der "echte" und tiefere Pass liegt ein Stück weiter links im sichtbar tiefsten Punkt (am Ende des von links kommenden Schneegrates). Wird aber sogut wie nie begangen.
Island Peak
Island Peak 01xxx.jpg
Island Peak aus Richtung Amphu. Der linke Pfeil zeigt die Stelle an der man nach ca. 100m Auftstieg im 55°bis 60° steilen Firn und Eis am Gipfelgrat angelangt. Über dieses Grat erreicht man den Gipfel (rechter Pfeil). Leider stellt der weit über 2000m höhere Lhotse den tollen Gipfel in den Schatten...
Island Peak 02xxx.jpg
In der Flanke. Wir sind ohne Fixseil aufgestiegen und haben uns am Gipfelgrat am kurzen Seil angeseilt. Über den Gletscher bis zur Flanke ist Anseilen auch Pflicht. Hier gibt's große Spalten!!!
Island Peak 03xxx.jpg
Island Peak ohne die riesige Lhotse Flanke im Hintergrund.
Unsere Mannschaft war im Großen und Ganzen sehr souverän. Fast alle haben den Pass schon mehrfach überschritten und wussten gleich wo und wie es lang geht. Jedoch merkte man kurz vor dem Pass großen Respekt und leichte Anspannung im Team.
Ein Sherpa wurde bei uns auch schneeblind. Es lag aber weniger an der Ausrüstung. Er vergaß wohl an einem Tag seine Brille zu tragen. So etwas kann schon passieren. Am besten man schaut ab und zu mal nach dem Rechten. Feste Wanderschuhe (Leihschuhe) hatten alle. Hierfür sorgte unsere Agentur.
Insgesamt waren wir wirklich sehr zufrieden. Ein super Team, herzlich wie eine große Familie. Das Küchenteam war der absolute Hammer und das ist bekanntlich die halbe Miete...
Unser Climbing Guide stand schon mehrfach auf den höchsten Bergen. Unter anderem auf dem Gipfel des Everest und Makalu. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen!
Der Gammow-Bag wurde auf meinen Wunsch hin von unserer Agentur gemietet. Wir haben uns den Preis geteilt. Viele Dinge sind einfach nicht selbstverständlich. Somit sollte man von zu Hause aus alles im kleinsten Detail mit dem Manager der Agentur abklären.
Ein Sat-Phone (Thuraya) habe ich in Deutschland gemietet, um im Notfall einen Hubschrauber rufen zu können. Die Einfuhr ist zwar ohne Genehmigung illegal, aber wer kann schon ein modernes Sat-Phone von einem Handy unterscheiden...
Für die Hubschrauberrettung mussten wir ca. 3000€ bei unserer Agentur als Kaution hinterlegen. Denn Hubschrauber fliegen nur wenn die Kohle vorher fließt! Am besten eine gute Versicherung abschließen, die diese Kosten deckt.
Vorsicht: Die ELVIA (Versicherungspartner des DAV) schließt Leistungen bei Expeditionen aus.
Der DAV definiert klar eine Expedition! Expeditionsdefinition.pdf
Meine Empfehlung ist über www.nepalviewtrekking.com zu buchen!
Einfach den Manager Amar Bahadur Tamang unter abt@wlink.com.np kontaktieren und ihm Löcher in den Bauch fragen! Ich hab Ihn ein ganzes Jahr mit meinen Fragen gequält, er war immer freundlich und konnte mir jeden Wunsch erfüllen. Ein sehr kompetenter Partner!!!
Hier meine Packliste und Apotheke: Packliste & Apotheke.pdf
Für Fragen stehe ich auch gerne zur Verfügung!
tom.zim@gmx.net
Bis dahin
TOM
|
 Geschrieben von |
|
aktiv dabei
Registriert seit: 05.03.2006
Ort: Trier
Beiträge: 102
|
|

References
|
Nepal View Trekking
Mera Peak
Island Peak
Amphu Labtsa
|
 Artikel-Optionen |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
16.08.2007, 15:59
|
#1
|
|
Administrator
Registriert seit: 01.11.2001
Ort: Kitzbühel, Tirol, Österreich
Beiträge: 3.432
|
AW: Khumbu 2006
Hallo Tom,
Ich bin erst heute über deinen Bericht gestolpert und kann nur sagen: toll gemacht! Sehr anschaulich, gut strukturiert und sogar mit Karte  .
Solche Artikel würde ich mir mehr wünschen!
Beste Grüße,
Andreas
|
|
|
22.08.2007, 18:27
|
#2
|
|
alter yak
Registriert seit: 26.01.2003
Ort: Weinheim an der Bergstr.
Beiträge: 992
|
AW: Khumbu 2006
Mir ging es genauso, absolut toller und interessanter Artikel 
Andrées
|
|
|
26.12.2007, 10:02
|
#3
|
|
Forumsfrischling
Registriert seit: 26.12.2007
Ort: Deutschland
Beiträge: 9
|
AW: Khumbu 2006
Hallo Tom,
ich kann nur sagen einfach geil.
Schade so eine Tour werde ich wohl nie machen.
Bernd
|
|
|
31.03.2008, 11:52
|
#4
|
|
Forumsfrischling
Registriert seit: 25.01.2008
Ort: Deutschland
Beiträge: 15
|
AW: Khumbu 2006
Hallo Tom,
super Artikel. Bin neu im Forum u. habe den Bericht erst heute gelesen. Vor allem super finde ich die Pack- u. Apothekenliste. Hilft einem sehr, wenn man noch keine so große Erfahrung hat.
Wir haben im April/Mai 09 auch eine Tour vor(s. Trekking Tour Everest Base Camp+Besteigung Island Peak im Forum). Dabei wollen wir auch den Island Peak besteigen.
Ich hätte mal eine Frage wegen des Schuhwerks. Du schreibst in deiner Liste: Wanderschuhe leicht u. Expeditionsbergschuhe steigeisenfest. Ich binzur Zeit am überlegen welche Schuhe ich mir besorge. Habt Ihr während des normalen Trekks die leichten Wanderschuhe benutzt und nur am z.B. Island Peak die Steigeisenfesten oder habt Ihr durchgehend die Expeditionsschuhe getragen und die leichten im Camp. Würde mich mal über ein paar Infos freuen. Das ist nämlich einer der wenigen Punkte die ich noch nicht geklärt habe.
Grüße Rüdiger
|
|
|
08.09.2008, 22:03
|
#5
|
|
regelmäßig dabei
Registriert seit: 02.04.2008
Ort: Köln
Beiträge: 80
|
AW: Khumbu 2006
Hallo,
nur mal so nebenher und grundsätzlich nix gegen die Packliste bzw. Hinweise zum "Medi-Pack"... Wurde wohl an fast alles gedacht...Nur- im Ausgangsthread ging es ja um ne Tour mit diversen Trägern, die ja quasi schon nahezu "Expeditions-Character" hatte.
Will man aber "nur" im Khumbo "rumlatschen", bestensfalls auch noch ohne Porter/Porterguide, empfiehlt es sich wohl, jedes Teil im Rucksack genauestens darauf abzuchecken, ob man es unbedingt braucht... Denn jedes Gramm mehr im Rucksack muss man bergrauf als auch hinterher wieder bergrunter schleppen...
|
|
|
08.09.2008, 22:32
|
#6
|
|
aktiv dabei
Registriert seit: 05.03.2006
Ort: Trier
Beiträge: 102
|
AW: Khumbu 2006
Schlauer Beitrag! Danke!
|
|
|
30.05.2010, 15:17
|
#7
|
|
schreibt viel
Registriert seit: 21.10.2004
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 266
|
AW: Khumbu 2006
Hallo Tom,
herzlichen Dank für diesen tollen Bericht. Ich plane derzeit eine ausgedehnte Tour von Tumlingtar zum Mera Peak und finde Deinen Beitrag sehr hilfreich. Auch habe ich mir Deinen Tipp zu Herzen genommen und den werten Herrn Tamang mal angeschrieben. Mal sehen, was er mir für ein Angebot machen kann. Vielleicht kann ich dann nächstes Jahr einen ähnlich schönen Bericht hier verfassen.
Beste Grüße,
Nils
__________________
himalways.de
geplant für Sommer 2011: Hunza/Bagrot Valley (Pakistan)
geplant für Herbst 2011: Tumlingtar-Mera Peak-Gokyo (Nepal)
|
|
|
 |
|
Aktive Benutzer in diesem Artikel: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
| Artikel-Optionen |
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 01:30 Uhr.
|