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Von Jiri zum Everest Base Camp Anfang Mai 2012 (alleine ohne Porter oder Guide)
Von Jiri zum Everest Base Camp Anfang Mai 2012 (alleine ohne Porter oder Guide)
inkl. Bilder und Video zur Reise
Geschrieben von freshman007
18.05.2012
Standard Von Jiri zum Everest Base Camp Anfang Mai 2012 (alleine ohne Porter oder Guide)

So wie versprochen eine kurze Zusammenfassung meines Trekking von Jiri – EBC – Lukla. Vielleicht ist dies jemanden eine kleine Hilfe. Ich versuche mal zumindest die Fragen zu beantworten, die ich mir vor der Reise gestellt habe. Auf den genauen Tourverlauf geh ich wenig ein, da das meiste ja in Lonely Planet und Co. beschrieben ist.

Falls irgendeine Info falsch ist, bitte gleich melden. Gebe hier keine Garantie auf die Richtigkeit der folgenden Infos!

Ein paar Bilder von der Tour gibt es hier
http://www.flickr.com/photos/andyont...7634772221321/
Ein etwas längeres Video zum Trek gibt es hier (in HD720p anschauen!!):
http://youtu.be/weFGqo0Mo14

Die Tour bin ich komplett alleine (ohne Porter/Guide oder Trekkingpartner) gegangen.

Ankunft Kathmandu 29.04.2012
Start Trekking 01.05.2012
Rückkehr nach Kathmandu: 18.05.2012

Benötigte Tage für Vorbereitung (Busticket, Open Endticket Lukla – Kathmandu, Ausrüstung..):
2 Tage.
Benötigte Tage für Trekking Tour Jiri – EBC - Lukla: 16 Tage
Wartezeit Lukla (da Flug wegen zu starken Windes abgesagt wurde): 2 Tage

Verlauf:
29.04. Einchecken Hotel, Organisation für Tour
30.04. Organisation für Tour
01.05. Busfahrt Jiri (6 Uhr Abfahrt – Ankunft in Jiri 13:30 Uhr) – Shivalaya 18 Uhr erreicht (hatte mich verlaufen und gut 1-2 Stunden dadurch verloren)
02.05. Shivalaya – Kinja (Start 5 Uhr – Ankunft 17 Uhr)
03.05. Kinja – Lamjura la Pass (Start 6 Uhr – Lamjuara la 17 Uhr – konnte nicht mehr über den Pass, wegen Hagelsturm und musste auf 3500 Meter in einer Lodge beim Pass übernachten )
04.05. Lamjuara la Pass – Ringma (Start 6 Uhr – Ankunft 16:15 Uhr)
05.05. Ringma – Kharikhola (Start 6 Uhr – Ankunft 16 Uhr)
06.05. Kharikhola – Paiya (Start 6 Uhr – Ankunft 12 Uhr → wollte nicht weiter wegen starkem Regen)
07.05. Paiya – Tawa → liegt kurz hinter Mojo (Start 6 Uhr – Ankunft in Tawa 15 Uhr)
08.05 Tawa – Namche Bazaar (Start 6 Uhr – Ankunft 8:20 Uhr)
09.05. Restday in Namche –> Tour Richtung Everest View Hotel
10.05. Namche Bazaar – Deboche (Start 6 Uhr – Ankunft 10:50 Uhr)
11.05. Deboche – Dingboche (Start 6 Uhr – Ankunft 10:30 Uhr)
12.05. Restday Dingboche → Tour auf den Hügel (bei Nangkartshang Gompa vorbei) nordwestlich von Dingboche
13.05. Dingboche – Lobuche (Start 5:30 Uhr – Ankunft 11:15 Uhr) – Sidetrip auf Hügel mit Blick auf Khumbu Glacier)
14.05. Lobuche – Gorak Shep – Kala Patthar – EBC – Gorak Shep – Lobuche (Start: 5:30 Uhr – Ankunft 17 Uhr)
15.05. Luboche – Namche Bazaar (Start 5 Uhr – Ankunft 16 Uhr)
16.05. Namche Bazaar – Lukla (Start 5:30 Uhr – Ankunft 13 Uhr)
17.05. Lukla Flug gecancelt
18.05. Flug Lukla – Kathmandu

Infos zur Unterkunft/Organisation/Ausrüstung/ in Kathmandu:

Am Flughafen muss man erst ein mal 2 Formulare für das Touristenvisum ausfüllen. Ich hatte mich für das 30 Tage Visum (kostet 40 USD, 2 Passbilder) entschieden. Ich habe auch gleich am Flughafen 500 Euro in NPR umgetauscht. Das Gute war dabei, dass ich dort den Betrag fast komplett in 500 NPR Scheinen umgetauscht bekommen haben. Bei 1000 NPR Scheinen haben die meisten Guesthouses Probleme rauszugeben. Mit Visa konnte man sehr selten bzw. meist nur in den neueren, grösseren, teueren Guesthouse zahlen. Man sollte also möglichst schauen, dass man genügend Bargeld auf der Trekkingtour dabei hat (am besten keine grösseren Scheine als 500 NPR Note). Die 500 Euro haben mir für die Trekkingtour fast gereicht ( ohne Flug - war allerdings auch nicht so sparsam und hab mir doch mal, die ein oder andere teuere Leckerei auf Tour gegönnt).

In Kathmandu hab ich mich für das Khangsar Guest House entschieden, da es einige Vorteile bietet:
liegt direkt in Thamel, wo man auch seine Ausrüstung usw. leicht besorgen kann
günstig ( ca. 6 USD die Nacht für Einzelzimmer mit Bad – natürlich etwas heruntergekommen)
Zimmer haben Steckdosen (nein, man braucht kein Adapter!!) an dem man seine Batterien kostenlos aufladen kann (tägl. Ist mal für ein paar Stunden Stromausfall)
kostenloses Wifi (aber halt sehr langsam)
hab hier mein Open End Ticket (Lukla - Kathmandu) für 138 USD (inh. Zwei Stunden) besorgen können
kostenlose Abholung vom Flughafen
kostenlose Unterbringen des Gepäcks, was man während der Trekking Tour nicht benötigt
günstiges Essen (was auch nicht schlecht schmeckt)

TIMS
Die Tims kann man sowohl in Kathmandu im Tourist Center (unterhalb des Ratna Parks), als auch am Sagarmatha National Park Entrance Gate (ist am Ende des Dorfes Mojo) besorgen. Ich habe meins am Tourist Center am Ratna Park besorgt. Zu Fuss dorthin von dem Hotel waren es ca. 30-40 Min. Das Tims Formular, das hier im Forum schon angegeben wurde, wurde akzeptiert! Allerdings musste ich noch ein zusätzliches Formular ausfüllen. Zusätzlich muss man als Alleintrekker 40 USD in NPR bezahlen, sowie eine Kopie des Ausweises und 2 Passbilder abgeben.
Der ganze Ablauf war in ca. 15 Min. erledigt und man bekommt dann seinen grünen TIMS Ausweis (Free Individual Trekker), wobei Gruppenmitglieder einen blauen bekommen.
Die Tims wurde allerdings schon kurz vor Jiri verlangt (musste kurz den bus verlassen und die Tims zeigen sowie mich in ein Buch mit Namen eintragen).

Busticket von Kathmandu nach Jiri:
Hier war ich faul und habe es mir von einer Bedienung meines Stammlokals (Sisha Bar neben dem Hotel) für 800 NPR besorgen lassen (auf dem Ticket stand glaub ich ein Preis zwischen 400 – 500 NPR). Man kann es aber wohl auch in div. Trekkingagenturen kaufen oder man geht früh morgens um 5 Uhr zum Ratna Park und kauft es dort vor Ort einen Tag zuvor (was wohl am günstigsten ist).
Der Bus zu finden, schaffte ich nur durch Fragen. Der Bus hat zwar eine Nummer (die auch auf dem Ticket steht), die ist allerdings auf nepalesisch, was ich leider nicht behersche.

Busfahrt nach Jiri: Ich habe Sie genossen . Obwohl Busfahrer Spitzname Schumi, hab ich mich während der Fahrt nie unsicher gefühlt bzw. hatte
das Gefühl, dass der Busfahrer wusste was er tut. Fand es ausserdem recht amüsant, wie gut zum Teil das Hopp on - Hopp off-Verfahren funktionierte.
Ich war der einzigste Tourist an Board. Landschaftlich fand ich die Fahrt auch recht schön. Die 7.5 Std. bis Jiri gingen recht schnell vorüber.
Andere Trecker, die unterwegs getroffen habe, haben geflucht, dass sie bis Shivalaya weitergefahren sind!!

Ausrüstung leihen:
Also ich habe mir hier zuvor echt zuuu viele Gedanken gemacht.
Thamel wimmelt von Trekkingläden, in denen man Ausrüstung kaufen oder eben mieten kann. Viele Trekker, die ich getroffen habe, waren begeistert von der guten Beratung des Trekkingladen Shona's Alpine Rental (wurde auch schon mehrfach im Forum erwähnt) in Thamel. Ich war wieder faul und habe mir einen Schlafsack + Trekkingstöcke für 50 NPR pro Tag am Laden schräg gegenüber vom Hotel gemietet.

Ausrüstung kaufen:
Also wie gesagt, wimmelt es in Thamel von Trekkingläden, die zum Teil gefälschte Markentartikel von Mammut und Co. verkaufen. Die gefälschten Sachen machen aber qualitativ einen recht guten Eindruck und man kann diese, denke ich, sehr gut für die Trekkingtour verwenden.
Ein paar Trekker schwärmten z.B. von Bergschuhe, die sie in Thamel für ca. 40 Euro gekauft hatten. Man bekommt hier auch alle Layers, die benötigt werden. So kostet z.B. eine Softshell Jacke von "Mammut" (2000 NPR). Die meisten Artikel haben allerdings kein Preisschild, so dass man da noch verhandeln kann.
Für mich war es allerdings zu spät und ich hatte mich schon in Deutschland mit den meisten teuren Bekleidungsstücken versorgt. Was ich absolut empfehlen kann, ist zumindest für die Unterwäsche nicht zu sparen. Ich hatte Unterwäsche und T-Shirts aus Merinowolle, die sehr gut lüftet, warm hält und auch nach 2 Wochen hartem Trekking nicht stinkt

Brauch ich einen Schlafsack?! Kaufen/Mieten
Also zumindest auf meiner Tour im Mai hätte ich theoretisch keinen Schlafsack mitschleppen müssen, da fast alle Lodges genügend Decken vorrätig hatten. Ich habe meinen Schlafsack insg. vielleicht 4 mal benutzt, da eben manche Lodge doch keine Decken hatten (ich hätte müssen aber nur die Lodge wechseln, um das Problem zu beheben).
Ob kaufen oder mieten ist wohl einem selbst überlassen. Da es für mich mit der Reise in wärmere Länder weitergeht und ich deshalb vorerst also keinen Schlafsack (mir reicht dann ein Inlet) benötige) hab ich mich für die Miete (40NPR pro Tag) entschieden. Der Schlafsack war schon recht
runtergekommen, aber zumindest aus Daunen. Wäre ich allerdings wieder nach Deutschland zurück hätte ich mir wohl ein Schlafsack von dem schon oben erwähnten Shona's Alpine Rental Trekkingladen gekauft (da ich zuhause noch keinen Wertigen habe). Viele hier im Forum haben ja von der hochwertigen Qualität schon geschwärmt.

Wetter im Mai:
Mit dem Wetter hatte ich fast immer Glück (weiss nicht ob das Normalzustand hier im Mai ist). Ich musste nur 2 Mal bei Nieselregen morgens loslaufen und kam nur einmal nachmittags in einen Sturm (Hagel und Gewitter) am Lamjura la Pass (ist aber wohl dafür bekannt).
Grundsätzlich war es morgens fast immer wolkenlos. Erst vormittags ab 10-11 Uhr kamen die Wolken, die sich dann ab und an nachmittags oder Nachts heftigs entleerten.
Wer also früh startet (ab 5 Uhr war es immer hell), hat zum einen besseren Ausblick, weniger Trekkingverkehr (bin beim EBC immer früh morgens los und war anfangs immer alleine – Sherpas ausgenommen – bzw. als einzigster Trekker unterwegs – die Gruppen starten meist erst nach dem Frühstück zwischen 8-9 Uhr) und hat bessere Chancen nicht im Regen laufen zu müssen
Tagsüber allg. sehr warm (wenn Sonnenschein) – nachts wird’s dann doch recht schnell kalt.

Verlaufen/Beschilderung:
Ich fand nur die Strecke Jiri – Shivalaya und Shivalaya nach Bhandar nicht optimal beschildert. Vielleicht war ich auch einfach nur zu dämlich, aber hier hatte ich mich zwei mal verlaufen. Normalerweise zeigt ein orangener Kreis, der auf Steine und Bäume angesprayt wurde zumindest einen Grossteil der Strecke von Jiri-Lukla an.
Als ich mich das erste Mal verlief, wunderte ich mich noch warum die Einheimischen mir so freundlich zuwinken, dabei wiesen sie mich immer darauf hin, dass ich in die falsche Richtung lief.
Wie gesagt, war das nur in Jiri und Shivalaya der Fall, der Rest der Strecke ist wirklich meist selbsterklärend. Ich habe mich aber immer (um sicher zu gehen) bei den Einheimischen, wenn möglich, noch mal nachgefragt („Bhandar?! This way?!“ „Yes, Bhandar this way!“).

Allgemeines:
Schuhe mit dicker Sohle und knöchelhoch!!
Ich selbst bin mit normalen Trekkingschuhen (leider nicht knöchelhoch) mit mitteldünner Sohle gelaufen. Es war zwar auch mit denen möglich, allerdings ist der Weg überschüttet mit spitzen und kantigen Steinen, die man sehr schnell bei einer dünneren Sohle spürt! Ausserdem knickt man sehr schnell um, wenn man keine knöchelhohe Schuhe hat (besonders am Schluss des Tages, wenn die Kräfte nachlassen).
Zweites Paar Schuhe nicht vergessen - Abends Füssen Luft gönnen!!


Trekkingstöcke!!
Gerade wegen dem nicht so passenden Schuhwerk, waren die 2 Trekkingstöcke ein Segen für mich. Anfangs hatte ich es noch ohne versucht (mein stolz - sieht doch bescheuert aus!). Ich habe aber sehr schnell Probleme bzw. Schmerzen z.B. beim Abstieg in den Knien bekommen. Mit Hilfe der Stöcke waren die Schmerzen schnell verschwunden. Ausserdem helfen Sie beim Aufstieg durch die Kräfteverlagerung und geben einen zusätzlich besseres Gleichgewicht (wäre glaub ich ohne die Stöcke mehrmals gestürzt – die Stöcke haben mich davor bewahrt! - aber leider auch nicht immer *g*).

Daunenjacke?!
Ich kam ohne Daunenjacke aus. Sinn macht diese zumindest im Mai (meiner Meinung – wenn überhaupt - ab Namche Bazaar. Diese kann man hier für 60 NPR pro Tag leihen). Ich hatte 4 Layers:
1. Thermounterwäsche
2. Fliesspulli (100er) und wasserabweissende Trekkinghose
3. Softshell Jacke
4. Hardshell (sehr leichte Regenjacke von Mammut)
Morgens/Abends war es ab Namche doch recht frisch, hier lief ich anfangs noch in der Softshell. Mittags dann lief ich am meisten im Fliesspulli. Richtig kalt war es dann nur auf dem Kala Patthar (hier reichte aber trotzdem die Softshelljacke + Fliesmütze + Handschuhe). Die Hardshell kam nur bei Regen (zweimal) zum Einsatz. Ich war super Glücklich mit der Entscheidung. Wars mir zu warm, Layer runter, wars mir zu kalt Layer drauf

Abkürzungen können gefährlich werden (zumindest im Everest Gebiet)!!
Faul wie ich bin, hatte ich vom Kala Patthar die glorreiche Idee eine Abkürzung zum EBC zu nehmen bzw. den Trampelpfade zu folgen, die vom Kala Patthar Richtung EBC verliefen. Allerdings führten mich diese Trampelpfade direkt in Steinhänge, die ich auch noch versuchte zu überwinden (und zum Glück auch unbeschadet schaffte)...ein kleiner Steinschlag und ich würde hier nicht mehr berichten – war die leichtsinnigste und gefährlichste Aktion auf der Tour, die aber ansonsten echt ungefährlich war. Ich hatte wohl ab und an vergessen, dass ich nicht im Schwarzwald bin
Allerdings hatte ich auch mal bei einer Abkürzung zum Taksindu La Pass quer durch den Wald Glück und entdeckte einen verlassenen Cheese Store aus dem Jahre 1925 (siehe Fotos).

Leicht packen!!
Je leichter umso glücklicher – man beneidet da schon manchmal die Leute, die den Porter einen abschleppen lassen. Ich hatte dank neuster Spiegelreflexkamera, Gopro Hero 2..Aufladekabel blabla..satte 13-15kg in meinem 70-15 Liter Rucksack (Leergewicht 3kg). War ab und an ne Qual, aber ich habs überlebt.

Akku aufladen: Aufladen der Akkus ist bis Gorak Shep moeglich, allerdings meist nicht kostenlos.
Ab Namche wird es langsam teuer. So kostet es in Namche noch 150NPR pro Stunde, weiter oben 350NPR pro Stunde. Ich hatte zum Glueck genug (3) Ersatzakkus fuer meine Canon dabei.

Internet:Namche 350NPR pro Stunde..weiter oben 2000NPR pro Stunde..

Platzprobleme: Im Mai sollte man als Alleinreisender immer einen Platz in einer Lodge finden! Einzig und alleine in Gorak Shep kann es schnell zu
Platzproblemen kommen und man sollte sich dorthin frühzeitig aufmachen, um einen Platz zu bekommen.

Höhenkrankheit!
Durch den Start in Jiri und die Ruhetage in Namche und Dingboche hatte ich bis Gorak Shep keinerlei Probleme mit irgendwelchen Symptomen der Höhenkrankheit. Ich hatte zusätzlich geschaut, dass ich min. 4 Liter pro Tag trank, was ich auch meist recht gut schaffte.
Erst nach Besteigung des Kala Patthar (wobei ja ausdrücklich empfohlen wird erst einmal das EBC zu besuchen, dann eine Nacht in Gorak Shep zu verbringen und dann erst den Kala Patthar am Morgen zu besteigen) hatte ich leichte Kopfschmerzen und leichte Schwindelgefühle. Das war auch der Grund, warum ich am gleichen Tag noch nach Lobuche zurück bin, bzw. abgestiegen bin.
Ich habe mehrere Trekker getroffen, die ebenfalls in Jiri/Shivalaya gestartet sind und keinerlei Problem mit der Höhe hatten. Anderst sah es hier zum Teil mit Trekker mit Start ab Lukla aus.

Schon in Lobuche hatten hier manche (natürlich Einzelfälle – will hier nichts verallgemeinern) die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit (Übergeben, Kopfschmerzen usw.) und ich wurde dann auch noch Zeuge einer Helikopterevakuierung eines höhenkranken Mädchens (aus einer Gruppe mit Start aus Lukla) in Lobuche. Diese hätte aber vermieden werden können. Ich habe den Fall selbst mitbekommen. Morgens ging es dem Mädchen schon nicht so gut und sie hatte Übelkeit (in der Nacht übergeben) und stärkere Kopfschmerzen. Anstatt sofort ein paar Höhenmeter abzusteigen haben die Gruppenmitglieder sie eher dazu ermutigt noch abzuwarten, ob es nicht besser wird. Gegen spätem Nachmittag kam dann der Heli...

Wer also die nötige Zeit hat, dem würde ich ebenfalls raten, in Jiri starten und hat damit auch wohl bessere Chancen die Höhenkrankheit zu umgehen.

Wie fit muss man sein?!
Ich sags mal so, Hüftbeschwerden oder Bandscheibenbruch sollte man nicht unbedingt haben
Ich war allerdings auch nicht wirklich fit (etwas korpulenter gebaut und 8 Stunden Schreibtisch war mein früher job) und absolut Trekking-unerfahren (spazieren im Schwarzwald zählt ja leider net). Allerdings ist es echt beeindruckend, was für ein Gewohnheitstier der Mensch ist. Am Anfang wars noch ne Qual..4-5 Tage später hab ich die Tour absolut genossen. Die Bewegungen werden flüssiger und man weiss nach einigen Tagen, in welchem Tempo den Hügel angehen kann/sollte. Ich hab auf der Tour ca. 7Kg verloren (sollte ich wohl immer machen, wenn die Waage mal wieder schreit!).

Preise: Ist schwer zu sagen. Also die Übernachtungen waren durchschnittlich zwischen 100-200NPR. Das teuere ist das Essen/Trinken. Je höher man kommt, umso teuerer wird das Ganze.
Beispiel: 1 Flasche Wasser kostet in Kathmandu 20NPR in Gorak Shep hatte ich 300 NPR bezahlt...
Blöd fand ich auch die Vorschrift in manchen Lodges, dass man bei Ihnen essen muss bzw. nicht ausserhalb der Lodge essen gehen darf oder man bezahlt dann einen gewissen hohen Betrag!

Wie wars denn nun alleine zu trekken?!!
Vor der Reise noch unsicher→ Jetzt: es war für mich die absolut richtige Entscheidung!! Ich konnte tun und lassen was ich wollte. War ich müde, konnte ich rasten, war ich am Ende eines Tages immer noch fit, konnte ich doch noch bis zur nächsten Ettape weiterlaufen, ohne mich dabei mit jemanden abzustimmen. Ich fühlte mich alleine im Allgemeinen immer recht sicher (ausser der Abkürzung vom Kala Patthar zum EBC – siehe oben). Natürlich hatte das Ganze Vor- und Nachteile. Was wäre wenn ich z.B. mich Verletzt hätte oder doch schwere Symptome der Höhenkrankheit gehabt hätte?! Da wäre ich erst einmal auf mich alleine gestellt gewesen. Die Wege der genannten Route sind allerdings so gut belaufen (von Einheimischen und Trekker), dass ich mir deshalb weniger sorgen gemacht habe. Ein Nachteil, den ich aber dann doch noch gegenüber einer Gruppe als Alleintrekker sehe, ist das tolle Gefühl das Erlebte mit anderen zu teilen bzw. das Erreichte auch zu feiern. Während die besoffenen Inder die grössten Party in Lukla in meiner Lodge hatten, sass ich da mit meinem Cubra Libre und schaute lachend zu. Es waren eben doch nicht soviele Alleinreisende unterwegs und zu den Gruppen fand ich ehrlich gesagt schwer Anschluss zu finden. Sie unterhielten sich meist nur in ihrem Kreise.
Aber man hatte nichtdestotrotz am Schluss ein super Gefühl - den Trek alleine gemeistert zu haben (natürlich ausgenommen von den netten Einheimischen, die einem den Weg ab und an Weisen ). Ja, man kam sich bei den vielen Gruppen mit ihren leichten Handtäschen und dem schwitzenden Porter hinter ihnen doch dann etwas speziell vielleicht sogar arogant vor („I am The Real Deal“) und ich musste auch ab und an ein Schmunzeln unterdrücken.
Mir kam es ausserdem so vor, als wäre man als Alleinreisender ab Lukla nicht mehr so gerne gesehen (Blicke von Guide/Porter..) – geht ja schliesslich auch um eine riesigen Arbeitsmarkt (Trekkingagenturen, Guides, Porter, Lodges ect.), den man als Alleinreisender dann doch nur teilweise fördert. Naja, das Ganze ist auch rein Subjektiv. Würd mich mal interessieren, wie das andere Alleinreisende erlebt haben.

Was war nun schöner?! Strecke Jiri – Lukla (bzw. man muss ja nicht über Lukla) oder Lukla – EBC?!
Komischerweise hat mir die Strecke Jiri – Lukla fast mehr Spass gemacht. Man musste nicht auf die Höhe grossartig achten und konnte soweit laufen, wie es einem gefiel. Ausserdem hatte ich auf der Strecke die tollste Erlebnisse. So durfte ich bei einem Bauer seine recht simple „Yakkäsefabrik“ begutachten, als ich mich verlief und konnte sehen, wie einfach man doch Leben kann (wobei mir auch gleich wieder bewusst wurde, dass ich doch einen gewissen Komfort benötige). In Bhandar schien die Zeit in einem früheren Jahrhundert stehengeblieben zu sein (wenn nicht ab und an ein Porter in der neuesten Mammutjacke vorbeigelaufen wäre). Die Leute wirkten auf mich auch freundlicher und ausgelassener als ab Lukla. Die unterschiedlichen Landschaften (Wälder, Flüsse, Dörfer..) fand ich auch wunderschön. Auch ist die Strecke nicht überlaufen. Ich traf gerade mal eine Handvoll anderer Trekker bis Lukla. Ab Lukla bekam ich einen kleinen Schock über die Massen an Trekker, die hier unterwegs waren. Will man diesen Tumult umgehen, sollte man frühmorgens ab 5 Uhr mit seinem Trekking starten und hat dann normalerweise seine Ruhe bis 8 Uhr und hat zudem die beste Bergsicht.

Nichdestotrotz siegt ganz klar die Strecke Lukla-EBC im Bergpanorama und im Komfort der Lodges. Während ich auf dem Lamjura la Pass nachts noch bei minus 10 Grad im Zimmer mit einer Maus im Schlafsack kämpfen musste, gabs in Lukla die tollste Dusche und das beste Yak Steak.
Für mich waren beide Trekkingtouren aber die perfekte Kombination und ich würde es genau so nochmals machen!! Perfekte Trekkingtour für mich.

Meine grössten Kämpfe auf der Tour:
1. Kala Patthar: Der Hügel sieht von unten recht harmlos aus. Aber durch die Höhe, war er zumindest für mich (vielleicht war ich auch noch nicht optimal akkl.) eine grosse Herausforderung.
2. Shivalaya: Die erste Herausforderung nach Start von Jiri, in der ich mich gleich mal die Abzweigung verpasst habe und unnötige 300 Höhenmeter in der Mittagssonne weiter den Berg hochkrapselte.
3. Kinja – Lamjura La Pass: 2000 Höhenmeter Aufstieg sagen alles!! Dank der vielen eingelegten Pausen, war es dann doch noch recht human
4. Namche Bazaar – Lukla: Ich hatte den Aufstieg und die Länge nach Lukla echt unterschätzt. Hatte hier ausserdem Rückenschmerzen durch den Rucksack (15 Kg)...was hab ich auf der Strecke geflucht.
5. Aufstieg/Abstieg Tengboche: Was für n staubiger, dreckiger, übler Weg war denn dass!?

In diesem Sinne, vielen Dank an das Forum für die freundliche Unterstützung vor und während der Reise. Ohne euch hätte ich mir das alleine wohl nicht zugetraut! Falls ihr Fragen bzgl. Tour ect. habt – einfach melden.

ps. Zumindest beim Cho La Pass (bei der Goyko Route), würde ich mir einen Guide nehmen oder mich mit anderen Trekkern zusammentun – echt erschreckend, wieviele Leute (oft Alleinreisende) wohl da schon verloren gingen bzw. auf der Strecke vermisst werden
Geschrieben von
Forumsfrischling
Registriert seit: 09.03.2012
Ort: Deutschland
Beiträge: 20

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Folgende 5 Benutzer sagen Danke zu freshman007 für den nützlichen Beitrag:
almidi (19.05.2012), helmut (18.05.2012), Jens (18.05.2012), Manali90 (18.05.2012), tomes (18.05.2012)
Alt 18.05.2012, 20:52   #1
Manali90
Alter Hase
 
Benutzerbild von Manali90
 
Registriert seit: 10.11.2007
Ort: Hamm (Westf.)
Beiträge: 683
Standard AW: Von Jiri zum EBC im Anfang Mai alleine - leider immer noch Fragen

Hallo Freshman,
so einfach "danke" zu sagen scheint mir nicht genug.
Dein Bericht geht über das hinaus, was wir alle erwartet haben - und Deine Fragen und Skrupel in der Vorbereitung waren aufschlussreich, umso aufschlussreicher Dein Bericht über Deine Erfahrungen!
Zum Inhalt will ich mich nicht weiter äußern, als dass Du doch im Vergleich zu anderen etwas understatement betreibst, denn schon in der Zeit, in der Du nach Namche gegangen bist, hatte ich 1990 mit meinen Expeditionsteilnehmer z.T. eher mit Mühe...
Was Dein Bericht aber dabei vor allem zeigt, ist, wie lohnend der Trek ab Jiri dafür ist, das Khumbu (vor)akklimatisiert zu genießen. (Dafür war bei Dir vielleicht auch die Übernachtung am Lamjura La wichtig - wir hatten am entsprechenden Tag Sete, noch 400mH unterhalb, als Nachtquartier, aber auf jeden Fall Auf und Ab und relative hohe Schlafhöhen.)
Wie schnell man dann hochwitschen kann nach Namche statt nur nach Luft zu schnappen und in jeder der Kurven Pause machen zu müssen, zeigen Deine Gehzeiten .
@ admins: Es wäre auf jeden Fall sinnvoll, den Beitrag selbst als Report in "Artikel Nepal" zu übertragen. - Für das WIKI wäre die Frage, wer vorangeht und einen oder mehrere Artikel eröffnet (zumindest Jiri-Namche [und im Folgenden auch weitere Zugänge zum Khumbu] halte ich für sinnvoll).
Aber Dir, freshman, erstmal noch Glückwünsche zur erfolgreichen Rückkehr und viel Vorfreude für kommende Touren
Uli
Manali90 ist offline   Mit Zitat antworten
Folgender Benutzer sagt Danke zu Manali90 für den nützlichen Beitrag:
freshman007 (19.05.2012)
Alt 20.05.2012, 19:27   #2
Harp Booth
Moderator
 
Benutzerbild von Harp Booth
 
Registriert seit: 22.02.2005
Ort: Bayern
Beiträge: 3.297
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Hallo Uli,

hab ich gleich mal erledigt und den Beitrag in einen eigenen Artikel verschoben.
Der TE kann hier jetzt noch nach Belieben nachträglich gliedern und editieren.

Gruss Harald
__________________
D. Nuhr: "Es gibt sehr schöne Flecken auf dieser Erde,
allerdings liegen Sie oft ein wenig außerhalb und sind mit
öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen."
Harp Booth ist gerade online   Mit Zitat antworten
Folgender Benutzer sagt Danke zu Harp Booth für den nützlichen Beitrag:
freshman007 (03.06.2012)
Alt 29.05.2012, 09:51   #3
guwu
Vollmitglied
 
Registriert seit: 19.08.2011
Ort: Herbram/OWL
Beiträge: 31
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen tollen und ausführlichen Bericht! Nach der Lektüre bin ich nun noch mehr bestärkt, meinen Trek auch bereits in Jiri zu starten.

Gruß

Guido
guwu ist offline   Mit Zitat antworten
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu guwu für den nützlichen Beitrag:
freshman007 (01.06.2012), Manali90 (01.06.2012)
Alt 15.11.2013, 10:49   #4
ilikeflowers
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 08.02.2012
Ort: Mecklenburg-Vorpommern
Beiträge: 18
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Hallo Andreas,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, besonderen Dank für die nützlichen Informationen zu den Herausforderungen der Tour und die hilfreichen Details.
Ich sitze an der Planung für meine Tour im September/Oktober 2014 (ca. 32 Tage).

Ich wünsche dir noch viele schöne Touren.
ilikeflowers ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2013, 10:22   #5
Xander Rose
Vollmitglied
 
Registriert seit: 11.11.2010
Ort: Rostock
Beiträge: 26
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Hallo Andreas,

die Tour hört sich äußerst erstrebenswert an! Mich würde die Tour von Jiri nach Lukla allerdings mehr interessieren. Du hast es selber gesagt, die Menschen sind anders (freundlicher) in diesen Regionen, die noch nicht so sehr touristisch überlaufen sind. Diese Erfahrung habe ich selber auch gemacht! Die Bergpanoramen sind von Lukla nach EBC sicher weitaus gigantischer aber die Menschen sind das was diese Regionen so besonders macht (so geht es mir zumindest).

Danke für den Bericht!

PS. Wenn dort Yaksteak auf der Menükarte steht, ist das nicht unbedingt wahr

Cheers
Xander Rose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.2014, 15:12   #6
wha
neu dabei
 
Registriert seit: 06.03.2014
Ort: CH
Beiträge: 4
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Hallo Andreas

Vielen Dank für diesen Bericht der interessant zu lesen ist, und auch ab und zu ein Detail enthält, das man sonst nirgends findet.

Walter
wha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.03.2014, 15:39   #7
OutofSaigon
regelmäßig dabei
 
Registriert seit: 14.09.2013
Ort: Saigon
Beiträge: 82
Standard AW: Von Jiri zum EBC Anfang Mai

Auch von mir einen herzlichen Dank und "Hut ab" für diesen prima Bericht! Er steigert meinen Appetit. Ich wollte letzten Herbst zum EBC, aber es kam mir beruflich etwas dazwischen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben ...

Ich persönlich mag Berichte dieser Art. Sehr viel weniger interessieren mich lange Erzählungen davon, was ein Trekker wann wo gegessen hat und mit wem und warum.
OutofSaigon ist offline   Mit Zitat antworten
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