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  #1  
Alt 24.04.2009, 12:16
normannescio normannescio ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.04.2009
Ort: Erlangen
Beiträge: 13
Galerie: 0
Standard Was tun bei Schlangenbiss?

Wenn man sich zu dem Thema informiert, gibt es zwei verschiedene Meinungen:
a) Nichts tun ausser ruhig stellen
b) Schlangenbisset anwenden
Da ich es für sehr beruhigend halten würde, wenigstens irgendwas zu tun, tendiere ich zum Schlöangenbissset. Was ist richtig?
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  #2  
Alt 24.04.2009, 12:35
Benutzerbild von Jens
Jens Jens ist offline
Nepaltrekker
 
Registriert seit: 22.11.2004
Ort: Schwabenländle
Beiträge: 4.422
Galerie: 0
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

hier ein hilfreicher Link
http://www.siam-info.de/german/schla...ste_hilfe.html

Auf keine Fall die Bisswunde mit einem scharften Gegenstand aufschneiden und mit dem
Mund versuchen, daß Gift herauszusaugen.

Ob ein Schlangenbissset benötigt wird, hängt von der Giftschlange ab (Kobra,Viper).

Hier ist noch ein Link wie ein Giftschlangenbiss vermieden werden kann.
Das Risiko, außer man hält als Terrarianer so eine Giftschlange , gebissen zu werden, ist nicht hoch.
http://www.paradisi.de/Health_und_Er...tikel/1737.php

Gruß
Jens

P.S. Ich halte seit Jahren ungiftige Strumpfbandnattern.
__________________
" Hundert göttliche Zeitalter würden nicht reichen um alle Wunder
des Himalaya zu beschreiben " Zitat aus den Puranas

1987-2012 25 Jahre Nepal
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  #3  
Alt 24.04.2009, 14:33
normannescio normannescio ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.04.2009
Ort: Erlangen
Beiträge: 13
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Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Gesetzt den Fall, man befindet sich in Südostasien, wo es definitiv etliche Giftschlangen gibt und kann nicht identifizieren, was einen gebissen hat, wäre doch das Schlangenbissset angezeigt, oder?
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  #4  
Alt 24.04.2009, 21:21
Fabianunterwegs Fabianunterwegs ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 24.01.2009
Ort: Am Bodensee
Beiträge: 103
Galerie: 6
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Um Himmels Willen bloß kein Schlangenbissset verwenden! Das einzigste was man selbst machen kann ist die betroffene Extremität zu bandagieren, aber nur so weit, dass das Blut noch zirkulieren kann.
Wenn man sich ein wenig mit den Tieren beschäftigt ist es sehr leicht, das Bissrisiko gegen null zu setzen. Man muss ja nicht gerade barfuß durch ein Reisfeld waten oder einer Speikobra ohne Sonnenbrille auf die Pelle rücken..
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  #5  
Alt 25.04.2009, 20:50
normannescio normannescio ist offline
Forumsfrischling
 
Registriert seit: 24.04.2009
Ort: Erlangen
Beiträge: 13
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Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Immerhin gibt es ca. 100.000 Tote pro Jahr durch Schlangenbiss. Das Thema ist also durchaus ernst. Warum werden dann Schlangenbisssets überhaupt verkauft? Was ich nicht verstehe ist, wieso das negativ sein soll. Möglicherweise ist es wirkungslos, aber was ist die Begründung gegen die Anwendung? Ich habe nirgendwo eine gelesen. Und Rüdiger Nehberg empfiehlt das (also doch eigentlich ein Fachmann).
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  #6  
Alt 25.04.2009, 21:49
Daniela Daniela ist offline
Alter Hase
 
Registriert seit: 17.08.2008
Ort: D-Weilburg
Beiträge: 649
Galerie: 0
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Hi,

also erst mal ist es gar nicht so leicht, sich von einer Schlange beißen zu lassen und dann muss sie ja auch erst mal giftig sein (die Mehrzahl der weltweiten Schlangenpopulation ist ungiftig). Und dann muss das Gift auch noch entsprechend gefährlich sein für den Menschen und in ausreichender Menge injiziert werden. Auch das ist nicht immer gewährleistet, es hängt u.a. davon ab, wie jung/groß die Schlange ist, in welchem Tages- und Jahreszyklus sie sich befindet, wann sie zuletzt Beute gemacht hat usw.

Eine Schlange greift niemals grundlos an, sondern verteidigt sich allenfalls. Da Giftproduktion mit Energieaufwand verbunden ist und das Gift eigentlich dem Beutemachen = Ernährung dient, gehen die meisten Schlangen damit ziemlich sparsam um, auch in der Verteidigung. Bisse sind häufig nur Abwehrstöße, ohne dass die Zähne tatsächlich die Haut perforieren. Sie sollen den potentiellen Angreifer (oder das größere Lebewesen, das die Schlange womöglich zertrampeln könnte) eher auf Abstand halten.

Wie man Schlangenbisse vermeiden kann? Schlangen sind taub, sie sehen aber ausgezeichnet und nehmen Bodenschall = Erschütterungen wie ein Seismograph war. Sie können sehr gut riechen und sind teilweise mit einer Art Infrarotkamera ausgestattet. Sie hören einen zwar nicht kommen, aber sie kriegen es mit, wenn Schatten auf sie fällt und sie spüren Bodenerschütterungen durch normale Schritte relativ früh, so dass sie sich meist rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor man auf sie tritt. Eine Schlange zu sehen ist schon ziemlich schwierig... ich habe in Nepal gezielt nach Schlangen gesucht, aber nicht eine einzige entdecken können. Bis auf eine niedliche Gummikobra, die kichernde Kinder in einer Hecke zum Touristenerschrecken auf eine Treppe legten... In Griechenland und Istrien fand ich trotz intensiver (!!) Suche nur Natternhemden, in Spanien keine Spur von Schlangen.... Selbst hier in Deutschland und in einer relativ schlangenreichen Gegend wohnend konnte ich in den ganzen Jahren nur lebende Blindschleichen (= Echsen) und einzelne überfahrene Ringel- und Würfelnattern finden, sowie eine einzige Live-Schlange, eine Ringelnatter auf einem Misthaufen. Man muss wirklich richtig Glück haben, um eine Schlange zu sehen.

Schlangen sind wechselwarm und müssen sich morgens erst mal in der Sonne aufwärmen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Sie liegen dann bevorzugt auf warmen, sonnenbeschienenen Felsen und natürlich auch Wegen und sind noch ziemlich träge, manchmal zu träge, um zu flüchten. Dann bleibt ihnen nur noch, möglichst erschreckend auszusehen und Abwehrbewegungen zu machen. Und eben zur Not auch zu beißen. Das sollte einem eigentlich auffallen, wenn da etwas vor einem auf dem Pfad liegt. Man kann dann warten, bis das Würmchen davonschlängelt oder man geht eben außen rum.

Wenn einer Schlange die Flucht abgeschnitten ist, sie sich in ihrem Versteck befindet bzw. meint, sich in Sicherheit gebracht zu haben oder wenn sie keine Deckung finden kann, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich gegen den vermeintlichen Beutegreifer/Tottrampler zu verteidigen. Leider bezahlen das viele Schlangen mit ihrem Leben... selbst in Mitteleuropa, wo alle Schlangenarten vom Aussterben bedroht und streng geschützt sind.

Übrigens beißen auch ungiftige Arten. Und, auch alle ungiftigen Natternarten haben eiweißzersetzende Enzyme in ihrem Speichel, von diversen ekligen Bakterien ganz zu schweigen. Nattern haben oft die Eigenschaft, bei heftigen Abwehrbissen regelrechte Kaubewegungen zu machen, was zu intensiverem Wundkontakt mit dem Speichel führt. Auch solche harmlosen Schlangenbisse führen daher meistens zu ziemlich dicken Entzündungen. (Bzw. dicken Fingern ). Wenn sich eine Schlange (insbesondere eine Würgeschlange) "fest"beißt, genügen wenige Tropfen Alkohol (z.B. Schnaps) auf die Schleimhäute oder den Kopf der Schlange, um sie zum Loslassen zu bewegen. Bislang musste ich das aber weder in der Praxis noch bei der eigenen Schlange machen... der bisher einzige Schlangenbiss, den ich gesehen habe, war von einem jungen Königspython in die Nase seines Besitzers, als dieser das verängstigte Tier aus dem Transportbehälter auspacken wollte und dafür regelrecht die Nase reinsteckte. ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*# muss bestraft werden . Heilte übrigens ohne Entzündung ab.

Was tun gegen Schlangenbisse? Sie einfach erst mal vermeiden! Tipps sind ja in den o.g. Links gegeben worden.
Nach einem Biss ist es das wichtigste, nicht in Panik zu geraten. Es werden Leute mit schweren Schocksymptomen und Atemnot in Kliniken eingeliefert, die von den Zähnen einer Ringelnatter nur gestreift worden sind... Menschen haben die Angewohnheit, hysterisch zu werden und allein dadurch in bedrohliche Zustände zu geraten.
Ansonsten ruhig stellen, Liegendtransport zum Arzt/Klinik und symptomatische Erste Hilfe. D.h. Wundabdeckung, Ruhigstellung, Schockprophylaxe, psychische Betreuung und wenn nötig, Beatmung.
Selbst in der Klinik wird immer gut überlegt, ob man das Risiko von anaphylaktischen Reaktionen bei Gabe eines Antiserums eingeht oder lieber symptomatisch behandelt (Wundversorgung, Infektions- und Tetanusprophylaxe, Kreislaufstabilisierung, Atemsicherung, Schmerztherapie). Das hängt auch davon ab, welche Schlange einen gebissen hat. Also Nerven behalten, Handy zücken und schnell ein Foto gemacht, bevor die Schlange endgültig im Unterholz verschwunden ist.

Es schadet übrigens auch nicht, sich im Vorfeld einer Reise mit der örtlichen Fauna bekannt zu machen, damit man zumindest die gefährlichen Tiere von den ungefährlichen unterscheiden kann. Literatur und Internetseiten gibt es ja reichlich. Die gefährlichsten Tiere sollen ja neben Anophelesmücken und ähnlichen Stechinsekten (die weltweit für erheblich mehr Todesfälle sorgen als alle Schlangen, Kampfhunde, Giftspinnen, Haie und Landraubtiere zusammen) die Flusspferde sein...

Übrigens, die im gelinkten Artikel genannten 100 000 Todesopfer pro Jahr seien mal dahingestellt, die Zahl kommt mir ausgesprochen hoch stilisiert vor. Muss mal nach reellen Statistiken suchen.

VG
Daniela
(herpetologisch ambitionierte Tierärztin)
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Folgende 4 Benutzer sagen Danke zu Daniela für den nützlichen Beitrag:
Andreas L (26.04.2009), bluezook (26.04.2009), Guetz (30.05.2009), Thomas (27.04.2009)
  #7  
Alt 26.04.2009, 02:54
Fabianunterwegs Fabianunterwegs ist offline
aktiv dabei
 
Registriert seit: 24.01.2009
Ort: Am Bodensee
Beiträge: 103
Galerie: 6
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Schön geschrieben, Daniela.
Wenn man dann aber doch mal auf ein so schönes Tier trifft, soltle man es genießen..:


(Schwarzotter, NSW)
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  #8  
Alt 26.04.2009, 07:39
Daniela Daniela ist offline
Alter Hase
 
Registriert seit: 17.08.2008
Ort: D-Weilburg
Beiträge: 649
Galerie: 0
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Welch eine Schönheit! Tolles Foto!

Daniela
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  #9  
Alt 26.04.2009, 16:37
Andreas L Andreas L ist offline
fühlt sich hier richtig wohl
 
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Süddeutschland
Beiträge: 430
Galerie: 0
Standard AW: Was tun bei Schlangenbiss?

Um den Post von Daniela müsste man einen goldenen Rahmen rum machen ...
Es gibt nur eines, was fast noch interessanter ist als Schlangen: Woher diese Hysterie gegenüber diesen interessanten und schönen Tieren kommt. Es gibt wohl kaum ein anderes Tier, das mehr verleumdet, gehasst, verachtet und verfolgt wurde und wird. Deshalb bekommt man Schlangen hierzulande auch meist nur zertreten und zerstückelt zu sehen.

Mann kann aber auch Glück haben. Ich hab mal bei einem Spaziergang in einem ansonsten geflegten Grundstück mitten in der Wiese eine alte Auto-Motorhaube liegen sehen. Der Besitzer war auch da und hat gegrinst, als ich ihn gefragt habe, was es damit auf sich hat. Er hat das Teil kurz angehoben - da lagen zwei schöne grosse Ringelnattern drunter. Unter dem alten Blech wird es schön warm, das lieben diese Tiere. Der Wald und ein Bach waren ganz in der Nähe. Der gute Mann hatte mit einer alten Motorhabe ein ideales Biotop geschaffen.

Auf Sardinien hatte ich bisher die einzige Begegnung mit einer Schlange, die etwas bedrohlich ablief. Ein beiderseitiges Missverständnis: Ich war beim Bouldern auf den Boden gesprungen, einen Meter vor mir richtete sich eine grau-scharze Schlange auf. Ich hab mich keinen Millimeter gerührt und nach zwei, drei Schrecksekunden hat das Tier das gemacht, was sie immer machen, wenn man sie lässt: Sie hat sich in Sicherheit gebracht.

In Kenia haben uns die Einheimischen beigebracht, wie man im Busch sicher unterwegs ist: Alle paar Schritte kräftig auf den Boden stampfen. Keine Schlange bleibe dabei einfach liegen - ausser der Puffotter. Und die sei gross genug, dass man sie sehen könne. Trotzdem werden auch in Afrika Schlangen erbarmungslos gejagt: Schliesslich waren unsere Missionare schon da.

Über die Nützlichkeit von Schlangensets kann man was erfahren, wenn man sich anschaut, wer so was anbietet. Zu den 100.000 Toten pro Jahr sag ich erst mal nichts, das will ich mir noch genauer anschauen. Ich vermute mal, diese Zahl wird von Leuten behauptet, die "Schlangenbiss-Sets" verkaufen? Aber Hier (Post 14) hab ich schon mal was dazu geschrieben. Diese Zahlen muss man interpretieren, bevor sie was aussagen können.

Andreas
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