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Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela Kapitel 1
Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela Kapitel 1
Meine Reisegeschichte
Geschrieben von jrampe
15.02.2009
Standard Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela Kapitel 1

Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela 2006

Meine Reisegeschichte
Einleitung

Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, eine größere Reise mit dem Fahrrad zu unternehmen. Ein bisschen Erfahrung hatte ich schon durch eine Tour, die ich von Bonn über Trier nach Luxemburg hinter mich brachte.
Im Laufe der Zeit bemerkte ich eine immer größer werdende Unzufriedenheit in mir. Da war Fernweh und der immer stärker werdende Gedanke, nicht erst irgendwann mal als Pensionär die „große Tour“ zu starten.
Wer weiß, ob ich das auch dann überhaupt gesundheitlich noch konnte!?
Die obligatorischen Wochenendtouren mit dem Rad forderten mich auch nicht mehr sonderlich.
Klar, mein großer Traum eine Reise mit dem Fahrrad durch Europa zu unternehmen, nagte oft genug an mir. Doch verwarf ich solche Gedanken genau so schnell, wie sie gekommen waren.
Denn erstens bin ich berufstätig, was mir allein schon Grenzen für solch ein Unternehmen setzt und dann ist da noch meine Frau, der ich dann auch nicht einfach „Schatz, ich bin mal eben auf Europa-Reise“ entgegen werfen wollte. Und finanziell sollte es auch im Rahmen bleiben.
„Grübel, Grübel….. Und dann kam die Erleuchtung. Ich fahre nach Sizilien. Italien mochte ich sowieso, das ist weit weg und hinterlässt in meinem Radlerhirn bestimmt viele Eindrücke. Nee, irgendwie kriegte ich bei diesen Gedanken kein Herzklopfen!
Dann kam der Tag, als ich das erste mal im Fernsehen – mehr unfreiwillig- einen Bericht über den Jakobsweg sah. Er lief schon ein paar Minuten und faszinierte mich aus noch unbekannten Gründen dermaßen, dass ich die Fernsehzeitungen nach möglichen Ankündigungen weiterer Jakobsweg-Berichte durchforstete. Auf „Arte“ stand ein weiterer Bericht an. Der hatte zwar mehr historische Hintergründe, man sah kaum was von dem eigentlichen Jakobsweg. Doch eins war passiert: Ich war neugierig geworden und glaubte, das erste mal dieses verheißungsvolle Herzklopfen gespürt zu haben.
Ich wusste in jedem Fall, das ich diesen Weg mit dem Fahrrad entdecken und befahren wollte.
Jetzt wurde es ernst. Nach einigen Besuchen in Buchhandlungen, Recherchen im Internet und einigem Nachdenken tat ich den ersten Schritt. Ich sprach mit meiner Frau über meine Idee. Schließlich hatte sie das Recht, mit zu entscheiden. Ihre Reaktion war so positiv, dass ich kein schlechtes Gewissen mehr hatte und mit ihr ausführlich über meine Pläne reden konnte.
Als nächstes musste ich meinem Chef den Urlaubswunsch von vier Wochen (diese Zeit hatte ich eingeplant) vortragen. Da ich außerhalb der Kernurlaubszeit, nämlich Anfang Mai fahren wollte, genehmigte er mir den Urlaub ohne Widerstand.
Die wichtigsten Voraussetzungen für eine weitere Planung waren also geschaffen.
Doch eins will ich hier klipp und klar festhalten:
Nein, mich hat nicht Hape Kerkeling mit seiner "Reisegeschichte" „Ich bin dann mal weg“ inspiriert. Erstens weiß ich gar nicht, ob es diesen "Comic" 2006 schon zu lesen gab und zweitens verstehe ich noch heute nicht, was dieses Buch zum Bestseller machte.
Ob es Fehler in der Reihenfolge der Etappen, die er gegangen sein will sind oder dass immer da wo Hape war, ganz viele Schmetterlinge herum schwirrten, ist für mich nicht so von Bedeutung. Es ärgert mich, dass er den ernsthaften Freunden des Jakobswegs keinen Gefallen getan hat, da nun auch „Hans-Willi und Gerlinde“, die sonst immer auf Malle ihren Urlaub verbringen, plötzlich den Jakobsweg „klar machen“ wollten. Doch ich will hier keine Rezension über Hapes literarische Ambitionen ablegen, sondern von meiner Reise erzählen.
Es ist August 2005. Anfang Mai 2006 wollte ich meine Fahrt beginnen. Aus vorfreudebedingter Motivation heraus begann ich zu planen. Allerdings wollte ich nicht bis ins kleinste Detail gehen. Es sollte bei meiner Reise noch genug Spielraum für Fantasie, Überraschung und auch ein bisschen Abenteuer sein.
Besuche von Buchhandlungen, Studieren von Landkarten und Recherchen im Internet wurden nun fast Bestandteil meines Alltags.
Jetzt erfuhr ich auch, dass es nicht nur den Jakobsweg, sondern mehrere Strecken in Europa unter dem Sammelbegriff Jakobsweg gibt. Diese vereinigen sich in Südwest-Frankreich an der Stele von Gibraltar (hat nichts mit dem kleinen englischen Felsvorsprung im Südwesten Spaniens zu tun sondern stammt sprachlich aus dem baskischen). Die letzten beiden Wege, nämlich der von St. Jean-Pied-de-Port und dem Somport-Pass kommend, vereinigen sich vor Puente la Reina zum Camino Franches oder kurz Camino genannt.
Meine Planungen beinhalteten die Entscheidung, die Via Lemovinencis also den Weg über Limoges als Reiseweg zu wählen.
Dieser beginnt in Vezelay, einem auf einer hohen Bergkuppe thronenden Städtchen, das als Ausgangsort zweier der berühmt-berüchtigten Kreuzzüge ins Heilige Land bereits im 12. Jahrhundert zweifelhafte Berühmtheit erlangte. Darüber hinaus sollen hier in der gleichnamigen Wallfahrtskirche Knochen von Maria Magdalena, der Geliebten Jesu liegen.
Anhand von Kartenmaterial, das ich mir besorgt hatte, legte ich ungefähre Tagesetappen fest. Ohne Reklame machen zu wollen, erwiesen sich die Michelin-Karten wegen ihres kleinen Maßstabes als sehr hilfreich.
Übernachten wollte ich in einem kleinen Wanderzelt auf Campingplätzen. Genau so einfach sollte auch die Verpflegung sein.
Obwohl für mich so weit klar war, welche Strecke ich gewählt hatte, wie ungefähr die Tagesetappen aussehen sollten, war mein Hunger nach Informationen groß. Das Internet war beim Stillen dieses Wissenshungers eine große Hilfe. Ich war schließlich nicht der Erste, der mit dem Fahrrad Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens ins Auge gefasst hatte.
Ich kann aber auch heute noch, nicht ohne dabei ein bisschen stolz zu sein dass es nicht all zu viele sind, die eine Reise über so eine Distanz (mehr als 2300 KM) in Angriff genommen haben.
Heute weiß ich auch noch, dass meine Aufregung angesichts des bevorstehenden Reisebeginns von Tag zu Tag größer wurde und ich irgendwann die Tage, bis es soweit war, zählte.
Overath, März 2009

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