Namaste zusammen, nun sind wir auch seit gut zwei Wochen wieder im Lande und da möchte ich natürlich auch kurz die Gelegenheit ergreifen und ein paar updates zum AC bieten.
KTM Flug nach Pokhara, nach dem üblichen Morgennebel, dann zur Busstation (Chitri), Bus nach Begnas Tal (ca. 45Min), dann zu Fuß bis Karputar. Hier gab es an sich nur zwei Lodges, wir nahmen gleich die erste vor der "blue bridge", Badri Tourist Lodge. Sehr basic. An sich war es nur ein Stall mit Matratze. Sehr nette Besitzer und das erste Dhal Baat der Runde.
Am nächsten Tag dann weiter, zunächst entlang des Pfades durch die Reisfelder und dann sehr schnell runter an den Fluß bei der ersten großen Landslide Area. Bezüglich der Wegfindung in diesem Bereich (wie auch in vielen Guides beschrieben), nicht ganz einfach, aber gut machbar. Karte/ Guide, gelegntlich fragen. Aufgrund der Wasserverhältnisse war es nun erfoderlich den Fluß mehrfach zu queren. Dann ging es weiter nach Shyauli Bazaar( ca 562Hm). Dort ausgiebiges Frühstück und dann haben wir uns mit Ingo (Lodgebesitzer Bavaria und Himalayan Dog Rescue Squad) für Stunden festgequatscht. Ein absoluter super Abstecher. Viel wissenswertes bekamen wir dort und ein geniales Apfelbrot. Wer mehr zur Lodge, zur Dog Rescue Squad, sowie weitere Projekte wissen möchte - einfach Fragen posten
Gegen frühen Nachmittag ging es dann weiter nach Nalma (ca 1265 Hm), erneutes Durchwaten der (starken) Strömung und dann der lange steile Anstieg nach Nalma hoch. Stufen über Stufen .. Wir kamen am frühen Abend dort an, die Sterne leuchteten bereits: genial. Als einizige Lodge geöffnet war "Bhims Guesthouse". Eine absolut spektakuläre Aussicht auf die Annapurna Range und am nächsten Morgen war das Panoroma perfekt

Es ging dann auf 1700 Hm weiter über Baglung Pani weiter. Durch Reisfelder nach Sera und dann auf gutem breiten Weg kommt man in Kudi an. Über die erste Hängebrücke gleich runter zur Riverview Lodge.
Fazit: die ersten 3 Tage auf der klassischen Runde waren einmalig. Das Panorama unglaublich, so offen und weit wie gleich hier zu Beginn würde mann erst wieder nach ca 1 Woche sehen. Wir trafen nur zwei weitere Trekker die wie wir diesen Weg gingen. Die Einsamkeit und Schönheit waren überwältigend. Als man in Kudi ankam war es fast schon wie ein Kulturschock bei der Masse an Portern und kleinen Gruppen und Bussen. Allerdings waren diese 3 Tage auch mordsmäßig anstrengend. Der Anstieg auf 1700 Hm und Abstieg von über 1000 Hm runter nach Kudi waren schon ein guter erster Test ...
So ging es weiter: von Kudi nach Svanje, Frühstück hinter Bhulebhule am Wasserfall, Mittagessen in Bahundanda im Riverview Garden + Rooftop. Hier dann die ersten News: Maos kontrollieren massiv auf der Manaslu Runde. Zwei Deutsche zahlten 30 € für die Runde ! Ankunft dann in der Annapurna Lodge in Svanje, schöne Sicht auf den Wasserfall und gutes Essen.
Die Straße = Jeep Track geht bis hierhin !!! Keine Busse ...
Am nächsten Morgen dann auf die andere Seite des Tales mitten durch die Bauarbeiten. Es wird noch dauern bis hier ein Jeep fährt. Kurz nach dem wir durch sind, Tee in Jagat, wird gesprengt. Alle Mauern im Dorf wackeln. Es rieselt Geröll auf die Häuser, danach Totenstille. Nachmittags dann Ankunft in Tal "New Dragon Hotel" war ok.
Am nächsten Tag dann nach Dharapani, dort ACAP check post, der erste für uns ! Da wir nicht in Besisahar gestartet waren sondern in Begnas Tal, gab es für uns noch keinen. Hinter Dharapani geht es dann bis nach Bagarchap in ca 35 Min auf breiter Straße weiter. Hier fährt aber noch nichts, da es nach oben und unten keine Verbindung gibt. Aber es gibt einem schon den Eindruck wie es hier einmal aussehen wird ...

in Bagarachap sind wir die Nacht in der "Marsyandi Lodge" (2160 Hm). Unsere teuerste Unterkunft unterwegs.
Weiter über Danagyu nach Timang (2500 Hm), teils den alten Pfad entlang, teils auf der neuen Straße. In Koto Quapar dann ein Police Check Post und auch hier auf einer guten breiten Piste nach Chame. Das einzige was einem entgegen kommt sind auf Ponys reitende Nepalis ... "Himalayan Hotel" im Zentrum unter neuer Leitung, aber ok. Das allseits empfohlene Krankenhaus hier kann wirklich nicht empfohlen werden, aber, in Notfällen arrangiert der Diensthabende hier auch einen Hubschraubertransport.
Weiter nach Upper Pisang, insgesamt ein super schöner Tag, die Nadelwälder eine Abwechslung und auch der weiche Boden. Die Nacht dann "Annapurna Lodge".
Pisang Höhenweg nach Ngawal (Traumhaft) und gute Höhe, dann haben wir uns auf neue Wege begeben und sind entlang des Klosters nach Mungi abgestiegen, eine schöne Variante, länger und sehr einsam, man trifft dann irgendwann wieder auf den Hauptweg und das Tagesziel war Braga.
Braga (ca 20 Minuten vor Manang) war dann zur besseren Akklimatisation auch unser Ruhetag, mit 2 Kurztrips am Folgetag. Eine echte Alternative zu Manang. 3 Höhenkranke warteten hier auf Flüge von Ongre aus! Schwierig einen Flug von hier zu kriegen, aber fast besser als aus Jomson.
Von Braga dann nach Manang (breite Piste) dann weiter nach Gunsang und Yak Kharka. Hier kamen uns nun auch weitere Höhenkranke entgegen ( 2 x HAPE)
Am nächsten Morgen kurzer Weg nach Letdar (4200 Hm).
Hier leider unser negatives Erlebnis mit dem "Hotel Churi Letdar". Nur kurz: die Gleichgültigkeit mit der hier den Gästen entgegengekommen wird, sowie auch die Qualität des Essens bis hin zur Gefärdung aller Gäste führten an dem Tag dazu, daß ALLE die Lodge verliessen und in das davorliegende Hotel wechselten.
Letdar nach Thorong Phedi, diverse Landslide Areas. ACAP hat hier den Westbank Trail neu beschildert, ansonsten aber keine besonderheiten. Das Basecamp war leer ... wenige Höhenkranke vom Vortag, und nur ca 10 Neuankömmlinge. Die restlichen Trekker wollten alle hoch zum High Camp, hauptsächlich Gruppen ... viele Guides wollten mit ihren Gruppen bereits um 3:00 morgens aufbrechen ?!? wie sich später herausstellen sollte war dies ein grober Fehler
Passtag: 6:10 früh ging für uns dann los. Hinter dem High Camp galt es dann 2 große Schnee + Eisfelder zu queren und hier die große Überraschung, fast alle die zuvor aufgebrochen waren stauten sich wohl zunächst da es in der Dunkelheit und in der Nacht zu gefährlich war ! Wir hatten zwar noch intensivst mit den sehr jungen Guides gesprochen, aber diese waren nicht von ihrem Vorhaben abzubringen. Glücklicherweise konnten dann mit viel Hilfe und Unterstützung alle Gruppen über die schwierigen Passagen geführt werden. Viele wurden allerdings im Verlauf doch deutlich krank, durchs Warten litten einige an deutlicher Hypothermie und waren stark dehydriert. Nach und nach haben wir die Gruppen dann langsam von hinten aufgeholt.
Der Pass selber war das absolute Highlight ! das Teehaus glücklicherweise noch offen (kurz vor Saisonende ) und dann fing es an zu schneien. Der Abstieg dann nach Muktinath bekannt lang und anstregend. Hier angekommen war die "Mona Lisa Lodge" extrem empfehlenswert: top Essen und heißes Wasser aus elektrischem Boiler
Muktinath - Jomson, breite Piste / Jeep Track, ca . 2 Motorräder und 2 Jeeps haben uns überholt. Es gibt zwischenzeitlich einen kleinen alternativen Weg weg von der Straße. Aufgrund des zunehmend schlechter werdenden Wetters hatte es dann in Jomson seit Tagen keine Flüge mehr gegeben, dementsprechender Stau an Reisegruppen hier (viele japanische Kurzreisende, Pokhara Daytrips, Pilger, und Trekker mit dem Wunsch den AC hier zu beenden)
Von hier an ging es dann NUR NOCH AUF DER STRAßE weiter, mit kurzen Stücken im Flußbett !!! Wir fuhren dann ca 3 h mit dem Jeep nach Ghasa und von dort ging es dann zu Fuß weiter nach Tatopani. Der Verkehr auf diesem Stück ist nicht unerheblich: ca 12 Jeeps pro Tag und Motorräder, laufen macht hier keinen Spaß mehr.
Der Weg ab Ghasa war wieder sehr schön. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals ging auch der Straßenbau weiter, hier fehlen noch ca 500 m, dann sind weitere Stücke zusammengeschlossen.
Hinter Tatopani wurde ebenfalls reichlich gesprengt und gebuddelt. Die Verbindung ab Beni ist schon fast fertig ...
Zurück in Pokhara erreichten uns dann auch die Nachrichten von dem schweizer Trekker der von den Maos verprügelt wurde wegen nicht bezahlter Donation (ich denke hier wurde bestimmt schon zu gepostet)
Im Ganzen hatten wir keinen einzigen Kontakt mit den Maos. Diejenigen die zahlen mussten waren meist in Gruppen unterwegs, meistens auch mit Guides und Porter. Es wurde abkassiert bei Tatopani, in Manang, in Koto Quapar, in Dharapani. So wie uns unterwegs berichtet wurde meistens in der Nähe von ACAP Checkposts / Police ... von 100 Rps bis zu 2000 Rps / Tag war alles dabei, teils auch doppelt kassiert.
Fazit: der klassische AC war die richtige Entscheidung, die Alternative mit dem Jeep bis Ghasa zu fahren ebenfalls gut, abegsehen davon, daß man sich auf keine Flüge aus Jomson verlassen kann, die Sicherheit unterwegs war kein Problem, keine Mao Konflikte (bei uns), wir hatten viel Kontakt zu den Einheimischen (auch ohne Guide), keine einzige Erkrankung (strikte Wasserhygiene), Ende November zu gehen war genial, der Trail war leer und alles war sehr persönlich, von überfüllten Lodges keine Spur. Lediglich ab Yak Kharka wurde es nachts deutlich kälter ( ca -5°C) und dann Phedi (ca -10-15°C), aber gute Schlafsäcke und tagsüber Zwiebelprinzip waren mehr als ausreichend ...
Ich hoffe ein wenig Fürsprache für den "totgesagten AC" gegeben zu haben, unabhängig von TIMS & Co und der politischen Situation. Vielleicht nicht mehr das was er einmal war, aber mit kleinen Varianten noch immer gut gehbar ... bei weiteren Detailfragen (Lodgelist, medizinisches etc.) stehe ich gerne (so wie auch alle anderen in diesem Forum) gerne zur Verfügung .
mfg.DocBman.