Meine Freundin und ich fliegen im Oktober für ca. 3 Wochen nach Nepal (logisch - sonst würde ich hier nicht schreiben).
Für mich scheiden Coca-Cola-Routen eigentlich komplett aus. Ich will Natur und Einheimische und nicht Disneyland.
Nun habe ich einiges über Tumlingtar gelesen und wollte hier mal um Rat fragen.
Wo bekomme ich für diese Region einen guten Porterguide (ich denke einer müsste langen)? Von hier aus schon? In Kathmandu oder erst in Tumlingtar?
Wie dünn besiedelt ists da unten jetzt wirklich - also zwecks Tagelange Selbstversorgung mit Zelt und so (1-2 Tage nur mit Zelt o.k. aber länger möchte meine Freundin nicht auf sich allein gestellt sein)
Wäre der Mera-Peak "normal" zu schaffen, oder benötigt man da schon eine gute Erfahrung mit Gehen im Schnee und Gletscher (Steigeisen, Seilschaft...)
Wenn jetzt Mera-Peak nicht geht, wie könnte man die Tour nach Lukla ausdehnen (ca.18/19 Tage reine Zeit fürs Trekking) bzw. was könnten wir nach Lukla noch dranhängen?
Zur Information: es ist meine erste Trekkingreise, bin aber die Berge und langes Gehen gewohnt. Ohne mein Karwendel (Tirol) kann ich nämlich gar nicht leben
Ich war vergangenen Herbst da und bin von Tumlingtar über den Mera Peak nach Lukla gelaufen.
Hier gibt's Infos zum Mera, hier gibt's Infos zur Strecke von Tumlingtar aus. Wenn Du einen guten Guide brauchst, empfehle ich Dir gerne einen per PM. Würde mich auf jeden Fall vor Tumlingtar darum kümmern! Tagelange Selbstversorgung mit Zelt ist in der Hauptsaison in der Region eigentlich kein großes Thema - man kommt immer wieder mal an Möglichkeiten vorbei, Kleinigkeiten einzukaufen. Für warmes Essen müsste man sich wohl an die Einheimischen halten. Typische Lodges gibt es nicht überall. Ich persönlich find's daher angenehmer mit der eigenen Küchenmannschaft. Die Infrastruktur ist bei Weitem nicht so wie am Everest oder aufm Annapurna Circuit. Die Region ist schon recht einsam. Touristen wirst Du kaum treffen. Coca Cola wirst Du trotzdem kaufen können. Und Plastikverpackungen wirst Du auch massig auf dem Boden herumliegen sehen.
Wenn Ihr Euch gegen den Mera entscheidet und doch so richtig Bock auf Coca Cola habt, dann könnt Ihr auch noch ein paar Tage das Dudh Kosi hinauf wandern. Landschaftlich wunderschön. Leider sehr touristisch. Ihr könntest auch von Lukla aus nach Jiri und von dort mit dem Bus zurück nach KTM. Wäre sicher auch eine schöne Variante.
Wenn Du weitere Fragen hast, schreib mir gerne eine PM oder stell sie hier!
Deine zwei Links zu den Postings haben uns sehr weitergeholfen. MeraPeak wirds wohl eher nicht werden.
Noch eine Frage zu dieser Strecke: Man ist ja noch relativ nieder in dieser Gegend (um die 3000er herum). Wie bergig ist es dort dann wirklich? Meine Freundin hat Bedenken (und mich überzeugt), dass es unter Umständen uns zu "grün" ist und man von den Bergen eher weniger sieht. Wenngleich wir nach Lukla noch genug Zeit hätten uns an die Felsen zu klammern.
Habe mir nämlich eine Fotoserie Richtung Mera Peak angesehen und da wars schon wirklich recht dschungelig. Wir sind da schon von unseren Bergen zu Hause sehr verwöhnt
Und noch was: hab etwas von Panch Pokhari gelesen. Wenn ich das in meiner Karte suche, finde ich nur eines bei Helambu und das wäre doch so gar nicht unserer Route.
Danke!
Wie bergig ist es dort dann wirklich? Meine Freundin hat Bedenken (und mich überzeugt), dass es unter Umständen uns zu "grün" ist und man von den Bergen eher weniger sieht.
Es ist da überall sehr "bergig" und man sieht überall Berge, schließlich ist man im Himalaya Es geht ständig auf und ab. Da hat man auch schon mal 1500 Meter Aufstieg am Stück zu meistern. "Richtig" hohe (schneebedeckte) Berge sieht man das erste Mal aber erst nach Gurase auf dem Salpa Bhanjyang (3352m). Ist schon richtig, man ist am Anfang schon sehr lange im Grünen unterwegs. Etwas weniger als eine Woche. Man arbeitet sich halt langsam hoch. Dieser Kontrast ist aber meiner Meinung nach genau das Reizvolle an dieser Tour. Ich hänge Euch mal ein paar Fotos an, damit Ihr Euch entscheiden könnt, ob euch das zu grün ist. Das sind Fotos von den ersten paar Tagen.
Zum Thema Panch Pokhari: es gibt in Nepal unzählige Lokalitäten mit diesem Namen. Lasst Euch davon nicht verwirren. Wenn man von Tumlingtar aus los läuft heißt der letzte Stop, bevor man ins Hinku Valley einbiegt, eben genau so: Panch Pokhari. Das ist dann gemeint. Gerne auch mal Panch Pokhris oder ähnlich geschrieben. Wir hatten die Diskussion erst kürzlich hier. Da allerdings die Suchfunktion hier im Forum noch immer nicht funktioniert, finde ich es gerade nicht wieder.
Danke für die super Hilfeleistung. Zu 95% wird es wohl diese Tour werden und dann von Lukla weiter werden wir wahrscheinlich spontan entscheiden oder entscheiden lassen.
Die vielleicht letzte Frage: Auch wenn wir uns ein porterguide begleitet, möchte ich eigentlich nicht ohne Karte sein. Jetzt lese ich dort und da, dass man diese in Kathmandu quasi nachgeworfen bekommt. Gibt es eine Möglichkeit bereits hier Karten zu besorgen?
Du hast mal in einem anderen Beitrag den Tipp zwecks Schneiderkarten gegeben. Ich habe dann danach gesucht und nur den mountain-bookshop gefunden. Es scheint mir aber, dass genau dieses Gebiet von Tumlingtar bis kurz vor Lukla in keiner der dort erhältlichen Karten abgedeckt ist.
Habe ich etwas übersehen? Gibt es andere / bessere / neuere Karten? Ein Maßstab von 1:50.000 wäre schon fein. Die digitalen Topos haben von dieser Gegend nur einen Maßstab von 1:250.000 und da sieht man bei Tumlingtar dann gerade mal, dass es existiert. Bei der Gegend um Lukla und Namche Bazar sieht man sogar, wo ein Bus stehenbleibt
Der Wanderführer "Trekking in the Everest Region" enthält eine Beschreibung der Route mit detailierten Ausschnittskarten mit Dörfern, Lodges und genauen Wegzeiten, die Übersichtskarten haben jedoch nur einen ziemlich groben Maßstab. Hier ein Beispiel für eine der Ausschnittskarten:
eben erst gesehen, dass du mir eine Nachricht wegen einer Empfehlung für einen Träger/Führer geschickt hattest. Nachdem die Antwort nichts Vertrauliches enthält, schreib ich sie mal gleich in diesen Thread.
Ich kann dir leider keine konkrete Empfehlung wegen Porter/Porterguide geben, weil bei mir ist's schon mehr als 10 Jahre her (2001, 2006 war organisiert mit Gruppe und Zelten zum Mera Peak). Du kannst jedoch problemlos auf aktuellere Empfehlungen gehen. Ich hatte damals einen Guide über eine Agentur, der den Weg selbst auch noch nie gelaufen ist, aber mit Durchfragen war das alles kein Problem. In der Gegend gibt es regelmäßig Dörfer, nur solltest du zum Wegfinden jemand mit Nepali-Kenntnissen dabei haben, weil dort kaum jemand Englisch spricht.
Andrees' Web-Seite listet unter http://www.nepal-dia.de/nepal_reiset..._in_nepal.html einige Empfehlungen auf. Jemand aus der Volksgruppe der Rai (unschwer am Nachnamen zu erkennen) wäre sicher eine gute Wahl, weil die Rai gerade die Region zwischen Arun-Tal und Solu Khumbu besiedeln.
Du kannst prinzipiell auch einen Träger/Führer direkt in Tumlingtar anheuern, hast dann aber das Risiko, dass du hier 1-2 Tage verlieren könntest bis du jemanden gefunden hast. Abgesehen davon, muß man auch abwarten wie sich die neuen Regelungen für Träger/Führer entwickeln.
Viel Spass bei der Tour, das ist sicherlich eine gute Wahl!
wenn ihr in Lukla noch ein paar Tage Zeit habt und richtig nah an die "hohen" Berge wollt, empfehle ich euch einen Abstecher nach Thame. Das ist von Lukla aus in drei entspannten Tagen zu erreichen (Lukla - Monjo - Namche Basar - Thame). Wir - meine Frau und ich - haben das im November 2011 gemacht, wir sind damals - gezwungener Maßen - von Jiri aus gelaufen, weil im Okt./Nov. 2011 unheimlich viele Flüge nach Lukla ausgefallen sind. Empfehlenswerter Tagesausflug in Thame: Der Sundo Ri, toller Aussichtspzunkt, man muss nicht bis ganz hoch, dann biost du auf einer Höhe von knapp 5.000m und kannst bei gutem Wetter ein tolles Panorama genießen. Auch ich will dir mal ein paar Bilder anhängen, damit du dir einen Eindruck von Thame und vor allem dem genialen Aussichtspunkt Sundo Ri machen kannst. Der Rückweg von Thame nach Lukla ist bequem in zwei Tage zu schaffen, es geht ja den Berg runter. Alles in allem bentigt man also 6 Tage für diesen lohnenswerten Abstecher. Nicht zu vergessen natürlich das alte Kloster in Thame!! Ich könnte dir auch eine Agentur empfehlen, der Inhaber und die meisten der Mitarbeiter / Guides hören auf den Namen Rai, wir haben bis jetzt zwei mal sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
Gruß Jürgen
Bild 1 - Blick auf Thame, das Tal in der Bildmitte führt weiter zum Trashi Laptsa, auf dem Weg dorthin gibt es ne Lodge, auch eine Möglichkeit für einen Tagesausflug.
Bild 2 - richtig nah dran an den Giganten aus Fels und Eis
Bild 3 - Blick von unterwegs, die Ama Dablam ist am rechten Bildrand erkennbar, vom Sundo Ri aus ist auch der Everest erkennbar
Bild 4 und Bild 5 - am späten Nachmittag auf dem Rückweg von Sundo Ri nach Thame, wahnsinnige Farben bei Sonnenuntergang