Hier die Tour im chronologischen Ablauf:
Vorweg: wir hatten super Wetter! Nur ein Tag war etwas verhangen...
Ich hatte eine super Gruppe: 8 Südtiroler Bergsteiger(Innen), die allesamt den Anfordernissen der Tour gewachsen waren - sowohl konditionell wie auch was die paar wenigen schwierigeren Passagen anbelangt...
1.Tag: Flug KTM - Lukla und klassisch weiter nach Phakding.
2.Tag: Phakding - Namche Bazaar
3.Tag: erste klassische Akklimatisierungsrunde zum Everest View Hotel - Khumjung. Von Dort rauf zur Milarepa Höhle rund 500 Meter oberhalb von Khumjung an den Hängen des Khumbi La. Die Höhle befindet sich unter dem ersten großen Felsabbruf auf ca. 4300 Meter.
Danach wieder zurück nach Namche.
4.Tag: gemütlich nach Thame (3800m) und am Nachmittag Besuch der wunderschönen Gompa.
5.Tag: erster hoher Akklimatisierungsgipfel: Sumdur Ri (5000m). Ich war sehr erstaunt, dass dort mittlerweile ein ganz toll angelegter Pfad raufführt! (wurde scheinbar 2006 errichtet)
Der Pfad führt bis zum letzten leichten Vorgipfel auf 5000 Meter. Die letzten 200 Meter sind mittelleichte Gratkletterei (2 Grad) und die haben wir uns geschenkt, da 5000 Meter als erste Akklim. ausreichend sind.
Aufstieg von Thame bis zum Vorgipfel 1200 Höhenmeter.
Erste tolle Aussichten auf Everest und Nuptse und vor allem Cho-Oyu.
6.tag: gemütliche Wanderung über Marulung (2-3 Lodges) bis nach Lungden (4200m). In Lungden gibt es nun 3 Lodges: die "große" Lungden Renjo La support Lodge mit Stockbetten im "alpine-hut style" und noch zwei weitere sehr nette und uhrige Lodges, ganz klassisch mit Gras- und Erdboden in den Zimmern, aber sehr gemütlich!!
7.tag: Mittlerweile sehr gut akklimatisiert sind wir über den Renjo La. Ca. 1150 Meter im Aufstieg bis auf 5416m. Sehr schön angelegter Weg mit breiten Steintreppen im oberen steilen und früher schwierigem Bereich bis zur Passscharte.
Abstieg bis zu der Hochalm von Gokyo.
Am späten Nachmittag bin ich dann noch mit einem meiner Südtiroler auf den Gokyo Ri, um von dort oben aus den tollen Sonnenuntergang auf dem Himalaya-Hauptkamm zu genießen...
8.tag: am Vormittag mit der restlichen Truppe nochmals auf den Gokyo Ri und dann am Nachmittag gemütlich weiter bis Thagnak.
Achtung: der Weg über den Ngozumpa-Gletscher ist neu: man steigt direkt bei Gokyo auf die Moräne auf und quehrt den Gletscher knapp hinter Gokyo - der frühere Weg zwischen erstem und zweiten See ist mittlerweile aufgelassen und wird kaum mehr benützt...
9.Tag: über den Cho La bis nach Dzonghla. Aufstieg auf den Cho La von West nach Ost etwas steil und schottrig, aber durchaus gut begehbar. Das Gletscherfeld wird immer kleiner...
Wir waren zum Mittagessen bei den Lodges in Dzonglah und haben uns dann am Nachmittag in die Wiese gelegt und die Nordwand des Cholatse bewundert

!
10.Tag: regenerationstag - von Dzonghla in 2 Stunden nach Lobuche...
11.Tag: von Lobuche auf den Kala Patthar und wieder zurück. Hier waren die Karawanen unterwegs... aber das Traumwetter und die Aussicht auf Everest und Pumo Ri entschädigt

.
12.Tag: von Lobuche auf den dritten Pass Kongma La (5535m). Der Kongma La ist der am wenigsten begangene Pass: kleiner Pfad, sehr tolle Umgebung und vor allem keine Menschenseele unterwegs!!
Der Abstieg nach Chhukhung ist lang aber sehr schön: vor allem die Aussichten auf die Nordseite der Ama Dablam und in Richtung Makalu-Baruntse sind toll...
13.Tag: Aufstieg auf den Chhukhung Tse (5845m) - 1200 Höhenmeter. Der Chhukhung Tse ist die höchste Erhebung des Chhukhung Ri-Nupste Ausläufers vor der Nuptse Wand

.
Wir sind von Chhukhung aus am Lhotse Nup Gletscher in Richtung Nuptse Wand gewander ca. 2 Stunden bis unterhalb des Felsigen Gipfels des Chhukhung Tse. Von Dort dann die letzten 700 Höhenmeter im Weglosen Geröll und Blockgelände bis auf den Chhunkung Ri - Chhukhung Tse Verbindungsgrad und weiter rauf auf den Felsgipfel des Chhukhung Tse.
Traumhafte Aussichten auf die umliegende Bergwelt!! Die Aussicht ist genauso schön und beeindruckend wie vom Imja Tse (Island Peak) aus, allerdings ist man am Chhukhung Tse alleine...
Abstieg dann Direttisima in der ersten Chotterreisse nach Osten...
Als Alternativaufstieg gibt es die Möglichkeit erst auf den Chhukhung Ri und den Grat weiter bis auf den Chhulhung Tse zu steigen, ist aber ziemlich lang und es gibt ein paar kurze ausgesetzte Stellen...
Seit Anfang 2008 ist der Chhukhung Ri offiziel ein Trekkingpeak der Kategorie B (Permit: USD 500,- für 4 pax und es braucht sogar offiziell einen Climbing Guide für die Besteigung

.) Allerdings weiss das niemand, selbst in Jorsale beim Parkeingang wussten die offiziellen das nicht... kann sein, dass das wieder revidiert wird, da heuer nahezu alle Gruppen ohne Permit am Chhukhung Ri waren...
14.Tag: Abstieg Chhukhung - Pangboche.
15.Tag: Pangboche - Ama Dablam Basecamp und weiter nach Tengboche.
16.Tag: Tengboche - Namche
17.Tag: Namche - Lukla.
18.Tag: Flug Lukla - KTM
Abschließend zu erwähnen: die einzelnen Etappen waren teilweise lang und doch anstrengend, da sich die Anstrengungen ja bekanntlich aufsummieren.
Die einzigen wirklich überlaufene Etappe war von Lobuche auf den Kala Patthar.
Andere Etappen wo einiges los war: Gokyo Ri und Cho La.
Ansonsten haben wir, durch die etwas spätere Jahreszeit, nur sehr wenig andere Leute gesehen... Ich empfehle Individualtrekkern mittlerweile den Oktober und Anfang November im Khumbu zu meiden
Auf alle Fälle eine tolle und wirklich anspruchsvolle Tour bei der mann quasi alle Höhepunkte des Khumbu erlebt, ohne in den Strom vom wirlichen Massentourismus zu kommen, der mittlerweile stellenweise anzutreffen ist...
Ich werde in den nächsten Tagen versuchen die Zeit zu finden, ein paar detaillrte Infos ins Wiki zu stellen.
lg, Hannes.