Möglichkeiten für einen vier- bis zehntägigen Trek in Zentralspiti
Shishiling – Dhankar - Lhalung - Demul - Komik - Kaza (über Langza) - vier Tage
Shishiling – Dhankar - Dhankar Tso - Lhalung - Demul - Komik - Ruhetag - Langza - Kibber - Kaza (via Ki) acht Tage
Shishiling - Dhankar - Dhankar Tso - Lhalung - Khunke - Demul - Langza - Kibber - Chicham – Langdarcha - Kiato zehn Tage Das Wegstück von Langza über Tashigang nach Kibber ist eine anstrengende Bergtour (s. Indien-WIKI: Die Shilla-Schlucht). Üblicherweise wird man von Langza ins Spiti-Tal ab- und über das Kloster Ki nach Kibber wieder aufsteigen (bzw. von Ki auch Gete und Tashigang besuchen).
(Nach der Öffnung Spitis 1993 in dieser Richtung begangen von Ulrich Friebel und Ses Ram Thakur; umgekehrt von österreichischer Gruppe geführt von „Alois“; seit 1993 Beschreibung als „Spiti Highwalks“ für indische Agenturen und in den „Infoblättern Indischer Himalaya“ der Naturfreunde Deutschlands (Ulrich Friebel), seit 1998 Name „Left Bank Trek“ (Sanan/Swadi im Standardwerk „Exploring Kinnaur and Spiti in the Trans-Himalaya“). Sanan/Swadi lassen den Höhenweg schon westlich von Poh mit der ersten Tagesetappe nach Dhankar beginnen. - Man kann auch Teile des Höhenwegs begehen und von jedem Dorf wieder ins Tals absteigen, zumal vermehrt „Straßen“ zu den Dörfern gebaut worden sind. Bei allen Dörfern gibt es gute Zeltplätze, und mittlerweile ein System von Lodges und Homestays. Angegeben in der Beschreibung sind reine Gehzeiten für gut akklimatisierte und höhentaugliche Menschen; Pausen sind hinzuzurechnen, auch langsamere Gangart für Menschen, die die Höhe weniger vertragen.
Von Shishiling nach Lhalung 5 Gehstunden – interessante Wanderung mit einem steilen Abschnitt
Von Shishiling im Spiti-Tal (3600m, guter Zeltplatz) der SS 30 nach Kaza kurz folgen, bis die Straße nach Dhankar beginnt. Von dort alten Fußweg hoch, der die langen Kehren der Straße auslässt. Gegen Ende wandert man durch grüne Felder und ein Blütenmeer, immer auf das in unglaublichlicher Weise auf einen hohen Felssporn aus Konglomeratgestein gebaute alte Kloster Dhankar zu. Nach 1 ½ Std. erreicht man die westlichen Häuser des Dorfes Dhankar (3700-3850m). Die Straße führt zur östlich gelegenen Dorfmitte (mit neuem Kloster), das Kloster liegt auf dem Felsen oberhalb (drei kleine Lhakhangs, ein kleiner Gonkhang unterhalb, herrlicher Blick auf den Kessel, in dem das Dorf liegt, und über die Felder hinab ins Spiti-Tal). Vom Eingang des Klosters führt ein kleiner Pfad steil aufwärts über den Bergsporn durch das alte Dorf Dhankar, die frühere Residenz der Nonos (Könige) von Spiti, in einen Einschnitt oberhalb (3900m, ½ Std.). [Der Pfad zum Dhankar-See beginnt in der Dorfmitte und steigt langsam nach Osten ab. Der See mit seiner schönen Umgebung und Fernblicken ist in ca. 1 ½ Std. zu erreichen. Um nach Lhalung zu kommen, werden die Hügel nach Westen überschritten. Man trifft dann an dem einsamen Erbsenfeld wieder auf die Strecke Dhankar-Lhalung.]
Um nach Lhalung zu kommen, folgt man von dem Einschnitt oberhalb Dhankars einer neuen, recht sinnlosen Schotterstraße, die auf gleicher Höhe im trockenen, kargen Südhang bleibt, und verlässt sie nach ca. ½ Std., wo sie sich abzusenken beginnt. Auf dem alten Pfad erreicht man nach 1 Std. von Dhankar eine Schulter hoch über dem Spiti-Fluss genau gegenüber der Einmündung des Pin. Es ist ein herrlicher Aussichtspunkt auf die vielen Arme im Schotterbett der Flüsse und das grüne Dreieck der Mündung mit dem einzelnen Haus von Siluk. Die Manirang-Gruppe (6593m) erscheint am Horizont über Dhankar, und im NW stehen die graubraunen Felsmauern des Demul-Plateaus und der Khunke-Gruppe gegenüber. – Von hier wendet sich der Pfad nach NO und führt ins Lingti Valley. Nach ½ Std. erreicht man ein einsames Erbsenfeld mit zwei Häusern (2000 wegen Wassermangels nicht bewirtschaftet). Von hier langsam absteigen zur Straße und auf dieser zum Dorf Lhalung (3700m, 1 1/2 Std.) (unterwegs schöne Blicke auf die gegenüberliegende Talseite mit den Dörfern Chabrang und Rama unten am Lingti Chhu und Demul hoch oben). [Wenn man vom Erbsenfeld nicht absteigt, sondern einem Pfad auf derselben Höhe entlang des Bewässerungskanals folgt, kommt man zu dessen Endpunkt, über dessen herrlichen Blick auf das Demul-Plateau und das Panorama der Khunke-Berge Peter van Ham in seinem Buch „Auf Buddhas Spuren“ schreibt und den ich deshalb Peters Verhauer genannt habe.] Lhalung Gompa (3750m) über dem Dorf, heute mit Parkplatz für die Jeep Safari-Gruppen, zeigt im Inneren seines äußerlich eher unscheinbaren Gebäudes phantastische Stuckfiguren, "not made by man", wie der Lama sagt, Wand- und Deckenmalereien. Der Serkhang („Goldener Tempelraum“) ist so alt wie der Tabo Choskhor (geht also auch auf die Zeit Rinchen Zangpos Ende des 10.Jh. zurück), viel kleiner, aber in der Dichte seiner feinen Skulpturen einzigartig. Über allem thronen auf der Rückwand Bodhisattvas in ihren himmlischen Schlössern. Dass die Figuren, die eine ältere Ikonografie als die heute im ganzen tibetischen Buddhismus übliche repräsentieren, von Zerstörung verschont geblieben sind, verdanken sie wohl der abgeschiedenen Lage Lhalungs. Zerstörung droht heute von einer anderen Seite. Nach einem Erdbeben zeigte das Gebäude im Jahre 2000 bedrohliche Risse, und es ist sicher nicht falsch, dem gastfreundlichen Lama Tanzing eine Spende für die Rettungsarbeiten zu übergeben. Ob der Umbau seitdem, der im Oberlicht Tageslicht in den Serkhang lässt, wirkt so sinnvoll ist, daran habe ich Zweifel. - Interessant und einzigartig ist auch ein vierfacher weißer Buddha in einem kleinen Gebäude des Klosterkomplexes.
Lhalung selbst ist ein stattliches Dorf mit ca. 50 Häusern, Ausgangspunkt für Bergtouren ins oberste Lingti Valley, wie sie Harish Kapadia (vgl. High Himalayan Unknown Valleys u.a.)unternommen hat – für Ausländer allerdings Sperrgebiet.
Von Lhalung nach Demul3 ½ - 5 Std. reine Gehzeit – steiler Zickzackanstieg nach einer Flussdurchquerung
Von Lhalung (3700m) auf der orografisch rechten Seite des Dorfbaches direkt absteigen zum Lingti Chhu (Brücke, 3550m), diese überschreiten und dem Hangweg folgen zu den beiden Häusern von Sanglung (3600m, 1 Std.). Frisches Wasser in einem Gebirgsbach. Man betritt das Petanse-Tal; nach½ Std.steigt der Pfad an. Hier kommtes darauf an, die richtige Stelle zum Überqueren des Petanse Chhu (3600m) zu finden. Und jetzt beginnt der lange, steile Anstieg nach Demul, zuerst im Zickzack im Hang, später zwischen Felswänden in einem schluchtartigen Hochtal (die neue Fahrzeugpiste mündet hier ein). Rückblick auf einen neuen Bewässerungskanal am Hang gegenüber; blühende Rosenbüsche (Rosa webbiana) am Wege. Achtung: Zwischen Petanse und Demul gibt es kein gutes Wasser; der Bachlauf am Aufstieg hat zuvor das Dorf durchflossen. – Schließlich öffnet sich das Tal wieder, und nach einem Chorten erreicht man bald das Dorf Demul (4320m, 2 bis 3 ½ Std.).
Überraschend ist der hohe Standard der Häuser (mit Elektrizität schon 1993) und das Ausmaß der Felder und Weiden, das in dieser Höhe über dem Spiti-Tal nicht zu vermuten gewesen wäre. Auf ihren ausgedehnten Hochweiden halten die Leute von Demul stattliche Herden von Dzo (Yak Kuh), Eseln, Pferden und auch noch reinrassigen Yaks, die manchmal auch als Reittiere dienen.
Alle Dörfer und Weideflächen auf dem Spiti-Höhenweg liegen in Amphitheatern, die südwärts ausgerichtet sind, und dadurch wird im Sommer wie im Winter jeder Sonnenstrahl zum Überleben auf dieser Höhe eingefangen.
Obwohl es anstrengender ist, Demul von Osten zu erreichen, als umgekehrt abzusteigen, empfehle ich den Spiti-Höhenweg in dieser Richtung, weil man so einen besseren Eindruck von der Struktur des Landes bekommt und die Wechsel der Aussicht auf der folgenden Etappe spektakulärer sind.
Von Demul nach Komik 4 bis 6 Std. reine Gehzeit, ca. 16km – relativ leichte Wanderung auf großer Höhe
Dieser Teil des Treks steigt zuerst relativ steil zu einem Pass an (Yang Labtse) und führt dann über weite Weideflächen, bevor er zum Hochtal von Komik mit der Tangyud Gompa absteigt. Achtung, kein trinkbares Wasser zwischen dem letzten Bach vor dem Yang Labtse und einem Bach jenseits des Na Ri (also für 2 ½ Std.), weil die Dzos die kleinen Quellen zertrampelt haben!
Von Demul (4320m) auf deutlichem Pfad, vorbei an Mani-Mauern mit rötlichem Stein, nach Westen steil hoch durch kleine Täler zwischen Hügeln zum Pass Yang Labtse (4750m, Lhatse mit Gebetsfahnen, 1 ½ bis 2 ½ Std.). Hier wird im NW die majestätische Eispyramide des Chau Chau Kang Nilda („Blauer Mond am Firmament“, 6303m) sichtbar, im Rückblick zeigen sich der Fossilienberg Lhalung Ri (4984m) und der Manirang (6593m). - Von hier leicht absteigen und immer dem höchstgelegenen und klarsten Pfad im Süden eines Bergrückens folgen über Yakweiden und über kleinere Gratrücken, immer auf ca. 4500m. Nach 1 ½ bis 2Std. erreicht man einen kleinen Pass namens Na Ri (4620m, Steinzeichen) mit Ausblick auf das Dorf und die Gerstenfelder von Komik, den Komplex der Tangyud Gompa darüber, dem einzeln stehenden Massiv der Kanamo (5974m, Ostgipfel 6050m) und den Gebirgsketten bis hin zur Region des Kunzom La. – In 1 Std. zur Tangyud Gompa (4500m).
Auf den Hängen nahe Yang Labtse und vom Na Ri abwärts kann man immer noch viele Fossilien des Thetys-Meeres finden. Auf dem Höhenweg präsentiert sich Spiti im doppelten Sinne als Inversionslandschaft: Grünes Land in höchster Höhe, während die Täler trocken und steinig sind, und ehemaliger Meeresgrund in der Nähe der Gipfel.
Während ganz Spiti (außer dem Pin Valley) eine Region der Gelugpa ist, gehört das Tangyud-Kloster (wie seine Kopie, Kaza Gompa) dem Sakya-Orden des Mahayana-Buddhismus an. Das Kloster wurde nach einem Erdbeben 1975 von Hikkim nach Komik verlegt.
Das Tangyud-Kloster sieht wie eine Burg aus und hat alle Funktionen eines Dorfes in sich: Tierställe auf der unteren Ebene, eine Galerie von Mönchszellen und Küchen im ersten Stock und den großen Gebetsraum am oberen Ende des Komplexes. Auf halbem Wege zum Dorf unterhalb befindet sich die Klosterschule.
Die Kessel von Komik und Hikkim entwässern in den Bach, der im Spiti-Tal Alt-Kaza von Neu-Kaza teilt; von beiden Dörfern führen steile Wege hinunter direkt nach Kaza; eine Straßenverbindung ist gebaut. Von Komik über Hikkim nach Langza 1 ½ bis 2 Std. reine Gehzeit
Dem Pfad (oder der Straße) nach auf nahezu gleichbleibender Höhe nach Westen folgen zu einem Rücken, von dem der Blick auf das in einem weiten Hochtal gelegene Hikkim frei wird. Das Dorf breitet sich auf 4300 bis 4400m Höhe aus. Das erste Gebäude ist das alte Kloster. Man erreicht Hikkim in 35 bis 45’ von Komik. Auf gleicher Höhe bleiben, also die Hänge oberhalb von Hikkim queren, zum nächsten Rücken mit Blick auf Langza (4200-4350m, 55 bis 75’ von Hikkim).
[Sanan/Swadi empfehlen als Fußweg einen Pfad über die Hügel oberhalb der Straße.] Von Langza nach Kaza 2 ½ bis 3 Std. reine Gehzeit
Von Langza führt die Schotterpiste, mit Abkürzung der Kehren, hinunter ins Spiti-Tal; von dort ostwärts nach Kaza (oder 10km Straße im Tal westwärts nach Ki und weiter nach Kibber).
oder Langza – Tashigang - Gete - Kibber Tagestour
Mit entsprechender Härte und Routine am Berg kann man den Trek über Tashigang und Gete nach Ki oder Kibber fortsetzen. Der heikle Punkt ist die tiefe und in ihren Hänge brüchige Schlucht des Shilla Chhu.
Von Kibber nach Kiato 6 Std. (24km) reine Gehzeit – leichte Tageswanderung ohne große Anstiege
Vom nordwestlichen Dorfausgang von Kibber entlang der neuen Piste durch Gerstenfelder und schließlich steil in Kehren hinunter in die spektakuläre Schlucht des Parilungbi Chhu. Überquerung der Brücke auf 3970m (gemessen; die indische 1.50000-Karte gibt 3880m an). Gegenüber weniger steil aufwärts in einem tief eingeschnittenen Tal mit Wassermühlen und Weidengebüschen, links den Abzweig zum Dorf Chicham passierend, zum Dorf Dumla (4150m, 2 Std. von Kibber). Den Dorfbach nach Westen queren und zuerst etwas steiler und später flacher in ein sich zunehmend erweiterndes Hochtal und dieses zum Grasplateau an seinem Ende (4270m, 1 ½Std., Chorten).
Der Platz heißt Ladarcha, und früher fanden hier jährlich am Schnittpunkt von Karawanenrouten (Einmündung der Parang La-Route nach Rupshu und Westtibet) größere Märkte statt (Gerste und Pferde aus Spiti; Kleidung, Zucker und Eisenwaren aus Kullu; Yaks, Pashmina-Wolle und Halbedelsteine aus Westtibet).
Nun im Hang über dem Spiti-Fluss (neue Straße) stetig hinab zum Takling Chhu (3900m) und weiter (unterhalb im Flusstal imposante Konglomeratpfeiler) zum Dorf Kiato (4000m, 2 ½ Std.) an der Hauptstraße (Busverbindung nach Kaza, zum Kunzom La und nach Manali). Einen aktuellen Bericht über die Route (2008) gibt mezko (in Englisch) unter http://meczko.blog.onet.pl/
Eine hervorragende Beschreibung! Schade, dass es zu spaet fuer mich kam - ich habe das Trek von Langza bis Dhankar (also in umgekehrter Richtung) Mitte August gemacht.
Wenn es fuer jemandem hilfreich sein koennte, mein Bericht auf English ist auf http://meczko.blog.onet.pl/ zu finden, in der Mitte eines laengeren Berichts aus Himachal Pradesh. Ich habe dort Uebernachtungsdetails und Google Earth-Koordinaten angegeben.