Tiefgefrorenes Brennholz
Hallo,
Ich wollte hier von etwas Seltsamem berichten, was ich so noch auf keiner Wanderung erlebt hatte, und zwar die Probleme beim Feuermachen mit schockgefrorenem Holz.
Ich war neulich in den Cevennen unterwegs, und am Abend des ersten Tages goss es wie aus Kübeln, dennoch fachte ich ein ordentlich großes Feuer an, dass sogar so gut war, dass ich mir ein großes Loch in meine Fleece-Unterjacke brannte und deren Plastik-Reisverschluss verschmorte. So weit war also alles normal.
In der Nacht fielen die Temparaturen und die folgenden Tage blieben diese konstant unter oder um den Gefrierpunkt, so dass nichteinmal seichte Pfützen auftauten. Dies führte abends zu Schwierigkeiten mit dem Brennholz, die mir völlig neu waren:
Denn das Holz, obwohl es trocken wirkte und sich leicht brechen liess, saftete dermassen, wenn ich es ins Feuer legte, dass dieses früher oder später ausnahmslos immer ausging. Ich wendete sämtliche Tricks an: Rinde abschaben, in dünnere Teile spalten, um an das trockenere Innere des Holzes zu gelangen, ich verbrachte halbe Stunden und mehr damit, alles erfolglos. Am Ende konnte ich mit einem ärmlich brennenden Feuer gerade einmal ein wenig Wasser warm machen, doch zum Wärmen des Körpers reichte es bei der beissenden Kälte nie und nimmer.
Doch das war nicht alles, das Feuer benahm sich auch sonst so seltsam, dass mir sogar der Gedanke kam, der Sauerstoffgehalt der Luft müsse wohl schwanken: denn ein schön brennendes Feuer, angefacht mit dem besagten tiefgefrorenen Holz, brannte zunächst wie erwartet, reduzierte sich dann ohne erkennbare äussere Einwirkung auf ein paar glimmende Kohlen, um dann, fünf Minunten später, wieder aus dem Nichts heraus sämtliche aufgelegten Äste weiterbrennen zu lassen. Dann verschwand das Feuer wieder, etc.
Ich sass zitternd in der Kälte und verstand überhaupt nichts mehr, gab es nach ein paar Tagen ganz auf und verwendete nur noch den Kocher.
Wer hat eine Erklärung? Bitte kein theoretisches Geflüster.
Beste Grüße,
Schrottie
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