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Siljansleden im Spätherbst
Siljansleden im Spätherbst
Durch das verlassene Mittelschweden
Geschrieben von Fabster
09.12.2009
Standard Siljansleden im Spätherbst

Sizilien, Spanien, Kroatien. Diese Ziele schienen uns sofort sympatisch für eine einwöchige Wanderung im November, insbesondere wegen der milden klimatischen Bedingungen. In einer durchwachten Nacht -12°C in einer Hütte in Mittelschweden sollten wir viel Zeit haben, uns zu fragen, warum wir nicht eines dieser Ziele gewählt haben.

Unser Ziel im November 2009 sollten der Siljansleden in der Provinz Dalarna (bekannt durch die roten Holzpferdchen) in Mittelschweden sein. Ausgangspunkt unserer fünftägigen Tour war das Stättchen Mora, Zielstadt des berühmten Vasalaufs.

Anreise: Berlin - Stockholm - Mora
Am 7.11. machen wir uns zu dritt von Berlin aus auf Richtung Schweden. Sehr günstig ist insb. der Flug mit Ryanair nach Stockholm, der in Summe ca. 50€ pP hin und Rück kostet. Nach unserer Ankunft in Stockholm nehmen wir den Ryanair Flughafenbus nach Stockholm (5€pP). In Stockholm müssen wir vom Busterminal nur einmal durch die Unterfühurng zum Bahnhof, wo wir den Zug nach Mora (mit Umstieg in Borlänge) nehmen. Die Fahrt dauert ca. 4h und aufgrund der späten Jahreszeit wird es während der Fahrt dunkel. Unser Ziel für die Nacht ist die Jugenherrberge (STF Gästehaus) in Mora. Zwar ist die Jugendherrberge genau in unserer Reisewoche geschlossen, aber die sehr hilfsbereite Tochter der Jugendherrbergswirtin quartiert uns in einem kleinen Gästehaus ein.

Im Buchladen in Mora gibt es Karten des Gebiets (~12€). Der Wanderladen ist ganz ok aber einerseits recht teuer und nicht ganz auf dem neusten Stand.

Tag 1: Mora - Rostberg (~ 13km)
Nach Rucksack packen und einem ausgiebigen Frühstück brechen wir ca um 11 Uhr richtung Rostberg auf. Den Einstieg des Siljansleden (der in Mora mit dem Vasalopsleden identisch ist) finden wir am Sprot- und Zeltplatz in Mora. Zunächst geht es über sehr breite Wege, die im Winter als Loipen dienen durch den schwedischen Wald. Nach ca. 8km verlässt der Siljansleden den Vasalopsleden und führt ... direkt in einen Sumpf. Orange Markierungen an den Bäumen zeigen uns, dass dies kein Versehen, sondern Absicht ist. Nach 2 Stunden sind die Schuhe durchgeweicht, vollgelaufen oder beides, aber wir wollten ja Abenteuer und die verträumte Landschaft entschädigt für die nassen Füße. Dennoch freuen wir uns, als wir die Flanke des Karlsbergs erreichen. Nach einer guten weiteren Stunde erreichen wir Rostberg, das erste der vielen Geisterdörfer, die uns noch begegnen sollen. Langsam dämmert es, aber unser Schlafplatz - ein Windschutz - liegt außerhalb des Dorfes. Nach einer halben Stunde sehen wir den Windschutz (eine etwas größere Bushaltestelle). Das völlig durchnässte Holz widersetzt sich harnäckig und erfolgreich allen Versuchen, Feuer zu machen. Nach einer Suppe vom Benzinkocher kriechen wir in unsere Schlafsäcke.

Tag 2: Rostberg - N. Garberg, bzw. Mora (~17km nach Mora)
Wir haben alle gut geschlafen, Michi hat allerdings über nacht Fieber bekommen. Nach dem Frühstück wandern wir auf Trampelpfaden Richtung N. Garberg. Schreck und Freude treffen uns 15min später, als wir Bärenspuren auf unserem Weg finden. Da das Fieber schlimmer wird, beschließen wir, dass ich Michi zurück nach Mora bringe, während Falk weiter läuft. Um möglichst schnell nach Mora zu kommen, laufen wir über die vielen Forstwege und erreichen am Nachmittag Mora.

Tag 3: Mora -Spjutmosjön (~22km)
Ich mache mich am Morgen früh auf richtung Spjutmosjön, um mich dort mit Falk zu treffen. Zunächst laufe ich auf der Strasse, um schneller voranzukommen. Das stellt sich nach einiger Zeit als wirklich ätzend heraus und ich biege ab richtung Eldris, wo ich wieder auf den Vasalopsleden treffe. Ich folge dem Loipenweg und komme schnell voran. Die Landschaft ist malerisch, der Weg unspektakulär. In Läde beschließe ich, da ich gut in der Zeit bin, über den Hökberget zu wandern statt drum herum. Ich folge den gelben Bananen, die als Wegmarkierung dienen. Oben werde ich für die kleine Anstrengung belohnt. Zwar versperrt mir Nebel die Aussicht, aber die mit Eiskristallen überzogenen Bäume sorgen für eine märchenhafte Stimmung. Im Dorf Hökberget übersehe ich den Müsliriegel, den Falk in seiner Fürsorge für mich dort gelassen hat. Ich genieße den Ausblick auf den See und wandere den letzten Kilometer durch den Wald zur Raststuga. Wir verheizen gefühlt einen Jahresvorat an Holz, um die Hütte aufzuwärmen, weil nicht nur aller Rauch, sondern auch alle Wärme direkt durch den Schornstein abzuziehen scheinen. Der Abend ist entspannt, auch weil wir beschließen, dass der mitgebrachte Rum in den Rucksäcken sehr schwer wiegt.

Tag 4: Spjutmosjön - Nybron (~13km)
Der Tag beginnt mit einem der steilsten Hügel unserer Tour (~300 Höhenmeter). Der Abstieg steil aber freundliche schwedische Waldarbeiter haben einige Baumstämme über den Weg gelegt, die sich entweder zum Auffangen eines Sturzes oder für eine kleine Kletterpartie eignen. In einem Dorf, dessen Namen ich vergessen habe, lauert die größte navigatorische Schwierigkeit der Tour. Wenn man nicht genau den Wegweisern folgt, findet man trotzdem problemlos orange Markierungen mitten im Wald. Wie Falk schon vor 5 Jahren folgen auch wir wieder diesen Markierungen für ca. 1km durch den Wald, bis Falk - glücklicherweise - beim knobeln gewinnt und wir umkehren. Der weitere Weg führt uns vorbei an kleinen Seen, durch ein weiteres Geisterdorf nach Nybron. Die Stuga liegt leider - wie fast alle Stugas - direkt an einem Forstweg und in der Nähe einer Autostraße. Wenn man den Blick am Fluss in die richtige Richtung wendet, ist die Landschaft dafür um so malerischer.

Tag 5: Nybron - Nybronberget (~18km)
Wir brechen im Sonnenaufgang (8 Uhr) auf, da uns heute die längste Etappe erwartet. Wir kommen auf breiten Wegen gut voran. Irgendwann treffen wir im Wald die Waldarbeiter, die einerseits die großen Furchen (auch Weg genannt) in den Wald fahren und uns die vielen Baumstämme in den Weg gelegt haben. In Anbetracht ihres etwas größeren Forstwerkzeugs verzichten wir auf eine Diskussion. Nach dem ersten Dorf wird der Weg interessant, d.h. führt wieder duch einen Sumpf, oder einen parallel zum Weg führenden Bachlauf. Das ist schwer zu unterscheiden. Wir balanzieren über Holzbolen über das Wasser. Gegen halb eins erreichen wir Grönklitt, wo wir Michi wieder treffen und gemeinsam zur Stuga Nybotberget wandern. Die Stuga ist viel größer als die anderen, d.h. läßt sich noch schlechter heizen. Die Temperaturen liegen in der Nacht mittlerweile bei deutlich unter -10°C. Bei unserer Vorbereitung hatten wir uns an den Temperaturen in Mora orientiert, dabei aber nicht berücksichtigt, dass Mora aufgrund des Seeklimas deutlich wärmer ist. Jedenfalls empfinden wir die Grenzbereiche unserer Schlafsäcke als grenzwertig und überstehen die nacht mehr frierend als schlafen.

Tag 6: Grönklitt
Unsere Wanderung ist beendet, aber wir beschließen, dem Björnpark (Bärenpark) einen Besuch abzustatten. Grönklitt ist sehr touristisch, aber der Bärenpark selbst ist sehr schön angelegt. Wir sehen Braunbären, Eisbären, Wölfe und Sibirische Tieger. Leider fahren im Winter keine Busse von und nach Grönklitt. Wir nehmen ein Taxi zurück nach Mora (70€).

Tag 7: Mora
Da wir noch einen Tag zeit hatten, haben wir dem Tomteland (Weihnachtsmannland) südlich von Mora einen Besuch abgestattet. Es sei nur so viel gesagt, wenn man jünger als 5 Jahre ist, ist das sicherlich ein schönes Erlebnis. Wir genießen den Tag mit Faulenzen.

Tag 8: Rückreise
Wir müssen uns sehr früh auf den Weg machen. Der Fahrkartenautomat am Bahnhof beschert uns eine schöne Überraschung, in dem er mit der Meldung "das Geld für die Tickets wurde von ihrem Konto abgebucht" seinen Dienst quittiert und wir ohne Tickets dastehen. Die schwedische Bahn ist aber sehr entspannt und lässt uns mit dem Kommentar "können wir jetzt auch nicht ändern" ohne Ticketausdruck mitfahren. In Stockholm haben wir ein paar Stunden zeit, die wir für einen Stadtbummel nutzen, bevor es zurück nach Berlin geht.

Fazit:
Schweden im Spätherbst ist durchaus eine Reise wert. Das Wetter war zum wandern perfekt, bzw. nur selten zu kalt (zwischen 2 und -6°C), abgesehen von den Nächten. Die vereiste Landschaft war wunderschön, aber ließ sich aber gut bewandern, da noch keine geschlossene Schneedecke auf den Wegen lag. Sehr entspannend war auch der Tagesrhytmus (Sonnenaufgang um 8 Uhr, Sonnenuntergang 16Uhr), beim wandern mussten wir aber gelegentlich auf die Uhr schauen. Empfehlenswert sind warme Schlafsäcke bzw. wir haben z.T. zwei Schlafsäcke ineinander gelegt. In Summe eine von der Anreise sehr bequeme, günstige und landschaftlich sehr schöne Reise.
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Geschrieben von
Forumsfrischling
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