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Dolomitendurchquerung
Dolomitendurchquerung
27 tägige Höhentrekkingtour mit Zelt
Geschrieben von bernieHH
27.11.2009
Standard Dolomitendurchquerung

Im September 2009 bin ich den ganzen Monat lang zu Fuß und mit Zelt durch die Dolomiten gewandert auf meiner selber ausgearbeiteten Höhenroute.

Dies war eine einzigartig spektakuläre Tour,......über 260 km lang in 27 Tagen!

Die Route habe ich nach meinen üblichen beiden Kriterien ausgearbeitet: Erstens, die Tour sollte durch die landschaftlich absolut spektakulärsten Top-Gegenden führen die es in den Dolomiten gibt.
Und zweitens, die Route sollte so naturnah und ursprünglich wie möglich sein, d.h. so wenig wie möglich auf Fahrwege und Straßen, sondern fast nur auf schmale Bergpfade.

Also nur auf diese beiden Kriterien kam es mir an, und nicht darauf einen möglichst hohen Kilometerdurchschnitt pro Tag zu erreichen,....denn weniger ist da manchmal mehr!

Ich stelle hier jetzt nur einen kurzgefassten Bericht rein. Für die komplette Dokumentation meiner Dolomitendurchquerung, mit der genauen Route, Wegnummern, topographische Karten, haufenweise Fotos sowie Hinweise über Schwierigkeitsgrad, schaut bitte auf folgender Seite:

www.europatreks.magix.net

Ich bin den Trek zusammen mit Karsten gestartet, der aber nur für die ersten zwei Wochen mitwandern wollte.
Wir haben ausschließlich wild gecampt und Proviant für jeweils 7 bis 10 Tage mitgeschleppt da wir billig reisen und das teure Hüttenessen meiden wollten. Das hat natürlich den Nachteil gehabt dass unser Gepäck so ziemlich schwer war. An zusätzlicher Ausrüstung hatten wir noch jeder ein Klettersteig-Set zwecks Selbstsicherung mit dabei, das haben wir aber erst ab dem zweiten Trekkingabschnitt gebraucht. Außerdem hatte ich noch einen Pickel mit.

Vom Schwierigkeitsgrad war dies insgesamt gesehen ein sehr anspruchsvoller Trek. Im ersten Trekkingabschnitt ging es relativ einfach mit normales Bergwandern los, wobei sich der Schwierigkeitsgrad im Verlaufe der Tour dann immer weiter gesteigert hat. Die schwierigsten Abschnitte lagen im dritten Abschnitt durch die Friulanischen Dolomiten.

Ich fand daß die Dolomiten mit ihren schroffen und formschönen Felsengebirgsmassiven teilweise viel Ähnlichkeiten mit den kanadischen Rockies haben, und sich landschaftlich von den meisten anderen Gegenden in den Alpen unterscheiden.
Aber die kanadischen Rockies sind größtenteils unbewohnt, wild und unerschlossen,....während man in den Dolomiten (sowie in den Alpen allgemein) aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und extremen Übererschlossenheit schon sehr detailliert recherchieren muss wenn man auf einer Langdistanztrekkingroute nur durch möglichst ursprüngliche Gegenden kommen will, die von Straßen und Fahrwegen noch weitgehend verschont geblieben sind.
Mit der Ausarbeitung einer solchen Route hat man es in den Alpen nicht gerade leicht, wo praktisch fast jedes Tal bis in den letzten Winkel mit Fahrwege verschandelt ist

Ich habe es immerhin geschafft daß etwa 85 Prozent meiner Gesamttrekkingroute auf Pfade in allen Schwierigkeitsgrade führte und nur 15 Prozent auf Straßen, Fahrwege, Forstweg oder Karrenwege.

In drei Abschnitte hab ich den Trek eingeteilt. Am Ende jeden Abschnittes kamen wir durch einen Ort mit Supermarkt wo wir wieder Proviantnachschub kaufen konnten.

Unser erster Abschnitt führte durch die Pragser Dolomiten sowie südlich davon durch die Umgebung der Fanes-Alm, Lagazuoi und Tofana-Gruppe.
Einige herausragende landschaftliche Highlights liegen hier, wie z.B. die Gegend um den Pragser Wildsee oder das grandiose Val Travenanzes, den man auch als "Supercanyon der Dolomiten" bezeichnen kann.

Am achten Tag erreichten wir Cortina d´Ampezzo. Hier haben wir uns nur kurz für den Nachmittag aufgehalten um neuen Proviant für die folgenden 8 Tage einzukaufen und dann gings auch gleich weiter auf den zweiten Trekkingabschnitt.

Wir streiften die Sorapis- und Cristallo-Gruppe, anschließend dann auf den spektakulären Bonacossaweg quer durch die bizarren Türme der Cadini-Gruppe. Der Bonacossaweg war schon absolut hammermäßig, das wurde aber zwei Tage später vom Alpinisteig nochmals überboten mit seiner einzigartigen Routenführung quer die vertikalen Wände entlang.

Kurz nach den Alpinisteig musste Karsten dann aussteigen und ich bin für den Rest des Treks alleine weitergewandert.

Der letzte Trekkingabschnitt führte durch die Friulanischen Dolomiten - die unbekannten Dolomiten! Geographisch zählen die eigentlich schon nicht mehr mit zu den Dolomiten, sondern zu den Südlichen Karnischen Alpen.

Diese Route ist der technisch anspruchsvollste Abschnitt des gesamten Treks! Ab Passo della Máuria folgte ich den Dolomitenhöhenweg Nr.6 durch die schroffen Felsengebirgsmassive der Monfalconi-Gruppe, Spalti di Toro, Cima dei Preti und Duranno-Gruppe bis zum Col Nudo. Die Gegend ist für Alpenverhältnisse sehr wild, ursprünglich, abgelegen und definitiv ein landschaftliches Top-Highlight!!
Aber dieser Teil des DH6 hat den Ruf mit eines der anspruchsvollsten markierten Höhenwege der Alpen zu sein!

Die Mühe hat sich jedoch gelohnt. Insgesamt ist ein wirklich hammermäßiger Trek dabei rausgekommen, der mit zu den besten zählt die ich bis jetzt in den Alpen gemacht habe!!

Auf das Reinstellen von Fotos verzichte ich hier. Für mehr Infos und haufenweise Fotos klickt bitte auf den oben genannten Link.

Viel Spaß beim Anschauen

Gruß Bernie
Geschrieben von
schreibt viel
Registriert seit: 26.12.2007
Ort: hamburg
Beiträge: 335

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