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Andentrekking
Andentrekking
Geschrieben von bernieHH
05.04.2011
Standard Andentrekking

Hallo Trekkingbegeisterte,

erst kürzlich bin ich von meiner über 8 monatigen Reise durch
Südamerika zurückgekehrt. Es war ausschliesslich eine Trekkingreise. Alle Treks habe ich individuell gemacht und selber geplant, also ohne Führer und Agentur. Ein großer Teil meiner Touren führte durch Gegenden völlig abseits der bekannten Treks. Hauptsächlich kam es mir auf spektakuläre Landschaften an mit viel Natur und unberührte Wildnis sowie darum möglichst wenig durch besiedeltes Gebiet zu laufen. Allgemeines wie Land, Leute und Kultur haben mich nicht so interessiert. Es ging durch 4 Länder: Südperu, Bolivien, Argentinien und Chile.

Heute schreibe ich hier nur einen kleinen Vorspann. In den nachfolgenden Wochen werde ich für Interessierte über jeden Trek einzelnd hier berichten. Gleichzeitig werde ich die Touren auch auf meiner Seite stellen:
www.trekking.magix.net , natürlich viel detaillierter und auch mit viel mehr Fotos wie hier, auch mit genaue Routenangaben auf Google Earth Bilder.

DIE PLANUNG:
Schon bei der Planung meiner Reise habe ich beim lesen der einschlägigen Reiseführer und Trekkingbücher schnell gemerkt dass ich nur wenig Lust darauf hatte die Treks aus Büchern nachzulaufen. Da wäre mir zu viel Fahrwegwandern mit dabei und sowas mag ich nicht. Meine Routen sollten durch möglichst ursprüngliche Gegenden führen,....ohne Straßen und Fahrwege, also nur auf Pfade oder durch wegloses Gelände.
Das soll nun nicht heissen dass ich alle Treks aus Büchern schlecht finde. Einige sehr gute Routen und Anregungen habe ich dort auch gefunden, die ich teilweise dann auch gemacht habe,....ich war also nicht nur auf unbekannten Routen unterwegs.
Mein Haupt-Planungsmedium vor der Reise von zu Hause aus war Google Earth. Um neue Routen zu finden, die meinen Kriterien entsprechen, reicht eine Planung nur anhand von Google Earth jedoch nicht aus, das habe ich auf vorigen Reisen auch schon gemerkt. Topographische Karten, die für Südamerika meist völlig veraltet und teilweise in einer sehr schlechten Qualität sind, gehörten zu meiner Planung ebenfalls mit dazu und zu guter letzt habe ich dann oft auch noch einiges an Zeit für die Auskundschaftung vor Ort benötigt.

Rausgekommen sind dabei absolut super Treks. In den ganzen 8 Monaten war kein einziger dabei der schlecht war,....im Gegenteil, einige Touren fand ich sogar absolute Weltklasse, die ich mit zu den besten zählen würde die ich jemals gemacht habe.
Oftmals waren es die unbekannten Routen, die niemand kennt und die in keinen Büchern drinstehen, die sich wie auf vorigen Reisen auch schon, so auch diesmal, im Nachhinein immer wieder als Top-Highlights der gesamten Reise herauskristallisiert haben. Manchmal war ich echt überrascht wieviele spektakuläre Gegenden man immer wieder neu findet, aber das könnt ihr ja später selber sehen wenn ich meine Bilder online stelle.

Vom Schwierigkeitsgrad waren meine Touren ziemlich gemischt: von leichte Treks bis hin zu sehr schwere weglose Wildnisdurchquerungen war alles mit dabei.
Die unbekannten Routen waren dabei meistens eine ganze Ecke anspruchsvoller als die bekannten Treks.

Über acht Monate war ich also unterwegs. Zwei Monate davon hat mich Jewgenij begleitet. Ihn kenne ich vom Fahrradkurierfahren in Hamburg aber nun studiert er Sport in Mainz. Jewgenij hat die peruanischen Treks mitgemacht und den El Choro Trek in Bolivien.
Über zwei Monate später kam Gerald nach, er ist hier im Forum als Wanderfalke registriert. Letzten Sommer haben wir unseren ersten gemeinsamen Trek gemacht, eine viertägige Harzdurchquerung:
www.europatreks2.magix.net
Für Südamerika hatte er leider nur einen Monat freibekommen. Das reichte gerade für die Hornopirén Traverse, die Nahuel Huapi Traverse und die Cordón del Ñirihuau.
Die restlichen 5 Monate bin ich dann also alleine alleine gereist.


In den nächsten Tagen werde ich hier schonmal mit dem
Bericht über den ersten Trek beginnen,......aber bis ich alle drin habe kann es noch ewig dauern.
Im nachfolgenden schreibe ich hier schonmal alle Treks als Gesamtübersicht auf:


1. Zongo // Bolivien / 8 Tage
2. Condoriri // Bolivien / 7 Tage
3. Cordillera Real // Bolivien / 13 Tage
4. Vilcanota // Peru / 9 Tage
5. Cerro Putukusi // Peru / Tageswanderung
6. Cordillera Vilcabamba // Peru / 18 Tage
7. El Choro Trek // Bolivien / 3 Tage
8. Valle de Ánimas // Bolivien / Tageswanderung
9. Mapiri Trek // Bolivien / 6 Tage
10. Serranias Volcanes // Bolivien / Tageswanderung
11. Amboró // Bolivien / 9 Tage
12. Cordón del Plata // Argentinien / 11 Tage
13. Sendero Transversal/Tantauco // Chile / 9 Tage
14. Rio Cochamó // Chile / 6 Tage
15. Hornopirén Traverse // Chile / 9 Tage
16. Nahuel Huapi Traverse // Argentinien / 9 Tage
17. Cordón del Ñirihuau // Argentinien / 3 Tage
18. Isla Riesco/Alacalufes // Chile / 20 Tage
19. Circuito de los Dientes // Chile / 4 Tage
20. Peninsula Brunswick // Chile / 16 Tage
21. Rio de las Minas // Chile / Tageswanderung

Die Treks 13 bis 21 liegen in Patagonien.

Gruss Bernd
Geschrieben von
fühlt sich hier richtig wohl
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Alt 13.04.2011, 18:56   #1
bernieHH
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Beiträge: 372
Standard AW: Andentrekking

Trek 1 Zongo

8 Tage

So, den ersten Trek habe ich nun auf meiner Seite:
www.trekking.magix.net

Prinzipiell könnte man diesen Trek auch zusammen mit dem zweiten und dritten (Condoriri & Cordillera Real) zu einer großen 25 tägigen Durchquerung der Cordillera Real zusammenfassen, die über insgesamt 26 Pässe führte. Ich stelle sie aber auf meiner Seite, so wie auch hier als unabhängige Touren vor.

Die ersten beiden Treks (Zongo & Condoriri) habe ich sogar direkt nacheinander durch mit nur einer Proviantladung gemacht, also beim Start hatte ich Essen für über 15 Tage im Rucksack. Nach dem zweiten Trek bin ich wieder nach La Paz zurückgekehrt zum einzukaufen für den dritten Trek.

CORDILLERA REAL / Allgemeines und Routenplanung
Die Cordillera Real ist die "Königskordillere" Boliviens, also die Gebirgskette mit der größten Konzentration von vergletscherten Bergen,.....es gibt hier sechs Sechstausender und jede Menge Fünftausender. Die Cordillera Real ist mit die beste Hochgebirgstrekkinggegend des Landes.

Die Täler sind sehr hochgelegen, meistens zwischen 4000 und 4500 m, entsprechend karg und waldlos ist das Gebirge. Im Westen läuft es aus ins trockene bolivianische Hochland und im Osten, ein ganzes Stück vom Hauptkamm weg, fällt es ab in die engen tiefen Regenwaldtäler der Yungas.

Vor meiner Reise habe ich mich schon informiert: Aus der Bücherei habe ich mir alles an Büchern und Trekkingführern ausgeliehen was ich über die Cordillera Real finden konnte. Also man findet da schon einige tolle Touren, auch Beschreibungen von einer 20 tägigen Durchquerungen der gesamten Gebirgskette. Meine Routenplanung verlief jedoch völlig unabhängig von den Beschreibungen aus Büchern. Hin und wieder habe ich zwar mal Routenabschnitte mit eingebaut die ich in Büchern fand, aber 83 Prozent meiner gesamten Treklänge von Trek 1 bis 3 war meine selber geplante Route, die ich in keinen Buch gefunden habe.

Die Cordillera Real ist einsam und relativ unerschlossen,.....aber keine unbewohnte Wildnis. Auf meiner langen Wanderung durch die kanadischen Rockies 2008 ging es durchgehend durch unbewohnte und unberührte Wildnis
www.kanadische-rockies.magix.net
aber in den Hochanden wohnen Menschen, die meisten Täler werden von Hirten als Weidegrund für ihre Lamas, Rinder und Pferde benutzt. In vielen Tälern findet man kleine bewohnte oder leerstehende Hütten, manchmal auch Hüttenansammlungen. Im Schnitt habe ich alle zwei Tage mal Leute getroffen, meist Hirten, aber durch richtige Dörfer bin ich auf meiner gesamten Route nur relativ wenig gekommen,......eigentlich kann man schon sagen bis auf paar Ausnahmen fast garnicht. Der Himalaya ist z.B. viel dichter besiedelt wie die Anden.

Auch was die Frequentierung von Trekkern betrifft ist die Cordillera Real ziemlich leer. Obwohl ich es mit zu den besten Trekkinggegenden Boliviens zählen würde, trifft man hier fast keine anderen Trekker. In den gesamten 25 Tagen die ich dort unterwegs war habe ich nur an einer einzigen Stelle andere Wanderer getroffen, das war am Condoriri Basislager, aber dort dann gleich mehrere organisierte Trekkinggruppen.

Soviel also zum Thema allgemeines,.....jetzt gehts weiter mit meinen ersten Trek:

Trek 1 Zongo
Mein Trekkingstartpunkt bei der Laguna Zongo liegt nur etwa 30 km von La Paz entfernt. Ein Bus fährt pro Tag von El Alto (Stadteil von La Paz) nach Zongo, und das gleich am frühen Morgen um 6 Uhr. Da ich so früh nicht aus dem Bett kam habe ich den natürlich verpasst. Habe daher mein Glück per Anhalter versucht, was auch ganz gut geklappt hat, nachmittags gegen halb zwei kam ich an.

Von Deutschland gings direkt nach La Paz, dann auf den ersten Trek und die erste Campnacht gleich auf 4830 m Höhe. Ergebnis: Mir gings mega schlecht, schwere Kopfschmerzen sowie massive Höhenprobleme. In La Paz hatte ich mir zwar einige Tage akklimatisiert, aber das war anscheinend nicht genug. Habe die folgenden Tage reichlich Paracetamol geschluckt. Die Kopfschmerzen sind davon zwar weggegangen aber die Höhe habe ich immer noch gespürt. Dazu kam noch das schwere Gepäck, Essen für gleich zwei Treks mitgeschleppt, mehr wie 6 bis 10 km pro Tag waren da nicht drin.



Dieser erste Teil meiner Cordillera Real Durchquerung hat 8 Tage gedauert, führte über 5 Pässe und durch die Täler auf der Ostseite des Hauptkammes, die zu den Yungas abfallen. Meistens gings auf schmale Pfade die auf den topographischen Karten nicht mit eingezeichnet sind, manchmal durch wegloses Gelände. Landschaftlich war´s eine phantastische Route. Was aber spektakuläre vergletscherte Gebirgspanoramen betrifft, da war zwar der nächste Trek durchs Condoriri-Gebiet zwar noch besser, die Hauptattraktionen auf diesen ersten Trek waren die beeindruckenden Wolkenpanoramen die aus den Urwaldtälern der Yungas hochkamen.



Wenn ich vorher gut akklimatisiert wäre und unterwegs keine Zeit durch Routenauskundschaftung verloren hätte, wäre dieser Abschnitt auch in 5 Tagen zu machen gewesen.

Der erste Pass war sehr hart, wegloses hochalpines Gelände mit nur wenige sporadische Steinmänchenmarkierungen, an paar Stellen leichtes Kraxeln.
Normalerweise wäre dieser Pass nicht so schwer, aber wegen meiner Höhenprobleme zusammen mit dem schweren Gepäck bin ich nur sehr langsam vorwärtsgekommen. Dieser erste Pass war mit 4970 m der höchste und zugleich auch der anstrengenste Pass des gesamten ersten Treks.

Am vierten Tag bin ich an zwei kleinen Siedlungen vorbeigewandert aus einfachen Stein- und Strohdachhütten. Menschen habe ich hier zwar keine gesehen, aber die Hütten waren definitiv bewohnt.



Die ersten Menschen auf dieser Tour habe ich am fünften Tag getroffen, hinter dem Pass Nr.3 am oberen Rio Chirini. Das waren Goldsucher aus La Paz. Sie sind zu Fuß auf schmale Pfade vom Rio Zongo hierhergekommen und campten in einfache Bambus- und Plastikplanenhütten im Regenwald.



Ursprünglich hatte ich geplant den Rio Chirini noch ein ganzes Stück abwärtszuwandern bis runter zum Rio Zongo. Der schmale Regenwaldpfad endet aber zwei Stunden unterhalb des Goldgräbercamps und ohne Pfad sowie ohne Machete sind diese dichten Bergregenwälder fast undurchquerbar. Einer von den Goldsuchern schien, wie ich es verstanden habe, die Gegend ganz gut zu kennen. Leider ist aber mein Spanisch sehr schlecht so dass ich nur weniger wie die Hälfte verstanden habe, er hat jedenfalls gesagt daß es unmöglich ist den Rio Chirini weiter abwärts zu wandern wegen unpassierbarer Schluchten.
Nach mehrmaligen Nachbohren hat er zwar eingräumt daß die Route zwar machbar wäre wenn man eine Machete dabeihätte, aber extrem hart und daß man für die nur 25 km talabwärts über eine Woche brauchen würde.
Normalerweise lasse ich mir ja nicht so schnell von einem Einheimischen eine geplante Route ausreden, aber ihm habe ich es geglaubt. Ausserdem habe ja auch selber gesehen wie dicht der Wald hier ist und wie schluchtig das Tal weiter unten auf der Karte aussieht.
Er schien ziemlich kompetent zu sein was Wildnis- und Regenwaldwandern hier in dieser Gegend betrifft und hat mir auf der Karte gezeigt wo er schon überall gewandert ist. Dann erzählte er von einen alten vergessenen Inkapfad der südlich vom Rio Chirini oben die offenen Bergkämme entlangführen soll und von dort irgendwo ein schmaler Urwaldpfad existiert der runter zum unteren Rio Chirini führt. Dies wäre definitiv eine super Tour, für die man aber laut seiner Aussage auch eine Woche unterwegs wäre und leider fehlte mir das Kartenblatt mit diesen Bergkämmen.
Ich war aber trotzdem am überlegen diese Route zu versuchen, habe mich dann aber wieder umentschieden. Wenn ich ne Woche brauche würde, hätte ich meinen zweiten Trek nicht mehr wie geplant machen können ohne vorher einen Abstecher zurück nach La Paz machen zu müssen für neue Provianteinkäufe.

Ich habe dann also die Normalroute zum Rio Zongo genommen auf der auch die Goldsucher hierhergekommen sind. Das war landschaftlich auch eine sehr lohnende und abgelegene Route auf schmalen unmarkierten Pfad über zwei kleine Pässe und dann einen ganzen Tag oberhalb der Urwaldgrenze im auf und ab die Hänge entlang, weit oberhalb des Rio Zongo.



Am oberen Rio Zongo führte der Pfad runter ins Tal, wo ich auf eine Fahrpiste stieß und dieser Trek sormit beendet war.
Paar bewohnte Hütten standen hier, ich habe versteckt im Busch gecampt um am nächsten Morgen gleich mit dem Trek Nr.2 zu starten.

Für viel mehr Fotos und auch mit genauere Routenangaben auf Google Earth Bilder klickt bitte auf den oben genannten Link
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Mario (13.04.2011), tremendopunto (09.05.2011)
Alt 14.04.2011, 21:27   #2
bernieHH
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Gestern hat das hochladen von Fotos nicht geklappt, versuche es also nachträglich nochmal.

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tremendopunto (09.05.2011)
Alt 18.04.2011, 22:48   #3
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Trek 2 Condoriri
7 Tage

Hier kommt also nun ein relativ kurzgefasster Bericht über meinen zweiten Trek.

Mehr Fotos gibt´s auf meiner Seite
www.trekking.magix.net

Dieser Trek startete beim Dorf Coscapa , nur etwa 8 bis 10 km vom Ende meines ersten Treks. Coscapa liegt in einem Seitental des Rio Zongo, ein schmaler Fahrweg führt dort hin. Ich wurde zum Glück von einem Lastwagen mitgenommen, so dass ich diesen Abschnitt nicht laufen musste, ein Busverkehr gibt es hier nicht. In Coscapa endet der Fahrweg, von dort gehts also nur noch zu Fuß weiter.....

Dieser zweite Teil meiner Cordillera Real Durchquerung führte also von Coscapa aus in 7 Tagen über 9 Pässe rüber, einmal halb um die vergletscherte Condoririgruppe herum. Der höchste Berg dieses vergletscherten Gebirgsmassifs ist der 5638 m hohe Condoriri, oder auch Cabeza de Condor genannt.

Wenige Stunden hinter Coscapa wanderte ich an der letzten bewohnten Hütte vorbei, das war auch zugleich die einzigste bewohnte Hütte überhaupt auf den gesamten Trek, durch Dörfer führte meine Route gar nicht. Die Hochtäler werden aber dennoch als Weidegrund für Lamas, Rinder und Pferde genutzt, daher habe ich auch oft schmale Pfade gefunden sowie hier und da mal eine leerstehende Hütte oder Hüttenruine.

Bis zum Pass Nr. 5 führte meine Route durch die abgelegenen grasigen Hochtäler auf der Ostseite des Hauptkammes. Diese Täler sind bei Trekkern noch völlig unbekannt und stehen in keinen Büchern drin.
Einen blauen Himmel habe ich hier relativ selten erlebt, meistens zogen Wolken aus den Yungas hoch, die die Täler eine ziemlich mystische Stimmmung gegeben haben.




Hinter dem fünften Pass kam ich in die Hochtäler auf der Westseite des Hauptkammes. Dort war das Wetter insgesamt etwas stabiler wie in den Osttälern, es war meistens blauer Himmel mit viel weniger Wolken wie die Tage davor. Die vergletscherte Gebirgslandschaft auf der Westseite des Condoriri zählt mit zu den spektakulärsten der gesamten Cordillera Real. Auf der Westseite kam ich auch in ein Haupttrekkinggebiet. Der Condoriritrek wird von jeder Agentur in La Paz angeboten und steht eigentlich auch in fast jeden Trekkingführer drin.




Am Abend des fünften Tages kam ich ins Condoriri Basislager wo ich die ersten Menschen seit über 4 Tagen traf. Mehrere organisierte Trekkinggruppen waren hier am campen, hier habe ich auch die einzigsten Trekker überhaupt getroffen, von allen Treks in der Cordillera Real zusammengezählt.






In den folgenden zwei Tagen bis zum Trekende waren keine anderen Wanderer mehr auf meiner Route unterwegs und die Landschaft war wirklich grandios!

Am Nachmittag des siebten Tages erreichte ich den schmalen Fahrweg bei der Laguna Sora Khota wo ich den Trek beendet habe.
Ich wollte zurück nach La Paz trampen, aber es kam bis zum Abend absolut kein Fahrzeug vorbei. Bin also in 4 Stunden die 17 km bis zum nächsten Dorf gewandert, wo ich auf die Hauptstrasse nach La Paz stieß und dann auch sofort einen Transport dorthin gefunden habe.
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tremendopunto (09.05.2011)
Alt 28.04.2011, 19:15   #4
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Trek 3 Cordillera Real // Bolivien

13 Tage


Nun kommt der dritte und letzte Teil meiner Cordillera Real Durchquerung:
www.trekking.magix.net

Nachdem ich wieder genügend Proviant eingekauft hatte bin ich von La Paz mit einem lokalen Bus nach Peñas gefahren. Von dort waren es noch 15 km auf einen schmalen Fahrweg zu meinen Trekkingstartpunkt am Lago Kara Khota am Fuße der Gebirgskette.
Ein Einheimischer hat mich hinten auf seinem Motorrad mitgenommen. Das war eine ziemlich unbequeme Fahrt mit meinen schweren Rucksack auf dem Rücken hinten auf dem Motorrad zu sitzen auf dieser steinigen Holperpiste,.....aber dann musste ich das Stück wenigstens nicht laufen und ich war heilfroh als ich gegen 16 Uhr am Lago Kara Khota ankam.



Bin dann auch gleich losgewandert und habe bis zum Errichten des Camps noch 6 km geschafft.

Abgesehen von paar unangenehmen Zwischenfaellen war dies eine super Trekkingtour durch den zentralen Teil der Cordillera Real. Meine Route fuehrte über 12 Pässe durch eine sehr urspruengliche und kaum besiedelte Gebirgslandschaft, ohne Strassen und Fahrwege.
Genau wie auf den ersten beiden Treks war auch hier die Landschaft karg und hoch, selten bin ich mal unter die 4000er Marke gekommen. Der gesamte Trek führte auf schmale Bergpfade von denen die meisten auf den topographischen Karten nicht mit eingezeichnet sind, und manchmal auch durch wegloses Gelände.

Der Trek startete im weitläufigen bolivianischen Hochland am Fuße der Cordillera Real. Von dort bin ich dann über drei kleine sanfte Pässe und Bergrücken langsam ins Gebirge reingewandert. Mein Ziel war es den vergletscherten Hauptkamm zu überqueren um zur Laguna de Leche zu kommen, ein blauer Bergsee der auf der anderen Seite liegt.



Am Abend des zweiten Tages bin ich plötzlich richtig krank geworden mit heftige Magen-Darm Probleme, Fieber, Durchfall und ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#n. Die ganze Nacht über fühlte ich mich ziemlich übel und musste ständig aus dem Zelt wegen Durchfall. Auch die Kälte empfand ich schon fast als grenzwertig, dabei waren es nur minus 7 Grad. An anderen Nächten habe ich bei minus 7 Grad so gut wie garnicht gefroren, ich denke mal das lag am Fieber.

Ich vermute dass ich in La Paz was schlechtes gegessen hatte. Schon bei meiner Abreise aus der Hauptstadt hatte ich erste Anzeichen von Magenproblemen gespuehrt. Ausser Imodium gegen Durchfall hatte ich keine anderen Medikamente dabei.

Eigentlich war es schon beschlossene Sache dass ich den Trek abbrechen wollte um zurueck nach La Paz zu kehren.
Am nächsten Tag fühlte ich mich immer noch schlecht und lag ich den ganzen Vormittag in der prallen Sonne im Zelt und ueberlegte hin und her ob ich nun abbrechen sollte oder nicht. Dazu kam auch noch ein Hirte vorbei der mir gesagt hatte dass es aus diesem Tal keine möglichen Passüberquerungen gibt und dass die einzigste mögliche Route der Rückmarsch wäre,....na toll!! Aber was dies betrifft habe ich meiner topographischen Karte eher getraut als die Aussage des Hirten.

Am Nachmittag habe ich mich dann doch noch aufgerafft und mich die zweieinhalb Kilometer bis ins Talende geschleppt wofuer ich Stunden gebraucht habe. Ich wollte erstmal abwarten. Wenn ich den Trek abgebrochen haette und in La Paz würde es mir wieder gutgehen dann hätte ich mich auch geärgert.

Am drauffolgenden Tag gings mir schon wieder einigermassen gut. Ich entschied mich für den Aufbruch. Aber welche Route sollte ich nehmen?? Zwei Möglichkeiten sah ich auf der Karte: Entweder direkt von hier einen hohen Gletscherpass über den Hauptkamm und auf der anderen Seite runter zur Laguna de Leche. Oder eine Doppelpass-Überquerung zur Laguna de Leche,....d.h. direkt von hier über einen unvergletscherten 5000er Pass ins Paralleltal um dann von dort über einen vergletscherten Hauptkammpass zur Laguna de Leche zu steigen. Die zweite Möglichkeit sah auf der Karte länger und anstrengender aus. Aber für einen vergletscherten Pass fühlte ich mich heute noch nicht fit genug und entschied mich deshalb heute erstmal den nicht ganz so hohen unvergletscherten Pass zu überqueren,....aus diesem Grund entschied ich mich für die zweite Möglichkeit.

Es ging pfadlos und sehr steil den Felsbrocken- und Geröllhang hoch zum Pass. Es war sehr anstrengend, aber nicht technisch anspruchsvoll, um einige Senkrechtabstürze rumsteigen. Auf der anderen Seite gings dann runter ins Paralleltal wo ich am Fuße des Gletschers gecampt habe, den ich dann am drauffolgenden Tag aufsteigen wollte um über den Hauptkamm der Cordillera Real zu steigen.

Meine Route führte zwar nur für 2,5 km über Gletscher, aber dieser Gletscher war sehr anstrengend, wesentlich anstrengender wie die Gletscher die ich aus Nordamerika, Europa oder Neuseeland kannte. Die Oberfläche war von einer sehr rauhen und unebenen Schnee- Eisschicht bedeckt auf der man nur schwer wandern konnte und immer wieder sackte man ein oder brach in kleine Wasserlöcher ein. Es wurde ein sehr harter Tag über den 5190 m hohen Paso Chachakumani und erst kurz vor dem Dunkelwerden erreichte ich auf der anderen Seite die Laguna de Leche wo ich am Ufer mein Camp aufschlug, dies war schon der fünfte Trekkingtag. Eine traumhafte Landschaft hier beim See.






Am nächsten Morgen fuehlte ich mich wieder grippig mit Anzeichen von Magenproblemen. Dennoch habe ich das Camp abgebaut und bin losgewandert. Habe aber nur paar Kilometer geschafft, danach war ich fix und fertig und mir gings so dreckig dass ich mich erstmal für die nächsten paar Stunden in die pralle Sonne in den Schlafsack gelegt habe. Gegen Spätnachmittag gings wieder einigermassen so dass ich noch die restlichen Stunden bis Abends wandern konnte. Kurz vor Pass Nr. 6 habe ich mein Camp aufgeschlagen.

Fuer den Rest des Treks gings mir dann gut und ich habe nichts mehr von Unwohlsein gespürt.

Im weiteren Verlauf ist der Trek super verlaufen und es ging weiterhin durch beeindruckene unberührte Gebirgslandschaften.




Durch richtige Doerfer bin kaum gekommen, dafür aber öfter an bewohnte Hütten vorbeigewandert, einfache Lehmziegelhütten, die Dächer mit Gras oder Stroh bedeckt. Fast jeden Tag habe ich einen oder zwei Hirten getroffen, also insgesamt gesehen wesentlich mehr Leute wie auf den ersten beiden Treks.



Wenn man die Menschen anspricht, klar dann sind sie freundlich und hilfsbereit,.....aber ansonsten eher distanziert und zurueckhaltend. Eine ueberschwengliche Gastfreundschaft wie man sie z.B. in den Bergdoerfern im Indischen Himalaya erlebt, gibt es hier nicht.
Andere Trekker habe ich auf der gesamten Tour keine einzigen getroffen.

Die Gegend um den vergletscherten Nevado Illampu, um den der in vielen Büchern beschriebene Illampu Circuit verläuft, habe ich auf meiner Route bewusst gemieden. Nach meiner Recherche würde man auf große Teile des Illampu Circuits durch Täler kommen die schon mit Fahrwege bzw. Minenfahrwege erschlossen sind, einige davon relativ neu und noch in keinem Buch oder Karte erwähnt und das erschien wenig attraktiv für mich.
Daher habe ich mich hinter Camp 7 Richtung Norden immer weiter vom Hauptkamm entfernt Richtung Yungas bewegt.



Mein Plan war in die Bergurwälder am Rio Tipuani abzusteigen wo ich an das untere Ende des Camino del Oro stoßen würde, wo ich diesen Trek beenden wollte. Aber dieser Abstieg in die Yungas ist gründlich schief gelaufen.



Zwei Pässe und zwei Tage später erreichte ich das Dorf Lipichi. Kurz davor war meine gute topographische 50.000er Karte zuende. Ab dann hatte ich nur noch eine sehr schlechte 100.000er Karte auf der der folgende Abschnitt bis zum Rio Tipuani nur als großer weisser Fleck dargestellt war,.....das heisst also ich hatte praktisch keine Karte.



Von den Einwohnern die ich in Lipichi über eine Hochroute zum Rio Tipuani befragt hatte erzählte mir einer es existiert KEINE Route. Ein anderer meinte es gebe eine Route, ich müsse mich nur hinter dem Pass links halten.

Am Anfang war noch ein gut erkennbarer Pfad da, der sich aber im Verlaufe des Tages immer wieder verlor. Die Routenführung erwies sich als komplizierter wie erwartet durch zwei verschiedene Hochtäler und ohne Karte. Ohne Ortskenntnisse oder sehr guten Orientierungssinn hätte man normalerweise kaum Chancen den Weg zu finden. Ich war aber der Meinung am Abend den besagten Pass gefunden zu haben, an dessen Fuss schlug ich mein Camp auf.

Einen Pfad gab es nicht mehr, weglos ging es über den Pass rüber. Auf der anderen Seite ein Stückchen tiefer sah ich auf der linken Seite einen Bergrücken zum Rio Tipuani abfallen, das kann eigentlich nur die richtige Route sein, dachte ich. Auf diesen Bergrücken entdeckte ich sogar wieder einen schmalen Pfad. Als der aber weiter unten in den Bergregenwald eintrat war Schluss mit Lustig: Der Pfad sah aus als ob er seit Jahren nicht mehr benutzt wurde.
Aber egal, es ging ja vorwärts. Ich folgte Pfad abwärts, zwängte mich durch den Busch und merkte dabei nicht wie schwer die Route weiter unten wurde. Als ich es bemerkte war es zu spät: ich hatte mich hoffnungslos im Dickicht festgelaufen. Selbst ohne Gepäck hätte ich kriechen müssen um weiterzukommen.



Ich bin schon viel pfadlos durch Regenwälder gewandert, aber dieser Dschungel hier ist ohne Machete wirklich unpassierbar. Selbst mit Machete hätte es vielleicht Tage gedauert bis man sich eine Route runter zum Fluss gehackt hätte und der Rio Tipuani liegt nur noch gut 2000 Höhenmeter tiefer und paar Kilometer Luftlinie entfernt.

Seit dem Dschungelbeginn bin ich höchstens 150 bis 200 Höhenmeter tiefer gekommen.
Es hatte keinen Sinn weiterzugehen, ich entschied mich zur Umkehr. Beim Aufstieg musste ich gegen den Busch kämpfen. Es war mörderisch hart, dazu war es heiss, ich hatte nur noch wenig Wasser und es gab auch keins zu finden. Habe über 8 Stunden gebraucht für nur etwa 200 Höhenmeter runter und wieder rauf. Im Dunkeln erreichte ich endlich den offenen Bergrücken oberhalb der Dschungelgrenze. Eine Zeltmöglichkeit gab´s hier nicht, also legte ich mich unter freien Himmel schlafen, verzichtete auf das Abendessen da ich kaum noch Wasser hatte. Dies war ein Alptraumtag und am nächsten Morgen war mein Schlafsack sowie Gepäck klitschenass vom Tau!

Am Morgen war ich immer noch entkräftet und geschlaucht vom Tag zuvor. Ich stieg in ein grasiges Hochtal wo ich bei einen Bach eine lange Kochpause in der Sonne machte und um meinen Schlafsack zu trocknen.
Rinder weideten hier, also musste es doch irgendwo einen Pfad geben der runterführt. Ich wollte noch den nächsten Bergrücken weiter östlich auskundschaften, aber beim Aufstieg wurde es neblig und ich konnte nichts mehr sehen.

Ich hatte keine Lust und keine Motivation mehr. Dies war der elfte Trekkingtag und in drei Tagen wollte ich in La Paz sein weil Jewgenij kommt. Anstatt zu warten bis sich der Nebel auflöst um dann noch weiter hier rumzusuchen entschied ich mich den ganzen Weg durch die Cordillera zurückzumarschieren. Ich wollte zurück nach Lipichi und von dort dann nicht auf der gleichen Route zurückwandern sondern den schnellsten und direktesten Weg zum nächstgelegensten Fahrweg nehmen,......und der lag beim Dorf Amawaya. Heute quälte ich mich noch zurück über den letzten Pass wo ich die vorletzte Nacht gecampt hatte. Ich hatte keine Lust mein Zelt aufzuschlagen, habe daher einen Kilometer weiter talabwärts wie ein Penner in einer kleinen Felshöhle übernachtet.



Am darauffolgenden Morgen war ich dann wieder bei Kräften. Habe an diesen Tag einen Gewaltmarsch hingelegt von 7 Uhr morgens bis Mitternacht durch, über zwei Pässe bis kurz vor Amawaya meinem Endziel. Erstens wollte ich möglichst schnell zurück nach La Paz und zweitens wollte ich auf keinen Fall den Pick-up verpassen der am darauffolgenden Tag vom Amawaya nach La Paz fahren sollte. Der fährt angeblich nur ein bis zweimal die Woche und wenn ich den verpasst hätte müsste ich den Weg zu Fuss laufen und wäre bestimmt erst anderthalb Tage später in La Paz.

Am Vormittag war ich wieder in Lipichi. Hier erfuhr ich dann daß der Bergrücken auf dem ich gestern im Nebel umgekehrt bin der richtige gewesen wäre. Dort oben würde ich am Dschungelbeginn auf einen freigehackten Pfad stossen der runter ins Tal führt,....aber egal.
Als es dunkel wurde hatte ich einen 4000er Pass hinter mir und passierte das Dorf Chocapa. Ich wanderte noch die halbe Nacht durch auf steinige Gebirgspfade die steilen Bergflanken entlang und über den letzten 4000er Pass. Zum Glück war Vollmond so dass ich auch ohne Stirnlampe den Pfadverlauf noch gut sehen konnte. Ein bis zwei Kilometer vor Amawaya konnte ich dann nicht mehr und hab mich neben den Pfad unter freien Himmel zum pennen gelegt um den Rest am nächsten Morgen zu wandern.



In Amawaya beginnt der Fahrweg,.....hm, eigentlich ist es nur ein schmaler steiniger Holperweg. Nach etwa 4 Stunden geholpere hinten auf der Ladeflaeche des Camionetas (=Pick-up) zusammen mit paar Einheimischen kam ich voellig dreckig und verstaubt in La Paz an.
Bin wieder ins gleiche Hostel gegangen und selbst nach zweimal duschen ging der ganze Dreck nicht ganz runter.

In der Nacht kam Jewgenij an. Die folgenden Treks durch Peru wollen wir also gemeinsam machen.
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Alt 08.05.2011, 11:21   #5
bernieHH
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Trek 4Vilcanota// Peru

9 Tage

Jewgenij ist am 25.August in La Paz angekommen. Genau zwei Monate hatte er Zeit.
Unser erster gemeinsamer Trek sollte uns durch die Cordillera Vilcanota in Südperu führen.

Den kompletten Trek habe ich nun auf meiner Seite:
www.trekking.magix.net

Der Beginn ist alles andere als gut verlaufen, um nicht zu sagen fast in einem Supergau geendet!!
Es fing schon an als wir noch in La Paz waren: Seit Jahren hatte ich keine Zahnprobleme mehr, aber ausgerechnet jetzt ist innerhalb von paar Tagen meine Backe angeschwollen und ich konnte vor Zahnschmerzen nachts nicht mehr schlafen.
Auch Jewgenij hatte Probleme, sein linkes Ohr war von innen angeschwollen und entzündet. Das lag daran daß er einen Tag vor seinen Abflug nach Bolivien den Tauchschein gemacht hatte.

Ich bin zum Zahnarzt gegangen. Ergebnis: eine fette Wurzelbehandlung! Eine ganze Wurzelbehandlung dauerte mir aber zu lange. Daher war ich nur am drauffolgenden Tag nochmal beim Zahnarzt. Danach bin ich nicht mehr weiter hingegangen und hoffte daß es für die nächsten 6 Monate bis ich wieder in Deutschland gehen würde.

Jewgenij war im Krankenhaus. Der Arzt meinte das Ohr muss operiert werden. Er wollte es aber erst nur mit Schmerztabletten, Tropfen und Antibiotika behandeln und dann mal schauen wie es ist wenn er wieder zurück in Deutschland ist.


Nach unseren ganzen Arzt- und Zahnarztbesuchen konnten wir dann endlich zwei Tage später wie geplant den Bus nach Cusco nehmen.
In Cusco kauften wir unseren Trekkingproviant für 10 Tage ein. Weil ich dann auch noch einen Tag Fieber hatte mit etwas Durchfall ging uns hier auch nochmal ein Tag flöten.





Irgendwann waren wir dann bereit für den Aufbruch. Wir nahmen ein Micro nach Tinqui, unseren Trekkingstartpunkt. Fast drei Stunden Fahrzeit, Ankunft gegen Mittag. Wir sind dann gleich losgewandert. Nun waren wir endlich auf dem Trek! Am ersten Tag sind wir noch 5 Stunden gewandert.

Auf 4400 m Höhe schlugen wir unser erstes Camp auf. Es schneite die ganze Nacht. Als ich gegen 3 Uhr morgens wach wurde und mal raus zum pinkel musste, kam mir das Zelt so leer vor. Ich fragte Jewgenij, "sag mal, wo ist eigentlich dein Rucksack?" Es dauerte nichtmal eine Minute bis wir gecheckt hatten was passiert war: Der Rucksack war geklaut!!! Jewgenij´s kompletter Rucksack mit alles drin, incl. Geld, Reisepass, Bank- und Keditkarten Flugtiet usw...! Mitten in der Nacht aus dem Zelt geklaut, während wir darin geschlafen haben! Wir waren praktisch fast mit dem Kopf daran gelehnt und wir haben weder was gehört noch bemerkt.

Es musste erst vor ein oder zwei Stunden passiert sein, denn als ich um Mitternacht zum pinkeln raus musste war der Rucksack noch da. Durch das ständige Schneegeprassel am Zelt war auch die ganze Nacht permanent ein leichtes Geräusch da.

Ich ging dann im dunkeln mit der Taschenlampe raus und habe die Gegend abgesucht. Etwa 100 m vom Zelt entfernt habe ich den Rucksack gefunden, aber natürlich leergeräumt!! Der oder die Täter haben alles mitgenommen was sie gebrauchen konnten: Bargeld von umgerechnet etwa 250 Euro, Bankkarte, Kreditkarte, den kompletten 10-tägigen Trekkingproviant sowie alle Klamotten die sich im Rucksack befanden incl. Unterwäsche.

Im Umkreis von paar Kilometern standen mehrere bewohnte Hütten. Abends kurz vor dem Dunkelwerden hatte uns ein Hirte von Weitem beim Campaufbau beobachtet. Wir vermuten sehr stark dass der es gewesen ist, niemand anderes hat uns sonst gesehen. Aber wo sollte man suchen? Ausserdem würden wir den auch niemals wiedererkennen, da wir ihn nur von weitem im Nebel gesehen hatten, dazu war sein Gesicht noch teils mit Tüchern bedeckt.

Auf jeden Fall haben wir am nächsten Morgen den Trek abgebrochen, sind zurückmarschiert und in der nächstgelegensten Stadt Ocongate bei der Polizei gewesen. Danach sind wir zurück nach Cusco gekehrt, abends kamen wir dort an. Per Telefonanruf nach Deutschland musste das Konto gesperrt werden.

Der Neustart
Auf jeden Fall wollten wir so schnell wie möglich neu starten. Am nächsten Morgen haben wir neuen Proviant eingekauft und nachmittags nahmen wir einen Bus zurück nach Tinqui. Wir übernachteten dort in einer billigen Hospedaje. Am drauffolgenden Morgen starteten wir den Trek also zum zweiten Mal.

Diesmal ist der Trek super verlaufen

Alles in allem hatten wir ja nochmal Glueck im Unglueck gehabt daß die Täter wenigstens den Rucksack dagelassen hatten mit den Reisepass und andere wichtige Dinge die sie nicht gebrauchen konnten. Wenn der Rucksack mit Reisepass weg wären dann wäre für Jewgenij die Reise zuende gewesen! Glück war auch dass Jewgenij seine Trekkingschuhe nicht im Rucksack hatte sondern die irgendwo im Zelt lagen und daß das ganze gleich in der ersten Nacht passiert ist und nicht irgendwo in der Trekmitte.

Dieser Trek war landschaftlich absolut atemberaubend!!



Unsere Route führte in 9 Tagen ueber 5 hohe Paesse, drei davon ueber 5000 m. Auf jeden Pass hatten wir fast hautnahen Kontakt mit den weiss vergletscherten Bergen, die so steil und imposant sind daß sie ebensogut auch im Himalaya liegen koennten.

Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten dass diese Route mit zu den spektakulärsten Treks zaehlt die man in ganz Peru machen kann. Auf jeden Fall ist es mit eines der Top-Treks meiner Südamerikareise!!

Die Cordillera Vilcanota ist ein stark vergletschertes Gebirge etwa 100 km südwestlich von Cusco. Es ist ein sehr kaltes und hochgelegenes Gebirge mit mehrere Sechstausender. Der höchste Berg der Vilcanota ist der 6336 m hohe Nevado Ausangate, der vierthöchste Berg Perus. Die Täler sind weit, offen und hochgelegen, zwischen 4400 und 4900 m Höhe. Daraus resultiert sich eine sehr karge und baumlose Landschaft. Nächtliche Temperaturen von minus 15 Grad sind keine Seltenheit. Bei uns war die kälteste Nacht jedoch nur bis minus 10 Grad.
Trotz der Höhe leben in fast jeden Tal noch Menschen in einfachen Steinhütten.





In den ersten dreieinhalb Tage drehten wir eine Halbrunde um den vergletscherten Nevado Ausangate, dem höchsten Berg der Vilcanota im Westteil des Gebirges.
Wir folgen dabei den Ausangate Circuit, der einzigsten bekannten Trekkingroute dieses Gebirges.
Der Ausangate Circuit führt über 4 Pässe einmal um den Nevado Ausangate herum und wird in der Regel in 5 bis 6 Tagen gemacht.

Auf dem Ausangate Circuit haben wir im Schnitt nur eine Trekkinggruppe pro Tag getroffen. Verglichen mit der Cordillera Blanca und Huayhuash in Nordperu ist die Vilcanota noch relativ unbekannt und nur wenig von Trekkern frequentiert. Die meisten Leute machen hier organisierte Treks mit Fuehrer, Packesel, Koch und das volle Programm. Individuelles und selbstorganisiertes Trekking ist in Peru und Bolivien eher unüblich. Man trifft zwar einige Leute die das machen, aber relativ wenige. Die meisten Leute die hier trekken wollen wenden sich in Cusco an eine der zahlreichen Trekkingagenturen.

Dass es sich bei den Ausangate Circuit um einen bekannten Gringo-Trek handelt merkt man sofort: Wenn wir an bewohnten Huetten vorbeiwanderten, kamen die Kinder angerannt und bettelten nach Bonbons. In Bolivien war das nicht so. Wenn ich in der Cordillera Real denn mal Kinder gesehen habe waren die in der Regel eher schüchtern und ängstlich, haben sich meistens hinter den Hütten versteckt und mich nur von weitem beobachtet.
Auch die Erwachsenen kamen manchmal auf uns zu, um etwas verkaufen zu wollen oder sich als Fuehrer, Packeseltreiber usw. anzubieten. Sowas habe ich in Bolivien auch nie erlebt.

Während den ersten drei Tage haben wir drei Pässe überquert, darunter den ersten 5000er Pass. Da dort gut erkennbare Pfade rüberführten waren die Pässe eigentlich nicht schwierig. Das einzige Problem war die Höhe und Jewgenij war noch nicht ausreichend akklimatisiert.









Am Nachmittag des vierten Tages verließen wir den Ausangate Circuit und wanderten auf einer anderen Route weiter.
Jetzt kamen wir in eine Gegend die noch abgelegener ist, die normalerweise nur unregelmäßig bis fast garnicht von Trekkern frequentiert wird,.....also völlig abseits der Standartrouten.

Für die nächsten 5 Tage, bis kurz vor dem Trekende, haben wir keine anderen Wanderer mehr getroffen.

Am drauffolgenden Tag stand eine anspruchsvolle und weglose Querung eines 5320 m hohen Passes an. Jewgenij hatte hier massive Höhen- und Konditionsprobleme. Ich dachte schon er schafft den Pass nicht und wir müssten wieder umkehren. Ich habe daraufhin seinen Rucksack zum Pass hochgetragen und ohne Gepaeck ging es dann für ihn so gerade eben noch.





Hinter dem Pass kamen wir in ein karges weites Hochland auf etwa 5000 m Höhe mit der großen Laguna Sibinacocha. Dies ist die abgelegene Südseite der Cordillera Vilcanota.





Für die nächsten über 3 Tage befanden wir uns die meiste Zeit oberhalb von 5000 m. Nur einmal, am Ufer der Laguna Sibinacocha, kamen wir knapp unterhalb der 5000er Marke. Hier sollte man nicht Höhenkrank werden, denn es dauert einige Tagesmärsche bis man von hieraus in tiefere Gegenden gelangt.

Diese Route ist landschaftlich sensationell und zählt mit zu den Höhepunkten des gesamten Treks!!



Die Laguna Sibinacocha ist ein ziemlich abgelegener Hochlandsee von über 15 km Durchmesser auf 4885 m Höhe. In Tibet, Nepal, Indien sowie in anderen Gegenden hier in den Anden gibt es zwar noch einige Seen die noch höher liegen, aber die sind alle ganz deutlich kleiner. Die Laguna Sibinacocha ist somit der höchstgelegenste See der Erde von dieser Größe, noch über 1000 m höher wie der Titicacasee. Dennoch leben einige Menschen in dieser kargen Gegend. Am Ufer haben wir seltene Andenflamingos gesehen. Die Landschaft ist der Hammer, der See von weitem Hochland umgeben mit krasse Geröllberge und große flache Gletscherplateaus!!

Von der Laguna Sibinacocha führte unsere Route über einen weiteren fast 5400 m hohen Pass zurück auf die Nordseite des Gebirges, durch den sogenannten "Korridor".

Dies ist ein langgezogener Pass der zwischen zwei vergletscherte Gebirgsketten hindurchführt. Früher war der Korridor komplett vergletschert, aber heute gibt es dort einen eisfreien Durchgang zwischen den Gletschern hindurch mit einer kargen Felsbrocken- und Geröllmoränenlandschaft.





Den Lago Hauurumiccha haben wir orographisch rechts umwandert, was aber anstrengend und langsam war wegen loser Geröll- und Felsbockenhänge die teilweise
steil zum Ufer abfallen. Von hier haben wir dann gesehen daß das orographisch linke Ufer wesentlich einfacher gewesen wäre!

Vom Seeausfluss waren es noch einige Kilometer durch graue Geröllmoränenhügel auf etwa 5000 m Höhe, bis das Tal anfing deutlich abzufallen und wir die ersten grünen Grasflächen erreichten mit einer Kette weiterer Seen.



Auf einen Pfad wanderten wir das Westufer der 5 km langen Laguna Sigrenacocha entlang. Hier sahen wir die erste bewohnte Hütte seit der Laguna Sibinacocha vor zweieinhalb Tagen.
Vom Seeausfluss sind es nur noch 5 km bis zum Dorf Pallcapampa wo wir auf die Hauptstraße Cusco - Puerto Maldonado stießen. Hier endete unser Trek
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Alt 08.05.2011, 20:45   #6
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WOW! Toller Bericht, ich freu mich schon auf die Fortsetzung
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Alt 21.05.2011, 22:29   #7
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Trek 5 Cerro Putucusi // Peru

Tageswanderung 19. September 2010



Nachdem wir also von unserer Tour durch die der Cordillera Vilcanota zurück nach Cusco gekehrt waren, haben wir einige Tage in der Stadt verbracht.



Wir haben die Vorbereitungen für unseren nächsten Trek getroffen und Proviant für über 18 Tage dafür eingekauft.



Geplant war eine große Durchquerung der Cordillera Vilcabamba. Starten wollten wir die Tour in Hidroelectrica, das nur einige Kilometer von Machu Picchu entfernt liegt.

Nach Machu Picchu fährt ja echt jeder Perureisende hin, das ist der Haupttouristenanziehungspunkt des Landes schlechthin! Leider hat sich in den letzten Jahren alles was mit Macchu Picchu zu tun hat extrem verteuert. Das betrifft nicht nur die Eintrittsgebühr nach Machu Picchu, sondern auch die Anreise von Cusco aus zu dieser Inka-Ruinenstadt:-(

Nach Aguas Calientes, der Stadt am Fuße von Machu Picchu, kommt man nur mit dem Zug. Um den Touristen das meistmöglichste Geld aus der Tasche zu ziehen wurde einfach ein Gesetz erlassen das Ausländern verbietet den preisgünstigen Indiozug zu nehmen. Touristen dürfen hier nur mit dem Touristenzug fahren, Punkt! Natürlich werden für die Touristenzüge dann auch noch horrende Preise verlangt im Verhältnis zu dem was Reisen sonst in Peru kostet!
Um nur mal ein Beispiel zu nennen: Die nur 30 km lange Strecke von Ollantaytambo nach Aguas Calientes kostet in der billigsten Klasse über 40 US Dollar, das ist um ein mehrfaches teurer als eine vergleichbar lange Bahnfahrt in Deutschland.

Um dieses Dilemma der teuren Anfahrt zu umgehen sind wir nicht mit dem Zug gefahren sondern mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln auf einer viel weiteren Strecke von hinten rum angereist.
Von Cusco sind wir mit dem Minibus in 4 bis 5 Stunden nach Santa Maria gefahren. Dort mussten wir dann umsteigen in einen anderen Minibus der weiter auf einer holperigen Piste über Santa Teresa nach Hidroelectrica fuhr. Diese Art der Anreise scheint sich bei Billigbackpackern immer mehr rumzusprechen denn viele Rucksackreisende wählen mittlerweile auf ihrem Weg nach Machu Picchu diesen alternativen Anreiseweg. Hier ist man zwar über 4 Stunden länger unterwegs aber man zahlt dafür auch nur einen winzigen Bruchteil im Verhältnis zu dem was die Bahnfahrt kosten würde, man spart also viel Geld.



In Hidroelectrica wollten wir unseren Trek starten. Die Fahrpiste endet auch in Hidro und hier beginnt die Eisenbahnlinie nach Machu Pichu und Aguas Calientes. Es sind von Hidro noch etwa 10 km nach Aguas Calientes bzw. Machu Picchu. Man kann entweder für geschlagene 8 Dollar für dieses kurze Stück den Zug nehmen oder zu Fuß neben den Schienen dorthinlaufen was viele auch machen.

Da wir also quasi in Sichtweite von Machu Picchu unseren Trek starten wollten gehört es eigentlich ins Pflichtprogramm diese Inkaruinenstadt vorher noch einen Besuch abzustatten, das würde wohl jeder machen. Auch für Jewgenij stand von vornherein fest daß er vor dem Trekbeginn nach Machu Picchu wollte, das hätte ich an seiner Stelle wohl auch gemacht.
Ich dagegen war ja schon auf meiner ersten Perureise in Machu Picchu. Das wollte ich mir das kein zweites Mal antun und bin daher nicht mitgekommen. Erstens war ich ja schon dort und zweitens halte ich sowieso nicht viel von solchen Touri-Rummelplätzen. Von Aguas Calientes führt eine Straße dort hoch auf der von morgens 5 Uhr bis zum Sonnenuntergang im Minutentakt die Touristenbusse hin- und herpendeln. Jewgenij hatte mir am nächsten Tag erzählt dass sie schon morgens um fünf zusammen mit hunderte anderer Touristen vor den ersten Bussen Schlange standen.

Ich war damals auf dem Inkatrail nach Machu Picchu gewandert. Die Ruinenanlage mit der umgebenen Landschaft ist schon grandios,........aber zusammen mit den ganzen Touristenmassen und die damit zusammenhängende Überkommerzialisierung ist es meiner Ansicht nach kein Top-Highlight mehr. Die extrem hohe Eintrittsgebühr von 125 Soles (= 35 Euro) hat sicher auch mit dazu beigetragen dass ich mich gegen Machu Picchu entschied. Das ist natürlich der Touristenpreis, Peruaner zahlen nämlich nur einen Bruchteil dieses Preises an Eintritt, ich glaube nur 20 oder 25 Soles aber so genau weiss ich das nicht mehr.

Fast alle Rucksackreisende mit denen wir ins Gespräch kamen haben sich über die hohe Eintrittsgebühr sowie die hohen Bahnpreise aufgeregt, aber trotzdem kommt hier jeder her. Alles hier im näheren Umkreis dreht sich nur um Machu Picchu. Wer den alternativen Anreiseweg gewählt hat übernachtet entweder 8 km weiter talabwärts in Santa Teresa oder er wandert noch am gleichen Tag von Hidroelectrica weiter nach Aguas Calientes. Kaum jemand den wir trafen schien zu wissen dass es hier in Hidro auch eine billige und einfache Hospedaje gibt. Ich checkte also als einzigster Gast hier ein. Jewgenij wanderte zusammen mit den beiden Engländerinnen, die wir auf der Anreise im Minibus kennengelernt hatten, weiter nach Aguas Calientes. Seinen Rucksack ließ er hier, morgen abend wollte er zurück sein.

Ich entschied mich von hier aus am nächsten Morgen eine Tageswanderung auf den Cerro Putucusi zu unternehmen.
www.trekking.magix.net
Der Cerro Putucusi ist der steile markante Berg auf der gegenüberliegenden Talseite von Machu Picchu.



Dies ist keine Standartroute,.....der Cerro Putucusi ist nur für Geübte, der Aufstieg erfordert absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Kletterfähigkeiten. Von Hidro aus ist es eine Tagestour, von Aguas Calientes dagegen dauert der Auf- und Abstieg nur 3 bis 4 Stunden.


Am nächsten Morgen wanderte ich gegen 7 Uhr los. Für die ersten 10 km ging´s neben den Schienen nach Aguas Calientes. 100 Meter vor den ersten Häusern von Aguas fand ich einen schmalen Pfad der links durch den Dschungel den steilen Hang nach oben führte. Der Einstieg ist unmarkiert, ich war daher erst nicht sicher ob dies überhaupt der richtige Pfad war. Aber nach meinen Recherchen die ich schon von zu Hause aus im Internet gemacht habe kann es eigentlich nur dieser Pfad sein. Und es kam jetzt auch noch ein anderer Wanderer vorbei, der auch dort hoch wollte, also gingen wir zusammen.



Kurz darauf erreichten wir die Schlüsselstelle: ein fast vertikaler Felshang wo Holzleitern hochführten. Die Leitern waren aber kaputt, die meisten Sprossen waren schon weggebrochen und die die noch dran waren, waren teils wackelig und morsch. Neben den Leitern führte ein Drahtseil die Felswand hoch an dem man hochklettern muss. Wenn man die Leitern betritt muss erstmal jede einzelne Sprosse geprüft werden ob sie überhaupt noch fest ist. Der andere Wanderer ist hier wieder umgekehrt und zurück nach Aguas Calientes gewandert während ich alleine weiter hochstieg.





Als ich den ersten steilen Felshang geschafft hatte, lag das schwierigste hinter mir. Die Landschaft war super, man blickte durch die Bäume runter in dieses enge felsige Regenwaldschluchttal und nach Aguas Calientes.





Weiter oben kamen zwar noch paar weitere Holzleitern, die waren aber noch weitgehend unbeschädigt und daher kein Problem.





Ich erreichte oben einen Bergkamm und von dort windete sich der schmale Pfad für die letzten 100 bis 200 Höhenmeter den steilen Gras- und Buschhang hoch zum Gipfel. Hier kam mir eine dreier Gruppe entgegen die wieder am Abstieg waren.

Vom Gipfel hatte man eine gute Aussicht auf Machu Picchu das auf der gegenüberliegenden Talseite lag, mit der häßlichen Schotterstraße die sich in Serpentinen dort hochwindete direkt im Blick. Winzig klein wimmelte es dort von sich bewegenden Punkten wie auf einen Ameisenhaufen,......Horden von Touristen die durch die Ruinenanlage schlenderten. Hier auf den Cerro Putukusi war ich jedoch ganz alleine, ausser die Dreiergruppe von eben und der Wanderer der weiter unten wieder umgekehrt ist habe ich keine weiteren Leute getroffen.





Zurück in Aguas habe ich erstmal Mittag gegessen. Wenn man den häßlichsten und aus allen Nähten platzenden Touristenort von ganz Peru sehen will ist man in Aguas Calientes goldrichtig! Hier sieht man mehr Touristen wie Einheimische und fast alles ist hier mindestens doppelt so teuer wie in anderen Orten Perus. Ich war froh dass ich nicht hier in Aguas übernachte, Hidroelectrica ist da wesentlich attraktiver, da gibt´s nur paar Hütten und sonst nichts.





Zurück ging´s den gleichen Weg entlang den Schienen. Gegen 17 Uhr war ich wieder in Hidro. Jewgenij kam wenig später auch von Machu Picchu zurück. Er meinte es war zwar nicht der Knaller, aber naja, das muss man mal gemacht haben.

Heute war also unser letzter Abend hier. Wir freuten uns schon auf unseren Trekkingstart morgen früh. Dann werden wir für die nächsten über zweieinhalb Wochen wieder spektakuläre unberührte Gebirgslandschaften durchstreifen und froh sein daß der ganze Hype um Machu Picchu endlich hinter uns liegt.....
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Everestgirl (23.05.2011), oldiewomen (04.06.2011), Roadrunner75 (02.06.2011)
Alt 02.06.2011, 15:40   #8
Roadrunner75
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Hallo Bernie,

danke für den tollen Bericht über den Putucusi. Ich werde in 10Tagen auch da hoch klettern. Gut zu wissen, das die Leitern fast nicht nutzbar sind. Meine letzten Infos waren aus diesem Video. und da war es noch wie neu.

http://www.tripfilms.com/Travel_Vide...usi-Video.html

Wie lang dauert denn die Schlüsselstelle am unteren Einstieg?

Gruß Roadrunner
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oldiewomen (04.06.2011)
Alt 02.06.2011, 16:09   #9
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Eine Frage an alle. Ich habe gerade auf WIKIPEDIA gelesen, das der Weg komplett zu ist.

"....As of April 17th 2011, floods have wiped out the 100 ft vertical ladder section of the climb, making an ascent impossible without professional climbing gear...."

Kann das einer bestätigen?

Wäre echt Schade wenn man da nicht mehr hoch kommt.
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Alt 02.06.2011, 23:18   #10
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Zitat:
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Wie lang dauert denn die Schlüsselstelle am unteren Einstieg?
Hallo Roadrunner,

vielleicht 20 bis 30 min., aber so genau habe ich nicht auf die Uhr geschaut. Die Stelle ist etwa 50 bis 60 m hoch.

Wie der aktuelle Zustand ist und ob es stimmt dass die Route nun gesperrt ist, kann ich leider nicht sagen. Du kannst ja mal berichten nachdem du da warst.

gruss Bernd
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Alt 03.06.2011, 09:51   #11
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Trek 6 Cordillera Vilcabamba // Peru

18 Tage
September/Oktober 2010

Diese Tour, also die große Durchquerung der Cordillera Vilcabamba, zählt mit zu den längsten Treks dieser Südamerikareise und weil ich da so viele Fotos gemacht habe teile ich die Tour hier wie auch auf meiner Seite in zwei Teile auf.
www.trekking.magix.net

Erstmal Generelles:
Unsere Route führte von Hidroelectrica (also Machu Picchu) einmal quer durch die
Cordillera Vilcabamba zur Inkaruinenstadt Choquequirao.

Ein Trek von Machu Picchu nach Choquequirao, bzw. eher umgekehrt von Choquequirao nach Machu Picchu wird öfter mal gemacht, das ist eigentlich nichts ungewöhnliches und auch keine unbekannte Route. Der Trek dauert etwa 7 bis 8 Tage und führt über 4 Pässe. Ungewöhnlich ist dabei nur dass unser Trek mit dieser einwöchigen Normalroute kaum etwas zu tun hat. Ich habe mir unsere Routenführung selber ausgedacht. Herausgekommen ist dabei eine erschwerte Version die über 11 Pässe führte und 18 Tage gedauert hat auf einer Trekkingroute die ich als absolut weltklasse bezeichnen würde durch recht abgelegene Regionen dieses relativ unbekannten Gebirges.

Die Cordillera Vilcabamba ist ein vergletschertes Gebirge in Südperu, dessen höchster Berg der 6264 m hohe Nevado Salcantay ist. Topographisch und landschaftlich unterscheidet es sich von der kalten und baumlosen Cordillera Vilcanota insofern, daß die Täler in der Cordillera Vilcabamba wesentlich enger und tiefer sind, also oft bis weit in die tropischen Bergregenwälder der Montaña herunterreichen.

Von den Anforderungen her war dieser Trek ein sehr harter Brocken und recht anspruchsvoll. Anspruchsvoll jetzt nicht im Sinne von technischen Schwierigkeiten. Es gab zwar hier und da mal Abschnitte die routenfindungstechnisch kompliziert und schwierig waren, an paar Stellen mal etwas kraxeln, zugewachsene Regenwaldpfade, abgelegenes unbekanntes und manchmal wegloses Terrain. Die Hauptschwierigkeiten dieses Treks waren aber was ganz anderes, nämlich die enormen Höhenmeter, die wegen den sehr tief eingeschnittenen Tälern auf dieser Tour überwunden werden mussten.
Zum Vergleich: Beim Vilcanota Trek mussten wir auf 5 Pässe verteilt insgesamt nur etwa 3200 Höhenmeter bergauf wandern, aber auf diesen Trek waren es auf 11 Pässe verteilt fast 13000 Höhenmeter bergauf und dann das gleiche ungefähr nochmal bergab. Dazu das schwere Gepäck mit Proviant für 18 Tage, also doppelt so viel wie auf dem Vilcanota Trek.
Jewgenij ist nach dem siebten Pass, also am 12.Tag ausgestiegen und nach Cusco zurueckgekehrt, ihm wurde das ganze dann doch zu viel. Die restlichen 6 Tage bis zum Trekende bin ich dann alleine weitergewandert.

Landschaftlich war dieser Trek eine ganze Ecke vielseitiger wie die Cordillera Vilcanota: Regenwälder in grüne tropische Tieftäler, grasige alpine Hochtäler und vergletscherte Gebirgsketten wechselten sich ab. Zum Ende der Tour kam ich dann runter ins relativ trockene Apurimac-Canyonland, mit dem Rio Apurimac, Rio Yanama und Rio Blanco die ich mit zu den tiefsten und grandiosesten Schluchttälern des Kontinents zählen würde, also wieder eine völlig andere Gegend. Zwischendrin mal alte Inkaruinen und auch mal Abschnitte auf noch original Inkapfade die man verstreut in der gesamten Cordillera Vilcabamba hier und da noch finden kann.

Nun aber zur Route:
Die ersten 7 Tage führten uns in einer Halbrunde über 3 Pässe um den vergletscherten Nevado Salcantay herum.
In Hidroelectrica starteten wir. Als erstes wollten wir das in Trekkingkreisen noch nahezu unbekannte Tal des Rio Ahobamba aufwärts wandern.
Der Trek ging auch gleich mit einem Knaller los: Vom Trekkingstartpunkt bis zum ersten Pass lagen knapp 3000 Höhenmeter,.....und das ganz am Anfang wenn das Gepäck am schwersten war. Erschwerend kam hinzu daß dieses Tal abenteuerlich und anstrengend ist und wir uns überhaupt nicht sicher waren ob diese Route überhaupt passierbar ist.

Dieses Tal war auch der Ursprung meiner Südamerika Reiseplanung. Ich habe den Rio Ahobamba auf Google Earth gefunden und es sah dort so spektakulär aus daß ich mich für Südamerika als nächstes Reiseziel entschied.


Google Earth Ansicht vom Tal des Rio Ahobamba

Ich habe mich also als erstes eine Trekkingroute durch die Cordillera Vilcabamba überlegt. Die Planung aller anderer Treks kam erst danach.

Schon von zu Hause aus habe ich alles durchforstet auf der Suche nach Informationen über den Rio Ahobamba, sämtliche Bücher, Trekkingführer und Internet, habe aber so gut wie nichts gefunden. Die einzigste Information die ich überhaupt fand kam von Tilmann. Über ein Jahr vor meiner Südamerikareise hat er folgendes hier im Trekkingforum gepostet:

Zitat:
Zitat von bergtrekfoto64 Beitrag anzeigen

Salcantay-Ostseite: Auf manchen Skizzen (Kiendler "Die Anden", Panico) ist an der Ostseite des Salcantay ein Pfad vom Basecamp den Rio Ahobamba hinab zur Station Hydroelectrico eingezeichnet. Diese Route hätten wir 2008 gerne gemacht. In Pampa Soray habe ich mit einem peruanischen Bergführer gesprochen, der im Vorjahr dort Erkundigen für einen Veranstalter eingeholt hat. Wegen Bergrutschen war der Weg nicht gangbar. Von unten hatte ich dann Einsicht in das Talsystem des Ahobamba: Natürlich gibt es im unteren Bereich Pfade, aber Fussaufwärts ist das Gelände sehr steil mit dichter Vegetation. Erdrutsche im Flusseinschnitt sind sichtbar. Ohne Pfad hat man da keine Chance, eine Flussquerung dürfte auch kaum möglich sein.

Darauf habe ich dann geantwortet (im März 2009):

Zitat:
Das ist genau die Route die ich plane,.....den Rio Ahobamba aufwärts. Das Tal soll wohl sehr phantastisch, wild und abgelegen sein. Ich nehm nen Eispickel mit damit ich mir gegebenfalls einen Pfad entlang der Bergrutsche hacken kann, falls diese nicht passierbar sein sollten. Am Oberlauf verzweigt sich das Tal, ich will den orographisch rechten (östl. Talzweig) aufwärts, um dann über nen Pass zum Oberlauf des Rio Cusichaca. Oberhalb der Gabelung sollte der Rio Ahobamba vermutlich querbar sein, aber das ist momentan noch reine Spekulation, ebenfalls weiß ich noch nichts über die Passüberquerung. Von dort will ich dann über zwei weitere Pässe Richtung Colpapampa,.....also quasi einmal ne Halbrunde um den Salcantay drehen.
Von Colpapampa will ich dann versuchen ne Route über die Berge und über diverse Pässe zu finden (teils evtl. vergletschert) entlang der Nordseite der Pumasillo Gruppe, ....aber die genaue Route muss ich auch noch ausarbeiten.
Zu lesen ist das ganze in diesen Thread hier http://www.trekkingforum.com/forum/s...1444#post91444

Vor unserer Abreise aus Cusco habe ich noch bei einigen Trekkingagenturen vorbeigeschaut in der Hoffnung dort paar aktuelle Infos über die Passierbarkeit des Rio Ahobamba zu bekommen,.....leider ohne Erfolg. Entweder wussten die nichts darüber oder wollten mir nichts sagen weil ich keine Tour buchen wollte. Die Agenturen sind ja nur daran interessiert Touren zu verkaufen und ich hatte ich den Eindruck daß sie in der Regel sehr verhalten sind Informationen rauszurücken wenn man keine Tour bei denen buchen will.
Den einzigsten Hinweis den ich in einer Agentur bekam war daß ein Trek den Rio Ahobamba aufwärts wesentlich teurer werden würde als beispielsweise der Salcantay Trek wenn ich den Trek buchen würde.

Wir sind dann also ohne weitere Infos von Hidroelectrica, das auf 1800 m Höhe liegt, einfach losmarschiert.



Am ersten Tag wanderten wir auf einen schmalen unmarkierten Pfad das untere Drittel des Tales aufwärts. Zwei oder drei bewohnte Hütten lagen in diesem Talabschnitt, versteckt in paradiesischer Lage zwischen tropischer Dschungelvegetation. Der richtige Routenverlauf war hier kompliziert und für ortsunkundige schwer zu finden, da wir immer wieder an Pfadabzweigungen stießen die zu irgendwelchen Buschgärten führten die von den Einheimischen angelegt wurden. Schließlich endeten irgendwann die bewohnten Hütten. Ab dann führte der schmale Pfad nur noch durch dichten Bergregenwald die steilen Hänge weit oberhalb des Flusses entlang, nun gab´s auch keine Abzweigungen mehr.



Das Tal wurde immer enger, wilder und abenteuerlicher. Auf einer spektakulären Hängebrücke ging es zurück auf die andere Talseite über eine abgrundtiefe Schlucht.





Als es am Abend dunkel wurde hatten wir immer noch keine geeignete Campstelle gefunden. Im dunkeln wanderten wir mit der Stirnlampe noch ein Stückchen weiter bis der Pfad wieder fast bis runter zum Fluss stieß wo wir auf einer offenen Geröll- und Buschhangfläche mitten auf dem Pfad unser Zelt aufschlugen. Aber hier wird schon keiner vorbeikommen und einen besseren Platz konnten wir jetzt im dunkeln auch nicht mehr finden.

Der nächste Tag wurde noch abenteuerlicher. Es ging den ganzen Tag durch eine unbewohnte Wildnis. Der Pfad führte wieder nach oben und den ganzen Tag hunderte von Metern oberhalb des Flusses die steilen Hänge entlang und um diverse Bergrücken herum permanent duch dichten Bergregenwald. Neben dem Pfad fiel es oft tief und steil ab zum Fluss. Der Pfad sah aus als ob er kaum mehr von den Einheimischen benutzt wird und er wurde auch seit Ewigkeiten nicht mehr freigeschlagen. An vielen Stellen war der Pfad also mit dichten Bambusgestrüpp zugewuchert. Heute mussten wir uns viel durch den dichten Busch zwängen und ständig dabei aufpassen daß wir den richtigen Pfad nicht verlieren. Das Vorwärtskommen war zwar nicht allzu gut aber noch OK,.....ich habe schon schlimmere Regenwaldtreks gemacht. Die Landschaft war aber der Hammer, dieses Tal zählt definitiv mit zu den Top-Highlights des gesamten Treks!







Am Spätnachmttag lichtete sich der Regenwald langsam zu offenes alpines Gelände. Der Pfad war ab hier freigeschlagen. Die wenigen Einheimischen die am oberen Talende wohnen hatten hier die Weidegründe für ihr Vieh. Ab nun gutes Vorwärtskommen und wenig später erreichten wir eine Talgabelung am Fusse des Nevado Salcantay wo wir neben einer verschlossenen Hütte unser Zelt aufschlugen, wir waren jetzt schon auf 3500 m Höhe. Vom vergletscherten Gipfel des Salcantay sahen wir wegen Wolken jedoch nichts.

Am nächsten Vormittag durchstreiften wir noch ein wenig alte Inkaruinen die sich hier bei der Talgabelung befanden und die teils schon mit Busch wieder zugewachsen waren.



Wir folgten dann den östlichen Talzweig aufwärts Richtung ersten Pass. Wir wollten eine Ostumrundung des vergletscherten Nevado Salcantay in Angriff nehmen, dies ist mit 6264 m der höchste Berg der Cordillera Vilcabamba. Zwei bewohnte Hütten lagen hier im oberen Drittel des Rio Ahobamba. Der Pfad war hier zwar schmal und manchmal in den offenen alpinen Grasland nicht mehr zu erkennen, aber dennoch regelmäßig begangen. Wenn die Bewohner von hier aus zurück in die Zivilisation wollen nehmen sie anscheinend den Pfad über den Pass ins Paralleltal und nicht den zugewachsenen Regenwaldpfad auf den wir gestern hochgekommen waren.

Kurz vor der Passhöhe errichten wir unser drittes Camp auf 4400 m Höhe.



Am drauffolgenden Tag queren wir unseren ersten Pass (4700 m). Der vergletscherte Nevado Salcantay zeigte sich nur ganz kurz mal zwischen den Wolken.



Auf der anderen Seite kamen wir in ein grasiges Hochtal mit weidende Rinder und Pferde.



Der Pfad ist hier etwas ausgetretener und sieht wesentlich häufiger benutzt aus wie der Pfad am Rio Ahobamba. Wir folgten ihn bis ins Talende wo wir auf einer freien Fläche kurz unterhalb des zweiten Passes auf 4700 unser Camp aufschlugen in grandioser Lage am Fusse des vergletscherten Salcantay.





In der Nacht bekam Jewgenij Fieber und auch den gesamten nächsten Tag über ging es ihm noch sehr schlecht. Wir blieben also im Camp. Am Nachmittag machte ich schonmal einen Spaziergang auf den nächsten Pass.





Am nächsten Morgen schien es Jewgenij wieder besser zu gehen und wir entschieden uns für den Aufbruch. Das gute Befinden hielt allerdings nicht lange, schon nach kurzer Zeit ging es ihm wieder schlechter und er kam nur mit Mühe über den 4870 m hohen Pass. Auf der anderen Seite schlugen wir daher schon auf der Pampa Salcantay in 4200 m Höhe unser Camp auf.

Jewgenij ging´s heute zum Glück wieder gut
Nach Verlassen des Camps stießen wir dann auf eines der bekanntesten Trekkingrouten der Cordillera Vilcabamba, dem Salcantay Trek, den wir ab hier über den Salcantay Pass bis nach Collpapampa folgen wollten.



Diese Route ist ebenfalls sehr schön, aber es ist eine wahre Wanderautobahn. Zwar haben wir hier mit nur paar organisierten Gruppen täglich nicht übermäßig viele Trekker getroffen, auf dem Inkatrail wird wohl deutlich mehr los sein. Dennoch ist der Pfad sehr ausgetreten und breit, schon fast wie ein Fahrweg,....also ein krasser Unterschied zu den schmalen abenteuerlichen Pfaden am Rio Ahobamba.




Heute wurde also ein leichter Wandertag auf dem wir Kilometer abreissen konnten. Wir wanderten über den 4600 m hohen Abra Salcantay (Pass Nr. 3) bis runter nach Collpapampa.







Am Salcantay Trek liegen deutlich mehr bewohnte Hütten wie am Rio Ahobamba. Viele Einheimische haben ihre Hütten zu einem Kiosk umfunktioniert in dem sie Zivilisationsgetränke wie Getränke wie Coca Cola, Fanta usw an verbeikommende Wanderer verkaufen.





In Collpapampa haben wir auf dem Grundstück eines Einheimischen gecampt. Hier konnten wir uns auch eine einfache Mahlzeit aus Reis mit Spiegelei bestellen, was mal eine amgemehme Abwechlung zu unserer eintönigen Trekkingkost war.





So, das war´s dann erstmal für heute. Den Rest schreibe ich beim nächsten Mal.
Auf meiner Webseite habe ich jetzt aber schon die Fotos bis zum zehnten Tag drin.....
bernieHH ist offline   Mit Zitat antworten
Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu bernieHH für den nützlichen Beitrag:
Everestgirl (03.06.2011), oldiewomen (04.06.2011)
Alt 04.06.2011, 08:29   #12
TilmannG
fühlt sich draussen richtig wohl
 
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Ort: Sondershausen
Beiträge: 518
Standard AW: Andentrekking

Hei Bernd, super daß die Route - trotz meiner Skepsis - so toll geklappt hat. Bin sehr gespannt auf den Rest.
Grüße von Tilmann
(Unser Vilcanota-Bericht findet sich hier - mit Infoteil: http://www.foto-tilmann-graner.de/ou.../vilcanota.php)
TilmannG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2011, 08:42   #13
bernieHH
fühlt sich hier richtig wohl
 
Registriert seit: 26.12.2007
Ort: hamburg
Beiträge: 372
Standard AW: Andentrekking

Hallo Tilmann,

deinen Vilcanota Bericht hatte ich mir ja schon vor längerer Zeit mal durchgelesen und ich habe mir auch die ganzen anderen Fotos auf deiner Webseite angeschaut. Ich bin begeistert, du machst ja wirklich hammermäßige Fotos
Was mich mal interessieren würde ist was für eine Kamera du hast, das konnte ich auf deiner Seite nirgendwo finden...

gruss Bernd
bernieHH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.06.2011, 15:41   #14
TilmannG
fühlt sich draussen richtig wohl
 
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Ort: Sondershausen
Beiträge: 518
Standard AW: Andentrekking

Lieber Bernd,
habe gerade schonmal auf deiner magix-site geschaut und bin sehr gespannt auf den zweiten Abschnitt. Auch die Salcantay-Fotos habe ich mir genau angeguckt, dieser Berg lässt mich nicht so ganz los. Er ist nicht extrem bewertet, aber es ist relativ viel dort passiert, gemessen an eher wenigen Besteigungen. Falls du noch weitere (Detail-)Fotos von der Ostseite hast, also vor allem zwischen deinen camps 1 und 2, würde mich das sehr interessieren.
Wg. Kamera: ich bin mit Canon 40D unterwegs, also einem inzwischen in die Jahre gekommenen Modell mit 1,6x crop. Ich benutze das Teil auch für Auftragsarbeiten (Bühnen-, besonders Tanzfotografie). Es ist mit nicht wichtig, immer mit der neuesten Technik herumzurennen. Gute Objektive hingegen schon, bei Trekkings nehme ich meist drei Zooms mit und habe so Brennweiten zwischen 16 und 320mm (analog Kleinbild) (mit 1,4 Konverter sogar bis ca 450mm). Nur bei technischen Touren mit viel Bergausrüstung greife ich gelegentlich auf ein 15-85 Zoom zurück (siehe auch: http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=687406)
Grüße von Tilmann
TilmannG ist offline   Mit Zitat antworten
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bernieHH (05.06.2011)
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