Allgäuer Hauptkamm
Unsere Bergfahrt 2005 mit unseren Freunden aus dem Rheinland, Carmen und Ingo, führte uns vom 14. bis 16. Juli zum Allgäuer Hauptkamm. Wie auch bereits im vergangenen Jahr wollten wir die Tour nicht als Hüttentour bestreiten, sondern zwischen den Hütten biwakieren.
Passend hierzu fand ich ein Zitat von Gaston Rebuffat, dass ich an dieser Stelle äußert passend, gerne wiedergeben möchte:
Zitat:
"Der Mensch, der nur bei gutem Wetter bergsteigt, von Hütten startend
und niemals biwakierend, ist dankbar für die Pracht der Berge.
Aber er weiß nichts um ihre Geheimnisse, das Dunkel ihrer Nacht,
die Tiefe ihres Himmels - wie viel ihm doch verlorengeht!"
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Weite Strecken unseres Weges führten uns über den kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende angelegten Heilbronner Höhenweg. Ein „Grenzweg“ ist dieser Höhenweg in den letzten Jahren sicherlich immer weniger, als „Gratwanderung“ im wörtlichen Sinne aber extrem reizvoll. Über weite Strecken führt der Weg entlang der in diesem Bereich genau über den Gipfelgrad des Allgäuer Hauptkamm verlaufende Grenze zu unserem Nachbarland Österreich.
Hinsichtlich des Wetters erwies sich die Terminwahl in diesem Jahr als perfekt. Die Almrosenblüte war in vollem Gange und auch viele andere Blumen konkurrierten auf den satt grünen Wiesen mit einer von mir nie zuvor gesehenen Pracht an bunten Tupfern in sattem Enzianblau und Aurikelgelb. Der Schnee, den eine Kaltfront nur ca. 14 Tage zuvor bis hinunter in Höhen von 2.300 m gebracht hatte, war fast vollständig verschwunden.

Etwas fehlgeleitet wurden wir durch Empfehlungen des
Oberstdorfer Bergsportberichtes für diese Region, aufgrund dessen wir neben Gamaschen auch noch Leichtpickel mitführten. Hier hätten unsere Tourenstöcke mit Schneetellern völlig genügt, um die am zweiten Tag zahlreichen Altschneefelder zu passieren. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen der letzten Tage, war die Oberfläche genügend aufgeweicht, um diese gefahrlos zu überqueren. Zukünftig werde ich wohl zusätzlich noch kurzfristig die entsprechenden Hüttenwirte telefonisch kontaktieren, um mich nach den Zustand der Wege zu erkundigen. Dies hätte unsere durch die Zelte, Schlafsäcke und Isomatten ohnehin recht schweren Rucksäcke zumindest um ein Kilo für den Pickel erleichtern können.
Leider war an dem massenhaften Besucheransturm auch unter der Woche bereits deutlich zu spüren, dass einige Bundesländer bereits Sommerferien haben. Ein Großteil dieser Sommergäste verläuft sich schnell wenig Oberhalb der 1.500 m Grenze. Das jedoch auch in größeren Höhen der Anteil der Wanderer zunimmt, die nicht mehr Grüßen, sich sogar erschrecken, wenn sie plötzlich angesprochen werden, erschreckt nun eher mich. Es muss ja nicht gleich ein längerer Plausch werden, aber ein einfaches „Grüß Gott“ oder je nach Herkunft auch ein einfaches „Servus“, Guten Morgen“ oder nur „Hallo“ ist schon nett.
Insgesamt ging jedoch auch in diesem Jahr unser Plan wieder auf, durch Übernachten zwischen den Hütten dem Hauptbesucherstrom auf diesem vielbegangenen Weg weitestgehend zu entgehen. Zur Erleichterung unseres Gepäckes nutzten wir die Hütten jedoch als Stützpunkt zum Essen der Hauptmahlzeit. Frühstück und Abendessen wurden mit einem mitgeführten Kocher zubereitet. Problematisch war teilweise die Versorgung mit Trinkwasser, da es nur wenige Quellen gab. Hinweise hierzu finden sich bei den einzelnen Wandertagen.
Kartenmaterial
Die Alpenvereinskarte 2/1 "Allgäuer-Lechtaler Alpen, Westblatt", 1:25.000 deckt den gesamten beschriebenen Wegverlauf ab.
Etappe von nach HM hoch HM runter GehzeitEtappe 1 Birgsau Große Steinscharte 1.325 HM - 150 HM 5:30 hEtappe 2 Große Steinscharte Kemptener Hütte 950 HM - 800 HM 8:00 hEtappe 3 Kemptener Hütte Wildenfeld Hütte 800 HM - 900 HM 7:00 h Etappe 4 Wildenfeld Hütte Obersdorf 0 HM -1.250 HM 3:15 h