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gurktaler 01.02.2007 12:25

Glocknerrunde
 
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Schon 2004 war es uns klar: Wir werden die Glocknerrunde in Angriff nehmen. Erste Vorbereitungen bestanden - wie es bei einem Trekkingaufenthalt wohl sein soll - in der Informationsbeschaffung über unser Zielgebiet, dem Ankauf von Wanderkarten und Ausrüstung. Der Spätsommer 2005 sollte sich als geplante ideale Wanderzeit tatsächlich als beste Ausflugswoche in der gesamten verregneten Sommersaison präsentieren. Termin und Destination waren klar. Wir, das sind der Herr Kraßnitzer und ich, zwei abenteuerlustige Freunde, deren größtes Glücksgefühl im Schnapskonsum besteht, der sich einstellt, wenn der Inhalt des Flachmannes in 3.000 Meter Höhe deine Zunge benetzt.
Als erstes gingen wir daran, eine Liste mit allen notwendigen Utensilien zu erstellen. Was wird für eine siebentätige Wandertour mit Übernachtungs- und Speisemöglichkeiten in Hütten benötigt? Unsere Inventarliste erwies sich als ganz hervorragend hinsichtlich der Belastungsgrenze in den sieben Tagen wie auch als praktisch in Bezug auf die Witterungs- und Temperaturverhältnisse. Lediglich das 400er-Canon-Teleobjektiv sowie der aufsetzbare Blitz waren unnötig und zuviel des Guten.

Ausrüstungsliste
  • Unterwäsche
  • Qualitäts- und einfache Socken
  • Trekkingschuhe
  • Wetterfeste Jacke
  • Regenschutz für Rucksack
  • Oberkörperfleece bzw Pullover
  • Trekkingstöcke
  • Uhr
  • Handy mit Empfang (also nicht unsere Telering-Stationen)
  • Rucksack (ca 35 l)
  • Hüttenschlafsack
  • Fotoapparat mit (Zusatz-) Speicherkarte und Zusatzbatterien
  • Sonnenbrille
  • Reisenotizbuch
  • Alpenvereinskarten 39, 40 und 41 sowie Infofolder "Glocknerrunde"
  • Hosen und Hemden
  • Hausschuhe für Hütten
  • Gutscheine für Hüttennächtigungen
  • Kappe (bei schönem Wetter)
  • Sonnencreme und Lippenschutz
  • Brieftasche
  • Sanitärzeug (Betaisodona, Tapes, Parkemed)
  • Trinkflasche
  • Taschenmesser
  • Flachmann (!)
  • Handtuch
  • Ersatz-Schnürriemen
  • Buch
Anstatt die Nächtigungsreservierungen auf den Hütten selbst vorzunehmen, entschieden wir uns - wohl der Bequemlichkeit halber - dies über die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern erledigen zu lassen. Für lediglich € 310,- pro Person konnte dies unkompliziert und flott abgewickelt werden.
Damit stand unserem Abenteuer nichts mehr im Weg und wir machten uns am 02. September 2005 auf dem Weg nach Bruck an der Glocknerstraße, wo wir tags darauf die Runde um den höchsten Berg Österreichs starteten.


Kaprun - Alpinzentrum Rudolfshütte
Anhang 1829Nach einer Nächtigung im Hotel "Lukashansl" in Bruck an der Glocknerstraße fahren wir zum Kesselfall Alpenhaus in Kaprun. Mit dem Shuttlebus gelangen wir zur Talstation Stegenfeldbrücke, von dort steigen wir steil mit dem Lärchwand-Schrägaufzug binnen fünf Minuten zur Bergstation auf 1.640 m. Den Stausee Mooserboden erreichen wir wiederum mit einem Shuttlebus. Von dort aus beginnt unsere Wanderung um 09.40 Uhr und führt nach Überquerung der Dammkronen dem Weg Nr. 716 folgend zum Talschluss. In südwestlicher Richtung überqueren wir einen Moränenwall und steigen auf zum Kapruner Törl (2.639), welches wir um 12.40 Uhr erreichen. Anschließend geht es über Schutt hinunter zum Tauernmoossee (2.023 m). Eine Pause von 15 min dient der Erholung. Neuerlich heißt es dann aufsteigen, gegen Ende über die gefährliche "Steinerne Stiege". Um 15.10 Uhr erreichen wir unser Ziel, das Alpinzentrum Rudolfshütte. Nach einem stärkenden Abendessen verweilen wir mit dem Hüttenchef, der Kellnerin Gitti, der Rezeptionistin Julia, dem "Musikus" und dem Koch "Cooki" bis tief in die Abendstunden.

Wetter: Ganztätig bewölkt, gegen Tagesende leicht regnerisch.
Anhang 1830


Alpinzentrum Rudolfshütte - Sudetendeutsche Hütte
Anhang 1831Wir nehmen Abschied von der Rudolfshütte und folgen dem Weg Nr. 517 über den Stierbichl zum Kalser Törl (2.518 m). Nach dem Abstieg zum Tauernbrünnl, wo wir den Seebach queren, folgen wir südlich dem Silesia Höhenweg über dem Dorfer See bis zum Muntanitz Trog. Die Wege hier sind schlecht markiert bzw als Resultat der Unwetter im August komplett vernichtet, einige ungesicherte Bachquerungen und Klettereinlagen kosten Zeit. Vom Muntanitztrog steigen wir auf zum höchsten Punkt unserer Reise, dem Gradetzsattel (2.826 m) südlich des Gradetzkees. Nach einem halbstündigen Abstieg erreichen wir um 16.30 Uhr die Sudetendeutsche Hütte (2.650 m; das Bier € 3,90).

Wetter: Vorerst sonnig, ca drei Stunden vor dem Ziel setzen Regen und Graupelschauer fallweise ein.
Anhang 1832


Sudetendeutsche Hütte - Kals am Großglockner
Anhang 1833Wir brechen von der Sudetendeutschen Hütte nach einer gewöhnungsbedürftigen Nacht im Matratzenlager um 07.45 Uhr auf und wandern entlang des wunderschönen Sudetendeutschen Höhenweges über das Stellachkar (2.790 m) und auf gesichertem Weg zur Dürrenfeldscharte (2.823 m). Oberhalb der Hochnebelgrenze überschreiten wir in steilen Kehren das Dürrenfeld, lassen die Kendlspitze hinter uns und queren eine Schlucht und eine Steilrinne bis wir schließlich am Hohen Tor angelangen (2.477 m). Wir betreten den vernebelten Weg Nr. 516 und steigen den Aussig Teplitzerweg ab in das Kalser Tal. Um 11.05 Uhr erreichen wir den Gasthof Glocknerblick (1.944 m), wo wir uns eine Erfrischung gönnen. Dem Dorfer Wald talwärts erreichen wir schließlich Kals-Großdorf und in weiterer Folge um 14.00 Uhr unser Tagesziel Kals am Großglockner.

Wetter: Unbedeckt sonnig, jedoch haltender Höhennebel, der oberhalb seiner Grenze wunderschöne Ausblicke ermöglicht, darunter jedoch die Weitsicht unmöglich macht.
Anhang 1834


Kals am Großglockner - Salmhütte
Anhang 1835Wir brechen vom Gasthof Ködnitzhof um 08.15 Uhr zum Ortsteil Glor auf wo wir den Ködnitzbach queren und ein Stück auf dem Forstweg gehen. Entlang des Steges geht es dann in der Falllinie steil aufwärts. Der Weg geht schließlich in Serpetinen auf. Nachdem wir auf der Glorergarten Alm (1.890 m) Wasser gefasst haben, steigen wir weiter auf und haben ca 2,5 Stunden nach Start 1.000 Höhenmeter überwunden. Über die Mähder der Tschadin Alm (2.340 m) geht es weiter zum Peischlachbach und aufwärts zum Peischlachtörl (2.484 m). Wir folgen dem Wiener Höhenweg bis zur Glorer Hütte (2.642 m), wo wir eine halbe Stunde rasten. Über den "versicherten Weg" erreichen wir nach weiteren 1,5 Stunden um 15.40 Uhr die Salmhütte.

Wetter: Unbedeckt schön und strahlender Sonnenschein bei 6°C in 2.665 m Höhe
Anhang 1836


Salmhütte - Glocknerhaus
Anhang 1837Um 07.45 Uhr wandern wir von der Salmhütte über den Wiener Höhenweg Nr. 741 in östlicher Richtung unter dem Schwerteck, Schwertkopf, Hinteren und Mittleren Leiterkopf vorbei zur Stockerscharte (2.501 m). Etwas steiler hinunter steigen wir bei ständigen Begegnungen ab zum Margaritzen Stausee (2.000 m), dessen Dammkrone folgen wir bis zum nördlichen Ende. Schließlich wandern wir noch 132 Höhenmeter hinauf zum Glocknerhaus.

Wetter: Durchgehend schön, zum Teil etwas nebelig.

Nachdem wir heute bereits um 10.30 Uhr an unserem Ziel eintreffen und uns als unfähig erweisen, den Busfahrplan korrekt zu lesen, chauffiert uns der Hüttenwirt des Glocknerhauses nach Heiligenblut, wo wir zu Mittag essen und uns etwas rumtreiben, bis wir am Nachmittag mit dem Postbus zum Glocknerhaus zurückkehren.
Anhang 1838


Glocknerhaus - Fusch an der Glocknerstraße
Anhang 1839Nach einer weiteren Nacht im Matratzenlager verlassen wir das Glocknerhaus um 07.50 Uhr. Wir steigen nördlich auf dem Weg Nr. 702 über die Grasmatten der Trögeralm zur Unteren Pfandlscharte (2.663 m) auf, welche wir um exakt 09.50 Uhr erreichen. Über Geröll, Steinblöcke und Altschneereste steigen wir ab durch das Untere Pfandlschartenkees, was viel Zeit und Energie kostet. Um 12.00 Uhr erreichen wir über den Oberen und Unteren Pfandlboden die bewirtschaftete Trauneralm (1.522 m), wo wir uns gebratenen Leberkäse mit Spiegelei und zwei Flaschen Bier gönnen. Um 13.00 Uhr folgen wir den Schotterstraßen entlang der Fuscher Ache und kämpfen uns nach Ferleiten vor, welches wir um 14.40 Uhr erreichen. Im Anschluss geht's mit dem Postbus nach Fusch.

Wetter: Durchwegs sonnig und schön.
Anhang 1840


Fusch an der Glocknerstraße - Kaprun
Anhang 1841Wir verlassen Fusch an der Glocknerstraße (818 m) um 08.15 Uhr. Nach einem längeren Anstieg durch den Wald über relativ angenehme Forstwege und Steige erreichen wir nach 900 zurückgelegten Höhenmetern die Hirzbachalm (1.715 m) um 10.25 Uhr. Uns drängt es gleich weiter zur Gleiwitzer Hütte (2.174 m) über einen steilen Anstieg, wo wir um 11.35 Uhr eintreffen und eine Erbsensuppe mit Frankfurter schlürfen. Um 12.20 Uhr brechen wir auf zur Brandlscharte (2.317 m), unseren letzten Gipfel dieser Woche, den wir um 13.00 Uhr erreichen. Es folgt ein langer Abstieg mit Blick auf unseren Ausgangspunkt Kaprun, vorerst durch einen toten Wald, später durch tropisch erscheinende Klimata. Um 15.25 Uhr treffen wir am Parkplatz der Gletscherbahnen in Kaprun ein. Mit dem Postbus geht's in fünf Minuten zum Kesselfall Alpenhaus.

Wetter: Bis zur Brandschlarte unbedeckt, anschließend ständig leichter Regen.
Anhang 1842

Martina250 15.05.2009 09:57

AW: Glocknerrunde
 
Wunderschön, bei uns soll es im August/September soweit sein. Freu mich schon tierisch. :)


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