Vollständige Version anzeigen : Individualtrekking Mongolei
hallo zäme
bin neu hier in diesem interessanten forum und habe ein par fragen an euch. meine frau und ich planen eine reise in die mongolei und sind auf der suche nach infos für folgende gebiete zum trekken (zu fuss). reisezeit von mitte mai bis ende juni 2008.
- hövsgöl nuur nationalpark
- har us nuur nationalpark
1. gibt es in den gebieten trekkingrouten?
2. benötigt man bewilligungen für die nationalparks? wenn ja wo sind die erhältlich?
3. kann man sich in hovd mit nahrungsmitteln eindecken?
4. ist das fischen in jedem gewässer erlaubt?
5. gibt es von den nationalparks topografische karten in einem vernünftigen massstab zum trekken, oder muss man mit den russischen generalstsabskarten zurecht kommen?
ich hoffe, einige fragen beantwortet zu bekommen.
gruss kusi
1. Nein, das ganze Land ist frei begehbar (mit Ausnahme von Grenzgebieten und militärischen Sperrzonen)
2. Grundsätzlich ja, eingehoben, bezahlt und kontrolliert werden Gebühren jedoch nur auf den Hauptzufahrtsrouten und von wenigen Wächtern. Am Khovsgol Nuur kommt man an den Gebühren sicher nicht herum (hohes Touristenaufkommen).
Am Khar Us Nuur habe ich noch nie erlebt oder gehört, dass man irgendwo bezahlen müsste. Zuständig ist für dieses Gebiet jedenfalls das WWF Büro in Khovd (istan der „Hauptstrasse“ zwischen Theater und Post gelegen).
3. Ja, empfehle den Markt, dieser hat jedoch Schliesstage.
4. Ob in allen, weiss ich nicht. Auf alle Fälle wär ich in den
Nationalparks vorsichtig.
Am Besten bei der Bezahlung der Gebühren fragen. Ich denke, dann wird eine Extragebühr fällig. Auf alle Fälle würde ich als Ausländer eher dort fischen, wo man nicht so leicht beobachtet werden kann.
5. Trekkingkarten hab ich noch nie gesehen. Bei den russischen Generalstabskarten würde ich eher das „muss“ weglassen. Diese Karten sind mit Ausnahme bei städtischen Bereichen, die einer Wandlung unterzogen waren (Ulaanbaatar), äusserst geeignet. Kyrillischkenntnisse wären jedenfalls nicht schlecht.
Nicht alle Gebiete der Mongolei müssen (zu allen Zeiten) geeignete Wandergebiete sein.
Heuer im Sommer war es etwa im ganzen Khovd Aimag so heiss und trocken, mit dem
Resultat, dass das Gras verbrannt war. Es gab extrem wenig Wasser und ich erlebte das erste Mal, dass die Nomaden nicht wie traditionell üblich, hinauf auf ihre Sommerweiden in die Berge zogen! Auch in einigen Khovsgolgebieten kann es richtige Mückenplagen geben. Der Norden ist ja schon Taigagebiet.
Soll keine Abschreckung sein, man sollte nur mit allem rechnen.
Viel Glück, Haribo
Danke haribo für deine Ausführungen
Habe in diesem forum gesehen, dass du während den Sommermonaten ganz in der Nähe lebst, wo wir gedenken hinzugehen. Hast du uns vielleicht einen guten Tourenvorschlag für ca. 10 Tage trekken im Khar-us Nuur Nationalpark? Über dieses Gebiet haben wir bis dahin noch kaum hilfreiche Informationen gefunden. Uns würde eben der mongolische Altai sehr reizen, weil wir gerne in den Bergen sind. Südöstlich vom Khar-Us nuur ist eine kleine Gebirgskette ca. 3500m (Bumbat Hayr Han nuruu). Sind diese Berge mit normaler Trekkingausrüstung zu besteigen oder benötigt man alpine Ausrüstung? Wir dachten eben an die Besteigung von einem Gipfel. Wir sind aber offen für andere Rotenvorschläge.
Habe noch eine frage: wie sieht es im Frühsommer mitte Mai bis ende Juni mit den Flüssen aus. Führen die zum Teil noch viel Schmeltwasser mit sich, so das das Furten zu gefährlich ist?
gruss kusi
Also direkt am Khar Us Nuur würde ich nicht trekken wollen. Der See liegt tief gelegen, wobei sich die südlich anschliessenden Gebirgszüge in N-S Richtung ziehen. Die Senken dazwischen sind Subwüsten, im Sommer sehr heiss und es bläst aus südlicher Richtung aus den grossen Gobiregionen auch schon mal ein Sandsturm nach Norden.
Die Gebirgskette die du meinst, ist das Jargalant Gebirge, welches sich durch einen Pass etwas teilt. Der südlichere Teil wird auch Bumbat Khairkhan genannt. Der höchste Berg dort ist Jargalant Uul (ca. 3.500 m), der höchste Berg des nördlicheren Teils ist der Ikh Bural Uul (ca. 3.800 m). Das ist wandermässig alles ohne Probleme zu bewerkstelligen. Der Gebirgszug bildet die geographische Trennlinie zwischen zwei Ethnien, im Westen eine oiratische Ethnie, im Osten die West-Khalkha im Chandman Bezirk. Aus diesem Bezirk kommen fast alle Obertonsänger her. Der westlich und parallel verlaufende Gebirgszug zwischen Zereg und Mankhan würde sich auch eignen, dort gibt´s den heiligen Zast Berg, mit knapp unter 4.000 m und einem flachen Gletscher.
Um zu viel Wasser führende Bäche brauchst du dich nicht sorgen, doch Mai wird zum Wandern in der Mongolei noch etwas früh sein.
Östlich des Khar Us Nuur findest du auch eines der Wiederansiedlungsgebiete der mongol. Wildpferde (Takhi
Für nur 10 Tage ist einer dieser Gebirgszüge zum Wandern sehr geeignet. Flug nach Khovd (früh und schon von hier kaufen und immer vor Ort bestätigen), dann Autofahrt (je nach Fahrzeug und Reifenpannen zwischen 5 und 8 Stunden) zu einem der folgenden Orte (Chandman, Zereg oder Mankhan), und von dort dann zu Fuss hoch. Bedenke, im Frühjahr leben noch keine Nomaden auf den Hochweiden, die ziehen erst zwischen Mitte und Ende Juni dorthin. In den Bergen hast du während dieser Zeit also keine externe Versorgungsmöglichkeit und auch keine weitere Hilfe zu erwarten.
Gruss, Haribo
Weshalb denkst du, ist der Mai noch zu früh um in der Mongolei zu trekken? Liegt noch zu viel Schnee oder ist es noch zu kalt?
Wir werden erst kurz vor mitte Juni in Khovd sein. zuvor werden wir in der nähen von Tsetserleg und am Khovsgol nuur trekken gehen.
Nun haben wir uns auch noch Gedanken gemacht, für das Gebiet nordwestlich von Khovd, den Tsambagarav uul Nationalpark. Dort sind dann aber grössere Gletscher welche das Besteigen der Berge erschweren und wohl eine gewisse alpine Erfahrung voraussetzen. Kennt jemand dieses Gebiet und wäre es geeignet, für 10 Tage trekking zu Fuss? Alpine Bergausrüstung (Steigeisen, Pickel, Seil etc.) haben wir nicht dabei.
Gruss kusi
Im Mai kann es noch sehr kalt sein, teilweise kann es sogar noch schneien, kommt jedoch auf die Gegend an. Rund um Tsetserleg und dem Khovsgol ist es besser, doch trotzdem warme Kleidung mitnehmen. Dies gilt sowieso, wenn du auch in höheren Regionen im Altai wandern willst. Am Tsambagarov gibt es zwar Gletscher, doch setzen diese keine großen alpinen Erfahrungen voraus. Weder Steigeisen, Pickel noch Seile sind dort nötig. Die Gegend ist diesbezüglich nicht unbedingt mit den Alpen vergleichbar.
Ich kenn jemand, der hin und wieder mal mit Ausländern dort reitet. Er wohnt in Khovd. Ich weiß ja nicht, ob deine Frage auf einen einheimischen „Führer“ gemünzt war?
Gruß, Haribo
meine frage ist nicht speziell auf einen einheimischen führer gemünzt. ich bin natürlich für jede info dankbar. wenn du also ein schönes und geeignetes gebiet im westen der mongolei kennst zum trekken dann nehme ich deinen vorschlag gerne entgegen.
gruss kusi
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