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Vollständige Version anzeigen : Tansania erleben


matis
12.09.2007, 18:20
Ein Brief wie ein Aufruf von unserer allseits beliebten Marion, die ein Jahr in Tansania arbeitet, lässt uns zusammenkommen. Jeder sucht und bucht sich seinen Flug. Dort wollen wir uns dann alle treffen. Kai fliegt über Nairobi Kenia, Martin direkt und ich wähle einen Anflug mit Ethiopien Airlines über Addis Adeba. Nie mehr!
Beim Aufenthalt in Addis Adeba gehe ich durch die Straßen und werde von einem abhängigen Drogendealer zum Abkauf angesprochen. Meine harschen Antworte: no sex, no drugs and no alcohol setzten ein Zeichen: mit der flachen Hand fährt er sich an der Kehle vorbei und hetzt seine zwei Türsteher los. Schnell bin ich in den nächsten Bus gestiegen und als die Tür zugeschlagen war, rief ich sodann frech rüber: komm, komm – dabei mit der Hand winkend.
So viele Flaks aufgestellt um den Flugplatz und so viele Soldaten unterwegs. Meine Frage wurde später beantwortet als die Milizen wieder einmal einen internen Krieg angefangen haben. Wann kommt der Staat zur Ruhe? Wohin gehen die Fördergelder? Wie in Tansania gibt es eine Beamtenklasse, die sich aus dem Staatshaushalt kräftig bedient. Die Bevölkerung spürt wenig von Verbesserungen.
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Ankunft am Flugplatz Kilimanjaro International Airport
Wer abgeholt wird hat es gut erwischt, aber eine Fahrt übers Land mit dem Bus ist für mich immer eine tolle Sache. Ich mache das gerne. Einfach losfahren. Zeit haben. Nach Arusha eine lange Fahrt. Und nach Usa-River oder Makromira muss man erstmal den Weg finden. So treffen wir nacheinander ein und freuen uns auf gemeinsame Abenteuer.
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Eine Wanderung in der Wildnis mit einem Besuch bei den Massai. Ich werde als Ausländer diesmal links liegen gelassen. Warum? Dazu komme ich gleich, aber so konnte ich unbemerkt meine Fotos machen. Wir waren schwer bewaffnet in der Wildbahn. Mit einem einzigem Speer unseres Guides! Ach ja, wegen der Abneigung: ich habe ein auffällige Narbe mit sichtbaren Stichen am Unterarm. Das sieht nicht gut aus, ich weis, aber damit Lebe ich seit meinem 5ten Jahr. Da Marion sich mit der Massaifrau unterhalten kann, sagte sie mir später, dass ich wie ein Krieger daherkam. Martin ist tapfer und darf des Nachts mit einem Krieger die Herde hüten. Ich hatte da keinen Drang danach. Falsche Erwartungshaltung? Mach du dein Ding – ich geh lieber in Norwegen allein umher.
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Wer in Tansania ist, sollte sich einen Abstecher zum Serengeti und Ngorogoro Nationalpark nicht entgehen lassen. Echte Wildtiere. Und die Tiere sind ängstlich Zebras, Gnus und Antilopen – Löwen sind faul – Büffel sind unberechenbar – Elefanten sind Master on the earth – Nashörner verstecken sich – Hypos scheinen träge – Hyänen sind immer auf der Suche – Geier sind nur am Boden ungelenkt.
Die Anweisung des Personals sind unbedingt folge zu leisten:
Go zick zack beim Elefanten! Und wenn die Herde kommt? Wie groß muss dann der Zick-Zack-Lauf sein? Fußballfeldgröße.
Flach hinlegen und stell dich Tod beim Büffel! Habt ihr einmal einen Büffel im Gallop rennen sehen? Schnell in den Bus klettern!
Und achtet bei der Mittagspause, die keine war, weil mir die Semmel entflogen worden ist durch einen Falken, dass ihr unter einem Baum euch setzt. Mit dem Rücken angelehnt. Spannend war es allemal, wenn auch man nach einem Tag die Zebras nicht mehr sehen kann. „Schau mal, ein Zebra.“ „Ja und? Seh ich doch den ganzen Tag.“ „Hast du ein Nashorn gesehen?“ „ Nein, schauen wir mal.“
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Auf der Rückfahrt gibt es einen Achsbruch des kleinen Busses.
Wir haben Zeit. Nein, wir haben eigentlich keine Zeit!
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Alle da? Na dann los auf den Hausberg von Arusha – dem Mt Meru.
Drei Tage rauf und runtergehetzt ohne auf die andere Seite zu wechseln zum Big Momela Lake. Am ersten Abend haben sich Engländer Tische und Stühle zum Dinner hochtragen lassen. Feudal! Zumindest hatten sie mehr Porters einen Job gegeben als wir, der wir auf uns allein gestellt waren. Bis auf den Guide. Den brauchst du als Schutz vor den Wildtieren, damit du immer brav auf dem Weg bleibst. Oder was?
Ich würde mir die Zeit heute nehmen und den Park auf der anderen Seite besuchen. Es lohnt sich. Mein Bekannter war dort und hat tolle Bilder gemacht.
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Tag der Organisation. Einkaufen am Markt. aber mit Viel Gelächter am Stand, weil die Batterien ohne Wirkung am Berg sein werden. Die haben wohl ihr Geschäft des Lebens gemacht.
Allein in Arusha unterwegs zu sein bei Einbruch der Dunkelheit ist so o-la-la. Mit dem Dala-Dala Bus habe ich Rückfahrt angetreten. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Doch oh weh, mittendrin ist auch dabei hält er an und lässt alle Insassen aussteigen. Dia Fahrt ist nicht lukrativ gewesen. Er drehte kurzum zurück nach Arusha. Da stand ich nun als einziger Weißer nachts am Straßenrand. Ich habe mir meine Mütze tief ins Gesicht gezogen. Dann bin ich den anderen nachgelaufen bis ich alleine war. Nie wieder allein nachts umherlaufen, es könnten Straßenräuber auf mich lauern. (Auf der Mauer auf der Lauer sitzt ne kleine Wanze …) Marion hat sich jedenfalls große Sorgen gemacht. Und dass ich jetzt vorsichtig übers Gras gehe – Schlangen kommen raus.

Ein junger Guide aus den Usambara Bergen mit noch einem jüngeren Assistant und der alte Koch dazu. Für die Mädels, wenn sie wollten, gab es Porter. Porter sind billig, aber wir Jungs wollten unsere Ausrüstung selber schleppen. Die Versorgung mit Frühstück, Mittag- und Abendessen kostete nur 20 Dollar Aufpreis. Und die Mengen waren riesig. Aber gekocht wurde mit Holz am offenen Feuer. Kahlschlag der Natur. Warum nicht meinen Benzinkocher nehmen?
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Die Anfahrt zum Gate
500Dollar abgedrückt. Der Aufstieg ist über das Shira Plateau geplant. Ich habe mich auf diese Route gefreut, wollte ich so nicht wie viele andere Touristen auf der Coca-Cola-Route laufen. Durch den Bergregenwald sind wir trockenen Fußes gekommen. Danach weiter aufs Shira Plateua. Dort einen Ruhetag eingelegt. Wir hatten schlechtes Wasser aus einem Loch geholt. Tip von meiner Seite: hier sich Wasser für den Tag mitbringen lassen. Dann am Lava Tower vorbei zur Arrow Glacier Hut auf 4800m. E ist keine Hütte. Vielmehr das letztes Camp. Mein Magen dreht sich um und ich bekomme Durchfall vom vermutlich schlechtem Wasser.
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Aufstieg um Mitternacht
Gut 1000 Höhenmeter bis zum Gipfel. Die Stirnlampen sind lichtschwach. Einer steigt aus und seine Freundin wird hochgeschoben und gezogen. Der Assistant singt vor lauter Angst. Die Querung übers glatte Firnfeld macht einigen Probleme. Ansonsten ist es eine Wanderung mit dazu leichter Blockkletterei. Am Sattel der Western Breach habe ich ein Zelt entdeckt. Super Idee hier zu übernachten und in den Reusch Krater zu steigen. Ich habe viel zuwenig zum Trinken dabei. Gerade einen Liter. Die letzte Kante und dann stehe ich am Uhuru Peak. Es ist besser als vom Gilmans Point am Kraterrand einen Kilometer entlang zu gehen in der Höhe. Ich haben fertig.
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Der Abstieg erfolgt über die Barafu Hut. 16 Stunden unterwegs mit einem Liter Marschtee. Die Entspannung spürt man beim Mountain Guide und seinen Gehilfen. Sie lachen, singen und tanzen am Morgen. Wohl weil es morgen Kohle gibt, oder?
Der Eklat bei den Tips, weil ich dem Koch zuviel und dem Assistant zu wenig gegeben habe. Oder war der Unterscheid nicht groß genug? Da sich keiner vorne hinstellen wollte, habe ich eben diesen Job übernommen. Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.
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Die Diskothekennacht in Arusha hat mir gut gefallen. Wir haben getanzt bei Steeldrum und groovigen Bassrhythmen.
Zum Ausklang ging es nach Sansibar. Einfach rumhängen und auf den Flieger warten.