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Vollständige Version anzeigen : Ladakh - Durch Buddhas Bergwüste


gurktaler
29.08.2007, 06:50
Gemeinsam mit einem bunt zusammengeworfenen Trupp aus Deutschen und Österreichern verbrachte ich im Juli 2007 drei Wochen in Ladakh. Aus der vorerst unsicheren und zweifelhaften Unternehmung entwickelte sich ein faszinierendes und einmaliges Abenteuer. Wir nahmen uns vor, zwölf Tage mit dem Mountainbike das Land zu erkunden, wobei zwei Touren zu je sieben und fünf Tagen von Leh ausgehend unternommen werden sollten. Die Teilnehmerstruktur entsprach einem Potpourri in jeglicher Hinsicht: Von Ende 20 bis Mitte 60, von unterschiedlichster Gesinnung und völlig verschiedener beruflicher Ausprägung. Doch zwei Interessen waren es, die uns alle verbanden und sämtliche sonst so scheinbar wichtigen Angelegenheiten in den Schatten stellten: Die Faszination an dieser uns so fremden Kultur und die Freude an der sportlichen Herausforderung des Radfahrens.


2360Natürlich ist eine Höhenanpassung in dieser Region für uns Mitteleuropäer zwingend nötig. Diese nutzten wir, um einerseits Leh, die „Hauptstadt“ von Ladakh, und andererseits die Klöster Hemis und Thiksey sowie den ehemaligen Königspalast in Shey zu besichtigen. Wir bestaunten die Shanti-Stupa, die Sankar-Gonpa und die Bauwerke am Tsenmo-Hügel hoch über Leh. Wir erfreuten uns am übertrieben lässigen Gehabe einiger „geistig beschleunigter“ Aussteiger (Danke, Chris, für diese Worte) aber vielmehr noch an der unendlichen Freundlichkeit und sanftmütigen Geduld der Ladakhis, bevor wir den Höhepunkten unserer Reise entgegensteuerten.


2381Die erste Mountainbikefahrt führte uns in die Region Changtang, Heimat der Nomaden nahe der tibetischen Grenze. Wir radelten in sieben Tagen über den Namshang La zu dem wunderschönen See Tso Moriri und anschließend über den Polokongka La zum weitgehend verschwundenen Tso Kar. Über den Taglang La, den zweithöchsten Straßenpass der Welt, ging es schließlich am dichter befahrenen Manali-Leh-Highway zurück nach Leh. Nach einem Tag Erholung gingen wir die zweite Tour an. Nachdem wir Leh Richtung Norden über den höchsten Straßenpass der Welt, den Khardung La (mit angeblichen 5.606 m), verlassen hatten, erwartete uns das Nubra-Valley in wunderschöner abendlich-sanfter Pracht. Den Nubra entlang fuhren wir nach Panamik und anschließend den Shyok entlang nach Diskit. Binnen zwei Tagen waren wir in der Folge wieder in Leh, nachdem uns die neuerliche Bezwingung des Khardung La teilweise an unsere Grenzen gehen ließ.


2361Eine Abrundung erfuhr das beeindruckende sportliche Erlebnis durch einen Besuch in den Klöstern Alchi und Likir sowie durch ein informatives kulturelles Arrangement in den Städten Delhi und Agra. Neben dem Roten Fort, einer Rikscha-Fahrt durch Old Delhi, dem Agra Fort und der verlassenen Stadt Fatehpur Sikri stand natürlich auch das Taj Mahal, die berühmteste Gruft der Welt, am Programm, bevor wir den indischen Subkontinent in Richtung Heimat wieder verliesen.


Der folgende kurze Reisebericht soll unsere Erlebnisse und Eindrücke wiedergeben und vielleicht auch als Bereicherung oder Motivation für interessierte Reisende dienen. Ein großer Dank gebührt – soviel vorweg – Edi Koblmüller und seinem Linzer „Bergspechte-Team“, welche die gesamte Reise souverän organisierten und denen es zu verdanken ist, dass die Tour für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen und faszinierenden Erlebnis wurde.

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1. Leh und Umgebung

1.1 Leh
2362Leh ist die „Hauptstadt“ der autonomen Region Ladakh innerhalb des indischen Bundesstaates Jammu und Kashmir (J&K). 15.000 Bewohner und etwa ebenso viele Touristen treiben sich in diesem bloß etwas größeren Dorf jeden Sommer herum. Leh befindet sich inmitten der Bergwüste des Westhimalaja in einem Seitental des Indus auf 3.500 m Seehöhe, weshalb eine körperliche Anpassung vom subtropischen Klima in Delhi an das Hochgebirgsklima unbedingt notwendig ist. Leh ist ein seit jeher weltlich orientierter Marktflecken und ein ehemaliger Schnittpunkt der Karawanenwege. Unter dem „Löwenkönig“ Sengge Namgyal wurde die Stadt um das Jahr 1600 königliche Dauerresidenz.

2363Von Leh aus starten wir unsere beiden Radreisen. Zudem bildet es den Ausgangspunkt für die Besichtigung der Klöster Hemis, Thikse, Alchi und Likir sowie für den Königspalast in Shey. In Leh selbst sehen wir uns neben dem Stadtleben auch die Shanti-Stupa, einen Tempel für verschiedene buddhistische Schulen, und die Sankar Gompa, ein kleines Kloster zwei Kilometer oberhalb der Stadt, an.




1.2 Hemis
2364Hemis, 45 km südöstlich von Leh, ist mit 500 Mönchen sowohl das größte als auch das reichste Kloster von Ladakh. Etwa ein Viertel aller in Ladakh kultivierten Äcker sind im Besitz des Hemisklosters. Von außen ist dem Kloster sein Reichtum überhaupt nicht anzusehen, sieht man sich jedoch im Inneren genauer um, erkennt man überaus kostbare Ritualgeräte und Statuen. Das Inventar wird dominiert von einer fünf Meter hohen sitzenden Statue von Buddha Shakyamuni im Versammlungsraum (Dukhang Parpa).
Das geistliche Oberhaupt von Hemis Drukchen Rinpoche, der nicht nur diesem Kloster, sondern der ganzen, vor allem in Bhutan verbreiteten Drukpa-Kargyüpa-Schule vorsteht.


1.3 Thikse
2382Thikse, 19 km südöstlich von Leh, ist ein Dorf, das sich über 5 km straßenseitig entlang zieht. Mit 35% Moslems gehört Thikse zu den islamischen Hochburgen in Ladakh. Die Vorfahren dieser Moslems wanderten im 16. Jahrhundert nach Ladakh ein, als der damalige König Jamyang Namgyal eine Prinzessin aus Baltistan heiratete. Das Kloster in Thikse wurde von einem Schüler des Gründers des Gelbmützenordens, Tsongkhapa, und zwar von Sherap Zangpo, gegründet, erreichte jedoch erst wesentliche Bedeutung unter dessen Neffen Palden Sherap.
Besonders beeindruckend ist die zweistöckige Figur in einem eigenen Tempel, welche den Buddha Maitreya, den Buddha des kommenden Weltenzeitalters, darstellt.



1.4 Shey
236516 km südöstlich von Leh stehen die Ruinen des alten Königspalastes in Shey. Dieses war die Hauptstadt der ersten Herrscher von Ladakh, bis im 15. Jahrhundert der Regierungssitz nach Leh verlegt wurde. Seinen Namen verdankt der Palast von Shey (slel = „Glas, Kristall“) der hellen Farbe des Gesteins, auf dem er vor etwa 1000 Jahren erbaut wurde.
Wiederum wird das Interieur dominiert von einer Großfigur, und zwar von einer acht Meter hohen Kupferstatue von Buddha Shakyamuni.



1.5 Alchi und Likir
2366Das Kloster Alchi ist 64 km westlich von Leh situiert und zählt mit seiner 1.000 Jahre alten Tempelanlage zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind die Wandmalereien aus der Kultur des Königreiches in Kaschmir, weshalb Alchi für Kunsthistoriker als Juwel unter den Klöstern Ladakhs gilt. Während in anderen Klöstern verständlicherweise die Blitzlichtfotografie verboten ist, ging die Verwaltung von Alchi leider so weit, jede Art von Fotografie im Inneren der Klöster zu untersagen.



2367Das Kloster Likir liegt etwa 50 km westlich von Leh. Entstanden ist es im Jahre 1065. Es wurde gegründet von einem Meditationsmeister, welcher diesen seit Urzeiten heiligen Ort dafür auswählte und ihn mittels magischer Riten mit fiktiven Schlangenkörpern umschloss, um die Angriffe böser Dämonen abzuwehren. Daher bekam die Gompa den Namen Lu-Khyil, „die von Schlagen Umschlossene“. Auffällig ist die riesige Statue des Buddhas Maitreya, welche den Besucher am Eingang des Klosterkomplexes begrüßt. Leider blieben uns die Räume von Likir verschlossen und der Mönch mit den Schlüsseln war nirgendwo aufzufinden. Dafür hatten wir jedoch das Glück, ein Klosterfest mit rituellen tibetischen Tänzen miterleben zu dürfen.

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2. Changtang

2383

2.1 Leh – Hyamya (80 km, 750 hm)
2368Von Leh ausgehend fahren wir auf für ladakhische Verhältnisse hervorragender Straße Richtung Südosten den Indus aufwärts. Bei der Ortschaft Upshi verlassen wir den verkehrsreichen Manali-Leh-Highway und radeln weiter dem Indus entlang in einem einsamen Tal. Der Lagerplatz liegt etwa 5 km vor dem Dorf Hyamya (3.610 m). Die Fahrt ist hervorragend für eine Einstimmung auf die kommenden Tage geeignet. Die Anstiege sind einfach und auf guter Straße zu bewältigen



2.2 Hyamya – Sumdo (100 km, 1.400 hm)
2369Wir folgen dem Indus flussaufwärts in einem ständigen Auf und Ab (vorwiegend Auf) bis zur Brücke bei der Ortschaft Mahe. Von dort fahren wir konstant bergauf zum wunderschön gelegenen Camp bei Sumdo (4.450 m).
Die schwierigste und anstrengendste Etappe der ersten Fahrt. Der Ausfall in der Gruppe erhöht sich auf 50%. Während die Straßenbeschaffenheit bis Mahe die Anstiege als weniger schlimm erscheinen lässt, verläuft die restliche Strecke (etwa 15 km) auf holpriger Schotterpiste.


2.3 Sumdo – Korzok (41 km, 600 hm)
2370Von Sumdo aus steigt der Weg 11 km an bis zum Namshang La (4.840 m), anschließend folgen die Abfahrt um den Thadsang Karu herum und ein erster kurzer Ausblick auf den Tso Moriri (4.500 m), den wir am Ufer entlang bis Korzok radeln.
Trotz gering zu bewältigender Wegstrecke ein anstrengender Tag. Hauptursache dafür sind die ab dem Thadsang Karu beginnenden katastrophalen Pistenverhältnisse. Fahren wir am Weg oder irgendwo querfeldein? Dasselbe scheinen sich auch die Militärjeepfahrer zu fragen, die ihre Wägen durch die hohen Sandpisten quälen.


2.4 Korzok – Puga (51 km, 520 hm)
2371Morgens besuchen wir das Kloster in Korzok. Auf bekannter Strecke radeln wir zurück – rauf auf den Namshang La (4.840 m) und runter nach Sumdo. Bei der dortigen Militärbrücke zweigen wir nach Westen nach Puga ab, wo sich unser Lagerplatz nahe der Hot Springs befindet.
Neuerlich kämpfen wir uns über Schotter- und Sandpisten bis hinauf auf den Pass. Die restliche Strecke stellt sich als wesentlich freundlicher und ohne größere Schwierigkeiten zu bewältigen dar.



2.5 Puga – Pangunagu (45 km, 660 hm)
2372Wir verlassen das Camp bei Puga und bewältigen den Polokongka La (4.900 m). Anschließend erfolgt der Downhill zum Tso Kar, den wir im Nordwesten umradeln. Bei Pangunagu (4.600 m) befindet sich schließlich das Etappenziel.
Schlechte Schotterpisten und teils knöchelhohe angewehte Sandwechten führen dazu, dass das Vorwärtskommen anstrengend und langsam ausfällt. Den Höhepunkt bildet schließlich ein gewaltiger Sandsturm vor dem Tso Kar (oder was von diesem verbrackten Salzsee noch übrig ist). Ein schwieriger und langer Tag.


2.6 Pangunagu – Lato (73 km, 800 hm)
2373Nach 7 km querfeldein durch die Moore Plains erreichen wir wieder den Asphalt des Manali-Leh-Highways. Dort geht es 34 km rauf auf den Taglang La (5.350 m), den zweithöchsten Straßenpass der Welt. Die Strapazen werden durch die anschließende kilometerlange Abfahrt bis zum Lagerplatz in Lato (4.010 m) entschädigt.
Die Bewältigung des Taglang La stellt auf Grund teils rütteliger Steinpisten und ständigem Militärverkehr eine große Anstrengung dar. Wohltuend ist, dass das Camp deutlich niedriger als die letzten Schlafplätze liegt.


2.7 Lato – Leh (73 km, 400 hm)
2374Durch eine wilde Canyonlandschaft geht es ständig bergab, vorbei an den Dörfern Pulu und Miru, bis wir bei Upshi wieder den Indus erreichen und auf bekannter Strecke konstant leicht bergauf zurück nach Leh radeln, wo die kalten Biere schon auf uns warten.
Angenehme Abschlussfahrt vorerst durch ein wunderschönes verkehrsarmes Tal. Der anschließende Anstieg nach Leh war anstrengend, auf Grund der guten Straßenverhältnisse jedoch angenehm.

[break=Nubra]

3. Nubra

2384

3.1 Leh – Khalsar (120 km, 2.200 hm)
2375Wir verlassen Leh und radeln in Richtung Norden ständig bergauf auf vorerst guter, anschließend holpriger Straße über 41 km auf den Khardung La, mit 5.606 m den höchsten Straßenpass der Welt. Da wir den erst um etwa 15.00 Uhr erreichen, eilen wir uns anschließend in einem gewaltigen Downhill über etwa 80 km ins Dorf Khalsar (3.230 m).
Nach dem Ruhetag in Leh ist der Khardung La zu bewältigen. Dennoch gestaltet sich die Auffahrt mühsam und langwierig. Die Abfahrt entschädigt tausendfach: Es ergeben sich abendliche Ausblicke in das beeindruckende Nubra-Valley, ein breites Seitental des Indus, durchzogen von Sandwüsten, endlos lang bewässerten grünen Siedlungsräumen und senfgelben Feldern.


3.2 Khalsar – Panamik (46 km, 400 hm)
2376Die Fahrt geht durch das Nubra-Valley entlang des gleichnamigen Flusses nach Norden bis nach Panamik (3.200 m), bekannt für seine Hot Springs, Schwefelquellen, für die wir uns mangels Bademöglichkeiten nicht weiter interessieren.
Nach dem anstrengendem Vortag ist diese Etappe einfach und angenehm. Auf dem Weg nach Panamik gelingt es uns noch, das Kloster Sumur zu besichtigen.



3.3 Panamik – Diskit (58 km, 560 hm)
2377Wir kehren auf bekanntem Weg zurück zur Brücke am Shyok und zweigen dort nach Westen ab. Über den „Khalsar Loop“ und über spektakulär in die Berge eingepasste Straßen folgen wir dem Shyok flussabwärts bis nach Diskit (3.410 m), der „Hauptstadt“ des Nubra-Valleys.
Wir sind auf den guten Straßen relativ schnell unterwegs und erreichen das Camp bereits um 13.15 Uhr. Nach Visitation einer Teilnehmerin im örtlichen „Krankenhaus“ fahren wir mit den Jeeps nach Hundar, wo wir auf eine von Einheimischen gehaltene Horde von Kamelen stoßen, welche dort als touristische Attraktion gehalten werden.


3.4 Diskit – Khardong (35 km, 860 hm)
2386Von Diskit geht es vorerst auf weitgehend ebener Straße zurück nach Khalsar, anschließend ständig bergauf bis zum Lagerplatz auf etwa 4.000 m im freundlichen Dorf Khardong.
Auf Grund der auf dieser Höhe noch relativ guten Pisten- und Straßenverhältnisse ist die gesamte Etappe gut zu bewältigen. Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir das Etappenziel. Dort bereitet unser elfköpfiges lokales Team anlässlich der letzten gemeinsamen Etappe eine Party für uns vor. Nach genügend Chang (lokal gebrautes Bier) und Godfather (importiertes, starkes Bier) wird bei lauter, aus einem Jeeplautsprecher dröhnender Musik ums Feuer getanzt.


3.5 Khardong – Leh (65 km, 1600 hm)
2378Wir verlassen Khardong und bewältigen neuerlich den höchsten Straßenpass der Welt, den Khardung La (5.606 m). Anschließend erfolgt ein 40 km langer Downhill über 2.000 hm zurück nach Leh.
Die letzte und für mich schwierigste Etappe hatte es in sich: Neuerlich der Khardung La. Binnen 25 km waren 1.600 Höhenmeter auf großteils steindurchzogenen Pisten zu bewältigen. Das Erreichen des Passes und die folgende Abfahrt jedoch ließen alle Strapazen als unwesentlich erscheinen.



[B]4. Delhi und Agra

4.1 Delhi
2379Delhi ist vordergründig ein Schock. Nach den Radtouren im für Mitteleuropäer klimatisch angenehmen Himalaya bei freundlichen und Fremden gegenüber offenen Menschen werden wir binnen einer Flugstunde in eine stinkende und schwüle Riesenmetropole geworfen. Wie das Klima ändert sich auch die Mentalität der Bewohner. Die Gegensätze sind auffällig: Während in den Straßen insbesondere in Old Delhi an jeder Ecke Armut herrscht, thront die reiche indische Gesellschaftsschicht in bewachten Palästen im von den Briten entworfenen Stadtteil New Delhi. Da sogar der Reiseführer davon spricht, dass es „kaum einen Grund“ gäbe, „sich länger in Delhi aufzuhalten“, beschränkt sich unser Besichtigungsprogramm auf eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und eine Rikscha-Tour durch die engen, überbevölkerten Gassen von Old Delhi. Mit diesen Fortbewegungsmitteln erreichen wir das im Jahr 1639 vom Mogul Shah Johan gebaute Rote Fort, das an die Gefallenen des ersten Weltkrieges erinnernde India Gate, das beeindruckende Parlamentsgebäude und die riesige alte Moschee Jama Masjid, das größte moslemische Gotteshaus in Indien und eines der größten der Welt.

4.2 Agra
2385Nach einem relativ kurzen Aufenthalt in Delhi verbringen wir eineinhalb Tage im 200 km südlich gelegenen Agra, wo wir ein kulturelles Besichtigungsprogramm absolvieren: Das Agra Fort zeugt von der Hochzeit der Mogulära. 1566 wurde es aus roten Sikrisandsteinen gefertigt. Eines der bekanntesten Denkmäler der Welt und gleichzeitig Indiens Wahrzeichen ist ein Grab: Das Taj Mahal (wörtlich: „Die Krone des Palastes“) wurde vom Mogulkaiser Shah Jahan anlässlich des Todes seiner Lieblingsfrau Arjumand Banu Bagam als Mausoleum errichtet. Diese verstarb bei der Geburt ihres 14. Kindes im Alter von 38 Jahren im Jahr 1631. Bis sie im Marmorgebäude beigesetzt werden konnte, vergingen 22 Jahre. Da Umwelteinflüsse dem Denkmal stark zusetzen, wurden mit fossilen Brennstoffen betriebene Verkehrsmittel rund um das Wahrzeichen verboten, weshalb wir mit einem batteriebetriebenen Bus anreisen. Schließlich steht noch Fatehpur Sikri, die verlassene Stadt, welche vollständig aus rotem Sandstein gefertigt wurde und von den Mogulherrschern bloß über 14 Jahre bewohnt wurde, auf unserem Besichtigungsprogramm, bevor wir wieder nach Delhi aufbrechen.

[break=Reiseübersicht]

238013.07.2007: Anreise von Wien nach Delhi
14.07.2007: Morgenflug von Delhi nach Leh, dortige Besichtigung
15.07.2007: Besichtigung von Hemis, Thikse und Shey
16.07.2007: Besichtigung der Sankar Gompa und der Shanti Stupa
17.07.2007: MTB Leh – Hyamya
18.07.2007: MTB Hyamya – Sumdo
19.07.2007: MTB Sumdo – Korzok (Tso Moriri)
20.07.2007: MTB Korzok – Puga
21.07.2007: MTB Puga – Pangunagu (Tso Kar)
22.07.2007: MTB Pangunagu – Lato (Tanglang La)
23.07.2007: MTB Lato – Leh
24.07.2007 : Ruhetag in Leh
25.07.2007: MTB Leh – Khalsar (Khardung La)
26.07.2007: MTB Khalsar – Panamik
27.07.2007: MTB Panamik – Disikt (- Hundar per Jeep)
28.07.2007: MTB Diskit – Khardong
29.07.2007: MTB Khardong – Leh (Khardung La)
30.07.2007: Besichtigung von Alchi und Likir
31.07.2007: Morgenflug nach Delhi, dortiges Besichtigungsprogramm
01.08.2007: Fahrt nach Agra, Besichtigung von Agra Fort und Taj Mahal
02.08.2007: Besichtigung Fatehpur Sikri, Rückfahrt nach Delhi
03.08.2007: Nachtflug von Delhi nach Wien, Ankunft um 06.15 Uhr

leh3500
25.01.2008, 18:07
Tolle Reise, klasse Bilder, ich habe diese in ähnlicher Form in 2005 gemacht und die Bilder erinnern mich sofort wieder an eine unvergessliche Mountainbikereise.
:)

Lasse
15.04.2008, 20:52
Hallo, hört sich gut an deine reise.
Wie schätzt du die Lage derzeit ein, ist Ladakh ein recht sicheres Reiseland was die politische Situation angeht?
Wop kann ich darüber infos bekommen?
Gruß LAsse

gurktaler
16.04.2008, 07:28
Hallo Lasse!

Ich kam im letzten Jahr in Ladakh zwar immer wieder mit dem indischen Militär in Kontakt allerdings in völlig problemlosen Situationen. Meistens wollten die Uniformierten sich bloß mit dem wahnsinnigen Europäer, der völlig unverständlich mit dem Fahrrad durch die Gegend tourt und sich daher natürlich auch kein Automobil leisten kann, ablichten lassen. Das österreichische Außenministerium widerspricht sich hinsichtlich der Reiseinformation, indem vor "Reisen in die ländlichen Gebiete von Jammu und Kashmir (außer Ladakh)" gewarnt wird, gleichzeitig aber von einer "hohen Sicherheitsgefährdung" in Ladakh gesprochen wird (vgl http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/buergerservice/reiseinformation/a-z-laender/indien-de.html?dv_staat=61). Ich persönlich würde zum derzeitigen Stand jedenfalls wieder in Ladakh oder Zanskar einreisen. Auf Srinagar und den nordwestlichen Teil von Jammu und Kashmir entlang der pakistanischen Grenze würde ich aber eher verzichten.

maikaefer
04.04.2009, 21:20
hello!

dumme frage,...aber de mountenbikes habt ihr schon mitn flugzeug nach indien gebracht?

oda kan ma sich de auch vor ort kaufen! horcht sich nämlich ziemlich lässig an mit dem radl durch ladakh zu fahren!;-)

lg

gurktaler
06.04.2009, 06:25
Wir haben alle unsere Mountainbikes mit nach Indien gebracht. Ist soweit kein Problem. Sie müssen als Übergepäck am entsprechenden Schalter aufgegeben werden. Natürlich ist das Zittern im Zuge der ersten Begutachtung enorm, ob denn da nicht irgendwas beim Transport kaputt wurde. Bei uns gab es während vier Flügen (Wien-Delhi, Delhi-Leh und beides retour) soweit keine Probleme.

Natürlich kannst du in Leh auch Mountainbikes kaufen oder mieten. Aber dass du damit glücklich wirst, bezweifle ich massiv. Ein Kauf zahlt sich ja auch überhaupt nicht aus, sofern du nicht einige Monate unterwegs bist. Ein oder zwei Geschäfte habe ich gesehen, die ganz ordentliche Bikes anbieten. Was die dort kosten, habe ich nicht recherchiert.

LG - Markus

maikaefer
06.04.2009, 15:28
aha! Also is derzeit eh erst mein aller erster Trek meines Lebens!:D
ober i ho ma docht das i ma vielleicht für den einen oder anderen tag auch ein fahrrad ausleihen kann!

mah,..stelle i ma ober voi umständlich vor das rad nach leh hin und wieder zurück nach wien zu bringen ohne das was kaputt wird!*gg*

lg