Vollständige Version anzeigen : Warm bleiben im Zelt im Winter
lostinspace369
20.08.2007, 15:14
Liebe Leute,
im November/Dezember gönnen wir uns eine Reise ins Himalaya (Bhutan). Laut Reiseführer ist es dort zu dieser Zeit tagsüber zwar angenehm, nachts soll es dort aber um die 10 Grad minus kalt werden. Laut Klimatabelle halte ich auch 20 Grad auf 4.000 Meter Höhe für nicht unrealistisch.
Was tun ? Ausrüstung mieten wie in Nepal geht nicht. Wir haben zwar recht gute Schlafsäcke, aber unter - sagen wir - minus 5 Grad wird es ungemütlich. Einen neuen kaufen für nur eine Reise will ich eher nicht. Was haltet Ihr von folgenden Ideen:
- Benzintaschenofen in den Schlafsack legen.
- Zeltheizung Coleman Blackcat.
Am Gewicht soll es nicht scheitern. Beides ist - von den Packpferden - noch tragbar. Sorgen macht mir höchstens die Co2-Entwicklung beim Heizen. Die Luft auf 4.000 m ist ohnehin schon dünn, wenn man nur mittelmäßig akklimatisiert ist.
Hat jemand Erfahrungen mit der Zeltheizung bzw Taschenofen im Schlafsack ? Andere Ideen ?
Mit Dank im Voraus
Jürgen
Carsten010
21.08.2007, 07:00
Hallo zusammen,
Benzinofen im Schlafsack ist keine so tolle Sache. Der arme Sack wird total
stinkig und bei Fehlbenutzung des Taschenofens verbrennt man zusammen
mit dem Sack ->nicht gut
Ich würde kochend Wasser in eine Nalgeneflasche füllen und als Wärmflasche
benutzen, was sehr gut funktioniert.
Mein Haupttipp ist immer noch ein neuer Schlafsack. In dem Geschäft,
das mich als Outdoor-verkäufer beschäftigt, gibts gerade 2006er Salewa
Diadem Pro um 50% reduziert. Ein -5 Grad Schlafsack in bester Daune kostet
so ca 115 Euro, ein -10er dann 150 Euro.
Mehr Infos gerne per PN.
CU
Carsten
Tja - wenn ihr euch Bhutan gönnen könnt, solltet ihr euch auch nen ordentlichen Schlafsack leisten können :D . Hilfsweise ein zusätzliches Innen-Fleece-Inlay, das bringt einiges an Komfort. Oder auch einfach warme Unterwäsche für die kälteren Nächte.
phacops
walkabout
21.08.2007, 07:28
War bisher im Winter nur in Ladakh und da war es echt schattig (auch auf ca. 4000m schon). Ich würde auf jeden Fall zu einem warmen Schlafsack raten, wenn die Pferde das tragen, dann kann man ja auch zu einem günstigerem Kunstfaserschlafsack (da gibt's manchmal echt günstige) greifen. Außerdem ist man ja im Himalaya ja doch recht schnell recht hoch und da freut man sich schon über jedes Sauerstoffmolekül, das im Zelt herumschwirrt - wenn das dann noch verbrannt wird... ich weiß nicht.
Hallo zusammen,
Benzinofen im Schlafsack ist keine so tolle Sache. Der arme Sack wird total
stinkig und bei Fehlbenutzung des Taschenofens verbrennt man zusammen
mit dem Sack ->nicht gut
Hallo Carsten,
Bei einer Fehlfunktion des Taschenofens im Schlafsack verbrennen? Nöö, nöö, das sollte alleine technisch nicht gehen, es gibt keine offenen Flammen, vielmehr glimmen die Benzindämpfe durch flammenlose Katalysatortechnik recht geruchsfrei weg. Ich empfehle einen Guten von Peacock zu nehmen.
Ich habe auch nicht feststellen können, daß der Schlafsack bei der Nutzung des Taschenofens stinkig wurde.
Wenn ich mich irren sollte, so kläre mich bitte auf, unter welchen Umständen der Taschenofen einen Schlafsack entflammen sollte. Ist es nicht so, daß ein Schlafsack selbst bei Feuer nicht lichterloh brennt, sondern an der Kontaktstelle nur schmilzt?
Mein Haupttipp ist immer noch ein neuer Schlafsack. In dem Geschäft,
das mich als Outdoor-verkäufer beschäftigt, gibts gerade 2006er Salewa
Diadem Pro um 50% reduziert. Ein -5 Grad Schlafsack in bester Daune kostet
so ca 115 Euro, ein -10er dann 150 Euro.
Yap, das sehe ich auch so, ein neuer Schlafsack wäre sicherlich besser. Wenn Übernachtungen in Kältenächten nur die Ausnahmen sind, kann man sich kurzfristig auch mit einem Seiden- oder Fleeceinlett behelfen, dann wird es aber wieder eine Gewichtsfrage.
Oder einfach wärmende Unterwäsche anziehen, das bringt auch eine Menge.
LG, Lemmy
Das sinnvollste wäre aus meiner Sicht ein ausreichend warmer Schlafsack, schön ist dazu noch eine kuschlige Daunenjacke. Bei Temperaturen bis -10°C und trockener Kälte kommt man aber auch mit warmen Fleece noch gut zurecht. Ich persönlich mag Daune lieber, aber wenn Gewicht und Packmaß nicht so die Rolle spielen, das Geld dagegen um so mehr, könntet ihr ja versuchen, eines von den Ajungilak Kufa Monstern preiswert zu bekommen.
So einen Benzintaschenofen habe ich auch - zwei mal auf Wintertour dabei gehabt, praktisch nie benutzt. Ist ganz nett, um die Hände mal zu wärmen, aber taugt IMHO nicht als Ausgleich für einen zu dünnen Schlafsack. Eine Siggflasche mit warmen Wasser am Fußende ist ganz angenehm zum Einschlafen.
Ein Fleeceinlet sollte den Temperaturbereich des Schlafsacks schon noch mal nach unten erweitern, sofern es dadurch nicht zu eng wird. Die Dinger sind verhältnismäßig voluminös und schwer, aber da es darauf bei euch ja nicht so sehr ankommt, wäre das vielleicht eine Alternative zu einem neuen Schlafsack. Möglicherweise könnt ihr damit den Sprung von -5°C Komfort zu -10°C schaffen, Wunder würde ich aber nicht erwarten.
Eine Heizquelle (wie auch immer) schafft im Zelt im wesentlichen nur so lange Wärme, wie sie läuft. Danach kühlt das Zelt relativ schnell wieder aus (so jedenfalls meine bisherige Erfahrung). Das ist also ganz nett für die Abendstunden im Zelt, aber ihr werdet kaum genügend Kartuschen mitnehmen können, um die Heizung mehrere Nächte durchgehend laufen zu lassen. Abgesehen davon, daß ich es für keine so gute Idee ist, dabei zu schlafen (es ist trotz allem ein Feuer, das man nicht unbewacht lassen sollte, und bei unzureichender Lüftung kann es mit dem Sauerstoff eng werden). Die Black Cat Heizung kenne ich nicht, eine Alternative dazu kann eine Benzin- oder Gaslaterne sein, die neben der Beleuchtung auch ordentlich Wärme abgibt. In einem kleineren Zelt reicht das schon, um während des Betriebs angenehme Temperaturen zu schaffen. Bei Gas sehe ich allerdings die folgenden beiden Probleme (betrifft Laternen und die Black Cat Heizung gleichermaßen): ihr braucht eine Gasmischung, die auch noch bei der Höhe und den zu erwartenden Temperaturen gut funktioniert, und ihr braucht dieses Gas in den passenden Schraubventil-Kartuschen (hilfsweise Stechkartuschen plus Adapter). Beim Betrieb muss natürlich für ausreichend Lüftung gesorgt werden.
Christine
lostinspace369
21.08.2007, 19:07
Danke für Eure Tips. Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und eine Schlafsack kaufen.
Da es nicht so aufs Gewicht ankommt, kaufe ich vielleicht einen dünnen Kunstfaser-Schlafsack, den ich dann über meinen kuscheligen Daunenschlafsack ziehe. So komme ich wohl am günstigsten weg. Die Wärmflasche ist auch eine gute Idee. Die Wärme wird wohl nur nicht bis zum kältesten Punkt der Nacht reichen. Eine Lampe für etwas Wärme, während wir noch wach sein und eh noch Licht brauchen, ist auch eine gute Idee. Da hat bislang immer die LED-Stirmleuchte gereicht... Da werde ich mich schlau machen, was auf 4.000 m noch gut brennt.
Jürgen
Da es nicht so aufs Gewicht ankommt, ... Eine Lampe für etwas Wärme, während wir noch wach sein und eh noch Licht brauchen, ist auch eine gute Idee. Da hat bislang immer die LED-Stirmleuchte gereicht... Da werde ich mich schlau machen, was auf 4.000 m noch gut brennt.
Jürgen
Hallo Jürgen,
also wenn es nicht auf das Gewicht ankommt, so nimm doch eine Petromax mit, die gibt Dir bombig Licht und heizt wie der Teufel. :D
Spaß beiseite, der hört bei -20° Celsius sehr schnell auf, dann wird es ernst - auch nur eine Nacht bei diesen Temperaturen in einem Schlafsack ausgelegt für max. -5°C ist lebensmüde, sorry. Da bringt auch ein Taschenofen für warme Füße und ein Inlett gar nichts. Ich war mal in Schweden bei -10° Celsius mit einem Ajungilak Kompakt Winter plus Inlett unterwegs - nein, das war nicht nett, obwohl andere darin schon bis zu -15°C angeblich haben prima schlafen können (Bewertungen bei Globetrotter). Und dieser ist auch bis -5°C ausgelegt, angeblich.
Tu Dir den Gefallen und glaube den hiesigen Kommentaren: kaufe Dir ein ordentlichen Daunenschlafsack, Du wirst es nicht bereuen. :up:
Viel Spaß auf Deiner Reise, tolles Ziel!
LG, Lemmy
PS: stimmt es, daß der Energieaufwand zur Wärmeaufrechterhaltung mit fallenden Temperaturen exponential steigt???
2323wiesel
23.08.2007, 20:09
das wäre mein vorschlag:
leider ist das (noch) nicht mein zelt
(quelle: www.feuerzelte.de)
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