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Vollständige Version anzeigen : Tipps für Übungstouren


vito_corleone
22.07.2003, 18:00
Hallo liebe Leute,

ich spiele mit dem Gedanken, in den nächsten zwei Jahren eine Trekkingtour im Himalaya zu unternehmen. Deshalb möchte ich vorher (ich habe relativ wenig Bergerfahrung, erst recht nicht mit großen Höhen) herausfinden, wie ich auf Höhen oberhalb von 3500 Meter reagiere. Kann mir jemand Vorschläge machen, wo ich den Alpen möglichst hoch laufen kann, ohne daß es "technisch" wird - auf Klettern und so habe ich keine Lust, allenfalls darf es ein wenig ausgesetzt sein oder eine leichte Blockkletterei.

Wie sieht es eigentlich mit Akklimatisation in den Alpen aus? Gelten da die gleichen Regeln wie im Himalaya (Schlafhöhe nur um 300m pro Tag erhöhen)?
Schon mal vielen Dank für Eure Vorschläge!

Karin_S
23.07.2003, 08:09
Hallo,

Tipps in den Alpen kann ich Dir leider nicht geben, aber grundsätzlich gilt, dass man Akklimatisation nicht üben oder trainieren kann!
Was heuer super klappt, kann in 4 Wochen schon ein Problem sein und es ist keine Frage der Fitness, ob Du höhenkrank wirst oder nicht. Ich habe Leute, die in den Alpen auf 3500 m unterwegs waren in Nepal bei 3000 m umkippen sehen und andererseits haben wir Flachlandtiroler uns bei maximal 800 m vorbereitet und hatten auf 5300 m außer dem leichten Schlaf noch nicht einmal Kopfschmerzen. Nach meiner Auffassung/Erfahrung sind nicht Fitness usw. ausschlaggebend, sondern Vernunft bei der Wanderung selbst.

Die Regeln für die Akklimatisation sind überall gleich, da unterscheiden sich Alpen nicht vom Himalaya.

Gruß
Karin

Peter_N
23.07.2003, 11:56
Das Thema der Höhenanpassung wird oft unterschätzt. Auch in den Alpen, und gerade auf Bergwanderungen "nur" um die 2500m kann man höhenkrank werden. Ein Training dafür gibt es nicht, aber man kann seinen Körper an die grössere Höhe gewöhnen. Jeder braucht seine individuelle Zeit der Anpassung. Vorzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel und /oder Erbrechen sollten ernst genommen werden. Dies sind meist die ersten Anzeichen von mangelnder Höhenanpassung.
Nun sollte man aber, wenn man in größere Höhe sich bewegen will, schon einmal zu Hause, oder in den Alpen, dies testen, wie man persönlich die Höhe über 3500m (Deine Angabe) empfindet. Wieviel Zeit braucht mein Körper, um ohne Beschwerden die größere Höhe zu ertragen. Diesen Prozess der Anpassung nennt man Akklimatisation.
Nicht zu vergessen, das man in größere Höhe durch Ausatmen, schwitzen usw... einiges an Flüssigkeit verliert. Dies muss durch ausreichendes Trinken ausgeglichen werden.
Jüngst hat im Heft vom DAV "PANORAMA" ein Fachbericht über Höhenmedizin gestanden,
den Du Dir über diesen Link im PDF Format herunterladen kannst. Artikel ist im letzten Drittel dieser Ausgabe:
http://www.alpenverein.de/amicaro/database/pdf/pdf319.pdf

Sollte es nicht klappen, dann klick hier und gehst auf Service / Artikel "Medizin und Fitness"
http://www.alpenverein.de/panorama/ausgaben.php?ausgaben_id=5&jahr=2002&open=panorama

oder wissentschaftlicher in englisch (wenn es interessiert)
http://www.ismmed.org/np_altitude_tutorial.htm

Tipp von mir. Besuch ein Berggebiet in den Alpen, in dem es "leichte" Wander3000er/Höhenwege gibt. Starte Deine Touren in den ersten 2 Tagen nicht über 2500m, auch wenn Du Dich fit fühlen solltest.
Gehe am 3. Tag bereits auf einen 3000er oder darüber. Dann stellst Du schon fest, wie Dein Körper mit der Höhe zurecht kommt. Soll aber nicht heissen, das Du hier in den Alpen 3 Tage der Anpassung benötigst und dies auch so in Nepal oder andere ferne Länder ist. Faktoren wie anderes Klima, anderes Essen, Zeitumstellung, grössere Höhe usw... können Gründe für eine längere Anpassung bedeuten.
Alles was höher wie 3500m in den Alpen liegt, kann man nicht mehr als "leichte" Wander3000er bezeichnen.

Pässe, Berge die etliches über dieser Höhe (4500m und höher) liegen (im Himalaya oder anderswo), sollten nicht am Anfang der Tour liegen.Trinke ausreichend, oder mehr wie Du Durst hast (sollte aber kein Alkohol sein) ¤*#;), dann sollte eigentlich nichts schief gehen.

Gruss Peter