Vollständige Version anzeigen : Anfängertour in den Alpen
Harlekino
25.03.2004, 16:40
Hallo an Alle!
So Ich habe mir ein paar Bücher übers Trekking und Wildnis Backpacking gekauft und bin zu dem Entschluss gekommen, ja das möcht ich auch machen :-)
Nun Wandern war ich schon ein paar mal zb. Hirschenkogel bestiegen im Salzkammergut aber so richtig eine 1 wöchige Tour innder Wildnis noch nicht. Diesen Sommer möcht ich halt eine einfache Tour mit Zelt usw. in den Alpen machen um mich dann nächstes Jahr vielleicht in den hohen Norden und ins Ausland zu waagen. Wa für eine Tour könnt ihr mir empfehlen? bzw. Bücher Informationenn zu dieser Tour? Bin echt ein Neuling auf dme Gebiet. Körperlich bin ich topfit- mache Lesitungssport 4mal die Woche :-) also ausdauer hätt ich schon. Welche Marken für die Ausrüstung könnt ihr mir empfehlen usw.?
Danke für eure Hilfe! :)
Harlekino
Naja ich persöhnlich finde Nationalparks besonders schön, weil dort noch am ehesten der Begriff Wildniss passt. Zb. Kalkalpen bzw. Hohe Tauern.
http://www.lebensministerium.at/umwelt/
da gibts links zu verschiedenen ö. nps
ThomasFFM
23.04.2004, 17:38
Hallo!
Ich weiß nicht, ob eine Tour im Nationalpark Hohe Tauern oder generell in den Zentralalpen für einen Anfänger nicht zu anspruchsvoll, weil hochalpin ist. Eines meiner Lieblingsgebiete ist der Karnische Hauptkamm, wo man gerade mit dem Zelt gut zurechtkommt, wie ich scho ngelesen habe. Der Karnische Höhenweg von Sillian zur Plöckenpassstraße war eine meiner schönsten Touren, und wenn es bergsteigerisch noch etwas anspruchsvoller sein soll, fang noch weiter östlich an, etwa an der Achomitzer alm oder am Nassfeld über Hermagor (diesem fürchterlichen Skigebiet sollte man natürlich so schnell wie möglich entfleuchen...) oder am äußersten Startpunkt im Osten, in Thörl-Maglern, und gehe in westlicher Richtung, wobei das Gelände allmählich alpiner wird. Am Anfang, also ganz im Osten, wandert man den westlichen Julischen Alpen gegenüber (Wischberg, Montasch, Mangart), die es an Wildheit gut mit den Dolomiten aufnehmen können, am Ende hat man auf der anderen Talseite die Sextener Dolomiten - ganz grandios! Für den gesamten Karnischen Höhenweg von Thörl-Maglern nach Sillian oder Sexten muss man wohl um die zehn Tage rechnen, sofern man unterwegs keine Gipfel mitnimmt. Den Monte Peralba / Hochweißstein und das auf dessen italienischer Seite gelegene Rifugio Calvi mit seinen unvergleichlichen Menus auszulassen, wäre allerdings eine mittlere Unterlassungssünde... ;)
Wenn Du Näheres wissen möchtest, frag mich ruhig, ich war schon öfter in dieser Gegend unterwegs und kenne sie wirklich ein wenig!
Gruß
ThomasFFM
Harp Booth
22.02.2005, 17:04
Hallo Thomas,
dies ist zwar schon ein etwas älterer thread, aber ich bin auf der Suche nach eine Wanderung in den Alpen mit Zelt auf Deine Antwort gestoßen.
Ich suche für ein verlängertes Wochenende eine Tour in den Alpen, die mit dem Zelt absolviert werden kann. Deine Erzählungen zum Karnischen Höhenweg hören sich recht interessant an. Leider habe ich bei weitergehender Suche im Netz keine Berichte o.ä. hierzu gefunden.
Speziell würde mich der eher alpinere Teil des Karnischen Höhenweges interessieren.
Hast Du noch weiterführende Infos zu den Etappen, speziell zu möglichen Zeltplätzen?
Wie sieht es denn in diesem Gebiet mit einer "Erlaubnis" zum Zelten aus.
Wir haben letztes Jahr ein Teilstück des Berliner Höhenweges mit Zelt absolviert und hier war nach Aussage der Naturparkverwaltung das Zelten sogar explizit erlaubt.
Über ein paar nützliche Tips würde ich mich freuen.
Gruss Harald
ThomasFFM
22.02.2005, 20:31
Hallo!
Wie es mit der Erlaubnis zum Zelten im Karnischen Hauptkamm aussieht, weiß ich nicht, weil ich - alt, abgeschlafft und dekadent, wie ich nun einmal bin - nicht zelte. Aber ein Problem dürfte das nicht sein. Es gibt z. B. eine Reihe aufgelassener Alpen (Vorsicht, dort könnten sich auch ein paar Vipern herumtreiben!) und viele Bäche und Bergseen, so dass man nicht vertrocknen würde, und ein Zelt würde mit Sicherheit an den wenigsten Stellen auffallen. Außerdem gibt es auf der Nordseite der Karnischen Alpen die Mitterkarhütte, eine Selbstversorgerhütte, neben der man natürlich auch zelten könnte.
Die Etappeneinteilung in West-Ost-Richtung von Hütte zu Hütte sieht folgendermaßen aus:
Ausgangspunkt: Innichen, an der Bahnlinie Lienz - Sillian - Bruneck usw. gelegen.
1) Sexten oder Vierschach - Helmseilbahn (es gibt deren zwei) - Sillianer Hütte, 1:30 Std. Gehzeit ab Seilbahn.
2) Sillianer Hütte - Obstanserseehütte, 4:30 Std. Am See neben der Hütte habe ic hseinerzeit ein paar Leute zelten sehen.
3) Obstanserseehütte - Große Pfannspitze - Filmoor-Standschützenhütte, 3 Std. Neben dieser Mini-Hütte könnte man sicher auch zelten.
4) Filmoor-STandschützenhütte - Neue Porzehütte, 3 Std.
5) Neue Porzehütte - Hochweißsteinhaus, 7-9 Std., entweder über den Kamm oder auf der Südseite von Alm zu Alm (fast alle sind aufgelassen, aber trotz etlicher Strecken auf Almsträßchen auch schön und sehr einsam) - oder ggf. auf dem alten, umständlich verlaufenden Weg auf österreichischem Gebiet (angelegt zu einer Zeit, als die Grenze gesperrt war). Vom Kamm könnte man auch zur Mitterkarhütte absteigen. - Unbedingt den Hochweißstein / Monte Peralba besteigen!
6) Hochweißsteinhaus - Wolayersee, 5-6 Std. auf italienischem Gebiet. Am See zwei Hütten, die italienische gefällt mir besser, aber Zelten sollte auch gehen.
7) Wolayersee - Untere Valentinalm, 3 Std. Hier wird man sicher nicht zelten dürfen. Man kann aber rasch die Plöckenpassstraße erreichen (auf dem Zufahrtssträßchen zur Valentinalm) und auf der östlichen Talseite auf dem so genannten "Römerweg" nach Mauten gehen, dort Bus nach Sillian.
Ich hoffe, das hilft Dir jetzt erst mal weiter.
Gruß
ThomasFFM
Harp Booth
23.02.2005, 12:45
Hallo Thomas,
vielen Dank für die ausführliche Antwort! Hört sich in jedem Fall interessant an!
Ich habe jetzt erst einmal 2 potentielle Ziele ins Auge gefasst, nachdem ich gestern noch einen Artikel im Outdoor Magazin 11/04 gefunden zu einem Zelt-Trekking entlang des Allgäuer Hauptkammes.
Jetzt muß ich mal noch überlegen, wieviel Zeit wir uns für die Anreise nehmen wollen (Allgäu ist halt von hier recht nah) und welches Gebiet bezüglich der Wetter- und Altschneelage Anfang Juli günstiger ist.
Für den Allgäuer Hauptkamm wird im Juli für die Überquerung von Altschneefeldern noch die Mitnahme von Pickel und Leichtsteigeisen empfohlen. Vielleicht weil der Autor des Artikels bzw. sein Tourenpartner auf einem Schneefeld ins Geröll abgerutscht ist. Das bringt natürlich auch wieder zusätzliches Gewicht! :(
Am Karnischen Höhenweg dürfte nach meiner Einschätzung zu dieser Zeit weniger Schnee liegen.:) Dafür habe ich verschiedentlich von viel Regen im Juli gelesen und die Anreise ist deutlich länger :-/ .
Ich werde dass mal mit meiner "Reisegruppe" diskutieren...
Gruss Harald
ThomasFFM
23.02.2005, 14:07
Hallo, Harald!
Die Warnung vor Altschneefeldern am Allgäuer Hauptkamm ist keineswegs nur den persönlichen schlechten Erfahrungen zuzuschreiben.
Der nördliche alpenrand fängt erst einmal jedes Tiefdruckgebiet ab, so dass dort sehr viel Niederschlag fällt. Deshalb muss man dort in vielen Jahren den ganzen Juli über mit Altschneefeldern rechnen. Und die sind nun einmal extrem gefährlich und eine der häufigsten Unfallursachen.
Wie das Wetter Anfang Juli dort sein wird, kann niemand voraussagen. Aber wenn die Großwetterlage in Deutschland eher unbeständig ist, ist es in den Allgäuern meistens schlecht. Viel hängt auch vom Frühsommer ab; wenn der ausfällt wie letztes Jahr, dann kann man die Allgäuer eh vergessen.
Im Sommer sind längere Regenperioden in den Südalpen - also auch in den Karnischen Alpen - eher selten, weil die Atlantiktiefs am Alpenhauptkamm hängen bleiben. übel wird es nur, wenn sich ein Adria-Gewittertief einnistet; so etwas kommt zwar nicht so oft vor, aber wenn, dann taugt das Wetter eine Woche lang nichts, jedenfalls nicht für die Berge. Aber wenn man mit dem Wetter Glück hat, stehen die Bergwiesen Anfang Juli in Blüte, und die sind in den Karniern besonders üppig.
Östlich des Hochweißsteinhauses dürfte es mit Schnee am Karnischen Höhenweg selbst Anfang Juli keine Probleme mehr geben; höchstens kommt man da noch nicht bzw. nur mit Steigeisen auf den Peralba, weil die nordseitige Rinne, durch die der "Normalweg" verläuft, noch nicht aper ist. Weiter im Westen steigt der Höhenweg höher hinauf, und wie da die Verhältnisse Anfang Juli sind, ist von Jahr zu Jahr verschieden; in nordseitigen Steilrinnen muss man da schon noch mit Schnee rechnen, was auch gefährlich werden kann. Notfalls fangt doch weiter im Osten an (bzw. entscheidet das kurzfristig) - der Weg dort steigt nicht über 2000 m Höhe, ist aber auch wunderschön, gerade im Frühsommer. Der Aufstieg von Hermagor durch die lange Garnitzenklamm ist eine tolle Sache, Zeltplätze sollte es da mehr als genug geben, der Bach ist immer in der Nähe, und die Wanderung bis zum Wolayersee (der Rauchkofel, 2460 m, hat einen südseitigen Anstieg, ist schon im Frühsommer machbar und äußerst lohnend!) würde eine allmähliche Steigerung der Eindrücke beinhalten. Wie man überhaupt den östlichen Karnischen Höhenweg nicht über die Schulter ansehen sollte. Wenn Du Dich dafür näher interessierst, sag es mir!
Gruß
ThomasFFM
vBulletin® v3.8.1, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.