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Vollständige Version anzeigen : Alpenüberquerung - schwindelfrei


sandra
12.04.2004, 22:35
Hallo,
vielleicht kann mir jemand helfen: Wir würden zu gerne die München-Venedig-Tour gehen, aber mich gruselt es an besonders exponierten Stellen, an denen es ganz tief runter geht. Wenn ich wüsste, dass jeden Tag mindestens eine solche Stelle kommt, wäre das ganze Unterfangen kein Vergnügen. Vielleicht weiß jemand, ob es solche Stellen gibt, oder ob es immer auch Umgehungsmöglichkeiten gibt.
Vielen Dank!
Sandra ¤*#:-/

Thomas
13.04.2004, 09:15
Hallo Sandra,

was der eine als exponierte Stelle bezeichnet ist für den anderen ein breiter Wanderpfad, daher finde ich es schwer, deine Frage "korrekt" zu beantworten. Zumal ich nur einige Abschnitte des Weges selber kenne und auch nicht sooo viel darüber gelesen habe. Eigentlich ist der Weg von München nach Venedig sehr Anfängerfreundlich! Bis auf den Klettersteig Schiara runter nach Belluno eigentlich ohne Kletterstelle oder wirklich exponierten Wanderwegen. Wenn du nicht schwindelfrei bist, solltest du die Strecke unbedingt umgehen, was woll die meisten auch machen werden. Den Aufstieg vom Grödnerjoch hoch auf die Sella-Hochfläche finde ich auch recht steil. Nur geht man da nur hoch, daher hat man keinen Tiefblick. Der Aufstieg läßt sich aber auch recht leicht umgehen, wenn man das Tal weiter östlich hochsteigt, ist aber schon ein kleinerer Umweg.

Ansonsten:http://www.muenchenvenedig.de/Route/route.html

Grüße

Thomas

HeMo
11.05.2004, 17:12
Servus Sandra,

den Ausführungen von Thomas kann ich mich nur anschliessen, aber: es gehen inzwischen ganze Völkerwanderungen von München nach Venedig. Zur Beruhigung: Es gibt praktisch immer Umgehungs/Umfahrungsmöglichkeiten. Schlimmstenfalls heißt es an einem Tag vielleicht umkehren, aber in Zeitnot dürftest Du dabei auch nicht geraten, es haut Die höchstens den Zeitplan durcheinander, daher wären 1-2 Reservetage evtl. nicht schlecht

Hier einige Schlüsselstellen:

Abstieg nach Vorderriß über Rißsattel: es geht steil runter, aber man merkt es kaum, da 1. Serpentinen runterführen und 2. der Hang bewaldet ist.

Beim Abstieg vom Birkkarsattel habe ich auch schon etliche Männer zittern sehen, aber der steile Abstieg beginnt unmittelbar nach Überschreiten des Kars und Du kannst Dich noch zeitig genug entscheiden, ob Du evtl. umkehren möchtest. Wenn Du dort andererseits mit dem Abstieg beginnst, kannst du davon ausgehen, dass es nicht mehr "schlimmer" wird.

Nicht ganz ungefährlich ist evtl. bei Nässe der Abstieg vom Gschützspitzsattel über das Mitterkar (?) ins Weitental (Lizumer H.-Tuxerjochhaus). Hier solltest Du eine gute Karte zur Hand haben, um evtl. nach Hintertux absteigen zu können, ansonsten bleibt Dir nur die Umkehr. Die Stelle ist aber gut einsehbar, es wird dich unterwegs keine böse Überraschung erwarten.

Friesenbergscharte (Tuxerjochhaus-Schlegeis): hier gehts ganz schön runter, aber letzlich ist es nur eine kurze Querung. Schlimstenfalls umkehren und mit Seilbahn nach hintertux und per Bis über Mayrhofen zum Schlegeisspeicher.

Zum Aufstieg vom Grödnerjoch zur Pisciadusee-Hütte: diesen Aufstieg kannst Du Dir in Ruhe am Vortag ansehen (15-20 Min. von der Hütte entfernt) und bei Nichtgefallen den "Jochbus" nehmen, der Dich dann zum Pordoijoch bringt. Er startet vormittags kurz unterhalb des Grödnerjochs.

Die Schiara bin ich selbst noch nicht gegangen, aber ich nehme an, sie erübrigt sich für Dich, v.a. da man nur mit Helm und Klettersteigausrüstung reingehen sollte.

Aber nochmals: es handelt sich hier - Schiara ausgenommen- nicht um extreme Stellen!!!


Ich bin sicher, dass Dir die Tour Spaß machen wird.

HeMo

sandra
13.05.2004, 11:23
Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!
Sandra

HeMo
13.05.2004, 16:30
Hallo Sandra,

ein "Highlight" habe ich vergessen: solltest Du von Lenggries kommend nach Vorderriß gehen, ist der Sattelgraben (?) keinesfalls zu empfehlen. Es handelt sich hier nur um einen schmalen Jägersteig (auf der Karte auch als Steig gekennzeichnet) , der bei Nässe lebensgefährlich werden kann, da dieser 1. meistens nur einen Fußbreit mißt, 2. es praktisch nie Möglichkeiten zum Halten gibt und er etwa in der Mitte teilweise so ausgetreten ist, dass man bei Nässe sehr leicht ausrutscht.
Ich bin den Weg vor 1 1/2 Jahren gegangen und dabei hat mich nach kurzer Zeit der Regen überrascht - ich war selten einmal so froh, eine Strecke hinter mich gebracht zu haben.

Also: lieber über Staffelberg oder Jachenau!

Servus HeMo