Vollständige Version anzeigen : Suche Hüttentour in Südtirol
lupo1006
24.05.2004, 12:22
Hallo zusammen,
wir (10 Wanderer zwischen 30 und 53 J.) wollen Anfang Juli den Berliner Höhenweg gehen. Da der Schnee in diesem Jahr aber besonders hartnäckig zu sein scheint, möchte ich lieber noch eine Alternative in Südtirol parat halten. Dort verspreche ich mir Anfang Juli weniger bzw. keinen Schnee, auch in größeren Höhen.
Ich suche:
6 - 7 Tage-Tour
möglichst hochalpin, aber keine Kletterei
also für Wanderer geeignet
Kondition ist auch für lange Tagesetappen vorhanden
Wenn jemand von euch eine zündende Idee hat, ich bin für jede Anregung dankbar.
An welches Berggebiet in Südtirol hast Du denn gedacht? Südtirol ist nicht klein ¤*#;D
Muss der Ausgangspunkt der Tour wieder der Endpunkt sein?
Reist Ihr mit der Bahn oder mit dem Auto an?
Ist eine Seilversicherung entlang einer Wand, weil diese Stelle ausgesetzt ist,
aus Deiner Sicht schon eine "Kletterstelle", oder meinst Du mit "keine Kletterei"
das Ihr auf keinen Fall Klettersteige gehen wollt, versicherte Wegstellen aber kein Problem darstellen.
Welche Bergerfahrung sind bei Euch vorhanden?
Man kann dann eher einen Tourenvorschlag machen, weil man sonst nur ins "Blaue" schiesst.
Gruss Peter
Flachlandtiroler
24.05.2004, 18:07
So wie ich Dich verstehe wäre vielleicht http://www.13h.de/ etwas für Euch -- oder ggf. ein Teil davon. "Technische" Anforderungen sind dem Berliner Höhenweg wahrscheinlich vergleichbar, Distanzen vielleicht etwas größer. Im Zweifelsfall die hinteren Etappen (Texelgruppe) vorziehen; zu den meisten Höhenwegen gibt es auch akzeptable Umgehungen in niedrigeren Lagen.
Gruß, Martin
ThomasFFM
24.05.2004, 19:59
Hallo!
Anfang Juli muss man in jedem Fall - auch in Südtirol - in höheren Lagen noch mit Altschnee rechnen. Mag sein, dass die Verhältnisse etwas besser als am Berliner Höhenweg sind, aber einen "Unterschied wie Tag und Nacht" gibt es diesbezüglich in den Südalpen nicht. Steile Altschneefelder sind einfach teuflisch, zumal wenn sie hart, also angefroren sind, und ohne Steigeisen kommt man da als Bergwanderer schnell in Teufels küche. Das gilt ganz besonders für die "13 Hütten"; diese Tour verläuft ja großteils am Alpenhauptkamm und in Höhen bis über 3000 m!
Wenn es nicht nur Südtirol, sondern auch Osttirol sein darf - die Lienzer Dolomiten sind aufgrund der mikroklimatischen Verhältnisse dieser Region immer früh schneefrei (aber trotzdem erkundigen!), die Wanderwege dort auch nicht überlaufen. Die Durchquerung in Ost-West-Richtung ist phantastisch, vom Endpunkt der Tour sind es nur einige Bahnstationen bis zum Ausgangspunkt.
Zu überlegen wäre auch der Karnische Höhenweg. Die Karnischen Alpen sind ganz besonders blumenreich, da sie geologisch ungemein vielfältig sind, die Hütten dürften um diese Zeit noch nicht überfüllt sein. Und falls es in Höhen um 2500 m noch kritisch sein sollte, könnte man auch am Hochweißsteinhaus bzw. am Rifugio Calvi anfangen (übrigens: Im Rifugio Calvi gibt es das beste Abendessen, das ich auf Alpenhütten je erlebt habe!) und nach Osten gehen. Die geringeren Höhen sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich auch dort um Hochgebirge handelt; das merkt man spätestens bei den Gipfelabstechern, mit denen man in den Karnischen Alpen nicht zu kleinlich sein sollte.
Übrigens hätte Osttirol noch einen weiteren Vorteil: Man könnte mehrgleisig planen, sich in Lienz erst mal nach den Verhältnissen erkundigen (z. B. beim dortigen OeAV) und dann überlegen, ob nicht doch auch etwas in den südlichen Hohen Tauern geht (Schobergruppe, Lasörling-Höhenweg usw.)!
Gruß
ThomasFFM
lupo1006
26.05.2004, 17:43
Um meine Anfrage noch mal zu konkretisieren:
eigentlich kommt fast alles in Frage, was südlich des Alpenhauptkammes liegt, Hauptsache stabile Wetterverhältnisse und kein/wenig Schnee. Ich persönlich war schon öfter im Vinschgau und in den Dolomiten und hatte im Sommer noch nie mit Altschnee zu kämpfen (vielleicht habe ich nur Glück gehabt).
Ausgangspunkt=Endpunkt wäre schön, ist aber nicht Bedingung.
Wir reisen mit dem Auto an.
Was die Bergerfahrung anbelangt: einige in der Gruppe sind schon oft in den Bergen gewandert, andere werden das erste mal dabei sein. Darum wollen wir durch Klettereien niemanden überfordern. Ausgesetzte Stellen mit Seilversicherung sind noch akzeptabel, Klettersteige kommen aber nicht in Frage.
Den Karnischen Höhenweg sind wir im übrigen im letzten Jahr gegangen, haben aber Gipfel/Klettersteige ausgelassen bzw. umgangen. Die Anforderungen des KHW waren eigentlich genau das Richtige für uns. Etwas in dieser Preisklasse wäre ideal für uns.
Gruß Lupo
ThomasFFM
27.05.2004, 14:43
Hallo!
Stabiles Wetter? Tja, wenn es dafür eine Garantie gäbe... Natürlich ist die Chance auf Schönwetter südlich des Alpenhauptkamms größer als weiter im Norden, aber Anfang Juli ist es in den Alpen generell oft noch wetterwendisch, und wenn sich in den Südalpen eines der gottlob seltenen Adriatiefe einnistet, kann es durchaus eine Woche hängen bleiben - ich habe das schon mehrmals erlebt.
Aber man sollte sich nicht verrückt machen lassen. Wie es kommt, so kommt es.
In Südtirol käme Anfang / Mitte Juli vielleicht die Sarntaler hufeisentour in Frage, technisch wohl dem Karnischen Höhenweg vergleichbar - kaum ausgesetzte Stellen, und nach den Schneeverhältnissen sollte man sich halt auf jeder Hütte erkundigen, um improvisieren zu können. Eine Möglichkeit wäre auch der Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 von Brixen aus nach Süden, wobei man bei einigen Etappen sicher improvisieren müsste; so dürfte die Durchquerung von Rosengarten und Latemar so früh im Jahr wohl kaum machbar sein. Aber die Umgehungen sind besser möglich, als es der Hauleitner-Führer glauben macht. Zu Osttirol habe ich schon einiges gesagt; evtl. geht auch die Durchquerung des Kreuzeck-Höhenweges von Lienz bis Bahnhof Sachsenburg-Möllbrücke! Keine sehr spektakuläre Landschaft, aber totale Einsamkeit! Oder wie wäre es mit den nördlichen Etappen des Dolomiten-Höhenweges Nr. 6, also ab Monte Peralba / Hochweißstein nach Süden? Auf der Originalroute bis zum Rifugio Giaf, dann westlich um die Massive herum bis zum Rifugio Tita Barba und Abstieg nach Pieve di Cadore, das müsste zu machen sein, zumal die Übergänge nicht hoch sind (abgesehen vom Passo del Mulo, 2350 m). Allerdings dürfte man kaum Deutsche treffen, ein paar Brocken Italienisch wären da schon hilfreich; andererseits sind die Italiener am Berg meist die Freundlichkeit in Person, so dass man sich schon irgendwie verständigen kann. Für diese Route empfiehlt sich natürlich der Hauleitner-Führer (Rother), dazu bräuchte man die beiden passenden Tabacco-Karten (haben evtl. große Buchhandlungen vorrätig).
Wenn Du Genaueres wissen willst, maile mich ruhig an!
Viele Grüße!
ThomasFFM
Wir hatten letztes Jahr eine sehr schöne Hüttentour südl. der Zillertaler Alpen gemacht.
Vorteil dieser Tour könnte sein, das im Frühsommer mit weniger Schnee als auf seiner Nordseite
zu rechnen ist.
Die Tour ist techn. nicht allzu schwer, allerdings sollte die Kondition stimmen und bei der Besteigung des Kraxentrager und Hochfeiler sollten Trittsicherheit und Bergerfahrung vorhanden sein. Die Touren sind an einigen Stellen "drahtseilversichert" und verlangen kein
Kletterkönnen. Der Hochfeiler ist mit seinen 3510m Höhe evtl. im Frühsommer am Gipfel noch verschneit, bzw. der Gipfelgrat kann, bedingt durch seine exponierte Lage, auch vereist sein. Unbedingt auf der Hochfeilerhütte www.hochfeilerhuette.it erkundigen.
Nun zur Tour.
Ausgangspunkt war "Brennersee" kurz vor dem Brenner.
1. Tag
Brennersee - Europahütte.
2. Tag
Europahütte - Besteigung des Kraxentrager (ohne Gepäck), wieder zurück zur Europahütte - Landshuter HW - Pfitscher Jochhaus.
3.Tag
Pfitscherjochhaus - Hochfeilerhütte (evtl. nachmittags mal Spaziergang zum Gliederferner machen)
4. Tag
Besteigung des Hochfeilers.
http://www.bergfotos.com/italien/touren-beschreibung/t-b-zillert-hochfeiler-1.jpg
5. Tag
Leider war der Übergang zur Eisbruggjochhütte wegen Vereisung der Unt. Weißzintscharte ohne Steigeisen letztes Jahr (2003) nicht möglich, und da wir keine Steigeisen und die dazu passenden Schuhe dabei hatten, sind wir dann über die Gliederscharte in die Pfunderer Berge übergewechselt.
So hätte es aber weitergehen sollen:
Hochfeilerhütte - Unt. Weißzintscharte - Eisbruggjochhütte - Növeser HW - Növesjochhütte.
Zwar ist der Gliederferner (ca. 1/2 h nach der Hochfeilerhütte) vorher noch zu queren, der
ist aber im Mittelteil fast eben, Spalten sind im Mittelteil keine, und dürfte bei einer Firnauflage
keine allzugrossen Probleme darstellen. Zu unserer Zeit war reines Blankeis und trotz Grödel an den
Schuhen waren leichte Steigungen nicht ganz einfach. Der Teil zur Scharte ist erheblich steiler.
Bei Nebel ist die Wegfindung über den Gletscher nicht einfach. Der Gliederferner sieht hoch oben von der Moräne kleiner aus, als er in Wirklichkeit ist.
Am besten sich beim Hüttenwirt der Hochfeilerhütte erkundigen.
www.hochfeilerhuette.it
6. Tag
Növesjochhütte - Stabler HW - Schwarzensteinhütte. (längste Etappe mit 8 h Gehzeit)
(eine steile Kamin -und Wandflucht wird mittels von Leitern und Drahtseilen überwunden.)
Näheres kannst Du aber auch auf der Homepage der Schwarzensteinhütte erfahren.
www.schwarzensteinhuette.com
7. Tag
Abstieg 2000m ! von der Schwarzensteinhütte nach Luttach (Ort).
Von dort mit Bus nach Bruneck - Franzensfeste und dann mit Regionalzug nach Brennersee.
Evtl. bei so einer grossen Gruppe macht es vielleicht Sinn mit dem Taxi von Bruneck nach Brennersee
zu fahren.
Du kannst bis zum 5. Tag die Tour auch auf meiner Homepage nachlesen.
www.bergfotos.com
Gehe dann in die Rubrik Italien / Südl. Zillertaler.
Dort findest Du Bilder, eine ausführliche Tourenbeschreibung und Links zu den Berghütten.
Alternativ könnte ich Dir noch die Durchquerung der "Pfunderer Berge" empfehlen. Sie liegt südl. der Zillertaler Alpen und ist längst nicht so überlaufen
und mit aussichtsreichen, relativ leichten, Wander-3000ern.
Gruss Peter
Flachlandtiroler
01.06.2004, 10:56
@Peter_N:
Genau die Tour haben wir vor etlichen Jahren mal in Gegenrichtung gemacht, es war so ziemlich die erste Schönwetterwoche in jenem Sommer gewesen; Schnee lag aber (außer auf dem Hochfeiler und dem Gliederferner) praktisch keiner mehr, wir sind in Krimml gestartet und via Birnlücke - Tauferer Ahrntal - Nevesjoch - Eisbruggjoch zur Hochfeilerhütte gegangen (und dann weiter zum Brenner). Zwischen den beiden letztgenannten Hütten gab es eine Art Pickel-Leihservice im Pendeldienst, man konnte für die paar Meter von der Weißzintscharte runter auf den flachen Gletscher einen Pickel hüben ausleihen und drüben abgeben. Von West nach Ost ist es einfacher zu gehen als umgekehrt, aber meine Frau als Nicht-Alpinistin hat's auch gepackt. In diesem Juli dürfte da aber noch nichts vereist sein, hat ja viel Schnee heuer. --> www.hochfeilerhuette.it fragen
Als Rundtour ist das einigermaßen umständlich, wahrscheinlich geht's besser, wenn man im Ahrntal oder den Pfunderer Bergen bleibt, wie von Peter vorgeschlagen. Schwarzenstein ist aber für meine Begriffe nix für Wanderer, wir haben das Ahrntal (obwohl es sehr schön ist) damals per Bus durchwandert ;-)
Gruß, Martin
@Martin:
Leider hatte es keinen Pickeldienst gegeben, mir wären ehrlich gesagt, auch ein Paar Steigeisen an den Füßen lieber gewesen. ¤*#;D
Aber der Hüttenwirt von der Hochfeilerhütte hatte mich am Telefon Tage vorher schon vorgewarnt, das es ohne Steigeisen an dieser Scharte recht problematisch werden könnte. Dieses Jahr sieht es voraussichtlich besser aus. Es hat ja immer noch recht viel Schnee in den Bergen und da "lupo1006" Anfang Juli gehen will, könnte es sich ausgehen.
... Schwarzenstein ist aber für meine Begriffe nix für Wanderer, wir haben das Ahrntal (obwohl es sehr schön ist) damals per Bus durchwandert
Ich meinte "nur" den Stabeler HW bis zur Schwarzensteinhütte, nicht den Berg Schwarzenstein !!!
Gruss Peter
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