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Vollständige Version anzeigen : Tips zu 3 bis 4-tägige Hüttentour für Anfänger


Sigrid
20.05.2004, 10:24
Wir sind eine Familie mit 2 Kindern (12 + 15 Jahre). Wir suchen Empfehlungen für eine erste Hüttentour mit ca.2 bis
3 Übernachtungen (ggf. auch mehr) auf der Hütte. Angedachte Gegend: Tirol, Dachstein oder Tennengau.
Klettersteige sollten nicht Teil der Strecke sein. Sonst bringen wir nur gute Wanderfahrungen mit !
Im Internet habe ich bisher nichts Passendes gefunden.
Würde mich über Hinweise freuen, denn der Urlaub soll
Anfang Juli d.J. starten.

ThomasFFM
20.05.2004, 15:22
Hallo, Sigrid!

Bei einer "Hüttentour für Anfänger" fällt mir eigentlich als erstes die so genannte "klassische" Karwendel-Durchquerung Scharnitz - Achensee ein. Zu sehen gibt es da genug, auch und gerade für den Nachwuchs, nur sind auf dieser Strecke leider viele Menschen unterwegs, und ein Teil der Strecke verläuft auf geschotterten Fahrwegen.

Ein gutes Gebiet wäre auch das allerdings großteils in Deutschland gelegene Wetterstein - wie viele Gebiete teilweise stark besucht, aber gerade für Jugendliche höchst spektakulär. Da ließe sich leicht eine geeignete Route zusammenstellen, man hat eher die Qual der Wahl. Oder wie wäre es mit dem nördlichen Karwendel: Krün - Soiernhaus - Schöttlkarspitze - Soiernspitze (bei gutem Wetter ganz einfache Kamm- bzw. Gratwanderung, phantastische Aussicht) - Krinner-Kofler-Hütte (ab Sommer 2004 wieder benutzbar, Selbstversorgerhütte, aber Verpflegung auf der benachbarten Jausenstation) - bis hierher zwei Tage. Am dritten könnte man evtl. über die Hochlandhütte zur Dammkarhütte gehen und am vierten, als Krönung sozusagen, zur Westlichen Karwendelspitze aufsteigen, möglichst zeitig, bevor der Seilbahnrummel losgeht, und mit der Bahn nach Mittenwald fahren. Von Mittenwald nach Krün sind es keine 5 km, zudem fahren ständig Busse.

Möglichkeiten gibt es wirklich massenweise; ich müsste halt mehr über Euch bzw. über Eure "Wandererfahrung" wissen (konditonelle Belastbarkeit?), dann könnte ich Euch sicher noch mehr sagen. Du kannst mich ja ggf. mit konkreteren Fragen per Mail kontaktieren.

Gruß
ThomasFFM

Sigrid
20.05.2004, 19:09
Hallo Thomas,
schönen Dank für Deine Tips. Habe schon zu Deinen Vorschlägen im Internet geschaut, aber habe Schwierigkeiten die einzelnen Etappen der Tour Krün - Mittenwald nachzuvollziehen. Wo kann ich hierzu, wie auch zu Touren im Wettersein, näheres erfahren ?

Zu unserer konditionenellen Belastbarkeit:
der 12-jährige, als unterer Maßstab für die Familie läuft schon ganz "gut" -immer vorneweg- . Wir hatten uns als Tagespensum ca. 4 Stunden , max. 5 Stunden (nicht jeden Tag) vorgestellt. Jedoch nicht 4 Stunden steil berauf !!!
Ich selber bin nicht schwindelsicher, tiefe Abgründe muß ich
meiden !!
Über weitere Infos bzw. Vorschläge würde ich mich freuen.
Sigrid aus Berlin

ThomasFFM
20.05.2004, 20:33
Hallo, Sgrid!

Die Infos kann ich Dir gerne selbst geben.

1. Tag: Krün - Fischbachalm (bis dahin etwas öder Fahrweg, bewirtschaftete Almhütte) - Soiernhaus, 3:30 Std. Möglichst Plätze reservieren! Ab Fischbachalm auf dem Lakaiensteig, der stellenweise etwas schmal ist - ich bin ihn mit acht Jahren und mit unmöglichen Schuhen gegangen (na ja, 1962...), zudem im Regen, man sollte schon trockenes Wetter haben. Notfalls gibt es einen Weg ins Tal hinunter (Hundstall-Hütte, glaube ich) und jenseits in Serpentinen hoch zur Hütte, jedenfalls gab es diesen Weg vor 30 Jahren...

2. Tag: Vom Soiernhaus zur Schöttlkarspitze, 2050 m, Aussicht von München bis zu den Zentralalpen!!! Dort kannst Du den Weiterweg Richtung Soiernspitze gut einschätzen: Der Anfang ist ein klein wenig ausgesetzt, danach wird's einfacher - das heißt, wenn Du Dir diese Stelle von der Schöttlkarspitze aus zutraust (das ist vom Gipfel aus gut einzuschätzen), brauchst Du keine Überraschungen mehr zu befürchten. Einfachere Alternative: Morgens ohne Gepäck zur Schöttlkarspitze, zurück zur Hütte und über die Jägersruh in 2:30 Std. zur Krinner-Kofler-Hütte.

3. Tag: Über Wörnersattel, gut 1900 m hoch, zur Hochlandhütte, 1630 m, 2:30 Std.; dieses Stück kenne ich nicht selbst, aber es sollte problemlos sein. Die Hochlandhütte ist sehr klein, es gibt tagsüber nur Getränke und abends ein einfaches Bergsteigeressen, mehr nicht. Evtl. weiter bergab und Wiederaufstieg zur privaten Dammkarhütte, ca. 1600 m, +2 Std.

4. Tag: Entweder von der Hochlandhütte direkt ins Tal, wobei man über die Aschauer Alm auch den Ausgangspunkt Krün gut erreicht, ca. 2:30 Std. (man könnte in diesem Fall also auch die dritte und vierte Etappe zusammenfassen). Oder von der Dammkarhütte etwas mühsam zur Westlichen Karwendelspitze, deren Gipfelkreuz, 2385 m, gut 2 Std. für die Kinder natürlich der krönende Abschluss wäre. Möglichst früh aufbrechen, bevor die Seilbahntouristen massenweise einfallen! Danach Talfahrt mit der Bahn (leider sehr teuer) und mit Bus oder Taxi (sollte bei vier Personen preislich keinen großen Unterschied machen) zurück nach Krün.

Ich hoffe, ich habe Dir damit etwas weitergeholfen. Wenn Du noch Fragen hast, frag ruhig!

Gruß
ThomasFFM

Guest
01.06.2004, 18:05
Bin erst heute durch Zufall auf diese Seite gekommen, deshalb erst so spät dieserj Beitrag der Dich vielleicht noch erreicht.

Meine Kinder sind jetzt 7 und 10. Vor drei sind wir folgende Route gegangen, wobei man sagen muß, daß die Kleine ein gutes Stück auch getragen wurde. Aber auch sie ist den größten Teil gelaufen.

Also: In den Lechtaler Alpen,ausgehend von Zürs, wobei wir uns wegen den Kindern den ersten Anstieg gespart haben und mit der Gondel auf 1800m gefahren sind, da wir erst gegen Mittag los sind. Von da Stuttgarter Hütte und dann Ulmer Hütte. Alles leicht zu gehen. Kleine Kletterei an der Valuga über ein Joch, wenn man will kann man auch auf die Valuga einen Abstecher machen - sollauch nicht so schwer sein. Nach Ulmer Hütte, dann Abstieg nach St.Anton möglich.

Allgemein muß ich sagen ein sehr schönes Gebiet für Kinder, da nicht so hochgelegen. Ist dann nämlich grüner (mehr Murmeltiere, Blumen, etc.). Im Jahr darauf waren wir zwischen Tübinger und Saarbrücker Hütte unterwegs, was wesentlich höher liegt (man kommt da glaub ich über 2800). Da wächst dann kein Halm mehr, und das kann dann für die Kiddies auch etwas öde werden (dafür gibts dann aber mehr Schnee).

Nochn Tip: ein guter Teil unseres Gepäcks besteht immer aus Süßigkeiten, um die Kleinen in Schwächelzeiten bei Kräften zu halten. DA geht immer ziehmlich viel durch.