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Vollständige Version anzeigen : Mietwagen, wie viele Kilometer schafft man am Tag?


Goldfinger
10.07.2007, 23:11
Hallo,

wir werden wohl im nächsten Frühjahr im Süden Chiles trekken und mit einem Leihwagen von Puerto Montt bis Punta Arenas fahren. Die Entfernungen sind riesig und die Straßen vermutlich nicht der Hit. Welche Durchschnittsgeschwindigkeiten sind bei längeren Strecken realistisch?
Hauptsächlich geht es mir um die Carretera Austral und die Ruta 40.

Grüße
Andreas

Leo1969
11.07.2007, 13:04
Die Carretera Austral ist meines Wissens durchgängig nur eine Piste. Bin damals nur ein Teilstück mitgefahren. Wenn das Wetter mitmacht, kommt man schon "zügig" voran. Kann aber auch ganz schön schlammig und schlüpfrig sein. Und wenn ein Erdrutsch dazu kommt, der nicht zu umgehen ist bzw. mehrere hundert Kilometer Umweg zur Folge hat, kann das schon "lang" werden. Eine geschätzte Tagesleistung kann ich nicht liefern, aber vielleicht hilft Dir das. Ich war damals mit Kondor-Tours (www.kondor-tours.de (http://www.kondor-tours.de)) unterwegs. Die Reise "Auf den Spuren des Kondors". Die haben die Kilometer nicht heruntergerasselt , sondern es war noch genug Luft für lange Pausen bzw. Spaziergänge. Vielleicht kannst Du deren Etappen ja als Anhaltspunkt verwenden. Letztendlich ist das aber wohl auch alles von den Möglichkeiten der Unterkünfte (Cabanos, Campingplätze, Hotels etc.) abhängig.

Zur Ruta 40 kann ich nicht so viel sagen. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass zwischen der Abzweigung nach El Chalten und Calafate schon recht viel asphaltiert war (Das ist doch jetzt hoffentlich auch die Ruta 40??????). Wie ich 2005 gehört habe, forciert der argentinische Präsident Kirchner den Ausbau in der Region Santa Cruz (weil er wohl auch von dort stammt).

sweetwater
11.07.2007, 17:07
Ich kann dich zwar verstehen das du mit dem eigenen Wagen fahren willst, aber mal ganz ehrlich die Busverbindungen in Argentinien und Chile sind so gut und auch die Qualität der Busse so top, das ich mir das echt überlegen würde.
So seid ihr ungebunden, müsst euch nicht um das Auto scheren und vom Preis her in einer ganz anderen Dimension.

Nur als Hinweis - ansonsten " Tolles Reiseziel " :up:

Goldfinger
11.07.2007, 17:36
Den Etappenplan habe ich schon fertig. Größtenteils basiert der auf Tourenbeschreibungen, die ich im Internet gefunden habe. Ich frage mich nur ob Strecken von 300-400km am Tag noch realistisch sind. Ich möchte nicht jeden Tag 10 Stunden hinterm Steuer sitzen.

Thomas
11.07.2007, 18:30
Den Etappenplan habe ich schon fertig. Größtenteils basiert der auf Tourenbeschreibungen, die ich im Internet gefunden habe. Ich frage mich nur ob Strecken von 300-400km am Tag noch realistisch sind. Ich möchte nicht jeden Tag 10 Stunden hinterm Steuer sitzen.
Wir haben mit dem Kleinbus auf der Carretera Austral suedlich von Cohaique so ca. 200km in 8 Stunden geschafft ;) Auf der Ruta 40 sollte man schon etwas schneller vorankommen, da sie jetzt, wie Leo oben geschrieben hat, teilweise stark asphaltiert wurde.

Gruesse,

Thomas

Goldfinger
11.07.2007, 21:24
@ Leo1969

Apropos http://www.kondor-tours.de (http://www.kondor-tours.de/)
Von der Reise "Auf den Spuren des Kondors" liegt mir jetzt ein Reiseablauf vor, von jemanden der die Tour vor ein paar Jahren gemacht hat. Bei der Fahrt zum Fitzroy legen die auf der Ruta 40, mit einem Expeditions-LKW, 500km an einem Tag zurück. (Zitat:.. "Die haben die Kilometer nicht heruntergerasselt")

Respekt :up: :D

Leo1969
12.07.2007, 17:36
Muss dazu sagen, dass ich wegen eines Unfalls (ohne Fremdbeteiligung) und vorzeitiger Heimreise nur bis Coyhaique kam. Bis dahin war es eher eine "gemütliche" Tour ohne große Etappen. Erfahrungsgemäß ist aber bei jeder Mietwagentour (egal in welchem Land), die über mehrere Wochen geht IMMER irgendwann einmal eine lange Tagestour dabei. Das lässt sich einfach nicht ganz vermeiden. Und nicht immer ist die Landschaft so toll, dass man sich Zeit lassen muss. Manche Gegenden sind ja so flach wie eine Flunder, dass es schnell anödet. Dann nimmt man gerne mal eine lange Etappe in Kauf.

Goldfinger
13.07.2007, 01:03
Ich habe meine Tagesetappen noch mal etwas an Kondor-Tours angepasst. Ich glaube die wissen was sie tun und der Ablauf erscheint angesichts der vielen Wanderungen zwischendurch, recht stressfrei.

Grüße
Andreas

darkwolf
31.07.2007, 09:46
aus eigener erfahrung kann ich dir sagen.... auf den schotterpisten sollte man nicht schneller als 70-80kmh fahren... und das ist schon die absolute höchstgeschwindigkeit... auf geraden strecken könnte man "problemlos" auch schneller fahren... und grade in patagonien verleiten die kilometerlangen geraden strecken zum "brettern"... aber wenn man ins schleudern gerät (und das pasiert schneller als man denkt) hat man keine chance mehr seinen wagen wieder in den griff zu kriegen... der wagen "rutscht" auf dem schotterkugeln wie auf eis und jede lenkbewegung verschlimmert das ganze nur noch.... hab es vor einem jahr selbst im norden von argentinien erlebt.... ******** war das knapp... um ein haar hätten wir uns überschlagen oder wären frontal in den metertiefen graben gelandet....

olepat
27.09.2007, 06:12
Hallo,
wir kennen die Carretera Austral ganz gut, und fahren nie mehr als 60km/h, und das auch nur bei einigen Teilstücken. Noch ist vieles "nur geschottert", aber besonders bei etwas "breiteren Reifen" kommt man ab einer bestimmten Geschwindigkeit leicht ins "Schwimmen" oder bei Wellblechpisten hat man echt mit der Fahrzeugsteuerung zu tun, falls man zu schnell ist. Normal liegt der Durchschnittswert so bei 40km/h, will man halbwegs vorsichtig sein, Auf der Strecke der "Cuesta Queulat" ist es sogar noch weit drunter, aber deswegen auch ganz schön aufregend. Sommerzeit ist immer "Hauptverkehrszeit". Ein guter Freund hat mal gemeint: "Während unserer mehrmonatigen Expeditionen ist der gefährlichste Teil immer die Fahrt auf der Carretera Austral". Wir glauben, er hat voll recht. Unsere maximale Strecke an einem Tag auf der Carretera ist von Coyhaique nach Puyuhuapi (225km noerdlicher Carretera Austral teil) oder Coyhaique nach Cochrane (331km, im Südlichen Carretera Teil). Mehr muss nicht unbedingt sein, oder nur im Notfall. Immer 1 oder 2 10l Reservekanister dabeihaben, besser 2 Ersatzräder, Werkzeug pruefen, und am besten einen kleinen Verbandskasten direkt von D mitbringen, die Mietwagen haben hier alle nur den vorgeschriebenen "botiquin de primeros auxilios" dabei - da ist fast nix drin. 2 Warndreiecke sind vorgeschrieben, auch tagsüber muß neuerdings ausserhalb von Orschaften mit Licht gefahren werden. Wenn ich nicht gerade mit Gästen unterwegs bin, bevorzuge ich es sogar nachts oder extrem zeitig am Morgen zu fahren, da weniger Verkehr, man sieht die Lichter meistens von weitem, und ausserdem finde ich einen Sonnenaufgang über dem General Carrera See ist einfach eine Schau! Vorausschauend fahren, direkt in der nächsten Kurve kann einem schon einmal ein Tanklaster auf der falschen Seite entgegenkommen, oder ein Pferd mit oder ohne Gaucho, oder einfach ein Baumstamm oder Geröll liegen. Das gilt auch für die betonierten Teilabschnitte.
Argentinische Strassen sind meist breiter, und man könnte sie eigentlich schneller fahren. Machen wir aus Gewohnheit nicht und sind bisher immer gut damit gefahren.
Es gibt immer wieder Nachrichten über verunfallte Autotouristen, das ist nicht so ein dolles Aushängeschild und wir möchten, dass alle gesund wieder nach Hause finden und wiederkommen, oder die Region empfehlen, deswegen: ALLZEIT GUTE FAHRT!
olepat:up: