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Vollständige Version anzeigen : Hüttentour mit 2 Übernachtungen


Guest
31.05.2004, 10:37
Hallo,
wir planen mit einigen Mädels eine Hüttentour vom 02.-04.07.2004 in den Alpen. Mich würde das Karwendel oder der Wetterstein interessieren. Habt Ihr einen schönen Tourenvorschlag? Ein tolles Panorama wäre wünschenswert.
I.d.R. fahren wir freitags früh gegen 4.00 h los, sodaß wir zwischen 10.30/12.00 h losziehen können (kommt natürlich auf die Anfahrtsstrecke an, wir wohnen ca. 60 km nördlich von Ffm.).
Die Mädels sind konditionell unterschiedlich drauf, wobei die meisten schon recht fit sind. Die Tour sollte keinen Klettersteig beinhalten!!! (ganz wischdisch)
Über eine rasche Antwort würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Sonja Spielmann

ThomasFFM
31.05.2004, 14:57
Hallo, Sonja!

Anfang Juli wird wohl in den Alpen noch ziemlich viel Schnee liegen; größere Karwendelberge dürften da wohl ausscheiden. Die Pleisenspitze über Scharnitz (rein südseitiger Anstieg) wäre evtl. eine Möglichkeit, immerhin 2570 m hoch mit privater Hütte auf ca. 1750 m (unbedingt in Scharnitz erkundigen, ob sie geöffnet ist!).

Eine wichtige Frage wäre natürlich, ob Ihr mit dem PKW anreisen wollt, somit am Ende der Tour wieder am Ausgangspunkt ankommen müsst. Das würde Eure Möglichkeiten natürlich einengen; andernfalls könnte man einen Teil der Karwendeldurchquerung (Scharnitz - Eng - Achensee) mit evtl. Gipfelabstecher überlegen. Einige Gipfel an dieser Route werden meines Wissens südseitig bestiegen (Mahnkopf, Steinfalk, Gamsjoch, Sonnjoch, alle sehr lohnend). Natürlich müsstet Ihr Euch unbedingt in den Hütten nach den Verhältnissen erkundigen.

Im Wetterstein ist wohl schon der "Zugspitztreck" machbar, allerdings auch nicht gerade einsam: 1. Tag Garmisch - Hammersbach (bis dorthin Zugspitzbahn) - Höllental - Kreuzeck, 2. Tag Bernadeinweg - Reintalangerhütte - Knorrhütte, 3. Tag Aufstieg zum Schneefernerhaus (bis dorthin 2 Std., auch bei Schnee wohl zu machen, nicht ausgesetzt); den restlichen "Aufstieg" zur Zugspitze sollte man dann aber der Seilbahn überlassen. Da hättet Ihr Eure Hüttentour mitsamt phantastischem Panorama.

Viele Grüße!
ThomasFFM

Flachlandtiroler
01.06.2004, 11:10
Für den Wetterstein hätte ich was netteres (weniger begangenes), wird aber für 2 1/2 Tage schon ein bißchen viel:
Fr. Mittenwald - Wettersteinwald - Schachenhaus - Meilerhütte
Sa. Meilerhütte - Puittal - Südsteig - Knorrhütte
So. wahlweise durchs Reintal absteigen oder zur Zugspitze hoch und per Bahn runter. Von Gamisch nach Mittenwald zu kommen dürfte kein Problem sein.

Je nach Ankunftszeit ist es vielleicht günstiger, am Freitag schon am Schachenhaus zu übernachten.
Der Weg durch den Wettersteinwald und der Südsteig sind landschaftlich wunderschön und IMHO auch nur wenig begangen.

Gruß, Martin

ThomasFFM
01.06.2004, 14:09
Hallo!

Die Idee mit dem Südsteig ist sehr gut, wobei meines Wissens der Weg vom Söllerpass herunter etwas Trittsicherheit erfordert. Und an den Nordhängen unter der Meilerhütte sollte möglichst nicht mehr viel Schnee liegen. Ein etwas entschärfter Vorschlag, der auch in drei Tagen zu schaffen wäre, könnte folgendermaßen aussehen:

1. Tag: Unterleutasch (Bus ab Mittenwald) - Puital - Scharnitzjoch - evtl. Abstecher zur Gehrenspitze - Wangalm oder Rotmoosalm (in beiden Almen Übernachtungsmöglichkeit).

2. Tag: Weiter über den Südsteig wie beschrieben zur Knorrhütte.

3. Tag: Besteigung der Zugspitze und nun entweder Talfahrt nach Garmisch-Partenkirchen und mit der Bahn zurück nach Mittenwald (problemlos, kurz) oder nach dem Gipfel zurück zur Knorrhütte und Abstieg über das Gatterl nach Ehrwald. Vorteil der zweiten, längeren Variante: Ihr hättet den gesamten Südsteig begangen. Nachteil: Nach der Talfahrt mit der Ehrwalder-Alm-Bahn ist es schon noch ein Stück bis zum Bahnhof Ehrwald, und die Rückfahrt mit der Bahn will auch organisiert sein.

Generell ist aber der Südsteig gerade für Anfang Juli sehr gut - vermutlich kein Schnee mehr wegen Südlage, dafür Bergwiesen in voller Blüte.

Guest
01.06.2004, 19:04
Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine rasche Antwort - das klappt ja super. ;-)))
Hab' mir das mal auf der Karte angeschaut, man ist bei dieser Route allerdings sehr eingeschränkt, was weitere Möglichkeiten angeht, oder???

Evtl. Routen im Karwendel, die wir uns gestern Abend ausgeguckt haben:
a) Mittenwald/Krün > Soiernhaus > Hochlandhütte und zurück bzw. auch umgekehrt denkbar

b) Seefeld > Nördlinger Hütte > Solstein-Haus > Hochzirl > Seefeld (per Bus)

Meinst Du, die wären für Anfang Juli denkbar???

Hab' auch die Gemeinden Seefeld und Mittenwald angemailt, mal schauen, was von dort zurückkommt.

Wäre schön, wenn Du Dich dazu nochmal äußern könntest.

Vielen Dank.

Grüße
Sonja Spielmann

ThomasFFM
02.06.2004, 17:02
Hallo!

Wie es Anfang Juli im Karwendel aussieht, ist ganz schwierig zu prognostizieren. Im Moment scheint in den Alpen noch überdurchschnittlich viel Schnee zu liegen. Zudem gibt es eine uralte Karwendelregel, die da lautet: "Im Frühsommer nie!" Aber die ist natürlich relativ zu sehen.

Problematisch sind zähe Altschneefelder in den nordseitigen Karen; der Schnee soll sich auch schon im Soiernkessen zäh halten. Aber Anfang Juli könnte es schon gehen, wobei die Gratwanderung Schöttlkarspitze - Soiernspitze natürlich sehr schön und überdies auch einfach ist, nur an ganz wenigen Stellen braucht es etwas Trittsicherheit. Die durch eine Lawine zerstörte Krinner-Kofler-Hütte soll diesen Sommer wieder als Selbstversorgerhütte zugänglich sein; Verpflegung gibt's in einer nahe gelegenen privaten Jausenstation. Die Hochlandhütte ist klein und einfach und bietet nur abends einfaches Bergsteigeressen.

Im Zweifelsfall würde ich mich unmittelbar vor der Tour im soiernhaus telefonisch nach den Verhältnissen erkundigen; wenn man dort gut durckommt, dürfte der Rest der Tour keine Probleme machen.

Der Übergang Nördlinger Hütte - Solsteinhaus ist sicher anspruchsvoller, wobei ich ihn nicht kenne. Aber es gibt am Freiungen-Höhenweg ausgesetzte Stellen und man wird wohl auch mehr mit Schnee, z. B. in steilen Rinnen, rechnen müssen als in der Soierngruppe.

Der südsteig bietet tatsächlich wenig Gipfelmöglichkeiten, weil der Wetterstein-Hauptkamm, besonders im Osten, sehr schroff und nur Kletterern zugänglich ist. Vielleicht geht ab Rotmoosalm der Hochwanner (Beschreibung auf www.steinmandl.de ausdrucken und mitnehmen) - reine Südseite, viel Geröll, kein angelegter Weg, sicheres Steigen und Orientierungssinn unbedingt nötig! Ansonsten sind nur die südlich des Kammes liegenden Gipfel Gehrenspitze und Predigtstuhl für Bergwanderer zugänglich. Andererseits bietet der gesamte Südsteig, der ja immer oberhalb der Baumgrenze verläuft, weite Aussicht, zuerst auf die Stubaier, später auf die Mieminger Berge gegenüber.

Was den Schnee betrifft, so schätze ich den Südsteig als die risikoärmste Möglichkeit ein.

Ich hoffe, ich habe Dir damit weitergeholfen.

Gruß
ThomasFFM

Peter_N
06.06.2004, 16:57
Hallo Sonja,

eine schöne Runde für 2 bis 3 Tage ist folgende:

1.Tag
Von Mittenwald über den Ochsenbodensteig zur Hochlandhütte 1630m.(GZ=2 1/4 h)

2.Tag
Von der Hochlandhütte - Wörnersattel 1989m (Abstecher zum Wörnerkopf 1979m) -
zur Krinner-Kofler Hütte 1407m. (GZ=2 1/4 h)

3.Tag
Von der Krinner-Kofler Hütte - Jöchl 1788m - Jägersruh 1895m zum Soiernhaus 1616m.(GZ=3 h)
Nachmittags evtl. Besteigung der Soiernspitze 2259m und/oder schöne ausgiebige Rast an
den wunderschön gelegenen Soiernseen.

4. Tag
Vom Soiernhaus über die Schöttelkarspitze 2049m über markierten Steig entweder hinab nach Krün
oder 1/4 h ab Gipfelkreuz weiter südl. über die verlassene Ochsenalm nach Mittenwald.

Wenn wirklich "nur" 3 Tage zur Verfügung stehen, dann 1. und 2. Tag an einem Tag machen (GZ= 4,5 h).



Gruss Peter

Guest
27.06.2004, 01:00
Servus! Anfang Juli könnt ihr VIELLEICHT schon versuchen, mal auf die Zugspitze zu kommen (Wetterstein). Wenn ihr weniger erfahren in den Alpen seid, empfehle ich euch das Reintal, was zwar eine ziemlich lange, aber super schöne Latscherei ist. Dort gäbe es auch zwei Hütten, wenn ihr es nimmer zum Gipfel schaffen würdet, und auch von dort aus viele Alternativen zur Zugspitze gibt. Sonst gäbe es noch einige Gipfel in der Umgebung des Reintals, die dann schon schneefrei sein könnten.
Falls ihr erfahren seit, könnt ihr es ja auch über das Höllental versuchen (mit Gletscher), da solltet ihr euch aber den Tip von Einheimischen einholen, ob ihr das schon durchlaufen könnt. Aber auch dort gäbe es (vor dem schwierigen Teil) noch eine Hütte zum übernachten.

Berti

Guest
27.06.2004, 01:06
Servus!

Wenn ihr erst um so 10 Uhr über das Reintal aufbrecht, braucht ihr fast eine Übernachtung, die aber kaum was kostet (ca. knappe 10 Euro). Ist aber eines der schönsten Panoramen, die ich in den Alpen kenne. er meiste WEg auf die Zugspitze übers Reintal ist auch einfach, nur der letze Weg zum Gipfel kann (auch wenn kein Klettersteig) ist abschüssig und kann schwieriger werden (kostet viel kraft ab kurz nach der knorrhütte).

Berti

Guest
13.07.2004, 21:07
[Hallo,
wir planen mit mit ein paar Frauen (Fitnessturnen) einen Aufstieg zur Zugspitze im August. Beginn: Ehrwalder A über Gatter zur Knorrhütte ´ca. 4 Std. (Übernachtung) Am zweiten Tag Aufstieg zur Zugspitze 4 Std. Abstieg nochmals 4 Sdt.(Übernachtung wieder in der Knorrhütte) Am nächsten morgen Abstieg bis Ehrwald 4 Std. Ist das anstrengend? Wieviel Kondition braucht man dazu? Sind die Zeiten angemessen? Wir sind von durchschnittlich konditionsmäßig bis sehr gut gemischt ;)
danke für eine schnelle Antwort schon mal
liebe Grüße
sylvia

ThomasFFM
14.07.2004, 06:19
Hallo, Sylvia!

Euer Konzept ist sicher der am wenigsten anstrengende Anstieg auf die Zugspitze. Die Zeiten für den zweiten Tag sind sogar zu hoch gegriffen. Von der Knorrhütte ist man in zwei Stunden beim Schneefernerhaus, zum Gipfel ist es dann noch einmal eine gute Stunde. Allerdings solltet Ihr gutes Wetter abwarten - und ich drücke Euch die Daumen, dass der viele Schnee auf der Zugspitze endlich doch noch mal verschwindet. Andernfalls ab Schneefernerhaus unbedingt die Seilbahn nehmen (der Weg Knorrhütte - Schneefernerhaus ist bei Schnee allenfalls eine anstrengende Hatscherei, ansonsten ein "normaler" Bergsteig).

Bitte auf keinen Fall über die Wiener-Neustädter Hütte absteigen, das wäre ein Klettersteig!

Gruß
ThomasFFM

Guest
16.07.2004, 21:20
Hallo Thomas,

vielen dank für Deine Auskunft. Die hat mich echt beruhigt. Wie lange braucht man den für den Aufstieg von Ehrwald bis Knorrhütte so im Durchschnitt? Das wäre noch interessant zu wissen..

Danke schon im voraus .

gruß
sylvia

Peter_N
17.07.2004, 09:05
Aufstiegszeit:
Ehrwald - Knorrhütte = 5:30 h.
Ehrwalder Alm - Knorrhütte = 3 h.

Karten:
Alpenvereinskarte Bl. 4/2
Alpenvereinskarte Bl. 4/3
Freytag & Berndt u. Artaria KG Kartographische Anstalt Bl. WK 322

Link zur Knorrhütte:
http://bergtouren.info/muenchen/huetten/bewirtschaftet/knorrhuette/knorrhuette.htm


Gruss Peter