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Vollständige Version anzeigen : Klimaveränderung / Schobergruppe


ThomasFFM
04.06.2004, 20:43
Hallo!

Habe den nicht mehr ganz neuen Beitrag von Andreas über den fürchterlichen STeinschlag, der letztes Jahr u. a. die Ersteigung des Tauernkogls (St. Pöltener Hütte), zeitweise aber auch des Mont Blanc verhinderte, mit Interesse gelesen. Man kann ja seit Jahren beobachten, dass sich die Verhältnisse in der Permafrostzone der Alpen infolge der Klimaerwärmung verschlechtert; ich habe das z. B. am Pitztaler Jöchl erlebt, wo sicher so mancher arglose E5-Wanderer unversehens seine liebe Mühe und Not hat. Wo früher ein fester Hang war, der natürlich durch das Eis unter der Erde zusammengehalten wurde, erlebte ich 1998 haltlosen Schutt. Ähnliches berichtete mir ein Bekannter aus den südlichen Walliser Alpen, von einer Etappe des Aostatal-Höhenweges Nr. 3, glaube ich. Ich möchte nicht wissen, wieviele Steige um die Dreitausendmetergrenze nicht mehr den Beschreibungen in ca. zehnjährigen Führern entsprechen...

Und im letzten Jahr war das Herausbrechen von mehreren Hundert Kubikmetern Fels am Matterhorn auf 3400 m Höhe ja auch kein Zufall, sondern eine Folge der extremen Hitze, die diesen Prozess natürlich noch beschleunigte.

Nun würde ich ja gerne mal im kommenden August die Schobergruppe in meinem geliebten Osttirol durchqueren, am liebsten von Süden (Winklerer Alm) nach Norden (Glorerhütte, Großglockner). Meine Frage: Weiß jemand, ob dort noch alle Wege zu begehen sind? In Lienz habe ich letztes Jahr lediglich von einem größeren Bergsturz an der Südseite des Hohen Prijakt erfahren; da der Normalweg dadurch nicht beeinträchtigt ist, wusste der Hüttenwirt der Hochschoberhütte davon nichts, wohl aber der Organisator geführter Lama-Trekkings in Lienz, der mit seinen Tieren nun nicht mehr auf den Prijakt kommt; von dem habe ich das erfahren - man käme dort nur noch mittels heikler Blockkletterei durch.

Für aktuelle Informationen wäre ich dankbar - und auch für eine Auskunft, ob man die von mir geplante Route normalerweise ohne Steigeisen gehen kann, wovon ich eigentlich ausgehe.

Vermutlich wird es ohnehin darauf hinauslaufen, dass ich mich auf jeder Hütte noch einmal nach der Begehbarkeit der nächsten geplanten Etappe erkundige. Zudem fallen mir notfalls auch noch genug Alternativen ein.

Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe, ich revanchiere mich dann auch gerne wieder mal mit Tipps über das Thema, von dem ich, böswilligen Gerüchten gemäß, am meisten verstehe - nämlich mit Antworten auf die Frage, wo man gut isst!

ThomasFFM

ulf37
08.06.2004, 10:21
Hallo, ich war vor drei Jahren in der Schobergruppe unterwegs. Bis auf einen Weg ist mir alles in guter Erinnerung. Ich glaube, die Verbindung zwischen Wangenitzseehütte, Noßberger und weiter Elberfelder Hütte über die ...scharte ist mir in dunkler Erinnerung geblieben. Der Abstieg erfolgte über einen fast firnlosen Gletscher mit reichlichen Spalten. Dies dürfte sich inzwischen noch verschlimmert haben.

Die folgende Seite kannst Du vielleicht brauchen:
http://www.publish.at/trekking/index.html?anossb.htm

Viel Spaß
Ulf

ulf37
08.06.2004, 10:24
Präzisiere mich wie folgt:
gemeint war der Übergang von der Noßberger zur Elberfelder Hütte über die Klammerscharte und der folgende Abstieg über das Gößnitz Kees. Du solltest Dich unbedingt informieren, ob dieser Weg noch zu begehen ist !!!

Nochmals Gruß
Ulf

ThomasFFM
08.06.2004, 16:46
Hallo, Ulf!

Vielen Dank für Deine ausführliche Auskunft!

Ich nehme an, Du bist den Wiener Höhenweg gegangen. Von früheren Erzählungen eines Bekannten her weiß ich, dass es der Übergang Wangenitzseehütte - Hohe Gradenscharte - ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*# Noßberger-Hütte - Klammerscharte - Elbrfelder Hütte schon immer in sich hatte; ich würde auch einen Bogen um diese Strecke machen und hatte daran gedacht, von der Wangenitzseehütte zur Lienzer Hütte und weiter über die Gößnitzscharte zur Elberfelder Hütte zu gehen - wobei man allerdings auch über das Gößnitzkees gehen müsste. Das scheint ja tatsächich der eigentliche heikle Punkt der Traverse zu sein; der Weiterweg über das Böse Wibl sollte bei gutenm Wetter machbar sein (oder war es zumindest bis vor kurzem).

Ich denke, ich kann davon ausgehen, dass die Übergänge im Südteil der Gruppe (Winklerer Alm - Wangenitzseehütte - Lienzer Hütte - Leibnitztörl - Hochschoberhütte) problemlos sind; sie führen ja auch "nur" auf ca. 2600 m Höhe, so dass sich da durch die Klimaveränderung sicher nichts verändert hat. Welche der an sich machbaren Gipfel in diesem Bereich begehbar sind (Petzeck, Keeskopf, Hoher Prijakt, Hochschober, evtl. Schleinitz ab Zettersfeld), müsste man auf den Hütten erfragen, ebenso den Zustand des Übergangs Lienzer Hütte - Elberfelder Hütte, von dem das Gelingen der Tour dann allerdings nicht abhinge. Zum Großglockner hin wird es ohnehin nicht gerade ruhiger... So wird man auf jeden Fall erst einmal planen können. Oder siehst Du das anders?

Natürlich bin ich auch weiterhin für Tipps jeder Art dankbar. Und wenn ich Dir, Ulf, auch mal weiterhelfen kann, tue ich das natürlich gerne!

Gruß
ThomasFFM

ulf37
09.06.2004, 09:55
hallo,
also, der Übergang Hohe Gradenscharte war zu meistern. Der Aufstieg von der Wangenitzseehütte war hauptsächlich geröllig (größere Felder). Der letzte Teil war seilversichert. Ähnlich verhielt es sich mit dem Abstieg zur Noßberger Hütte. Auch der Aufstieg zur Klammerscharte war zwar anstrengend, aber machbar. In sich hatte es lediglich der Abstieg über das Gößnitzkees. Trotz Steigeisen war mir ziehmlich mulmig zumute. Die Elberfelder Hütte war 'ne Wucht, der Hüttenwirt ein echtes Original.

An Gipfeln habe ich den Hochschober (problemlos), Petzeck (problemlos aber anstrengend) und das Böse Weibl mitgenommen. Letzteres aber nicht beim Übergang Röhrl Biwak zur Glorer Hütte, sondern am nächsten Tag vor dem Abstieg in das Tal. Der Weg von Biwak aus war vereist und ich habe davon Abstand genommen. Der Aufstieg am nächsten Tag war ein voller Erfolg, Aufstieg und Wetter stimmten.

Wir sind übrigens andersrum gegangen Hochschoberhütte, Lienzer Hütte, Wangenitzseehütte, über die Noßberger zur Elberfelder und dann weiter zur Glorer Hütte. Die Lienzer Hütte ist ziehmlich belagert von Tagestouristen, hat ja auch Spiel- und Parkplatz.

Also viel Erfolg bei der Tour
Ulf

Guest
10.08.2004, 21:19
Hallo
Wir sind den Weg Anfang Juli gegangen,war gut machbar.
Bei Interesse für mehr Info schicke mir eine Mail,ich
melde mich.
Berg Heil