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Vollständige Version anzeigen : Mongolei Trekking Altai Kharkhiraa & Turgen


Gludis
01.05.2007, 19:24
Hallo,
wir fliegen im Juni nach Ulaan Gom und wollen dort 7 Tage im Altaigebirge im Turgen Strictly Protected Area wandern. Die Route geht über den Pass zwischen den Bergen Kharkhiraa und Turgen. Dazu nun ein paar Fragen:
- bekommt man die Genehmigung für das Gebiet nur in Ulaan Bator oder auch in Ulaan Gom
- ist es möglich in Ulaan Gom den Transfer zum Startpunkt und das Abholen vom Endpunkt zu organisieren oder sollte man das vorher machen
- können die Gipfel mit Trekkingsausrüstung bestiegen werden (Grödeln, Wanderstöcke) oder benötigt man eine Hochgebirgsausrüstung
- ist der Kharkhiraa-Fluss zu dieser Zeit durchquerbar
- kann man das Wasser aus den Flüssen trinken
- bekommt man in Ulaan Gom Gaskartuschen oder kann man Kartuschen (die man sich in Ulaan Bator besorgt) auf den Inlandsflügen mitnehmen

Also bin für alle Anregungen und Hinweise zu diesem Thema dankbar

Arne

Gludis
09.07.2007, 11:26
Ok waren inzwischen da und sind 11 Tage im Turgen Strictly Protected Area gewandert. Vielleicht sind die Infos für andere interessant.

Von Ulaanbator nach Ulaangom fliegt Eznis Airlines 4x die Woche mit modernen Saab-Maschinen. Wir haben von Deutschland aus über Wildberry gebucht für ca. 300,00 EUR pro Person.

Die Genehmigung für den Nationalpark gibts in Ulaangom für 3000,00 Tugrik pro Person.

Von Ulaangom kann man mit dem Taxi (vorm Hotel Uvs Nuur) oder mit einem Jeep (am Marktplatz) zum Startpunkt nach Taraljan fahren (ca. 30.000,00 Tugrik).

Der Gipfel des Kharkhiraa kann laut Beschreibung in einer Tagestour bestiegen werden. Bei uns lag noch zuviel Schnee, sodass wir auf eine Besteigung verzichtet haben.
Der Turgen-Gipfel besteht aus einem Gletscher und sollte nur mit entsprechender Erfahrung bestiegen werden.
Als wir den Pass überquerten, hatten wir dort Hagel, 5 cm Neuschnee und entsprechende Temperaturen.

Auf dem Hinweg war der Kharkhiraa fast an jeder Stelle überquerbar. Als wir nach 11 Tagen auf dem Rückweg wieder an den Fluss kamen, war durch den Regen ein reißender Strom daraus geworden, der nur noch mit Pferd oder LKW zu überwinden war.

Wir haben das Wasser aus den Flüssen mit Entkeimungsmittel behandelt und hatten keine Probleme mit der Verdauung.

Achtung: Einige Flüsse, die auf den russischen 1:500.000 Karten als wasserführend gekennzeichnet waren, existierten nur noch als trockenes Flussbett, was uns eine 40 km-Etappe bis zur nächsten Wasserstelle beschert hat.

Wir haben nicht mehr nach Gaskartuschen geguckt in Ulaangom, allerdings könnte ich mit vorstellen, das auf dem dortigen Markt soetwas zu bekommen ist.

kusi
30.12.2007, 11:09
hallo gludis

auf der suche nach trekkingmöglichkeiten in der mongolei bin ich auf deinen artikel gestossen. weil meine frau und ich im sommer ebenfalls in diese region wollen, haben ich noch ein par fragen an dich:

1. wir sind ende mai anfang juni in diesem gebiet. wie sieht es zu dieser zeit mit schnee aus? eine gipfelbesteigung kommt für uns nicht in frage. wegen dem schnee denke ich vor allem an die schneeschmelze und damit verbunden an das viele wasser der bäche. wie sind die zu furten?

2. kannst du mir die genauen bezeichnungen (nummer) der russischen generalstabskarten angeben welche du für dieses gebiet mit dabei hattest?

3. wie habt ihr euch verpflegt? habt ihr das essen für die 11 tage auf dem markt in ulangom gekauft oder habt ihr alles schon von zu hause mit genommen? in diesem zusammenhaung auch die frage: ist der markt in ulangom gut sortiert?

4. hat es zu dieser zeit in diesem gebiet bereits nomaden oder begenet man kaum jemandem?

5. wäre dies möglich, eure route etwas genauer zu beschreiben?

erwarte gespannt die antworten. besten dank schon im voraus für deine hilfe.

gruss kusi

AndreasW
30.12.2007, 12:23
ALTAI MONGOLIA 500k--m46-3 map

Автор: mapstor (http://maps.poehali.org/en/formatted/500k--m46-3.html?type=500k&zoom=7)

Regions: ALTAI
Countries: MONGOLIA, RUSSIA
Name Alternatives: M46-C; M46-V; M46-3; M46-Ð’; M-46-C; M-46-V; M-46-3; M-46-Ð’
Scale: 500k; 1:500 000; 1:500000
Filesize: 3.70 Mb
Dimensions: 3654 x 3684
Download (3.70 Mb) (http://mapstor.com/mapstorfile.php?file=500k--m46-3.gif)

http://maps.poehali.org/tmp/phmap/7c9a7da9b38cd1d7bdff674b3e274da7.gif

Gludis
30.12.2007, 13:48
Hallo,
Kann dir nur sagen, wie die Temperaturen bei uns Anfang Juni waren. Tagsüber waren es zwischen 20 und 30°C und trocken. In den höhren Lagen eben entsprechend kälter mit Temperaturen um 0°C, sodass wir Schnee nur auf den Kämmen gesehen haben und da auch nur Schneereste. Auf der Hintour konnten wir den Fluss an jeder beliebigen Stelle überqueren ohne nasse Knie zu bekommen. Auf dem Rückweg sind wir teilweise an den selben Stellen nicht mehr rübergekommen (hüfttief und reißende Strömung). Selbst einige LKWs sind mitten im Fluss steckengeblieben. Also Wanderstöcke sind zum Furten zu empfehlen.
Gewandert sind wir mit der 1:500.000 -der Karte M-46-B. Wir hatten auch 1:200.000 -der Karten bei Därr bestellt, die sind aber nicht rechtzeitig angekommen. Auf dem Rückflug haben wir welche getroffen, die sich in UlaanBatar 1:100.000 Karten in Farbe ausdrucken lassen haben. Weiß aber leider nicht wo. Mit der groben Karte war es teilweise ganzschönes Rätselraten, insbesondere beim Finden der Pässe.
Was das Essen angeht, haben wir den größten Teil in Deutschland gekauft (Trekkinglunch und Suppen), weil wir nicht wussten, wie man sich dort versorgen kann. In der Hauptstadt wirst du mit Sicherheit auch alles bekommen, was du zum Wandern brauchst, man muss es halt nur finden. In Ulaan Gom gibt es etliche kleine Läden mit einem ähnliches Angebot wie deutsche Tankstellen. Schokoriegel, Brot und abgepackten Käse (Emmentaler aus Deutschland) haben wir dort gekauft.
Als wir los sind, sind auch gerade viele Nomaden zu ihren Sommersitzen aufgebrochen. Viele waren aber auch schon dort. Wo Wasser ist sind eigentlich auch immer Nomaden. Das eigentliche Nationalparkgebiet ist wirklich menschenleer und unberührt. Zur Verständigung kann ich das Phrasebook von Lonely Planet nur empfehlen, denn die Nomaden sind auf jedenfall an Gesprächen interessiert :-).
Ich kann dir mal einen GoogleEarth-Pfad schicken, da ist die gesamte Route zu sehen. Ich kann dir auch mal meine Telefonnummer schicken, wenn du noch Fragen hast.

In Ulaan Batar haben wir im Hotel Marco Polo übernachtet. Witziger Weise ist dort das Hauptquartier von Roteltours, das von zwei Mongolen geleitet wird, die in der DDR studiert haben und sehr gut deutsch sprechen und bei Bedarf auch noch alte Kampflieder singen können. Wenn du russisch kannst könnten wir dir auch in Ulaan Gom noch jemand nennen, der uns damals zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren hat und mit dem wir am Ende noch eine Jeeptour gemacht haben.

Arne

kusi
01.01.2008, 17:12
Hallo Gludis

Besten Dank für deine ausführliche und prompte Antwort. Damit du mir die Google Map an meine e-mail Adresse senden kannst, muss ich noch ein par Beiträge schreiben... werde mich melden, wenn ich soweit bin.
Wenn noch weitere Fragen auftauchen, werde ich mich wieder hier im forum melden, damit die Infos auch anderen zugute kommen.

gruss kusi

kusi
02.01.2008, 14:31
Hallo Gludis
Nun habe ich meine 10 Beiträge geschrieben und kann dir nun meine e-mail Adresse angeben: ko_ma_80@yahoo.de. Wäre wirklich super, wenn du mir die karte senden kannst.

kusi

Jens G
20.04.2008, 17:31
Eine kurze Bemerkung zur angesprochenen Genehmigung, um sich am Turgen aufzuhalten benötigt man keine Genehmigung. Jeder kann sich zu jederzeit dort bewegen. Die angesprochene Genehmigung ist die in der Mongolei übliche Nationalparkgebühr, die auf Verlangen zu zahlen ist. Man ist aber nicht verpflichtet sich um so ein Ticket selbst zu bemühen, für gewöhnlich steht an den Nationalparks irgendwo eine Eingangskontrolle und dort bezahlt man. Wo nur alle paar Tage jemand vorbeikommt, wie am Turgen, schenkt man sich das Häuschen und stattet dafür die örtlichen Viehzüchter mit Eintrittskarten aus, die diese dann verkaufen. Man kann also in dem Fall beruhigt warten bis jemand kommt und bezahlt dann und damit hat sich die Sache dann schon erledigt.
Da aber nahezu jeder Felsen oder Berg in der Mongolei in dieses Gebührenerhebungssystem einbezogen ist, verliert man bei längeren Touren irgendwann mal die Lust ständig die obligatorischen 3000 TRG zu bezahlen.