Vollständige Version anzeigen : Meraner Höhenweg
Wir sind vom 22. 08 -29. 08. 04 den Meraner Höhenweg gegangen. Ein traumhaft schöner Weg. Meine Frage gibt es in den Alpen eine ähnlichen Weg der sich nicht unbedingt auf hochalpiner Höhe bewegt?
Wer kennt Alternativen?
Über den Meraner Höhenweg werde ich, wenn ich in drei Wochen wieder aus dem Urlaub zurück bin mehr berichten.
ThomasFFM
02.09.2004, 21:28
Hallo!
Vergleichbare, d. h. nicht so sehr hochalpine Höhenwege und Durchquerungen gibt es in den Alpen massenweise. Eine schöne Sache, die ich aber nur in einzelnen Abschnitten kenne, ist der Osten des Karnischen Höhenweges - also östlich von Hochweißsteinhaus und Rifugio Calvi (hierzu siehe meinen Eintrag "Schlemmerhütte" im Gourmet-Forum!). Interessante Alpenüberschreitungen von Norden nach Süden sind sicher die österreichischen Weitwanderwege 05 ("Nord-Süd-Weg), 08 ("Eisenwurzenweg") und 09 ("Salzsteigweg), allerdings sind da die Höhenunterschiede größer, weil wiederholt in Täler abgestiegen werden muss. Das gilt auch für die Karawanken (siehe Posting in diesem Unterforum). Ein Höhenweg für den moderaten Geher, landschaftlich dabei sehr schön und eindrucksvoll ist auch der Lasörling-Höhenweg - und dies, obwohl er in relativ großer Höhe verläuft. Und so weiter und so weiter...
Gruß
ThomasFFM
meine freundin und ich sind ihn letztes jahr gegangen und es war wirklich nett :)
hier eine kleine info
der meraner höhenweg ist 120 km lang und zumindest auf seiner südhälfte mit reichlich hütten bestückt.
der weg führt die komplette zeit zwischen 1000 und 3000 metern höhe entlang und bis auf kurze zwischenstücke geht es über wald- oder forstwege.
da es sich um einen rundweg handelt kann man fast überalle in den weg einsteigen. lediglich von pfelders bis ins schnalstal ist ein quereinsteigen nicht möglich.
die hütten (meist bettenlager) sind maximal 4 wegstunden voneinander entfernt, so dass man sich seine zeit halbwegs gut einteilen kann. der schwerste abschnitt geht von pfelders ~1500 ünn über die stettiner hütte ~2900 ünn zum eishof auf ~2000 ünn. wobei es im südlichen teil noch einen abschnitt gibt, der etwas an den nerven zehren kann. hier wird eine zerklüftete bergflanke durchgangen, so dass 5 mal steil ca. 100 höhenmeter auf und abgestiegen werden müssen.
der weg umrundet die texelgruppe, die zu vielen zeiten zu abstechern einläd. neben einer einfachen gipfelbesteigung (3.500 ünn) gleich neben dem weg laden so der ein- oder andere gipfel zu begehung ein. sehr reizvoll ist es ebenfalls einen kleinen umweg zu gehen und oberhalb des hochganghauses über einen gipfel zu steigen und einige reizvolle hochgebirgsseen aufzusuchen.
für weitere infos:
http://www.oase-alpin.de/touren/Bergwandern_Meran_Texelgruppe_Hoehenweg.html
http://www.meran-tirol-algund.com/de/wandern_meranerhoehenweg.phtml
obwohl der weg zuweilen schmal ist und oft gleich neben dem weg ein steil abfallender hang ist bietet sich der weg m.e. auch sehr gut für familien an. wobei die kinder an manchen stellen besser angeleint werden sollten.
südtirol ist bekanntlich recht warm, so dass der weg gut von mai bis september begangen werden kann. je nach wetterlage kann ich mir auch eine begehung im oktober vorstellen, wobei es da natürlich auf dem höchsten zu überwindenden grat bei 3.000 ünn schon ordenltich schnee haben könnte.
viel spaß beim laufen. landschaftlich ist es recht reizvoll, wenn auch stests recht "zivilisiert".
tim
ThomasFFM
24.09.2004, 05:52
Hallo!
Vorsicht, Vorsicht - die von Dir Tim, erwähnte "einfache Gipfelbesteigung" bezieht sich auf die Hochwilde im Ötztaler Hauptkamm, 3482 m. Ich war vor längerer Zeit oben, dieser Gipfel ist nicht "einfach"! Was man von einem Dreieinhalbtausender auch nicht erwarten kann. Man kommt als Bergwanderer nur bei allerbesten Verhältnissen hinauf. Jedenfalls stellt diese Tour ganz, ganz andere Anforderungen als der Meraner Höhenweg!
Was die Seite von oase-alpin betrifft - die ist kommerziell (dieses Unternehmen bietet geführte Touren an), die Informationen über den Höhenweg sind somit nicht ganz objektiv, soweit man überhaupt von Informationen sprechen kann, die nicht nur für den potenziellen Kunden, sondern für den selbstständig wandernden Höhenwegbegeher brauchbar sind.
Gruß
ThomasFFM
hallo ThomasFFM :)
die alpin-oase-seite hab ich nur angeführt weil ich die tourdaten gut finde. die können gut als anhaltspunkt für leute dienen die es angehen wollen, was die zeitplanung angeht und sie sind ganz gut um die strecke einzuschätzen dank ihrer höhenangaben und der gesamt auf- und abstiege.
hmm, ja, die hohe wilde. wir waren letzes jahr in der ersten septemberwoche unterwegs und hatten unsere trekkingrucksäcke in der stettiner hütte zurückgelassen. von da aus (die hütte ist ca bei 2900 ünn) sind wir auf den gipfel gestiegen. einfach ist... relativ bzw. eine frage des bezuges zu etwas anderen sag ich mal. natürlich ist das nicht so, als ob man durch die stadt schlendert.
auf jeden fall ist es kein großes problem mit normalen trekkingschuhen ohne weitere hilfsmittel wie steigeisen, seil oder ähnliches hinaufzusteigen und man braucht keine kletter- oder bersteigerausbildung um sicher anzukommen und auch wieder runter. das meinte ich mit einfach.
es ist aber nicht so, dass ein breiter, gesicherter weg hochführen würde, im gegenteil. wie es bei ungünstigen witterungsbedingungen aussieht kann ich nicht sagen aber in dichtem nebel oder im strömenden regen würde ich selbstverständlich jedem abraten eine gipfelbesteigung zu versuchen.
sorry, wenn ich mich da etwas zu flappsig ausgedrückt hatte, ich möchte die gefahr natürlich nicht leugnen.
tim
ThomasFFM
24.09.2004, 09:02
Hallo, Tim!
Ich gebe Dir im Grundsatz Recht und wollte Dir auch keine Vorwürfe machen. Es ist nur so, dass ein Leser Deines Textes u. U. die Hohe Wilde hätte unterschätzen können. In vielen Sommern schmilzt der Schnee dort oben ja nicht vollständig weg, und dann muss man steile Schneefelder queren, was ohne Steigeisen gefährlich werden kann. Ich habe diese Schneefelder Ende Juli erlebt, ohne Steigeisen, ich hatte damals nur das Glück, dass es sehr heiß und der Schnee, da in der Südostfalnke gelegen, sehr weich war. Trotzdem war es ein gehöriger Eiertanz, bis ich darüber hinweg war, ich weiß nicht, ob ich das heute noch so machen würde. Es freut mich für Dich, dass Ihr Glück mit den Verhältnissen hattet, aber die Anzahl der Tage, an denen eine Besteigung dieses Riesenberges für den hochalpin erfahrenen Bergwanderer möglich ist, ist eher limitiert, und in manchen Sommern - wenn z. B. der wettermäßig besonders exponierte Alpenhauptkamm häufig in Wolken steckt, tauen die Schneefelder den ganzen Sommer über nicht weg.
Übrigens ist das Roteck (3336 m, ab Lodnerhütte, also vom Meraner Höhenweg aus zu erreichen) bei guten Verhältnissen deutlich einfacher, man muss nur dringend schwindelfrei sein, weil im oberen Bereich ein kleiner, fast senkrechter Gratabbruch mit Hilfe von Ketten und einiger Kraft - die man bis zu dieser "Schlüsselstelle" natürlich nicht durch zu schnelles Gehen verpulvert haben sollte - überwunden werden muss. Das Gipfelpanorama ist auch grandios, vor allem sieht man über 3000 Höhenmeter auf Meran hinunter - sofern der Gipfel nicht in Wolken steckt, was auch häufig vorkommt.
Gruß
ThomasFFM
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