Vollständige Version anzeigen : Habt ihr Erfahrungen mit Benzinkochern?
ulle1901
25.03.2007, 17:06
Moin alle zusammen!
Ich habe vor, ein Jahr nach Neuseeland zu gehen und die ganze Insel abzuwandern. Ich suche dafür einen Kocher, der mit Benzin betreibbar ist und der ein Jahr durchhält bei täglicher Benutzung. Welche Kocher könnt ihr mir empfehlen? Ich habe gehört, dass der MSR Whisperlite ein zuverlässiges Modell ist. Um noch mal zu betonen... Es ist mir sehr wichtig, dass der Kocher sehr lange durchhält. Lautstärke, Kocherleistung sind eher nebensächlich. Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe.
Gruß Ulle
Ich habe den MSR Whisperlight International seit 1993 in Verwendung bei meinen ausgedehnten Berg- & Zelt-Trekkingtouren im In- & Ausland und finde das es der am einfachsten zu bedienende Kocher ist.
Damit er dir auch 1 Jahr problemlos durchhält empfehle ich dir möglichst nur sauberes Reinigungsbenzin zu verwenden und auf alle Fälle das kleine beigepackte Reparatur-Wekrzeug und Pumpenölfläschchen mit zu nehmen + eine Kopie der Bedienungsanleitung.
Seit gut 5 Jahren haben die Kocher im Brennersystem eine sogenannte "Schütteldüse" in der eine Reinigungsnadel enthalten ist, die beim Rumtragen des Kochers hin und her bewegt wird und die Düse dadurch immer sauber hält!
Vorteilhaft ist es auch den Ruß der sich auf der Unterseite der Brennerschale anlegt regelmäßig zu entfernen, dann macht man sich beim Zusammenlegen die Finger nicht unnötig schwarz.
Brennstsoff sparst du, bei Verwendung der 2 verschiedenen Alu-Falt-Windschutze, die im Lieferumfang enthalten sind!
Pater Noster
25.03.2007, 19:20
Servus. Wenn's Dir bei Deiner Entscheidung hilft: Ich unterstützte Pablito voll und ganz. Mein MSR Whisperlite International ist inzwischen 20 Jahre alt und kocht und kocht und kocht. Nicht mal eine Düse musste gewechselt werden.
Wenn Du das Teil also gut pflegst, sollte es das eine Jahr schon durchhalten ... ;o). Der Vorteil ist zudem, dass es seit vielen Jahren schon Bleifreies Benzin nahezu überall gibt. Und besagte "Schütteldüse" (ich musste immer noch selber schütteln, bzw. ab und an mal das Teil reinigen - etwas mühsam und man kriegt ziemlich schmutzige Hände) vereinfacht die Handhabung auch noch.
Hol' Dir auf jeden Fall den Alu-Windschutz (notfalls tut's zwar die Folie, aber edler und stabiler wäre der Windschutz) und - das habe ich auch noch vor - den Kocherstand. Das sind drei rautenförmige Aluplatten, die auseinandergefaltet den Kocher stabilisieren und so einen guten Stand gewährleisten.
Und schließlich: achte bei den Töpfen darauf, dass sie nicht zu dünn sind, damit sie nicht zu schnell durchbrennen beziehungsweise das Essen ansetzt. Sie sind zwar etwas schwerer, als Alu, aber wenn ich ehrlich bin, würde ich nur noch Edelstahltöpfe verwenden.
Vielleicht kannst Du irgendwo in einem Globetrotter-Laden sogar mal einen gebrauchten (von einem Mitarbeiter oder so) austesten. Da bekommst Du ein Gespür für das Teil. Und wegen der Töpfe kannst Du Dich ja auch noch mal umhören.
Gute Reise und tolle Erlebnisse (ich wäre selbst gerne mal auf so eine Tour gegangen und beneide meinen älteren Sohn, der vor drei Jahren ein Jahr lang in Neuseeland unterwegs war!),
Pater Noster (Uli)
Ich habe seit '99 den MSR-Dragonfly in Betrieb - und das nicht immer schonend. Er hat inzwischen aufaddiert über ein Jahr Ausland auf dem Buckel und kocht und kocht und kocht... Ich ging nicht immer schonend mit dem Ding um, aber wenn du ihn ab und an mal sauber machst gibt es normalerweise keine Probleme. Ist aber wie bei allen Benzinkochern stark vom Brennstoff abhängig. Der Dragonfly ist zwar teurer als der Whisperlite, aber die 1a Regelung der Brennleistung möchte ich nie wieder missen! Mit dem Kocher ist es - im Vergleich zu vielen anderen - absolut kein Problem ein Süppchen auch mal eine Weile auf kleiner Flamme simmern zu lassen. Wenn du ein Jahr unterwegs sein willst möchtest du doch sicher auch mehr machen als schnell etwas erhitzen oder? Für mich das schlagende Argument für den Dragonfly. Die Regelung hat bei mir sogar eine Tankfüllung lang mit Diesel recht gut funktioniert. Der mitgelieferte Windschutz ist einmal bei starkem Wind durchgebrannt. Bis ich es gemerkt hatte war ein Handteller großes Loch drin :D. Fand aber dann recht schnell beim marokkanischen Schlosser Ersatz.
Auf alle Fälle Pumpenfett mitnehmen!
Hallo Ulle,
bin ebenfalls seit 1992 mit MSR am Weg. Läuft super, solange du gereinigtes Benzin verwendest. Habe ihn auch mit Kerosin verwendet. Das macht dann nicht mehr viel Spass. Das Gerät funktioniert immer noch gut, obwohl ich kein Ausrüstungsfetishist bin und ihn nur selten gereingt habe.
Liebe Grüsse
Thomas
Harp Booth
27.03.2007, 15:25
Ich habe ebenfalls seid vielleicht 10 jahren den MSR Whisperlight International in Betrieb. Ich habe nie gereinigtes Benzin benutztz sondern immer nur Normal Bleifrei aus Auto oder Motorrad. Mit dem International Modell, dass einen dickeren Generator hat als das in den USA erhältliche Modell ohne "international" habe ich den Einsatz von handelsüblichen Kraftstoff aus der Zapfsäule nie als problematisch empfunden. Du musst lediglich nach jeder Tankfüllung den sog. Generator durch Hin- und Herscheiben des Drahtes reinigen und mit etwas Benzin durchspülen. So beugst Du dem Zusetzen des Genartors wirkungsvoll vor.
Mit dem beigepackten winzigen Werkzeug lässt sich bei Bedarf der Gesamte Kocher zerlegen. Ein paar Ersatzdüsen und Dichtungen dabeizuhaben ist sicherlich von Vorteil und wiegt höchstens 10 g.
Gruss Harald
Hallo,
ja, MSR Whisperlite ist voll okay, habe ihn 2005 als ersten Benzinkocher nach Beratung von Pablito gekauft und wir sind nach nun insgesamt 2 1/2 Monaten 'Einsatz' total zufrieden. Mit der großen Flasche reicht's uns locker für 5 Tage zu zweit mit täglich 1x warmen Essen und öfters heißen Tee. Dazu muss sie Anfangs nicht mal ganz voll sein, der Kocher scheint uns also auch recht sparsam zu sein. Wir haben bisher immer gereinigtes Benzin verwendet und düsentechnische Probleme sind nicht aufgetreten. mal etwas Ruß abwischen und gut ist.
Den Windschutz (unbedingt zu empfehlen) kann man prima um die Flasche wickeln, dann knickt er nicht und hält lange. Ist halt die Frage, ob die große Flasche für dich okay ist, oder eine kleinere und damit leichtere für dich die bessere Wahl ist.
Früher wurde hin und wieder von Problemen mit der Handpumpe berichtet, irgendwas ist da wohl nicht gut konstruiert gewesen, aber ich meine, MSR hatte da das Produkt zwischenzeitlich verbessert. Wir haben jedenfalls auch mit der Pumpe bisher nicht das geringste Problem gehabt.
Viel Spaß in Neuseeland
arnold
MSR kann ich auch empfehlen. Den Dragonfly eher weniger wenn Du vorhast, auch mal in der Nähe von 3000m oder darüber zu kochen, dann brennt der nämlich nicht mehr. Und wenn er brennt macht er einen Saulärm, der mir doch ziemlich schnell auf den Wecker ging, und ich bin relativ tolerant.
Der Whisperlite ist robust, leicht und simpel, die einzigen zwei Nachteile sind halt die Regulierbarkeit und die etwas schwächliche Plastikpumpe. An das Regulieren gewöhnt man sich und man ist halt immer dabei beim Kochen, und mit einer Ersatzpumpe fährst Du auch sicher. Der Windschutz wirkt Wunder was die Effizienz angeht.
Zum Reinigen noch ein Tipp: Wenn nichts mehr geht, dann hilft ein einfches Durchspülen des Schlauches mit genug Benzin (einfach Düse abschrauben und kräftig Benzin durchspülen, kannst die Düse gleich waschen damit).
Für Töpfe würde ich nur Edelstahl nehmen, die gehen ein bisschen besser mit der Hitze um und lassen sich auch mal grob schrubben. Allzu schwer sind sie ja auch nicht, und kosten nicht viel. Es lohnt sich allerdings ein gutes Set zu kaufen, mit Deckel, wo im besten Fall gleich der Kocher reinpasst.
denis81284
11.07.2007, 14:32
hallo, ich habe eine kurze frage.
kann man nicht einfach super oder super plus od. evtl. auch v-power (etwas hoch-oktaniges halt) nehemen anstatt des reinbenzins?
sind die verunreinigungen danach erheblich größer??? hat da wer erfahrung sammeln können?
mfg denis
Wenn's absolut unkaputtbar sein soll, würde ich auch einen MSR XGK in Betracht ziehen – den alten mit starrer Spritleitung und Draht-Topfträger, den es vielerorts noch für 100 bis 120 Euro gibt. Der hat praktisch keine beweglichen Teile und nur das absolut notwendige Minimum an Dichtungen. Ich benutze einen seit vier Jahren ohne Probleme und ich habe eigentlich noch nie gehört, dass einer kaputt ginge (ausgenommen evtl. die ungeliebte erste Version der MSR Plastikpumpe).
Nachteil: Nicht nennenswert regulierbar, passt in kein Kochgeschirr.
Gruß,
Jones
Kebnekaise
12.07.2007, 08:10
Ich hab den Whisperlite auch schon seit 91 im Gepäck. Seit 95 verwende ich nur mehr Tankstellenbenzin. Hab anfangs immer Super verwendet bis mir klar gemacht wurde, dass Normalbenzin - aus welchen gründen auch immer - besser für den Kocher ist.
Gleichzeitig wurde mir auch gesagt, dass verbleites Benzin den Schläuchen und Dichtungen nicht so zusetzen soll...
Ich hatte noch nie in den über 15 Jahren ein Problem mit dem Kocher und werd ihn deshalb auch nicht hergeben. Wenn er eine zeitlang nicht benutzt wird, dann schrumpelt das Pumpenleder und muss ausgetauscht werden. Bei Dauerbetrieb könnte ich mir vorstellen, dass auch die Dichtungen irgendwann mal gewechselt werden müssen, aber die sind ohnehin Verschleissartikel - musste ja beim Auto auch irgendwann mal wechseln. Ich hab bei meinem Kocher seit dem Kauf eine einzige Dichtung ausgetauscht - und das bevor der Kocher Probleme gemacht hat.
Wenn die Leitung mal verlegt ist, dann ist sie mit dem Reinigungsdraht schnell wieder sauber. Ansonsten die ganze Leitung in Cola einlegen, das Zeug frisst Ablagerungen ganz fix wieder raus - man wird nachdenklich über den Zusand des Magens wenn man das sieht ;)
Wenn du ein ganzes Jahr unterwegs bist, dann empfehle ich in jedem Fall ein paar Düsenreinigungsnadeln oder entsprechend dünnen Draht (vorher halt ausprobieren)mitzunehmen - die sind mir immer schon nach kurzer Zeit abgerissen.
Wenn du Normalbenzin auch zum Vorheizen verwendest, dann empfehle ich, den Kocher nach drei bis vier Tagen Betrieb auseinander zu nehmen und zu reinigen. Erspart dir den Stress, mittten während des Kochens nach Fehlerquellen suchen zu müssen...
Noch eins: Probier den Kocher voher zu Hause ein paar mal aus. Ich bin mit nagelneuem Kocher nach Schottland gefahren (damals noch jung und ¤*#¤*#¤*#¤*#...) und durfte mich am Abend am Campingplatz am Loch Lomond mit Stichflammen herumplagen...
Hat noch jemand inzwischen bemerkt, dass denis81284 hier einen dreieinhalb Monate alten Thread exhumiert hat, um eine Frage zu stellen, die nicht einmal zum Thema gehört? :roll:
denis81284
12.07.2007, 15:58
Whoa ******** du hast recht.
Man sollte mich standrechtlich erschießen.
Wieso erschießen? Ich hätte schließlich nach dem Datum gucken können. Was die Spritfrage betrifft: In fast jedem Outddorforum wird berichtet, dass übliche Multifuelkocher dauernden Tankstellensprit nur bei aufwendiger Pflege (= mindestens wöchentliche, ggf. auch tägliche Reinigung) überstehen. Bei fast allen Berichten über Kocherstörungen oder Geruchsbelästigungen ist Tankstellensprit im Spiel.
Es macht daher zumindest keinen Sinn, freiwillig auf Kocherbenzin zu verzichten; sparen kann man mit Tankstellensprit nicht. Ein guter Kocher, der mit Coleman oder Primus-Sprit betrieben wird, braucht hingegen so gut wie nie gereinigt zu werden. Jedenfalls ist das bei meinem XGK so.
Nachdem ich mir schon in verschiedenen Städten die Hacken abgekaufen habe und am Ende doch kein gereinigtes Benzin zu bekommen war, wird mein Whisperlite nur noch mit Normalbenzin von der nächstbesten Tankstelle befüllt - ohne Probleme. Keine Stichflammen, keine wöchentliche oder gar tägliche Reinigungen.
Kochen tut er tadellos und ich würde mir sofort wieder so einen Kocher kaufen. Ein Problem hat dieser Kocher jedoch. Etwas schwach dimensioniert sind die Schweißstellen an den Füßen. Am besten gleich vorsorglich zum nächsten Metallbauer gehen und einen kleinen Schweißpunkt draufsetzen lassen.
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