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Vollständige Version anzeigen : Schwierigkeiten Mt. Blanc Gouter-Route


auaox
12.10.2004, 17:57
Hallo! Da ich recht unterschiedliche Berichte gelesen habe, hat jemand persönliche Erfahrung einer Sommer-Besteigung des Mt-Blanc?
1. Welche technische Felsschwierigkeit ist im Aufstieg an der Rippe zur Gouter-Hütte zu erwarten? (UIAA)
2. Bei "sicherer" Steinschlag-Lage lieber über die Felsrippe oder das Couloir aufstiegen?
3. Besteht auf der Gouter-Route Spaltengefahr oder kann man als sicherer Alleingänger den Grat unter Beachtung der Wächten begehen?
4. Maximale Steilheit des Bossesgrates?
5. Kann man das Biwak auf 4400 für eine Übernachtung zwecks Akklimatisierung trotz seiner bekannten Verwahrlosung einplanen? (Dadurch wäre auch etwas Antizyklisches Gehen am Grat möglich, um den Massen auszuweichen)
6. Goedecke beschreibt den Mt. Blanc als noch technisch einfacher als den Gran Paradiso - Normalweg. Ist das richtig?
Danke schön!

Flachlandtiroler
13.10.2004, 09:16
Hallo auaox,

1. Die technischen Schwierigkeiten kannst Du überall nachlesen (z.B. summitpost), erübrigt sich hier noch eine weitere Bewertung hinzuzufügen.
2. Was ist eine "sichere" Steinschlag-Lage?! Der Steinschlag wird ja nicht nur durchs Wetter sondern v.a. auch durch die zahlreichen Gipfelstürmer ausgelöst.
3. Ist 'ne Frage der persönlichen Risikobereitschaft, Spaltenstürze hat's wohl auch da schon gegeben.
4. siehe 1.
5. Es hilft Deiner Akklimatisation wohl kaum, beim Gipfelsturm noch auf 4400m zu übernachten? Wenn Du den Massen entkommen willst schau Dir evtl. mal den Aufstieg über die Gonellahütte an.
6. Der Paradiso hat eine 5m-Kletterstelle im II.Grad -- sonst nix.
Zu meinen persönlichen Erfahrungen: http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php/t.5828/

Gruß, Martin

auaox
13.10.2004, 16:48
Grüß Dich!
Wie gesagt, die Bewertungen, welche ich an verschiedenen Stellen gelesen hatte, reichten von langen ausgesetzten Stellen II+ bis hinunter zu einem "Anstieg für geübte Bergwanderer problemlos". Für den Bossesgrat las ich Werte zwischen max. 35° und 50° ... klar, dass auch mal eine Kante brechen und er damit steiler werden kann. Mir ging es um Eure Erfahrungen.
"Sicher" habe ich absichtlich in Anführungszeichen gesetzt, da die objektiven Gefahren in einem Couloir logischerweise immer höher sind. Mich interessierte nur, ob der Anstieg durchs Couloir oder die Querung und der durch die Felsen rein technisch leichter ist. "Sicherheit" kann nur an Ort und Stelle eingeschätzt werden.
Mit dem bei Expeditionen bewährten Schema:
Übernachtungshöhe jede Nacht + 500 Hm
und
Aktivitätshöhe jeden Tag +500 Hm über Schlafplatzhöhe ist ein Biwak durchaus für die Akklimatisation föderlich; auf diese Art müsste man sich ca. 2 Wo. Zeit für den MB nehmen (siehe meine Signatur :-) ).
Gonellaroute kommt nicht in Frage, da ich wenn, dann nur alleine gehen würde - und da sind mir die Spalten trotz oft ausgelatschter Spur doch etwas zu arg.
Auf dem GP war ich bereits, ich wundere mich nur darüber, dass der "4000er-Papst" ;) Goedecke den MB leichter als den GP einstuft. Darum meine Frage.
Trotzdem vielen Dank, der Link war interessant!
Stephan

Flachlandtiroler
13.10.2004, 21:51
ok., Du kennst Dich aus ¤*#;D man weiß ja nie... ¤*#::)

Die felstechnischen Schwierigkeiten auf der Gouter-Route sind sicher extrem von den Verhältnissen abhängig, für UIAA II+ muß aber IMHO ein Wetter herrschen, daß man garnicht erst auf den Gedanken kommt da hinauf zu wollen. Firn bzw. Eis würde ich nicht steiler als 40 Grad erwarten.
Die _technische_ Schwierigkeit macht's beim MB bestimmt nicht, so würde ich Dein Gödecke-Zitat jedenfalls verstehen.

Eine Nacht in der Vallot ist sicher höhenmäßig anspruchsvoller als (von weiter unten) auf den Gipfel zu gehen. [edit]Deine "Aktivitätshöhe für jeden Tag" würde ich in den Alpen eher mit +1000m ansetzen. Letzten Endes muß aber natürlich die Tagesform entscheiden.[\edit]

ACK zur Gonellaroute, ist sicher nichts für Einzelgänger.

Gruß, Martin