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Vollständige Version anzeigen : Mehrtagestour mit Zelt


Guest
17.04.2004, 19:56
Hallo!

Ich bin auf der Suche nach Mehrtagestouren in den östlichen österreichischen Alpen. Die Dauer sollte von 3 bis 7 Tage sein. Ich möchte aber nicht auf Hütten übernachten müssen, weiß aber nicht wie's aussieht mit Campingerlaubnis (Nationalparks?). Vielleicht kann mir jemand dazu einen Toúren- oder Literaturtip geben?

Danke!

Karo

auaox
12.10.2004, 18:13
ein Bergsteigerzelt aufzustellen ist eine zweischneidige Sache: Biwaks sind quasi immer erlaubt / geduldet, regelrechtes Camping jedoch nicht.
Wenn Du Dich nicht direkt vor eine Hütte stellst, dürfte es allerdings kein Prob sein; auch mit wilden Camping an ruhigen, mit KFZ erreichbaren Stellen habe ich im Nationalpark Hohe Tauern keine schlechten Erfahrungen gemacht; z. B. am Durlaßboden.
Im Allgeminen gilt: Wenn Du nicht mehr zurücklässt als ein paar qm plattes Gras, wird das Aufstellen eines kleinen Bergzeltes i.d.R. von Nationalparkwarten (falls Du überhaupt mal einen triffst...) / Almbauern toleriert.

Kebnekaise
15.10.2004, 11:05
Grundsätzlich ist das wilde Campieren in Österreich nicht erlaubt. Es gilt aber: wo kein Kläger....

ich habe bisher noch nie Probleme bekommen. Im Gebirge gibt es ohnehin nicht viele, die sich beschweren können (Jäger sind allerdings nicht besonders erfreut, wenn sie ein Zelt im Revier vorfinden).
In den Nationalparks wäre ich vorsichtiger. Im NatPark Kalkalpen gibt es in der Zwischenzeit einige Biwakplätze (Infos bei der Parkverwaltung). Wie es in anderen Parks ausschaut weis ich leider auch nicht.

Mein Rat: Such dir dein Plätzchen etwas später, verzichte auf die tolle Aussicht uind stell dich etwas weiter in den Wald (nicht direkt neben die Forststraße oder den Jagdsteig - und auch nicht unter den Hochstand), kein Feuer sondern Kocher, sowenig Lärm wie möglich. usw.

dan_i
31.01.2005, 21:43
Hallo Karo!

Also, wie bereits erwähnt hat man mit dem Campieren meist keine Probleme.

Hier hätte ich auch einen Touren-Tipp:
Letzten Sommer wollte ich diese Tour mit zwei Freuden gehen, wir mußten am 2. Tag aber wegen Schlechtwetter abbrechen. Würde sie aber jederzeit wieder gehen!

Und zwar handelt es sich um eine Wanderung entlang des Alpenhauptkammes in den Niederen Tauern. Start ist die Edelrautehütte am Fuße des Großen Bösensteins und innerhalb von 3-4 Tagen kann man den Sölkpaß erreichen (wahlweise auch weitergehen). Das Schöne daran ist, dass man fast ausschließlich am Kamm unterwegs ist (-> ständig tolle Aussicht), nur abends fürs Biwak muss man eben weg vom Grat. Sobald man ca. 200 hm absteigt, stoßt man auf das erste Wasser und findet in der Regel auch einen geeigneten Zeltplatz.

Die Schwiereigkeit des Geländes ist relativ niedrig, daher kommt man auch mit schwerem Rucksack gut voran.

Solltest du nähere Infos brauchen, poste es einfach!

Daniel

Becks
31.01.2005, 22:41
Campen in den Alpen:
predige ich ständig und finde trotzdem ständig Müll an allen Ecken:

Nehmt den verdammten Müll wieder mit. keiner der ne Pulle Wein den Hang hochschleppt ist zu schwach um die leere Flasche wieder runter zu tragen. Gleiches gilt für Konservendosen, verpackungen von Müsliriegeln und Zigarettenfiltern.

Bei sowas krieg ich Hassanfälle und bin nicht alleine.

Auf der Salbithütte hat der Wirt eine Gruppe Trekker abgefangen, die offensichtlich (außen montiere Schlafsäcke, Isomatten + Zelt) Campingmaterial trugen. Mußten auf der Hütte schlafen und durften lediglich neben der Hütte kochen. Auf Anfrage kam die Antwort: er war einmal nachgiebig und durfte dann die Wiese hinter der Hütte säubern. Ein Sack Müll, zurückgelassen von einer kleinen Gruppe. Seither ist Schluß mit Nachgiebigkeit.
Daher der Apell: wer heute Müll zurückläßt darf morgen nicht motzen wenn er von einem Anwohner eine Anzeige kasiert.

Ich bin seit mehreren Jahren auch mit Zelt oder nur mit Schlafsack/Isomatte unterwegs und habe noch nie Probleme bekommen. Maximal niedergedrücktes Gras ist das was ich hinterlasse.

Alex

Promedic
01.02.2005, 19:33
"Und zwar handelt es sich um eine Wanderung entlang des Alpenhauptkammes in den Niederen Tauern. Start ist die Edelrautehütte am Fuße des Großen Bösensteins und innerhalb von 3-4 Tagen kann man den Sölkpaß erreichen (wahlweise auch weitergehen). Das Schöne daran ist, dass man fast ausschließlich am Kamm unterwegs ist (-> ständig tolle Aussicht), nur abends fürs Biwak muss man eben weg vom Grat. Sobald man ca. 200 hm absteigt, stoßt man auf das erste Wasser und findet in der Regel auch einen geeigneten Zeltplatz."

Die Tour hört sich gut an, ist die auch mit Hund zu meistern?

Vielleicht kannst Du noch ein paar Eckdaten posten?

Danke
schönen Abend

dan_i
05.02.2005, 19:35
Hallo!

Nun ja, Eckdaten,..... also:
Zum Tourenverlauf ist nicht viel zu sagen - von der Edelrautehütte geht es auf den Bosenstein, Zinkenkogel, Hochschwung,.... immer dem Alpenhauptkamm eintlang. Ist leicht zu erkennen, da auf der Karte hier genau die Bezirksgrenzeverläuft.
Als Kartenmaterial werden die Blätter ÖK 130 (Trieben) und 129 (Donnersbach) der Österreichkarte (1 : 50 000) benötigt. Der erste Teil des Weges lauft auch als "steirischer Weitwanderweg 02" (bis zur Breiteckkoppe).
Unterwegs gibt es keinerlei Schutzhütten (abgesehen von denen im Tal), also sollte man schon etwas Erfahrung mit dem selbständigen Unterwegs-Sein für mehrere Tage haben.
Man sollte sich außerdem genügend Trinkflaschen mitnehmen, da man untertags kaum auf Wasser stoßen wird, sondern erst beim Suchen eines Biwak-Platzes.

Was das Mitnehmen eines Hundes angeht, bin ich der Meinung, dass es großteils kein Problem sein sollte. Allerdings ist der Aufstieg auf den Gr. Bösenstein, den Hochschwung und insbesondere der auf die Hochweberspitze sehr steil und teilweise ausgesetzt. Über die "Geländegängigkeit" von Hunden weiß ich halt nicht so gut Bescheid! ;-) Mit ein paar Umwegen lassen sich diese "schwierigeren" Gipfel aber auch umgehen.

Wenn noch konkrete Fragen auftauchen, bitte einfach posten (z.B. genauerer Tourenverlauf, usw...)

Daniel

ThomasFFM
05.02.2005, 21:44
Hallo!

Der Begriff "Steirischer Weitwanderweg" ist mir nicht bekannt, wohl aber verläuft über den gesamten österreichischen Alpenhauptkamm der "Zentralalpenweg", der Österreichische Weitwanderweg 02 (es gibt deren zehn). Der ist mit dieser Markierung zweifellos gemeint. Bei Styria gab es zumindest einen Führer über diesen "König der österreichischen Weitwanderwege" von der österreichischen Ostgrenze bis zum Rhein (viele Etappen sind allerdings keine Wanderwege mehr, sondern führen über Gletscher, allerdings natürlich weiter westlich). Ob der Führer noch erhältlich ist, weiß ich nicht.

Was den Hund betrifft - es kommt auf die Rasse an! Ein Dackel ist nicht so "geländegängig" wie z. B. - kaum zu glauben - ein Pudel (lange, kräftige Beine, leichter Körper)! Promedic, Du kennst Deinen Hund am besten - wenn er Tagesetappen von sechs bis acht Stunden reine Gehzeit durchhält, könnte es gehen. Denk aber auch daran, dass Hunde in Alpenvereinshütten nicht gern gesehen sind und in der Regel nicht in die Schlafräume dürfen! Da wäre man wohl wirklich auf das Zelt angewiesen.

Gruß
ThomasFFM

dan_i
06.02.2005, 01:29
ist gut möglich, dass es sich um den Zentralalpenweg handelt, bin mir nicht mehr so sicher. jedenfalls ist er mit "02" so weit ich weiß dort der einzige nummerierte weg

Daniel