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Vollständige Version anzeigen : Meldepflicht für Glockner


seppi
29.06.2004, 07:34
Kleine Zeitung 29.06.04/ Österreich

Meldepflicht für Glockner- Wanderer

Im Nationalpark Hohe Tauern überlegt man jetzt eine Registrierungspflicht für Bergsteiger, um die Sicherheit und Disziplin der Wanderer zu erhöhen. Das Know-how holt man sich aus Nepal.
Was sagt ihr dazu? ;)

Andreas
29.06.2004, 09:26
Es gibt sicher Für und Wider.
Eine Permitpflicht wäre sicher unangebracht.
Bergsteiger sollten sich melden,
Wanderer nicht!

Wenn man/die Behörden wissen, wo wer am Berg herumklettert, ist dies sicher auch im Sinne der Bergsteiger, die im Falle leichter und schneller gerettet werden können.

Als Trekker / Wanderer würde ich mich recht eingschränkt fühlen, müsste ich vor jeder Wanderung mich irgendwo anmelden. Rein Organisatorisch könnte ich es mir auch schlecht vorstellen. Würden dann Meldehütten gebaut oder 'Checkpoints'? Wäre schon ein rechter Aufwand, selbst, wenn man es nur telefonisch oder per Fax machen könnte. Es würde ein Verwaltungsaufwand entstehen und über kurz oder lang müsste man dafür dann auch bezahlen müssen.

meint
Andreas

auaox
12.10.2004, 18:22
lt. österreichischem Meldegesetz besteht ohnehin die Meldepflicht via Hüttenbuch; i.d.R. sollte man da auch seine Touren eintragen.
Mehr ist irgendwie sinnlos. Ausser Normalweg und Stüdlgrat, beide über Hütten, wird kaum mehr eine Route begangen. Pallavicinirinne ist meines Wissens kaum mehr möglich und die vielen klassischen Routen der Gründerzeit sind dem modernen Hip-und-Hop-Alpenkonsum gewichen... Und die wenigen, die tatsächlich von der Glocknerwand über den Grat klettern, oder gar den NO-Sporn gehen, wissen, was sie tun.

Kebnekaise
21.10.2004, 12:10
Ich bin zwar auch kein Freund des transparenten Bergsteigers, aber bei der Menge an Besuchern, die den Glockner - vor allem im Sommer - stürmen ist eine Reglementierung sicherlich überlegenswert. Immerhin handelt es sich bei dem Gebiet ja um einen Nationalpark. Wenn also die Registrierungspflicht eingeführt wird, um den Besucherstrom in ökologisch sinnvollen Bahnen zu halten und ev. verschütt gegangene Bergsteiger schneller wieder zu finden, dann macht die Sache durchaus Sinn. Auch wenn damit einige Unannehmlichkeiten verbunden sind. Bleibt nur zu hoffen, dass die ganze Sache nicht Teil eines Fünf-Jahres-Plans zum Schröpfen von Alpenbesuchern ist. Denn das Beispiel könnte Schule machen und in ein paar Jahren...

auaox
21.10.2004, 14:35
Wie stellst Du Dir das vor? Glockner einzäunen und ein Drehkreuz an der Adlersruhe?
Oder soll der Hüttenwirt, wenn nun schon 50 oben sind, hinter dem 51. her rennen und ihn festhalten?
Oder Permits? Wer soll die kontrollieren? Nicht alle Hüttengäste wollen auf den Gipfel.
Oder Bergführerzwang in allen Anstiegen? Macht vielleicht Sinn, aber keinen Spass für Individualisten. Auch dieses Beispiel könnte dann für alle berühmten Gipfel schnell Schule machen.
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IMHO sind die schlimmsten Zeiten seid Anfang der 90er, als der ganze Osten nun endlich den Glockner erstürmen konnte und wollte, ohnehin vorbei.
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Und wie gesagt, eine ausreichende Meldepflicht, um den Verbleib bei Bergunfällen festzustellen, gibt es bereits. Alles andere würde sich nur zur Abzocke entwickeln. Und was das dann erst für Mt. Blanc, Matterhorn, Großvenediger... bis hinunter zu beliebten Gipfeln wie dem Larmkogel für Folgen nach sich ziehen könnte, wenn die Herren in den Tourismusabteilungen wieder das süße Klingen der Münzen hören... Irgendwie wäre das der Anfang vom Ende des freien, individuellen Bergsteigens im Alpenraum. Schlimm genug, dass vor fast jeder Klamm und fast jeder Höhle bereits eine Touristentür mit Kassa/e wartet. (Wobei ich das hier noch verstehen kann, die Weganlagen darin sind aufwändig und teuer.)

Kebnekaise
27.10.2004, 07:53
Ich nehme mal an, das bezieht sich auf meinen Post...

Wie gesagt, ich bin auch kein Freund des reglementierten Bergsteigens. Wenn´s nach mir ginge, dann sollten in den Alpen überhaupt keine Wege markiert und Hütten gebaut werden, dann sind nämlich viel weniger unterwegs und es kommt zu deutlich weniger Bergunfällen und ökologischen Schäden - aber das ist eine andere Sache...

Ich kann´s und will´s nicht gutheißen, dass man versucht, das individuelle Bergsteigen zu reglementieren. Ich komm selber aus einer Gegend, in der man schon zu oft laut darüber nachgedacht hat, Eintritt für die Natur zu verlangen und es ist zu befürchten, dass selbiges auch beim Glockner geschieht.

Mit meinem letzten Post hier wollte ich eigentlich nur die Gründe anführen, die die andere (Reglementierer-)Seite haben könnte...

auaox
27.10.2004, 10:49
Das hatte ich auch so verstanden ;D
Ich wollte ebenfalls nur Gründe anführen, die deren Gründe ausreichend entkräften 8)