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Vollständige Version anzeigen : Gyantse Festival


laufpialauf
21.01.2007, 23:35
Tibet, ein Traum?


.......Wir sahen über dem Bett ein Poster vom Heiligen Berg M.Kailash. Dies war der Moment, um eine Reise nach Tibet zu überdenken und zu planen. Unser Freund aus Spanien hatte eine Adresse eines Schweizers, in Kathmandu lebend, die er uns sofort aushändigte. Wir wollten auf keinen Fall über China einreisen. Der Kontakt über Roger Pfister (unser schweizer Guide)
war von Anfang an sehr vertraut und unproblematisch. Wir nervten oft mit allerhand Fragen, er beantwortete sie stete schnell und ehrlich. Da wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in Tibet waren hatten wir dank guter Information über Roger und seiner eigenen Agentur (snowjewel) einen guten Überblick was die Einreise, eventuell aufkommende Schwierigkeiten an der Grenze, Gesundheitszustand und vor allem, was uns ganz wichtig war den Reiseverlauf.
Roger bietet Reisen durch Tibet an, die wirklich einer Expedition nahe kommen und er ist selbst dabei ohne jemals aufdringlich im Vordergrund zu stehen. Man hat dadurch das Gefühl alleine (man darf ja nur als Gruppe einreisen) und frei im eigenen Tempo sich bewegen zu können. Jederzeit die Möglichkeit auf Fragen hin, sich an ihn wenden zu können, mit der Gruppe etwas zu unternehmen, oder sich komplett rausnehmen zu können. Infos über Sehenswürdigkeiten in den Tempeln, Klöstern und heiligen Plätzen immer abrufbar. Im Umgang mit Menschen und ihre Problemchen ein echter Profi. Und so war uns von Anfang an die Angst genommen mit fremden Menschen 31/2 Wochen quer durch Tibet zu reisen.
Das mal Vorab, denn ich hatte viel im Forum gelesen, wo ich der Meinung bin, das die Überlegung der richtigen Reiseagentur bei vielen von Euch von Anfang an schief lief. ( Zur Info noch mal: snowjewel ... Alles Wichtige auf der Seite zu erfahren...)
So, und wer jetzt noch was über die Reise lesen will, auf geht´s:

2006 Gyantse- Festival und mehr....( eine spirituelle Trekkingreise mit Pilgercharakter)

Am 11. Mai 2006 sind wir (mein Mann und ich) von Frankfurt aus nach KTM geflogen, dort angekommen wurden wir herzlich von unserem zukünftigen Guide (Roger) begrüsst und wir legten einen Zeitpunkt für ein Treffen mit der gesamten Gruppe fest.
Abfahrt früh morgens zur Grenze. 4 Sherpas begleiteten uns von Anfang an (liebenswerte, herzliche Leute, mit grossen Herzen und viel Humor) und sorgten dafür, dass unser Gepäck schnell und sicher im Bus verladen wurde. Die Fahrt war weit aber landschaftlich sehr schön. Der Grenzübergang erforderte Geduld und ein erstes Kennenlernen von unseren zukünftigen Fahrern
war spassig. Nach vielen Serpentinen erreichten wir den Ort Nyrlam, an dem wir uns 4 Tage akklimatisieren sollten. Unsere Begleiter ( Sherpas, Fahrer und Guide ) völlig integriert und im Stande jeden Wunsch zu erfüllen der Sinn machte.
Wir wurden bestens versorgt (Eingeschlossen darin war das ständige Abkochen von Wasser, Frühstück, das sehr reichhaltig war Mittagessen und Abendessen, lecker und geniessbar und abwechslungsreich). Um diesen Ort herum machten wir zum Höhentraining super schöne Ausflüge, da stand z.B. die Milarepa Höhle, der Dora See und anderes auf dem Programm. Es war anstrengend, ruhig, spirituell und schön.
Die Weiterfahrt ging 3 Tage über die Hochebene Tibets, atemberaubende Landschaft mit vielen wechselnden Bildern. Unvorstellbaren Weiten und dem Himmel sehr nah. Es war schon ein Erlebnis für sich und wir wagten uns trotz Müdigkeit nicht die Augen zu schliessen, um ja nichts zu verpassen.
Wir reisten durch´s Land und liessen auch die Sehenswürdigkeiten unterwegs nicht aus. Mit ausführlichen Erklärungen und stetiges Beantworten der vielen Fragen waren wir auf den Vorgeschmack des Höhenpunktes gekommen der uns auf dieser Reise noch erwartete. Es war die Zeit des tibetisch buddhistischen Saka Dawa. Es wir 4 Wochen kein Fleisch verzehrt und diese Zeit ist die Wichtigste der Gläubigen im Jahr. Der Einklang mit den Reisestationen und der spirituellen Kraft war schon jetzt zu spüren.
Der erste magische Punkt war, nun schon in Darchen angekommen, der Mt. Kailash und dessen Umrundung (Der Weg dahin war nur eine Vorbereitung, ab jetzt wird jede Station zu einem einzigartigen Erlebnis). Die Kora wird mit 4 Tagen bedacht, an dem wir an einem Tag einen Ruhetag einlegten, bevor wir über den Pass (Drölma La) stiegen. Sowohl die Täler als auch der Berg waren von traumhafter Schönheit und es ging viel Kraft von diesem Berg aus. Man schaut beim Laufen die ganze Zeit auf den Mt. Kailash, beeindruckend. Wir waren mit eigenen, von Roger, organisierten Zelten und Sherpas unterwegs und hatten den Tag in freien Gedanken nachhängen können, es war stets für Wasser, Essen und Schlafplatz gesorgt, da war der Kopf frei für .....
Tags danach bereisten wir den Raksastal See, den Manasarovar See, die heiligen Quellen Tietra Puri und noch mehr. Dazu kann ich nur sagen, wie ruhig der Geist wurde und man bekam nicht genug von der Kraft und den Bildern, die sich da boten, auch an diesen Orten ein unvergessliches Erlebnis für Sinne und Geist, wenn man es zulässt. Die Emotionen waren frei und lebendig.
In Shigatse hatten wir ein ausführliches Programm, was man besichtigen und unternehmen kann. Stets frei in der Entscheidung mitmachen zu können, oder nicht. Roger und seine Jungs stets motivierend mit Tipps und ihrem Wissen alles anzusehen und auf sich wirken zu lassen.
Der Höhepunkt, der Besuch des Gyantse Festivals war mit leichter Trauer überzogen, denn der Abschluss einer meiner schönste Reise nahte. Wir waren beim Aufbau und der Auflösung eines Sandmandalas, der Tempelrituale mit Verteilen des Lichts und Umrundungen sowie mit Bittstellungen eines Lamas und der Lamatänze und zu guter Letzt das Ausbreiten eines alten Riesenthankas bei Sonnenaufgang dabei. Oft mit Gebeten und Musik begleitet. Spannend anzusehen war auch das Verhalten der Tibeter, trotz grossem Ernst, der in diesen Handlungen steckte, lachten sie aus vollen Herzen und nahmen die eventuell aufkommende Spannung restlos aus einem raus. Das Fest dauerte 3 Tage. Wir waren mit wenigen Unterbrechungen auf dem grossen Platz der Klosteranlage. Wir durften spirituelle Gegenstände berühren und sämtliche rituellen Handlungen mitmachen. Die Tibeter nahmen uns stets freundlich und herzlich auf, gaben uns Tsampa und Buttertee, auch wenn es ihr letzter Tropfen war, sie teilten mit uns, nahmen aber nichts dafür.....Sie nahmen uns auf, im Innern der Klöster und freuten sich, dass wir ihre Rituale mit grossem Respekt durchführten. Sie hatten stets ein Lächeln für uns. Sie teilten ihr Licht und ihre Butter ( Butterlampen) mit uns, ohne dass wir uns fremd vorkamen, eine Einheit, eine grosse Familie.
Wir waren am Ende unseres Urlaubes angekommen, nun ging´s wieder zurück. Einige fuhren nach Lhasa weiter, das hieß Abschied, wir waren fast 4 Wochen zusammen nun mussten wir uns trennen. Auch von unseren Sherpas und unserem Guide nahmen wir schweren Herzens Abschied, denn auch wir hängten Lhasa auf dem Rückweg noch dran. Das ist allerdings eine andere Geschichte, die extra Raum erfordert, vielleicht ein Andermal. Roger, zwei der Sherpas und den Rest der Gruppe sahen wir kurz in KTM noch einmal, um den endgültigen Abschluss zu besiegeln, denn jeder hatte einen anderen Termin um abzufliegen.....Good By Tibet, adieu Nepal....
( Im April 2007 fliegen wir wieder nach Nepal, um nach Tibet zu reisen, wieder mit dem gleichen Guide Roger Pfisterer und wir freuen uns wie beim ersten Mal auf Strapazen, die durch liebe Menschen, fantastische Landschaft und einmalige Erlebnisse voll entschädigt werden, und weit darüber hinaus gehen.....)