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Vollständige Version anzeigen : Fünf Touren in Jrian Jaya


Hans-Wien
21.01.2007, 20:16
FÜNF TOUREN IN JRIAN JAYA
1985 – 2000

Für alle fünf Touren ist ein ortskundiger Führer zu empfehlen.
Träger je nach Bedarf und die Bezahlung erfolgt in indon. Rupien mit kleinen Scheinen. (Bereits in Jakarta bei Banken einwechseln!!)
Geschenke für Dorfbewohner und Träger mitnehmen!

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Tour 1:

Von Wamena nach Angguruk zu den Yalea (Jales).

Die Yales sind von ihrer Statur eher wie Pygmäen und waren bis zu ihrem Kontakt mit der Zivilisation gefürchtete Krieger und Kannibalen.
Ersten Kontakt hatten sie 1961 mit dem deutschen Priester Siegfried Zöllner und dem holl. Arzt Dr. Vriend, die vom Baliental zu ihnen vordrangen. Noch im Jahre 1974 wurden im Dorf Ninja drei holl. Missionare getötet und verspeist, heute bevorzugen sie als Hauptnahreungsmittel Süßkartoffel und Tarowurzeln.
Sie tragen den für ihren Stamm typischen Ringrock aus Lianen und riesige Penishüllen.

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Von Wamena nach Angguruk in 7 Tagen mit 2 Trägern als Begleitung.

Da viele Querflüsse zu überqueren sind, ist es ein ständiges raufklettern auf 800m steilen Hängen und auf der anderen Seite wieder hinunter.
Die vorhandenen Pfade sind stark verwachsen und es ist teilweise ein langsamens Fortbewegen im dichten Dschungel bei Dauerregen. Nach dem Dorf Biang die Schlucht des Jaxole-River.
(Für die oftmalige Durchquerung des Flusses ist ein Seil sehr nützlich.)
Angguruk ist ein schönes, gemütliches Dorf mit Spital und Missionsstation.


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Tour 2
Angguruk – Bime – Berg Gunung Mandala

Mit Missionsflugzeug nach Angguruk.
Angguruk – Bime mit 5 Trägern: (unterwegs Zukauf von Süßkartoffeln – Tarowurzeln und Bananen möglich.)
12 Tage auf schwierigen Urwaldpfaden, die halbe Zeit Regen.
Bimie – Gunung Mandala – Bime
8 Tage mit denselben 5 Trägern und 3 neuen Trägern für Süßkartoffel. (Bei dieser Tour ist die gesamte Verpflegung mitzutragen.
Auf dem gesamten Trail schlechtes Wetter und beim Gunung Mandala dichter Nebel, Regen und Scheefall. Der Gunung Mandala ist mit 4699m der dritthöchste Berg Neu-Guineas.
Die Träger bleiben wegen der Kälte in Jaban zurück. Wegen der schlechten Orientierung, Schnee und Eis am Berg, sowie des Zeitplans für den Rückflug mit einem Kleinflugzeug von Bime nach Wamena, wurde die Besteigung abgebrochen.

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Tour 3
Von Sumtamon – Berg Gunung Mandala

Neuer Versuch der Besteigung des Gunung Mandala von andere Seite.
Geplant war (nach der Besteigung) die Weiterwanderung vom Hochland in das Tiefland zu den Koroweis und das Erreichen der Missionsstation bei Yabulo in zirka 3 Wochen.
(Siehe mein Bericht im Forum Seite 2 vom 14.2.2005 „Expetition in Jrian Jaya zu den Koroweis“)
Von Sentani nach Sumtamon mit Kleinflugzeug, Landepiste im Tal beim Fluss, das Dorf am Bergrücken mit Missionsstation und sehr freundlichen Bewohnern.
Anheuern von 7 Trägern für gesamte tour.
Anmarsch zum Berg 5 Tage Sumtamon – Yulowa – Tabasyk – Biblande – Asikob.
Da keine Pfade zu den abgelegenen Dörfern vorhanden sind, ist es ein mühsames Weiterkommen im dichten Regenwald. (Den Namen hat er nicht zu Unrecht.)
Bei Aksikob erstmals Blick auf den Gunung Mandala. Eine 2000m hohe Felswand mit Moos und Farnen bewachsen; uns ist klar, auch von dieser Seite ist eine leichte Besteigung nicht möglich. (Vielleicht mit einer gut eingespielten Seilschaft und guter Logistik.)
Schweren Herzens wandern wir Richtung Tiefland.
Tabasyk – Kalieil – Malkwa – Hinja – Kasuk – Yabub
Nach Tabasyk die Nachricht von Stammeskämpfen bei den Koroweis. Abbruch und Rückkehr nach Sentani.


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Tour 4
Besteigung des Punjak Trikora

Der Punjak Trikora ist mit 4743m der zweithöchste berg Neu Guineas.
Gesamtdauer der Tour 11 Tage.

Von Wamena (1560m) durch das Baliemtal nach Ibele (1900m). Übernachtung – und weiter nach Daelah (2100m).
Anheuern von Guide Argus und 4 Trägern für Gepäck und 3 Trägern für Süßkartoffel.
Durch Regenwald mit viel Dreck und im Flussbett auf Hochebene zu einer Hütte.
Den ganzen Tag Regen; über Hochebene mit sumpfiger Graslandschaft zum See Habema (2900m).
Hier landete Mitte des 20.Jhdt. ein Wasserflugzeug und die einheimischen Dani kamen mit riesigen Heuballen, um den großen Vogel zu füttern.
Am Morgen klart es nur kurz auf; mit dem einzigen Blick auf den Berg (siehe Foto).
Weiter über morastige Hochebene, schwierige Durchquerung eines reißenden Flusses zu einer Hütte bei Hulibigiwa (3250m).
Die Träger bleiben in der kleinen Laubhütte zurück und Guide Argus steigt mit uns weiter auf bis zu einem Felsdach. Hier möchte er auf uns warten und damit das auch sicher ist, lassen wir ihm wegen der Kälte Anorak und warme Sachen, sowie Proviant zurück.
Biwak auf Bergrücken, am Morgen trotz Regen und dichtem Nebel beginnen wir den Aufstieg. Mein Freund kehrt nach einigen Stunden um, ich wandere über eine Sumpflandschaft mit kleinen Inseln aus Grasbüscheln und steige in die Wand ein(Achtung: scharfe Felsen, Handschuhe notwendig!)
Es wird dunkel und so stehe ich eine Nacht bei Kälte und Schneeregen in der Wand und erwarte sehnsüchtig den Morgen. Nächster Tag schönes Wetter, Erreichung des Gipfels. Nach insgesamt 10 Stunden Abstieg wegen Schnee in der Wand, entlang Bergrücken und durch Kamin wieder Biwak erreicht.
Argus hat auf uns gewartet (sind sehr froh) mit Träger Richtung Wamena.
Vor dem Dorf Jlac, große Diskussion: Träger wollten nicht weiter; sind mit dem Dorf verfeindet und haben Angst. Nach einigen Geschenken an das Dorf dürfen wir übernachten. Nach 2 Tagen Dauerregen erreichen wir glücklich wieder Wamena, es war landschaftlich die schönste Tour.


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Tour 5

Vom Asmat Supfgebiet zu den Baumhäusern am Brazzafluß

Die Baumhäuser beim Brazzafluss wurden erst 1979 vom deutschen Forscher Konrad entdeckt, da am Unterlauf des Flusses alle stromaufwärts fahrenden Kanus angegriffen wurden und erst durch den Einsatz von motorisierten Einbäumen, diese Dörfer schneller passiert werden konnten.
Die Bewohner des Asmat-Gebietes waren gefürchtete Kopfjäger, töteten ihre Feinde aber nicht um sie zu verspeisen sondern um durch den Besitz dessen Kopfes und dem Aufessen des Gehirns seinen Namen und seine Stärke zu bekommen. Dadurch wurden oft ganze Dörfer ausgerottet.
(Rockefeller jun. wurde 1965 hier getötet. Eine einzigartige Ausstellung über dieses Gebiet in New York!)
Hauptnahrungsmittel ist Fisch und Mehl aus der Sago-Palme. Der mit Wasser vermischte Brei wird auf heißen Steinen gebacken. Als besondere Delikatesse gelten die im Stamm der Palme lebenden Larven eines dicken Wurms. (Einladungen zu Sago-Festen habe ich mit gemischten Gefühlen angenommen)
Als Gastgeschenke sehr begehrt sind Salz, Feuerzeuge und vor allem Tabak. (In Stangen in Agarts erhältlich.)
Tourdauer: 20 Tage bei starkem Regen, zusammengekauert in einem Einbaum und durch Schlamm watend zu den verschiedenen Dörfern.

Tour:
1.Wamena – Flug mit Merpati nach Basim (Missionsstation).

2.Basim mit Einbaum (6 Männer rudern stehend) zur Dorfgemeinschaft Bagair-Bibata. Kepata (Dorfvorsteher) erklärt uns, wir befinden uns auf verbotenem Gebiet und brauchen ein Permit aus Agats.

3.Mit Dorfeinbaum – motorbetrieben – nach Basim und weiter nach Agats. Agats ist auf hohen Stelzen erbaut und die Holzstege ebenfalls, da zwischen Ebbe und Flut 5m liegen.
Erhalten des Permits und anmieten eines Motorbootes für 9 Tage.

4.Am Eiland-Fluss (Sivetj) zum Dorf Yaosakor. Feindliche Dörfer entlang des Flusses lassen uns mit Boot nicht anlegen.

5.Yaosakor nach Sengo

6.Sengo mit Boot und Polizeischutz nach Piramat.

7.Piramat – Dorf Patipi; wegen Überschwemmungen stehen die Langhäuser mit 10 Familien auf Stelzen.

8.Von Papiti durch Sumpflandschaft – als Pfad liegen Baumstämme unter Wasser und es ist ratsam, dicht hinter dem Guide zu bleiben, der den Weg kennt – nach Woto.

9.Von Woto zu den Baumhäusern bei Beouten. Die Baumhäuser sind hoch in den abgeschnittenen Wipfeln der Urwaldriesen als Schutz vor feindlichen Angriffen erbaut und werden von 8 – 12 Familien bewohnt, sowie von 1000 Insekten.

10.Zurück über Pima nach Sengo. Sehr hilfsbereite Missionsstation (Missionar hatte Malaria) und warten wegen Schlechtwetter 4 Tage auf Rückflug nach Wamena.



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Bei allen Touren hatten wir einzigartige Erlebnisse und Eindrücke, aber trotzdem bin ich lieber im tibet. Hochland unterwegs.

Liebe Grüße
Hans - Wien

Nemo
24.01.2007, 16:38
Absolut geniale Infos! Auch wenn ich, in absehbarer Zeit nicht vorhabe, dort zu trekken, vielen Dank für deine Mühe Hans.

Kebnekaise
25.01.2007, 11:31
Seeeeehr geil! Hab zwar auch nicht vor in nächster Zeit dorthin zu fahren, aber es steht auf der Liste....

Luccycavy
26.01.2007, 14:42
Danke Hans,

das hilft mir total weiter. Super aufbereitet, echt toll!

Gruß
Klaus

Hans-Wien
29.01.2007, 17:28
Hallo Irian Jaya Trekker !

Einige Anfragen wegen " Verständigung " ??
Manche der jüngeren Generation in Irian Jaya sprechen etwas indonesisch , daher währe es von Vorteil wichtige Wörter und Sätze zu kennen um Verhandlungen über , Tourdauer - Bezahlung und Verpflegung , zu erleichtern.
Eine Hilfe sind teilweise auch die Missionare , im Hochland überwiegend englisch sprechend , im Asmatgebiet häufig auch deutsch sprechend.

Grüße Hans - Wien

Ralf K.
25.02.2007, 21:47
Hallo West-Papua-Trekker,
Hallo Hans,
ich war fast jährlich in den 90er Jahren im damaligen Irian unterwegs und kann deine Touren (fast) nur empfehlen (außer Batipi: war vor 10 jahren schon das grauenhafteste Nest am Brazza).
Wenn jemand Informationen über entlegene Gebiete in West Papua brauch (Mamberamo, NO-Asmat usw. ) gebe ich gerne Infos.
Gruß
Ralf

Hendrik Kardinal
01.03.2007, 13:54
@ Hans.:up:
Herzlichen Dank für die Arbeit die du dir mit den Beiträgen in diesem Forum machst.
Am 5 Mai geht es los, der Flug nach Jaya Pura steht, die Ausrüstung ist komplett und unser Team ist frohen Mutes.
Zu den ungeklärten Dingen gehört allerdings noch immer die Sache mit den Finanzen, kennst du eine sichere Adresse die mir sagen kann was aktuell für einen Guide oder Träger zu berappen ist?

Grüße. Hendrik

Hendrik Kardinal
01.03.2007, 14:04
Hallo Ralf,
danke für dein Angebot. Für neue Infos bin ich immer dankbar.
Wenn möglich die Infos an: Au Ha, ich darf erst nach zehn Beiträgen eine eMail angeben:-/ . Also ans Forum.

Grüße. Hendrik

Hans-Wien
01.03.2007, 16:55
Hallo Hendrik !

Über die neuesten Gebühren für Träger kann ich dir leider keine Auskunft geben , aber es ist Verhandlungssache und wende dich deshalb in einem Dorf an den Dorfvorsteher , Kepata , auch Missionare können dir gute Tips geben.
Nur als Anhaltspunkt : wir haben im Jahr 2000 für die geplante Tour von Sumtamon in das Tiefland , pro Träger und Tag 20 000,- Indon.Rp. ausgehandelt , damaliger Stand = 8 400,- Indon.Rp. = 1 US.

erfolgreiche Tour Grüße Hans - Wien

KorowaiBatu
09.03.2007, 22:24
Gebe Euch gerne Infos, war allerdings 2001 das letzte mal auf der Insel - somit vielleicht etwas veraltet...

Hendrik Kardinal
21.03.2007, 19:54
Hallo, sorry für die späte Rückmeldung. Nehme dein Angebot gerne an. kardinal@kabelmail.de

bakterje
01.11.2007, 20:43
Hallo Papua Freunde,

ich werde im Januar nächsten Jahres von Jakarta über Bali nach Sorong trekken und bräuchte noch ein paar Tipps zum Wandern in NordWest Papua (Sorong).
Vielleicht hat ja auch jemand erfahrungen zu diesem Teil der Insel.
Das Ziel meiner 3 monatigen Tour soll das Misool Eco Resort in Raja Ampat sein, dort werde ich einen Freund treffen und "Urlaub" machen.


Grüße aus Lüneburg