Vollständige Version anzeigen : Namibia-Trekking
Hallo, wir planen im DEZ/JAN eine individuelle Trekkingtour in Namibia.
Hat jemand Informationen, wo man am besten OHNE Führer trekken kann?
Danke Euch
camelthorns
02.01.2007, 11:00
Hallo!
Lasst Euch doch vom Namibischen Fremdenverkehrsamt in Frankfurt das "Trekkers. World" Spezial Namibia zuschicken. Ist glaube es ist kostenlos und hat super Wandervorschläge drin.
Jetzt noch ein paar kürzere Trails:
Das Waterberg-Plateau
Etwa 86 Km östlich von Otjiwarongo liegt der Waterberg Plateau Park. Mit seinem eindrucksvollen Gebirgsmassiv aus rotem Sandstein ist der Waterberg der einzige Gebirgspark Namibias. Er ist - im Gegensatz zu den vulkanförmigen Erhebungen im Hereroland - langgestreckt und flach, ein Tafelberg mit ungewöhnlich üppiger Flora.
An seinem Fuß sprießen Farne, und aus dem roten Sandstein treten Quellen hervor. Eine große Anzahl seltener und vom Aussterben bedrohter Tierarten findet in dieser ungezähmten Wildnis eine Heimat. In den Okarakuvisa Hängen auf dem Plateau gibt es z.B. die einzige Kapgeierkolonie in Namibia.
Zahlreiche Wanderwege und der hohe Wildbestand machen den Park zu einem beliebten Wochenendziel für Windhoeker, aber auch unter ausländischen Besuchern erfreut sich der Park immer größerer Beliebtheit. Er zählt sicherlich zu den schönsten Naturparks des Landes. Folgende Wanderungen können unternommen werden :
Waterberg Wilderness Trail
Dieser von einem Wildhüter begleitete Wanderweg führt zum Plateau des Waterberg und wird jedes 2./3. und 4. Wochenende in den Monaten April bis November durchgeführt. Gestartet wird Donnerstagnachmittag am Okonjoka Gate. Die Übernachtung erfolgt in gestellten Zelten. Feuerholz und Wasser stehen zur Verfügung. Die Rückkehr erfolgt am Sonntag.
Auf der Wanderung sind Antilopen, Giraffen, Geier und manchmal sogar Nashörner zu sehen.
Waterberg Trail (40 km)
In zwei Tagen führt diese unbegleitete Wanderung durch das Gebiet des Waterberg. Die Tour kann ganzjährig unternommen werden. Start ist am Waterberg-Rastlager. Eine Hütte steht für Übernachtungen zur Verfügung. Buchungen nimmt Namibia Wildlife Resorts entgegen.
Mountain View Trail
Sehr schön ist auch der Mountain View Trail, ein Kletterpfad zum Plateau, der etwa 30 Minuten dauert und für den man keine besondere Kondition benötigt.
Unterkünfte im Waterberg Plateau Park bietet das Bernabé-de-la-Bat-Rastlager, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Es verfügt über verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten, von luxuriösen Bungalows bis zum Campingplatz.
Namibia Wildlife Resorts
The Manager
Reservations
Private Bag 13267 Windhoek
Tel. 061/ 23 6975-8 oder 22 6806 oder 23 2393 Fax. 22 4900 oder 23 2393
Die Spitzkoppe und der Brandberg
Für Kletterer ist die Spitzkoppe mit ihren 1829 m die größte Herausforderung in Namibia. Ein riesiger Granitdom, der zwischen Windhoek und Swakopmund aus der Wüstenlandschaft ragt. Oft mit dem Matterhorn verglichen, ist die Spitzkoppe mit ihren fast senkrecht abfallenden Wänden eine außergewöhnliche Klettermöglichkeit.
Das Inselgebirge entstand, als Magma in den alten Sockel Afrikas eindrang und später durch Erosion freigelegt wurde. Am steil aufragenden Massiv stauen sich oft die Wolken und regnen ab. Das Feuchtgebiet war schon früh besiedelt, worauf Buschmann-Zeichnungen und Werkzeugfunde hinweisen. An der "Nashornwand" und im "Buschmannparadies" sind besonders interessante Darstellungen zu besichtigen. Wer es einrichten kann, sollte von hier aus den Sonnenaufgang über der Wüste genießen.
Das majestätische Brandberg-Massiv erhebt sich einsam und geheimnisvoll aus der trockenen Halbwüste und beherrscht die umliegende Gegend. Sein Hauptgipfel, der Königstein, ist mit 2 573 m der höchste Berg des Landes und daher ideal für Kletterer. Vier bis fünf Tage werden für den Auf- und Abstieg dieses atemberaubenden Gebirgsmassivs benötig. Wegen des rauhen Terrains und des Mangels an Wasser sollte diese Tour nur von erfahrenen Bergsteigern und in Begleitung eines Brandbergkenners unternommen werden.
Der Weg zur "Weißen Dame"
In den Schluchten und Höhlen des Brandberg-Massivs hat man zahlreiche prähistorische Felszeichnungen und Steingravierungen gefunden, wovon die Zeichnung der "Weißen Dame" wohl die berühmteste ist. Man erreicht "ihre" Höhle über einen gutbeschilderten Fußweg, der durch die Hauptschlucht des Massivs führt. Der Marsch dauert etwa eine Stunde.
Brandberg Mountain Guides
(Brandberg Community Tourist Project)
P.O. Box 159, Uis,
Tel. 0629/504053/18
Der Hardap-Dam
Lohnenswert ist ein Ausflug zum Hardap-Stausee, an dem sich ein Naturschutz- und Erholungspark befindet (25 km nordwestlich von Mariental). Mit seiner 25 km² großen, von Kameldornbäumen umsäumten Wasserfläche bildet er einen scharfen Kontrast zur trockenen Umgebung. Er ist mit einer Kapazität von 300 Mio. m³ Wasser der größte Stausee des Landes.
Am Südufer wurde ein Wildschutzgebiet mit Wanderwegen angelegt, in dem man Strauße, Zebras, Kudus, Springböcke, Antilopen und zahllose Vögel beobachten kann. Ein Rundweg von 15 km Länge lädt zu einem abwechslungsreichen Tagesausflug ein.
Twyfelfontein
In Twyfelfontein führt eine 1-2 stündige Wanderung durch eine "Buschmann-Galerie" unter freiem Himmel. Dabei können zahlreiche Gravuren und Zeichnungen der Buschmänner betrachtet werden. Die Wege sind markiert und gut zu finden. Übernachtungen sind im rustikalen Aba Huab Camp möglich. Von dort aus werden überaus interessante Führungen in Begleitung freundlicher Einheimischer angeboten.
Hallo camelthorns, erstmal vielen Dank für deine sehr ausführlichen Tipps. Einiges klingt sehr interessant und die Zeitschrift werde ich mir sicher besorgen.
Gibt es denn neben den geführten Wanderungen auch die Möglichkeit eine Tour von 1-2 Wochen individuell zu planen und auch durchzuführen? Ist Zelten möglich?
Viele Grüsse aus OB
camelthorns
04.01.2007, 17:30
Hallo, so, jetzt bin ich es noch einmal.
Ich denke, dass größere Wandertouren in Namibia nicht einfach sind, schon wegen dem Wassermangel auf der Strecke. Und auch die Sonne ist wirklich nicht zu unterschätzen, vor allem Dezember/Januar ist Sommer!. Ich bin normal ein wirklicher Sonnenmensch, aber schon nach unserem ersten Wandertag in Namibia hatte ich solch einen Sonnenstich, dass ich 2 Tage wirklich flach lag. Und das trotz Sonnenhut usw. Es weht sehr oft ein Windchen und dann unterschätzt man das Ganze etwas. (und zu wenig getrunken ;-)
Auch sind die Campingplätze und Lodges oft so weit auseinander, dass man Probleme hat Wasser zu bekommen und man muss alles mitschleppen.
Wie gesagt, es gibt wunderschöne eingerichtete Wanderwege in Ugab, Fish River Canyon, Waterberg Plateau und Naukluft. Brandberg und Spitzkoppe (zum klettern)sind auch super….aber nichts für 2 Wochen am Stück. Es sind eher kürzere Wanderungen und längere oft nur geführt....wahrscheinlich nicht das, was ihr sucht.
In den namibischen Sommermonaten finden die geführten Touren auch oft gar nicht statt, eben wegen der großen Hitze. Der Naukluft Hiking Trail ist ca. 120 Km lang und mit acht Tagen angegeben...aber eben auch nur geführt und ist nur vom 1. März bis Ende Oktober geöffnet. Was passiert, wenn man einfach ohne Führer die Tour läuft...? Wir hätten es ausprobiert, aber wir waren auch im Dezember und es war eine unbeschreibliche Hitze und es dann doch gelassen. Dort gibt es dann auch Campingplätze, aber ob die offen haben?
Wie gesagt, mein Tipp: Trekkers World, besorgen…aber ich glaube die hatten auch einen Transporter mit Lebensmitteln und Wasser dabei. Ich weiß jetzt nicht, ob Ihr schon einmal in Namibia wart…aber die Distanzen von „Wasserstelle“ zu „Wasserstelle“ sind oft schon mit dem Auto ein paar Stunden entfernt.
Mein Tipp: Vielleicht einen Mietwagen nehmen (recht teuer) und dann verschiedene kürzere Touren machen.
Oder wenn möglich andere Reisezeit wählen, damit es nicht ganz so heiß ist.
Ich hoffe ich konnte wenigstens ein bisschen weiterhelfen…vielleicht meldet sich noch jemand, der bessere Infos hat.
Viele Grüße
Ramona
BikeAfrica
16.03.2007, 19:32
Hallo AliBaba,
Ramona hat ja schon 'ne Menge geschrieben und das Problem mit der fehlenden Wasserversorgung solltet ihr wirklich ernst nehmen. Ich hatte bis zu 40 Liter mit auf dem Rad und das war nach 3 Tagen weg. Nix mit Waschen oder Kochen, war nur zum Trinken (und von dem "bißchen" Wasser mußte ich tagsüber nicht mal urinieren, das ging über die Haut wieder raus) ...
Zelten ist je nach Region gut möglich oder eher auch nur eingeschränkt. In manchen Landesteilen ist viel eingezäuntes Farmland, wo es schwierig ist. Im Caprivi oder Damaraland läuft auch außerhalb der Nationalparks Großwild rum. Man kann dann dort zwar zelten, aber sollte sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr außerhalb der Zelte aufhalten.
Das Wasserproblem könntest Du theoretisch umgehen, indem Du einen Wasserfilter mitnimmst und entlang des Oranje oder Kunene läufst. Ob ersteres möglich ist oder das Diamantensperrgebiet bis dorthin reicht, weiß ich nicht. Der Kunene bildet die Grenze zu Angola, wo es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte mit angolanischen Rebellen gab. Hier ist das Minenproblem nicht zu unterschätzen. Im Norden hängen in jeder Polizeistation große Infoplakate über Minen und als ich 2002 dort unterwegs war, sind zwei Kinder beim Spielen durch eine Mine getötet worden.
Das wars von meiner Seite ...
Gruß
Wolfgang
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