kamala
12.12.2006, 19:17
Der Preis der Leichtigkeit (2006)
Andreas Altmann in Kambodscha, Thailand und Vietnam
Wer einen Reiseführer à la Lonely Planet sucht, liegt falsch bei diesem Buch. Man findet keine Unterkünfte, Fahrpläne o.ä. Auch Sehenswürdigkeiten empfindet AA nicht als groß erwähnenswert. Wer die üblichen Landesattraktionen innerhalb eines Schnelldurchlaufs von 3 Tagen abhaken möchte, greife lieber zu dem althergebrachten DuMont.
Erst wer begriffen hat, dass es die Menschen sind, die ein Land zu dem machen, was es ist, sollte dieses Buch wählen. Nur wer sich - wie der Autor - dem kleinen Menschlein auf der Straße - oder auch mal dem großen Dichter eines Landes empathisch nähert, bekommt eine Ahnung, aus welcher Komplexität und Grandiosität sich ein Land zusammensetzt.
Als intelligenter, humorvoller, reisender, philosophisch-nachdenklicher Mensch ist es ein Muss, sich diesem Buch zu widmen. Der Autor nähert sich den Ländern Kambodscha, Thailand und Vietnam mit kritischer Distanz, Gefühl, Herz und seiner ihm eigenen wärmenden Intelligenz. Man überdenkt die eigene Art des Reisens und nimmt sich vor, zukünftig wacher und vor allem sensibler durch die Welt zu reisen. Und noch dazu lernt man Politik aus einer anderen Perspektive kennen, beschrieben mit einer schnoddrigen Art und z. T. aus einer buddhistischen Sichtweise heraus.
Gestoßen wird man auch einmal auf seine eigene Fernseh-Betrachtungsweise. Durch das stundenlange Glotzen auf dieses Möbelstück ist lt. AA keine aktive Teilnahme mehr am Leben möglich. Womit er durchaus Recht hat.
AA hat die Fähigkeit des Auch-mal-Bleibens an einem Ort (Reisen ist schön, aber mittendrin anhalten ist auch schön), nicht nur die rastlose Unbeständigkeit, dem Alter hinterher hetzenden Angst vor Verpassen- Reisendens, der alles meint sehen zu müssen und doch wenig von der Welt kennt und im Herzen leer ist. Mit entspanntem Desinteresse kann er mit Reisenden aller Couleur umgehen - sowohl mit obigen Beschriebenen als auch mit langhaarigen Dumpfbacken auf der Khao-San-Road in Bangkok. Wer diese Straße kennt, weiß, welche Typen sich dort vergnügen. Nichts verbindet ihn mit diesen Travellern, umso bewundernswerter sein keineswegs bewertender oder überheblicher Schreibstil. Er hat lediglich ein Gespür für empfindsames Reisen.
Beim Lesen dieses Buches habe ich oft das Gefühl, als drücke er eben genau das so präzise aus, wofür mir selbst die Worte fehlen. Die von ihm geschaffenen Bilder werden somit mit meinen eigenen, inneren Gedanken verknüpft, wodurch die Lektüre zu einem außerordentlich kreativen Prozess wird.
G e t r i e b e n (2005)
Andreas Altmann - Stories aus der weiten, wilden Welt
Ich schließe mich dem Vorwort des Autors an: Ich rate von dem Buch ab. Der gut-bürgerliche Deutsche wäre nur entsetzt in Anbetracht der erotisch-kriminell- geprägten Persönlichkeit des Autors und würde solche "Subjekte" nur ablehnen.
Aber die kleine Minderheit - egal welchen Alters - die das Kribbeln des Abenteuers in sich spüren, die auch einen Brechreiz bekommen bei den Worten "Wohlfühl- und Comedygesellschaft sowie Wellnessoase Deutschland", die trotz Flimmerkasten-Dauerberieselung von Soaps des untersten Niveaus noch nicht ganz aufgehört haben, selbstständig zu denken, für sie ist dieses Werk ein Labsal.
Es gibt ihn also noch, den aktuellen, zum Denken anstachelnden, unkonventionellen Reiseautor (ein bisschen erinnert er mich an den Revoluzzer Kinski), nicht nur den in der deutschen Wohlfühlsoße mitschwabbernden Schreiber, der die Leserquote treffen will - nur um bei der spaßsüchtigen Masse anzukommen. Wer es schafft, mit solch einer präzisen intelligenten, provozierenden Wortwahl zu schreiben, setzt auch mal ein Stopp-Schild in der ein oder anderen Hirnmasse. Nach einer rührenden Liebesgeschichte kommen in anderen Stories die Lüste, Ängste, Feigheiten, Hysterien, aber auch die menschliche Wärme und die Begeisterung am Leben zum Vorschein.
An alle unkonventionell Denkende dieser Welt: Nehmt teil an den wundervollen, fesselnden Erlebnissen des Andreas Altmann. "Getrieben" appelliert an die eigene Wachsamkeit, regt zum Nachdenken an und holt begrabene und vergessene Träume wieder hervor.
Mit Erstaunen habe ich mein persönliches, bis jetzt teilweise gelebtes, aber noch nicht in Worte gekleidetes Lebensmotto entdeckt: Wer die Gefahr sucht, erwacht darin mit all seinen Sinnen!
Andreas Altmann in Kambodscha, Thailand und Vietnam
Wer einen Reiseführer à la Lonely Planet sucht, liegt falsch bei diesem Buch. Man findet keine Unterkünfte, Fahrpläne o.ä. Auch Sehenswürdigkeiten empfindet AA nicht als groß erwähnenswert. Wer die üblichen Landesattraktionen innerhalb eines Schnelldurchlaufs von 3 Tagen abhaken möchte, greife lieber zu dem althergebrachten DuMont.
Erst wer begriffen hat, dass es die Menschen sind, die ein Land zu dem machen, was es ist, sollte dieses Buch wählen. Nur wer sich - wie der Autor - dem kleinen Menschlein auf der Straße - oder auch mal dem großen Dichter eines Landes empathisch nähert, bekommt eine Ahnung, aus welcher Komplexität und Grandiosität sich ein Land zusammensetzt.
Als intelligenter, humorvoller, reisender, philosophisch-nachdenklicher Mensch ist es ein Muss, sich diesem Buch zu widmen. Der Autor nähert sich den Ländern Kambodscha, Thailand und Vietnam mit kritischer Distanz, Gefühl, Herz und seiner ihm eigenen wärmenden Intelligenz. Man überdenkt die eigene Art des Reisens und nimmt sich vor, zukünftig wacher und vor allem sensibler durch die Welt zu reisen. Und noch dazu lernt man Politik aus einer anderen Perspektive kennen, beschrieben mit einer schnoddrigen Art und z. T. aus einer buddhistischen Sichtweise heraus.
Gestoßen wird man auch einmal auf seine eigene Fernseh-Betrachtungsweise. Durch das stundenlange Glotzen auf dieses Möbelstück ist lt. AA keine aktive Teilnahme mehr am Leben möglich. Womit er durchaus Recht hat.
AA hat die Fähigkeit des Auch-mal-Bleibens an einem Ort (Reisen ist schön, aber mittendrin anhalten ist auch schön), nicht nur die rastlose Unbeständigkeit, dem Alter hinterher hetzenden Angst vor Verpassen- Reisendens, der alles meint sehen zu müssen und doch wenig von der Welt kennt und im Herzen leer ist. Mit entspanntem Desinteresse kann er mit Reisenden aller Couleur umgehen - sowohl mit obigen Beschriebenen als auch mit langhaarigen Dumpfbacken auf der Khao-San-Road in Bangkok. Wer diese Straße kennt, weiß, welche Typen sich dort vergnügen. Nichts verbindet ihn mit diesen Travellern, umso bewundernswerter sein keineswegs bewertender oder überheblicher Schreibstil. Er hat lediglich ein Gespür für empfindsames Reisen.
Beim Lesen dieses Buches habe ich oft das Gefühl, als drücke er eben genau das so präzise aus, wofür mir selbst die Worte fehlen. Die von ihm geschaffenen Bilder werden somit mit meinen eigenen, inneren Gedanken verknüpft, wodurch die Lektüre zu einem außerordentlich kreativen Prozess wird.
G e t r i e b e n (2005)
Andreas Altmann - Stories aus der weiten, wilden Welt
Ich schließe mich dem Vorwort des Autors an: Ich rate von dem Buch ab. Der gut-bürgerliche Deutsche wäre nur entsetzt in Anbetracht der erotisch-kriminell- geprägten Persönlichkeit des Autors und würde solche "Subjekte" nur ablehnen.
Aber die kleine Minderheit - egal welchen Alters - die das Kribbeln des Abenteuers in sich spüren, die auch einen Brechreiz bekommen bei den Worten "Wohlfühl- und Comedygesellschaft sowie Wellnessoase Deutschland", die trotz Flimmerkasten-Dauerberieselung von Soaps des untersten Niveaus noch nicht ganz aufgehört haben, selbstständig zu denken, für sie ist dieses Werk ein Labsal.
Es gibt ihn also noch, den aktuellen, zum Denken anstachelnden, unkonventionellen Reiseautor (ein bisschen erinnert er mich an den Revoluzzer Kinski), nicht nur den in der deutschen Wohlfühlsoße mitschwabbernden Schreiber, der die Leserquote treffen will - nur um bei der spaßsüchtigen Masse anzukommen. Wer es schafft, mit solch einer präzisen intelligenten, provozierenden Wortwahl zu schreiben, setzt auch mal ein Stopp-Schild in der ein oder anderen Hirnmasse. Nach einer rührenden Liebesgeschichte kommen in anderen Stories die Lüste, Ängste, Feigheiten, Hysterien, aber auch die menschliche Wärme und die Begeisterung am Leben zum Vorschein.
An alle unkonventionell Denkende dieser Welt: Nehmt teil an den wundervollen, fesselnden Erlebnissen des Andreas Altmann. "Getrieben" appelliert an die eigene Wachsamkeit, regt zum Nachdenken an und holt begrabene und vergessene Träume wieder hervor.
Mit Erstaunen habe ich mein persönliches, bis jetzt teilweise gelebtes, aber noch nicht in Worte gekleidetes Lebensmotto entdeckt: Wer die Gefahr sucht, erwacht darin mit all seinen Sinnen!