Vollständige Version anzeigen : Winterschlafsack Skandinavien
Hallo,
habe mehrere Internetforen stundenlang zum Thema Winterschlafsack durchsucht. Nun doch ein Posting von mir:
Ich suche eine Wintertüte. Ich möchte damit anfänglich in unseren Mittelgebirgen unterwegs sein (zwecks Erfahrung sammeln) und später nach Skandinavien. Nur ist mir nicht so wirklich klar welchen Temperaturbereich ich einplanen muss?
Zur Zeit habe ich einen Glacier 500 (absolut Traumhaft, da exakt meine Körperlänge (184 cm) und der Schnitt gefällt mir).
Habe mir folgende Modelle so angeschaut. (alle Mountain Equipment)
Glacier 1000: 90/10er Füllung 600er Daune (1000g füllung), da meine liegelänge und bekannt von meinem 500er. laut EN norm hat er -13 Grad (ME recommendation +10 - -22 Grad)
Snowline: 93/7er füllung 700er daune (750g füllung), leider nur 180 liegelänge, dann erst wieder ab 195er länge, laut EN norm -17° C. (ME recommendation +10 - -20 °C)
iceline: 93/7er füllung 700er daune (950g füllung), wieder für mich passende länge mit 185, EN norm -22 grad (ME recommendation: - 25 °C)
in wie weit ist dieser temperaturbereich wirklich erreichbar. oft schon gehört und gelesen, dass der iceline einfach in den meisten fällen zu warm sei. aber hab bedenken, dass der 1000er glacier nicht ganz ausreicht?!
würde mich über hilfreiche postings freuen!
danke
Comet1000
07.12.2006, 23:35
Hallo, die ganze Geschichte mit den Temperaturangaben ist natürlich schon ein wenig relativ, da viele Faktoren eine Rolle spielen, bis du ein Mensch der schnell friert, bist du erholt oder hast du einen 30 Km Tag hinter dir, hast du genug getrunken und gegessen, was verwendest du für eine Unterlage usw. die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Die En- Angaben werden mit Hilfe einer Meßpuppe ermittelt, einen Norm Menschen gibts aber nicht, es ist gut das es die Norm gibt da du so alle Schlafsäcke mit Test Norm vergleichen kannst da für alle die gleichen Bedingungen gelten. Als Rat kann ich dir nur geben mit deinem jetzigen ME Schlafsck Erfahrungen zu sammeln, die Temperaturen und Umstände die du auf deinen jetzigen Touren vorfindest zu sammeln und zu analysieren und dann zu entscheiden.Lote die Grenzen deines jetzigen Schlafsackes aus, du kannst ja z.B. noch warme Unterwäsche mit nehmen wenns dann doch zu kalt wird ziehst du diese dann an. Muß ja nicht gleich ein Gebiet mit polaren Temperaturen sein. Was immer ganz gut ist: Etwas warmes trinken vor dem schlafengehen, Mütze anziehen. So noch ein Tips zu den Marken ME würde ich persönlich im Mittelfeld einordnen, zu nennen wäre da noch Western Mountaineering (z. B. Globi), Feathered Friends, Valandre und Yeti Polen ( nicht zu verwechseln mit den deutschen Yetis. WWW.Yeti.com.pl (http://WWW.Yeti.com.pl) Achja, je nachdem wie und wo du unterwegs bist solltest du dann auch über einen Schlafsack mit wasserabweisender Außenhülle nachdenken und über einen VBL, sonst könnte es passieren das deine guten Daunen verkleben weil sie feucht sind und dann ist Schluss mit lustig.Gruss Frank
albatross02
08.12.2006, 08:07
Hallo,
die von Dir angebenen Temperaturbereich erscheinen mir für den Winter in Skandinavien etwas knapp.
Einige Händler behaupten, die neuen Temperaturangaben sollen ein zienlicher Mist sein.
Alternativ WM:
http://www.westernmountaineering.com/index.cfm?section=Products&page=Sleeping%20Bags&viewpost=2&ContentId=71
Habe mir vor 11 Jahren den Puma SDL für die Anden gekauft.
WM gab Komfort bis -32 Gard an, globi bis -29 Grad.
Bei -35 Grad war er noch vernünftig warm ( normalerweise friere ich eher schnell ).
Sehr gute Qualität, hervorragendes Temperatur/ Gewichtsverhältnis.
Gruss
Dieter
wenn du sagst die temperaturen sind recht knapp bemessen, was sollte man denn dort oben vernünftigerweise einplanen?
das mit den faktoren die ausschlaggebend sind, ist mir bewußt, steht ja hier überall im forum. für mich ist halt wichtig mit welchen temperaturen man rechnen muss. ME finde ich gut, da sie exakt meine liegelänge haben (das macht auch schon ne menge aus)
trotzdem erstmal danke für die ersten schnellen antworten
Habe im ME Glacier 1000 bei -23°C ein Biwak im Karwendel gemacht. War angenehm warm, mit einer langen Unterwäsche + Muetze. Ist aber natürlich alles relativ, da es von sehr vielen Faktoren abhaengt.
Gruesse,
Thomas
wenn du sagst die temperaturen sind recht knapp bemessen, was sollte man denn dort oben vernünftigerweise einplanen?
Welche Monate und welche Gebiete hast du denn in deiner Planung vorgesehen? Habe in Mittelnorwegen im Dezember durchaus Temperaturen um die -40 erlebt, im März auch noch bis -30.
danke für die ersten temperaturangaben.
ich hab noch nichts konkretes angedacht. ich möchte erst mal wintererfahrung sammeln, entweder im mittelgebirge bzw. mit erfahrenen leuten auch anderswo. nach hinten raus ist skandinavien im norden angedacht. kenne noch nicht die guten routen. möchte einfach im winter die schöne verschneite landschaft erleben und einfach draußen sein. zeit wird vermutlich so februar bis april sein, da hier die tage schon wieder etwas länger sind. dezember denke ich nicht so.
dafür will ich eben mit ne wintertüte kaufen und eben nicht gleich wieder merken, dass ich doch mehr tiefgang gebraucht hätte, weil ich die temperaturen unterschätzt habe.
er soll halt aber auch nicht zu warm sein, weil man ja nicht dauernd -30 hat sondern wohl eher um die -10- -20 und da sind manche dann einfach zu warm. so lieber vielleicht nen glacier 1000 holen und ein seideninlett dabei haben?!
das sind so meine überlegungen
Noch einmal ein paar aktualisierte Temperaturangaben für Februar 2007 und Mittelnorwegen:
Einige Tage mit Temperaturen zwischen -33 und -37, tiefste Temperatur -42,5.
Aktuelle Nachttemperaturen um -20 zuzüglich teilweiser starker Wind bis Sturm.
Hallo,
ich habe mir von Western Mountaineering den Antelope gegönnt (-10/-17/-30 Grad). Von der Bauschkraft der Daune bin ich sehr begeistert, da konnte keine andere Marke mithalten. Billiger als bei Globi ist WM bei Geschäften der Finmark-Gruppe, z.B. bei www.sackundpack.de. (399 Euro) Den Antelope gibt es auch mit Außenhülle aus Dryloft, wovon ich jedoch Abstand genommen habe. Hatte etwas Angst, dass ich ihn nicht ausreichend gelüftet bekomme und die Daune zu schimmeln anfängt.
Bin superbegeistert von diesem Schlafsack und würde ihn sofort wiederkaufen.
Grüße von Claudia
.....Hatte etwas Angst, dass ich ihn nicht ausreichend gelüftet bekomme und die Daune zu schimmeln anfängt.
Daher liebe ich, trotz des höheren Gewichtes, Kunstfaser-Schlafsäcke. ;)
Hallo,
unabhaengig davon, das ich mit meinem Iceline von ME auch schon bei -25 grd draussen (ohne zelt) geschlafen habe und ich normalerweise zu den frauen gehoere, die gern und schnell frieren - waere ich mir nicht sicher, ob der schlafsack mir fuer skandinavien im winter reichen wuerde, wenn ich mal kein zelt aufbauen koennte.
und was den kunstfaserschlafsack angeht - kann ich mich nur meinem vorredner anschliessen - v.a. dann, wenn man keine chance hat, aller drei oder vier tage seinen schlafsack mal richtig auszulueften (in einer "beheizbaren" winterhuette...) - ist wahrscheinlich ein kunstfaserschlafsack die weniger anfaelligere tuete. Der nachteil bei den kunstfaserschlafsaecken liegt im groesseren packmass und gewicht - aber vielleicht bist du ja auch dann mit einer pulka unterwegs und musst nicht alles selbst tragen. ausserdem: bei einer daune kommt man in einem temperaturbereich von -30 grd. um einen vapor barrier liner nicht drum rum, wenn man nicht will, das der eigene schweiss zum "verkleben" der daune fuehren soll. d.h., du schlaefst in deinem eigenen "saft" :roll:
omamone
Hi,
also auf den Schlafsack schaun ist ja ne gute Idee, aber was ist mit deiner Unterlage???!!!!
da wuerde ich mir sicher als erstes Gedanken machen, damit du die Kaelte von unten nicht durchbekommst, sonst ist es fast egal wo drin du liegst..
Ecki
Hi,
also auf den Schlafsack schaun ist ja ne gute Idee, aber was ist mit deiner Unterlage???!!!!
da wuerde ich mir sicher als erstes Gedanken machen, damit du die Kaelte von unten nicht durchbekommst, sonst ist es fast egal wo drin du liegst..
Ecki
Nee, ganz egal ist das nicht, auch in diesem Punkt hat der Daunenschlafsack das Nachsehen. Gleichwohl hast du recht, die Unterlage ist für eine erholsame Nachtruhe ein wesentlicher Ausrüstungsgegenstand. Zur Zeit wird da sehr viel über die Exped downmat in verschiedenen Ausführungen (Dicke) geredet / geschrieben. Kenne diese Matte selbst nicht. Hat jemand Erfahrungen mit dieser Matte sammeln können? :confused:
Achja, je nachdem wie und wo du unterwegs bist solltest du dann auch über einen Schlafsack mit wasserabweisender Außenhülle nachdenken und über einen VBL, sonst könnte es passieren das deine guten Daunen verkleben weil sie feucht sind und dann ist Schluss mit lustig.Gruss Frank
Dazu habe ich auch mal eine Frage. Bislang hatte ich nur einen Kunstfaserschlafsack und war eigentlich auch sehr zufrieden damit. Brauche aber für die nächste Reise einen wärmeren und werde erstmals mit einem Daunenschlafsack "arbeiten". Die Übernachtungen werden in Zelten stattfinden und ich rechne schon mit Kondenswasser. Ich hoffe doch sehr, dass normales Kondenswasser für die Daunenschlafsäcke kein großes Problem darstellen sollte oder empfehlt ihr mir trotzdem die Hinzunahme einer wasserabweisenden Außenhülle?
Dazu habe ich auch mal eine Frage. Bislang hatte ich nur einen Kunstfaserschlafsack und war eigentlich auch sehr zufrieden damit. Brauche aber für die nächste Reise einen wärmeren und werde erstmals mit einem Daunenschlafsack "arbeiten". Die Übernachtungen werden in Zelten stattfinden und ich rechne schon mit Kondenswasser. Ich hoffe doch sehr, dass normales Kondenswasser für die Daunenschlafsäcke kein großes Problem darstellen sollte oder empfehlt ihr mir trotzdem die Hinzunahme einer wasserabweisenden Außenhülle?
Das Problem ist wahrscheinlich weniger das Kondenswasser als vielmehr das "Schwitzwasser", nämlich das, was du selbst im Schlafsack verdunstest. Wenn du keine Gelegenheit hast, den Schlafsack ausreichend zu lüften (sprich: "trocknen"), könntest du vielleicht Probleme bekommen. Aber lies vielleicht einmal hier Infos zum Schlafsack (http://www.amelunxen.onlinehome.de/drofaq/schlafsack.html) , sehr informativ.
Viele Grüße
Detlef
Hallo Detlef,
vielen Dank für die schnelle Antwort :)
Ich habe selbst den Glacier 1000. Ab -15 merkt man kalte Stellen, weil die Abdeckleiste am RV schlecht konstruiert ist: zu schmal, steht in den Schlafsack rein. Bis -20 geht es aber ingesamt schon, woebei ich wirklich kein verfrorerer Typ bin. Temperatur meint die reale Umgebungstemperatur, also im Zelt / Schneehöhle.
Als Unterlage habe ich die Downmat 7: reicht auch bis -20. Das Problem ist nur, dass man zeitweise die Kälte spürt, wenn man sich dreht und auf einer neuen Stelle der Matte liegt. Das Handling ist natürlich etwas aufwändiger, aber für den Temperaturbereich gibt es keine Alternative - zumindest bei dem Gewicht.
VBL ist imho obligatorisch.
Moritz
............Als Unterlage habe ich die Downmat 7: reicht auch bis -20. Das Problem ist nur, dass man zeitweise die Kälte spürt, wenn man sich dreht und auf einer neuen Stelle der Matte liegt ..........
Das ist aber sicherlich ein grundsätzliches Problem des Daunenschlafsackes und nicht der Unterlage. Die Daunen werden an den "Liegestellen" stark zusammengedrückt und die Isolation ist an diesen Stellen schwächer. Bei Kunstfaserschlafsäcken tritt dieses Problem nicht so sehr auf, da die Kunstfaser wesentlich weniger zusammengepresst wird.
Das ist aber sicherlich ein grundsätzliches Problem des Daunenschlafsackes und nicht der Unterlage. Die Daunen werden an den "Liegestellen" stark zusammengedrückt und die Isolation ist an diesen Stellen schwächer. Bei Kunstfaserschlafsäcken tritt dieses Problem nicht so sehr auf, da die Kunstfaser wesentlich weniger zusammengepresst wird.
Vielleicht bei Daune etwas stärker. Aber bei -20 und drunter wird man das Problem auch bei Kufa haben.
Vielleicht bei Daune etwas stärker. Aber bei -20 und drunter wird man das Problem auch bei Kufa haben.
Hab mit Daune keine Erfahrung, nutze selbst verschieden starke Ajungilak KuFa-Säcke und kann dieses Problem nicht bestätigen. Hatte bisher jedenfalls keine vergleichbaren Probleme. :cool:
Hab mit Daune keine Erfahrung, nutze selbst verschieden starke Ajungilak KuFa-Säcke und kann dieses Problem nicht bestätigen. Hatte bisher jedenfalls keine vergleichbaren Probleme. :cool:
Bei welchen Temperaturen denn? Ich habe es auch erst bei -20 gemerkt.
Die Temperaturen lagen um -35, hatte mir für diese Tour einen Ajungilak-Denali ausgeliehen. Nutze ansonsten je nach Tour den Tyin Winter oder den Tyin 5-Season von Ajungilak.
ich habe immer die besten erfahrungen mit den schlafsäcken gemacht, die die skandinavier selber machen und auch selber am meisten benutzen - und das sind die norwegischen "ajungilak-schlafsäcke"! guck mal auf die norwegische ajungilak-seite im web (die seite kannst du auch auf deutsch lesen).
viel erfolg weiterhin mit der suche!
kolby
vBulletin® v3.8.1, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.