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Vollständige Version anzeigen : Der heilige Berg AMNYE MACHEN


Hans-Wien
05.12.2006, 15:36
Der Berg AMNYE MACHEN liegt in Osttibet , Provienz Amdo ( chin. Qinghai ) , ist der heilige Berg der in diesem Gebiet lebenden Goloknomaden und Wohnsitz ihres Schutzdämons " Machen Pomra " .
Die Goloks waren in früheren Zeiten , Räubernomaden , die Handelskarawanen auf der Seidenstaße überfielen und jedem mit den Tode bedrohten der ihr Gebiet betretten sollte ( zwei franz.Forscher haben es versucht und mit dem Leben bezahlt ) deshalb galt der Eis und Schnee bedeckte Amnye bis in die Hälfte des 20 Jhdt. als der höchste Berg der Welt.
Die beste Jahreszeit für eine Umrundung ist Sept. - Okt. ( wobei es ab Mitte Okt. zum Wintereinbruch kommen kann ),die Flüße haben Niedrigwasser und sind daher leichter zu durchqueren , die Hochebene erstrahlt in warmen Herbstfarben , viele Pilger sind unterwegs und häufig trifft man auf Nomaden die mit ihren Yak und Ziegenherden in tiefere Gebiete wandern um ihr Winterlager aufzuschlagen.
Leider gibt es für diese Nomaden eine betrübliche Sitation , die chin. Behörden wollen diese stolzen , freiheitsliebenden Menschen , zwangsansiedeln ( siehe mein Bericht im Lodges Forum " Tibet ohne Tibeter ".:down:
Die beste Reiseroute ist meiner Meinung ; Anreise über Xining und Abreise über Lanzhou , dadurch können zwei der bedeutesten Klosteranlagen Ost-Tibets besucht werden. Von Xining 12o km entfernt das Kumbum Kloster , am Geburtsort Tsonkapas erbaut ( Begründer des reformierten Gelbmützenordens , Gelugspa ) und nahe Lanzou die rießige Klosterstadt Labrang , mit einer berühmten buddh.Universität ( leider wurde sie von den chin. Behörden teilweise geschlossen , da anscheinend das starke Interesse von chin. Stutenden der Staatsgewalt zur Gefahr wurde !!!.
Wer dafür Interesse hat ?. In der Nähe Xining liegt das kleine Dorf " Hong Ya Chun " mit dem Geburtshaus S.H. Dalai Lama ( hat mich sehr bewegt ) das noch von der Frau des Neffen seiner Heilgkeit bewohnt wird.In Xining findet sich immer ein Privatfahrer der um einige US , dort hinfährt ( allerdings müßen es die Behörden nicht unbedingt erfahren , es könnte z.B. ein Ausflug zum nahen Kukonor see sein !.)

Die Weiterreise von Xining sowie die Rückreise erfolgt auf der G 214 Richtung Yushu ( tib. Jyekundo ) mit dem Bus in Etappen , wer Glück hat erwischt einen der seltenen Fernbusse.Zunächst durch ein von der mosl. Minderheit , den Salas ( wunderbares Essen ) bewohnten fruchtbaren Gebiet über die Dörfer Gongha - Daheba - Wenquan in die Hochebene nach Huashixia ( tib. Tsogyenrawa ) , von hier eine Abzweigung Richtung Süden nach Ternaha ( tib. Qhamalung ) bis zur Kreistadt Maqen und von hier mit LKW ( Achtung bei starken Schneefall ist die Piste nicht befahrbar ) nach Xueshan ( tib. Chuwarna , am Sonntag toller Yakmarkt ).
In Xueshan besteht die Möglichkeit einen Golok mit Yak anzuheuern , aber der Trail ist leicht zu finden.
Für die zirka 420 km lange Anreise und dieselben km Abreise , sollte man mind. 3 Wochen einplanen.
Von Xueshan 4 Std. Wanderung entfernt befindet sich die weiße Tschörte " Karpo " hier ist der Ausgangspunkt der Pilger für ihre Umrundung des heiligen Berges. Am Berghang , eine nur noch selten benützte Stelle für "Himmelsbestattungen " , leicht an den vielen Geiern zu erkennen.

UMRUNDUNG : zirka 200 km in 8 Tagen mit einem Ruheteag !!

1. Tag : Auf der Straße Richtung Maqen dem Yönkhog Fluß entlang , dann ein Weg nach rechts bei " Tselnak Khamdo " mit schönem Lagerplatz auf 3950 m bei idylischer Wiese , mit Bauernhaus und am Bergrücken 100 kleine weiße Tschörten.
2. Tag : Ruhetag zum Akklimatisieren ( Wichtig !! )
3.Tag : Vorbei am Tal des Halong Lang Chu ( am Talende der Amnye sichtbar ),erreichen eines Nomadenlagers ( Vorsicht vor den sehr gefährlichen Nomadenhunden ) und Einladung zum Übernachten und Festessen. Eine Ziege wird geschlachtet , zerteilt und das Fleisch mit Innerein und Gedärmen in siedendes Wasser gegeben ( na,ja ich will die Gastfreunschaft nicht verletzen und esse tapfer mit ) aber meine köstliche Maggie Gemüsesuppe ( die ich mit chin. Nudeln strecke ) wird mießtrauisch betrachtet und dankend abgelehnt. Dafür ist mein Gaskocher die große Show.
4. Tag : Aufstieg zum flachen Demchog Gongma Pass 4600 m . Von hier die Besteigung des Nebengipfels Chenrezig 6127 m möglich. ( 3 Tage mit einem Basislager aber Eisausrüstung notwendig ). Entlang auf Hochebene , teilweise sumpfig , wunderbarer Blick auf den Hauptgipfel Amnye 6282 m ( sollte nicht bestiegen werden ).Lagerplatz 2 Std nach Pass bei Fluß.
5. Tag : In der Früh sehr kalt , unterwegs immer auf der Hochebene , ein Mönch umrundet in 3 Monaten den Berg in Form der Niederwerfung , freudig wird diesmal meine warme Suppe angenommen.Überquerung des Gedung La Passes 4550 m.Nach dem Abstieg Flußdurchquerung , Lagerplatz bei Wiese mit Bach.
6. Tag . Am Fluß entlang , zwei mal durchquerung mit Problemen , vorbei kommende Pilger bieten ein Yak als Hilfe.Ein Lhatse mit vielen Gebetsfahnen und Manimauern ,künden ein nahes Kloster an.Die " Goregompa " ist das bedeutenste Kloster der " Nyangmapa " Rotmützensekte in Ost-Tibet.Vor dem Dukhang ( versammlungsaal ) ein sehr schönes Lebensrad und die 4 Lokapalos ( Weltenhüter ). Im Gonkhang ( Raum für Schutzgottheiten ) die berühmde Statue des " Machen Pomras " , dem Yidam der Goloknomaden.Da die Mönche der alten , tantrischen Rotmützensekte verheiratet sind , gibt es eine Menge neugieriger , reizender Kinder in der Klosteranlage , die mir mein restliches Schokomüsli kosten.
7. Tag :Bei meinem Besuch im Gonkhang dürfte ich Machen Pomra verärgert haben , in der Nacht starker Schneesturm. Tagsüber läßt der Schneefall nach und ich wandere durch eine traumhafte Winterlandschaft. Über den Trakdo La Pass 4300 m ( von hier meiner Meinung , die Besteigung des zweiten Nebengipfel Dradul Lungshok 6145 m möglich ). Nach dem Pass ein einsames Bauerhaus und eine berührende Begegnung , ein kleiner Junge , steht nur mit Fetzen an den Füßen , frierend im Schnee und hütet ein paar armselige Ziegen.Vorbei an einem Gletscherbruch und Lagerplatz auf Wiese vor tiefer Schlucht.
8. Tag : Durchquerung der Schlucht im Flußbeet ( bei höherem Wasserstand nicht möglich ) entlang saftiger Wiesen , größtenteils mit Stacheldraht eingezäunt , wandere ich eine Zeit gemeinsam mit einer Pilgergruppe , Einladung zu Buttertee und Tschampa und ein unwilliges Yak trägt meinen Rucksack.In der Nacht beginnt es wieder zu schneien.
9. Tag : Entlang dem Halong Chutal , vorbei an den kleinen Seen , Ser Tso und Ngon Tso erreiche ich wieder die weiße Tschörte. In dem kleinen Tempel Opfergaben an Machen Pomra für eine glückliche Pilgerwanderung.

Eine einfache Handskizze mit kurzer Beschreibung habe ich vor längerem an das Forum gesendet.

Bhö shar chog la dimdül legpo yong wä mönlam yö.
Sacha nying jepo dhang mi sangpo nam ki tröla kherangla gawa dhang schide
ji mang rag pe rewa yö.

Thukje che Hans - Wien

Buddhamountain
29.10.2007, 21:30
Hallo Hans,

Danke für die vielen Details. Möchte diese Trip gerne nächsten Sommer machen. Werde sicher noch einige Fragen für Dich haben .... vorallem was die Anreise betrifft (Bus & LKW) etc findet man fast keine gebräuchlichen Infos auf dem Net oder in Büchern.

BM

Hans-Wien
07.12.2007, 17:57
Hallo Buddhamountain !

In nächster Zeit ist es nicht günstig , nach Ost Tibet in dieses Gebiet zu reisen , den es gibt große Unruhen unter den Nomaden , unter anderem auch , als Nomadenschüler unter der vagen Anschuldigung verhaftet wurden " Wände mit separatistischen Sprüchen beschmiert zu haben " und einige von ihnen schwer gefoltert wurden.

Tashi Delek Hans - Wien

Gerd2
01.02.2008, 12:38
Hallo Buddhamountain !

In nächster Zeit ist es nicht günstig , nach Ost Tibet in dieses Gebiet zu reisen , den es gibt große Unruhen unter den Nomaden , unter anderem auch , als Nomadenschüler unter der vagen Anschuldigung verhaftet wurden " Wände mit separatistischen Sprüchen beschmiert zu haben " und einige von ihnen schwer gefoltert wurden.

Tashi Delek Hans - Wien


Hallo Hans,

ich plane für Juli/August diesen Jahres in dieses Gebiet zu reisen, um mit meiner Freundin dort neben einer Trekkingtour (ca. 8 Tage) noch weiter in der Gegend zu reisen. So versuche ich mich gerade mittels erster Recherchen in diesem Forum und einen Ost-Tibet-Reiseführer für die Reiseplanung gezielter einzulesen.
Weißt Du, ob die von Dir als ungünstige Situation immer noch besteht?
Welche Auswirkungen hätte das für meine Reise?
Wäre es Dir möglich mir Deine Skizzenkarte und evtl. weitere Infos zu individuellen Anreise/Weiterreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln für die AMNYE MACHEN Umrundung zu schicken? Herzlichen Dank im voraus!

Tashi Delek aus München,
Gerd

Hans-Wien
01.02.2008, 13:45
Hallo gerd !

In Osttibet , Amdo und auch Kham , gibt es nach wie vor Unruhen unter den Nomaden ( siehe der Angriff auf die Polizeistation in Litang ) vor allem da die Ausübung religiöser Tätigkeiten immer stärker unterdrückt werden und die Goloks ein ungemein freiheitsliebender Stamm sind ( sie haben sich seinerzeit sogar der Zentralmacht in Lhasa widersetzt ).
Das wirst du aber als Fremder kaum bemerken , den die Goloknomaden sind auch überaus gastfreundlich ( obwohl sie seit altersher " Räubernomaden "waren ) und ich kann dir versichern , eine Begegnung mit diesen liebenswerten Menschen bringt dir unvergeßliche Erlebnisse.Falls du nicht tib. sprichst , nimm dir in Maqen einen Golok als Führer , dadurch hast du besser Zutritt zu ihren Lagern !
Probleme kann es allenfalls mit verstärkter Kontrolle von Zivil Polizei unterwegs geben.
Die Anreise ist sehr einfach wie schon beschrieben , ab Xining mit öffentl. Bus von Stadt zu Stadt oder trampe mit LKW.
Über die Umrundung des " AMNYE MACHEN " habe ich im Forum " Trekking in Tibet " unter " Pilgerreise zum heiligen Berg Amnye Machen " eine Skizze gesendet.

Tashi Delek Hans - Wien

Gerd2
01.02.2008, 14:50
Lieber Hans,

Vielen Dank für Deine rasche Antwort!
Die Info zu den Unruhen und zu Deinem Beitrag mit der Skizze habe ich gelesen - habe aber gerade noch Probleme mit der Registrierung im Forum, um mir die Dateien herunterzuladen - stehe aber mit dem Trekkingforum in Kontakt und bin zuversichtlich.

Leider spreche ich noch kein Tibetisch - gerne würde ich aber ein paar Worte/Redewendungen lernen - in anderen Ländern klappte das auch ganz gut ein paar Brocken der Landessprache zu sprechen - für einen Minismalltalk, einfache Fragen und zum Einkaufen hat es immer gereicht und viel Spaß gemacht.
Ich weiß nicht, ob es für diese Region einen speziellen Dialekt gibt - und ob es dazu einen kleinen Sprachführer gibt - Weißt Du darüber Bescheid?

Auf was außer auf die Hunde sollte ich denn achten, um besseren Zutritt zu den Golok-Lagern zu haben?
Ist es ratsam während der Reise sein eigenes Zelt in so einem Lager für eine Nacht aufzuschlagen oder besser irgendwo anders?
Ist es auch möglich sich ein Yak ohne Führer auszuleihen, um das Gepäck transportieren zu lassen, aber unabhängiger zu sein, wenn ich mal irgendwo länger sein oder einen kleinen Abstecher abweichend von der Hauptroute machen möchte?

Tashi Delek,
Gerd

Hans-Wien
01.02.2008, 17:17
Hallo Gerd !

Die Golok sprechen einen ganz eigenen Dialekt , aber mit " Lhasa Tibetisch " ( wie es auch in den Klöstern gesprochen wird ) ist eine Verständigung durchaus möglich und Sprachführer darüber gibt es im Handel , oder du erkundigst dich bei einem " Tibet Verein " in Deutschland , wegen eines Sprachkurses.
Bei der Anreise findest du überall chin. Herbergen , zwar sehr basic , aber das wirst du ja kennen und für die Umrundung ist ein Zelt unbedingt notwendig , den nicht überall findest du ein Nomaden oder Pilgerlager ( kommt auf die Jahreszeit an ).
Yak ohne Führer sind nicht zu bekommen , erstens sind sie sehr wertvoll und sie würden sich bei dir kaum vom Fleck rühren , da sie sehr eigenwillig sind.
In den Lagern solltest du nicht nur auf die " wirklich gefährlichen !! " Hunde achten , sondern auch auf die hübschen Nomadenmädchen;) ( die sehr locker sind ).
Ich wünsche dir eine erlebnissreiche Tour und lasse dir Zeit , damit du sie auch genießen kannst.

Tashi Delek Hans - Wien

Gerd3
01.02.2008, 21:32
Hallo Hans,

vielen Dank für Deine weiteren Antworten - Ich bin sehr neugierig auf diesen - so glaube ich sehr schöne Gegend. Warst Du auch in anderen Gebieten Ost-Tibets unterwegs, z.B. Minya Konka?

Für einen kleinen Sprachführer für Lasha-Tibetisch schaue ich mal im Buchhandel oder spreche die Tibet Initiative in München an, was die mir empfehlen können.

Hups, gut, dass ich mit meiner Freundin reise - dann kann ich schon eine "Gefahr" in den Golok-Lagern ein wenig abmildern ;)
Wir wollen zw. 3-4 Wochen für die gesamte Reise (incl. An-/Abreise aus Deutschland) einplanen.

Aber nochmals zu einem den Hunden: Hier komme ich unbekannten Hunden ganz gut klar - Aber die von den Goloks sind vielleicht doch ein anderes Kaliber. Hast Du da vielleicht einen Tip, wie wir ihnen unsere guten Absichten signalisieren können?

Welche Temperaturen müssen wir Mitte Juli-Mitte August auf dem Trek erwarten - kann es frostig werden?

Vielen Dank auch für Deine Karte und das Photo, das ich mir jetzt heruntergeladen habe:)

Schönen Abend,
Gerd

Hans-Wien
02.02.2008, 10:26
Hallo Gerd !

Mit 4 Wochen solltest du genügend Zeit haben für eine schöne Tour.
Die Hunde sind meistens angekettet , leider oft mit furchtbaren Drahtschlingen , wenn sie sich nähern , bücke dich und hebe einen Stein auf , das kennen sie und drehen ab.
Im JUli - Aug. ist es in der Nacht nicht sehr kalt , aber einen guten Schlafsack würde ich trotzdem mitnehmen.
Ich war auch beim Minya Konka ( ein traumhafter Berg ) und habe bei den Khampas ihren heiligen Berg , den KAWA KAPO ( chin. Meili Xushan ), mit hundert von Pilgern umrundet ,eine ziemlich anstrengende Tour aber einmalige Erlebnisse mit diesen fantastischen Menschen, landschaftlich ist der AMNYE MACHEN für mich , bedeutend schöner , vor allem die wunderbare GORE Gompa .

Grüße Hans - Wien

Hans-Wien
02.02.2008, 17:06
Hallo Gerd !

Hätte ich fast vergessen , wenn du in ein Nomadenlager eingeladen wirst , ist ein Gastgeschenk üblich.
Bei Männern sehr beliebt , jede Art von Schweitzermesser und für die Dame des Zeltes , feine Toilettenseife oder kleine Probefläschchen Parfum.
Bei 4 Wochen gesamter Reisedauer , versuche die Anreise kurz zu halten , um beim AMNYE MACHEN genügend Zeit zu haben.
Trampen ist da vielleicht etwas schwierig , aber es gibt von Xining nach Jyekundo ( Yushu ) einen Fernbus , zwar dauernd ausgebucht , aber vielleicht kann dir ein Reisebüro in Xining etwas helfen !

Noch einmal eine schöne Tour , es gehört zu meinen Lieblingsgebieten :up:

Tashi Delek und " La gyal lo " Hans - Wien

Gerd3
04.02.2008, 20:15
Lieber Hans,

vielen Dank für Deine weiteren, wertvollen Tips - sie bedeuten mir sehr viel und bringen mich schon in gute Vorreise-Stimmung:)
Hast Du Lust mir noch ein paar weitere Photos von der Gegend um den Amney Machen zu schicken? Du schwärmst so davon, dass ich gerne mehr davon sehen möchte :)
Aber wenn, nicht, macht es auch nichts.

Meinst Du, wir könnten den Reisebus von Xining nach Jekundo vorab bzw. von hier aus buchen?
Kennst Du vielleicht eine Reiseagentur mit der Du für solche Arrangements gute Erfahrungen gemacht hast?

Übrigens findet am 25.Juli wieder das Reiterfest in Jyekundo statt, habe ich gelesen - das ist bestimmt eine tolle Gelegenheit, die verschiedenen Nomanden in ihrer traditionellen Kleidung zu erleben...

Ich freue mich, wenn Dir noch mehr Tips einfallen:):):)

Schönen Abend,
Gerd

Hans-Wien
05.02.2008, 18:29
Hallo Gerd !

Also mit Foto senden per Intrnet habe ich Probleme , da ich nur Dias besitze und keinen Dia Scaner.Berichte mit Fotos die ich manchmal an das Trekkingforum sende , macht mir ein Freund und der ist schon genervt über mein techn. Unvermögen , aber es interessiert mich halt überhaupt nicht.:(
Leider kenne ich auch keine Travelagentur in China , da ich nur individuell durch das Land trampe , aber ein Bekannter buchte einmal in Chendu über e - mail " info@tibetline.com " weiß aber nicht ob es funktioniert.?
Das Reiterfest in YUSHU ist großartig , mit fast keinen Touristen und die Tibeterinen in wunderschönen Trachten , auch viele Golok , vielleicht kannst du Kondakte anknüpfen ?!
Ein MUSS wen du zeitlich in der Nähe bist !!:nicken:

Liebe Grüße und viel Freude Hans - Wien

Buddhamountain
05.02.2008, 21:15
Hallo Hans und Gerd,

Besten Dank für die Infos! Dieser Amnye Machen lässt mich nicht los ... mal sehen ob ich's diesen Sommer schaffe!

Bis bald. Habe dann eventuell auch plötzlich noch Fragen.

BM

Gerd3
19.02.2008, 20:58
Lieber Hans und BM,

herzlichen Dank Hans für die weiteren Infos - Yushu klingt verlockend. Weißt Du ob es feste Termine für die Reiterfeste gibt? Schade, dass wir nur wenige Wochen Zeit für den Urlaub bleibt - Es gibt so viel zu erleben...Wir werden versuchen es so wie auf anderen Reisen zu machen und uns für bestimmte Schwerpunktgebiete entscheiden, in denen wir dann einige Tage bleiben, statt die ganze Zeit durch die Lande zu eilen, wie bei so manchem Reiseveranstalter...
Wir überlegen jetzt etwas früher zu fliegen - so gegen Ende Juni - die Preise bei KLM sind um einiges günstiger und eigentlich ganz OK mit Direktflug nach Chengdu ab Amsterdam. Sie klettern aber steil nach oben, je näher der Termin an die Olympiade rückt!

Buddhamountain, vielleicht treffen wir uns am Amney Machen ?

Ich habe übrigens vergangene Woche 2 Kollegen kennengelernt, die mit Leuten in den Unis in Lanzhou und Chengdu in einem Forschungsprojekt zu Problemen der Nomaden in dieser Region zusammenarbeiten. Die Photos, welche ich von deren Exkursion gesehen habe, waren sehr, sehr schön - haben mich ein bischen an die Mongolei erinnert. Vielleicht klappt es, dass ich vorab einen Kontakt zu Ökologen oder Geographen von den Unis knüpfen kann - es wäre Klasse sich vor Ort auszutauschen und vielleicht ergeben sich Chancen für eine Zusammenarbeit.
Bisher fand ich die Reisen, bei denen wir Kontakt mit lokalen Leuten hatten und die Gegend ein wenig mit ihren Augen sehen konnten, am Schönsten.

Wir freuen uns sehr auf die Reise und die Erlebnisse.

Tashi Delek,
Gerd

Gerd3
22.04.2008, 22:56
Lieber Hans und weitere Tibetreisende,

ich habe jetzt vor Kurzem meine Reise nach Peking und dann weiter nach Amdo (Xining) gebucht, um u.a. die Amney Machen Umrundung zu machen. Abreise von München wird der 29. Juni sein, um dann knapp 4 Wochen in Amdo zu sein.
Es war am 13. März als ich die Reise buchte und ich erfuhr erst am Abend von den Ereignissen in Lhasa. Aus gesundheitlichen Gründen kann auch meine Freundin leider nicht mitreisen.

Nach einigen Überlegungen, ob ich reise oder nicht, bin ich jetzt auf dem Standpunkt doch zu reisen und meine eigenen Eindrücke zu erfahren - So bereite ich mich jetzt auf die Reise vor. Ich habe z.B. Deine Anmerkungen zu den Hunden der Nomaden noch gut in Erinnerung, Hans. So habe ich mich vorsorglich gegen Tollwut impfen lassen. Jetzt fehlt in meiner Ausrüstung nur noch ein Kocher - ich überlege mir den MSR XGK EX zu kaufen.

Über Tibet-Internet-Seiten versuche ich die poltische Entwicklung in Amdo zu verfolgen und hoffe, dass ich zuerst einmal, dass ich keine Schwierigkeiten mit dem Visum bekomme - also überhaupt ins Land hineinkomme. Ich will mich dann nicht lange in Xining aufhalten, sondern zügig in die Landschaft auf den Weg um den Amney Machen kommen.

Wie schätzt Du es ein in der aktuellen politischen Situation mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Gegend Amney Machen und nach Yushu zu reisen? Sind zur Zeit Individualreisende geduldet? Meine Vorstellung ist, dass ich abseits der Städte und der Haupt-Klöster weniger Eingeschränkungen beim Reisen haben werde - und mich eher im "grünen Bereich" aufhalte. Ich frage mich auch, ob das Reiterfest in Yushu in diesem Jahr überhaupt stattfinden wird, da größere Gruppen von Menschen an einem Ort eher nicht geduldet werden.

Hast Du einen Tip - oder kennst Du sonstwo noch Foren, in denen Reisende zur Amdo-Region ihre aktuellen Eindrücke und Erfahrungen im Hinblick auf die aktuelle politische Situation geäußert haben? Für größere Schwierigkeiten und Einschränkungen, überlege ich Alternativ-Routen in angrenzende Gebieten, in denen leichter zu reisen ist. Hättest Du, als Tibet-Profi, evtl. weitere Tips?
Trotzdem würde ich mich sehr freuen, wenn die Reise so klappt, wie ich ursprünglich geplant habe. Ich freue mich Dir und weiteren Interessierten dann zu berichten.

Schönen Abend,
Gerd

Hans-Wien
01.05.2008, 08:10
Hallo Gerd !

Ich bin noch länger unterwegs und komme nicht immer in das Internet , deshalb eine späte Antwort.
Falls du überhaupt ein Visum bekommen hast ( leichter ist es über Hongkong )wird es schwierig in Amdo , außerhalb von Xining zu reisen , die Lage in diesem Gebiet ist äußerst explosiev !!
Das Gebiet um Xining , bei den mosl. Minderheiten Salas und Hui , ist ruhig , aber weiter in das Hochland gibt es nach wie vor Unruhen.
Ob das Pferdefest in Yushu stattfindet ist fraglich , da es bei dem großen Fest in Lithang zu Ausschreitungen kam , nachdem die Jury den tib. Sieger nicht anerkannte und einen Chinesen als Sieger erklärten , worauf die aufgebrachte Menge von der Miliz brutal niedergeknüppelt wurde ( meine Freundin war anwesend und hat mir erschütternd darüber berichtet ).
Fast alle Klöster in Amdo sind von Milizeinheiten besetzt und das große Labrang Kloster , wo am 9. April Mönche weinend , vor ausl. Journalisten , mehr Religionsfreiheit forderten , ist geschlossen und diese Mönche bereits verhaftet.
Trotzdem gab es am 25. April , zum Geburtstag des Panchen Lama , Gedun Choekyi Nyima , der
bereits seit 13 Jahren in China festgehalten wird , wiederum friedliche Demonstrationen.
Einzig das Kumbum Kloster ( Geburtsort Tsonkapas ) ist für chin. Touristen zugängig , aber diese Klosteranlage ist nur mehr ein Museum mit Mönchen als Statisten , jede Menge Souveniershops und für Touristenfotos ein Kostümverleih , mit tib. Trachten.
In Machen ( chin. Maquen ) gab es schwere Unruhen , ausgelöst auch durch das brutale Vorgehen der chin. Behörden bei der Zwangsansiedelungen der Nomaden.

Über die Vernichtung der Nomaden in Osttibet habe ich einen Bericht an das " Tibet Insights Forum " gesendet.:down:

Zirka 500 Goloks haben sich am 22. April am Berg versammelt und gelobten um ihren Lama zu kämpfen , sollten die Behörden versuchen ihn festzunehmen.( eigenartigerweise haben sie auch Waffen ? ).
In Xueshan , dem Ausgangspunkt der Pilgerwanderung , wurden verstärkt paramilit.Einheiten stationiert , Gruppenbildungen werden sofort aufgelöst und Ausweise mit Aufenthaltsbewilligungen kontrolliert.

Wenn du die Reise im Juni durchführen möchtest ( ich weiß natürlich nicht wie sich die Sitation entwickelt ) solltest du dir in Xining ein Permit besorgen ( Travelbüro ).
Ich habe meine Individialtour von Westnepal zum Kailash und Manasarovarsee auf Sept. nach den olymp.Spielen verschoben ( leider alleine , da meinen Partner das Risiko zu groß ist ) , den die nach Osttibet verlegten Grenzeinheiten , kehren erst wieder im Frühjahe in die höher gelegenen Grenzübergänge zurück und dadurch hoffe ich im Okt. wieder auf tib. Händler in Simikot zu treffen , denen ich mich anschliessen kann.
Ein Problem währe ein vorzeitiger Wintereinbruch , dann müßte im Limivalley überwintert werden.
Solltest du es versuchen , alles Gute und viel Glück !:up:

Tashi Delek Hans - Wien

Gerd3
03.05.2008, 10:52
Lieber Hans,

vielen Dank für Deine Antwort!
Das was Du von den Vorfällen, militärischen und paramilitärischen Einheiten in der Region Amdo erzählst, ist sehr erschreckend und traurig.

In dieser Sache habe ich gerade mit dem Reisebüro telefoniert, über das ich den Flug gekauft habe. Sie meinten ferner, dass es zur Zeit nur ein Visum für 14 Tage und keine Verlängerungsmöglichkeit in China gäbe. Man muß lückenlos nachweisen in welchen Hotels man übernachten wird. Die Sicherheitsvorkehrungen werden wahrscheinlich noch strenger je näher die Olympiade heranrückt.
Das heißt jede Form von Individualreise wird damit unterbunden. Mist! Sehr enttäuschend für mich.
Da ich weder meine Reise auf 14 Tage verkürzen möchte, noch in andere - nicht tibetische -Gebiete Chinas verlegen möchte, werde ich sehr wahrscheinlich meine Reise stornieren müssen.
:o

Ich hoffe, dass Dir Deine Reise im September gelingt und wünsche Dir alles Gute!
Tashi Delek,
Gerd

Hallo Gerd !

Ich bin noch länger unterwegs und komme nicht immer in das Internet , deshalb eine späte Antwort.
Falls du überhaupt ein Visum bekommen hast ( leichter ist es über Hongkong )wird es schwierig in Amdo , außerhalb von Xining zu reisen , die Lage in diesem Gebiet ist äußerst explosiev !!
Das Gebiet um Xining , bei den mosl. Minderheiten Salas und Hui , ist ruhig , aber weiter in das Hochland gibt es nach wie vor Unruhen.
Ob das Pferdefest in Yushu stattfindet ist fraglich , da es bei dem großen Fest in Lithang zu Ausschreitungen kam , nachdem die Jury den tib. Sieger nicht anerkannte und einen Chinesen als Sieger erklärten , worauf die aufgebrachte Menge von der Miliz brutal niedergeknüppelt wurde ( meine Freundin war anwesend und hat mir erschütternd darüber berichtet ).
Fast alle Klöster in Amdo sind von Milizeinheiten besetzt und das große Labrang Kloster , wo am 9. April Mönche weinend , vor ausl. Journalisten , mehr Religionsfreiheit forderten , ist geschlossen und diese Mönche bereits verhaftet.
Trotzdem gab es am 25. April , zum Geburtstag des Panchen Lama , Gedun Choekyi Nyima , der
bereits seit 13 Jahren in China festgehalten wird , wiederum friedliche Demonstrationen.
Einzig das Kumbum Kloster ( Geburtsort Tsonkapas ) ist für chin. Touristen zugängig , aber diese Klosteranlage ist nur mehr ein Museum mit Mönchen als Statisten , jede Menge Souveniershops und für Touristenfotos ein Kostümverleih , mit tib. Trachten.
In Machen ( chin. Maquen ) gab es schwere Unruhen , ausgelöst auch durch das brutale Vorgehen der chin. Behörden bei der Zwangsansiedelungen der Nomaden.

Über die Vernichtung der Nomaden in Osttibet habe ich einen Bericht an das " Tibet Insights Forum " gesendet.:down:

Zirka 500 Goloks haben sich am 22. April am Berg versammelt und gelobten um ihren Lama zu kämpfen , sollten die Behörden versuchen ihn festzunehmen.( eigenartigerweise haben sie auch Waffen ? ).
In Xueshan , dem Ausgangspunkt der Pilgerwanderung , wurden verstärkt paramilit.Einheiten stationiert , Gruppenbildungen werden sofort aufgelöst und Ausweise mit Aufenthaltsbewilligungen kontrolliert.

Wenn du die Reise im Juni durchführen möchtest ( ich weiß natürlich nicht wie sich die Sitation entwickelt ) solltest du dir in Xining ein Permit besorgen ( Travelbüro ).
Ich habe meine Individialtour von Westnepal zum Kailash und Manasarovarsee auf Sept. nach den olymp.Spielen verschoben ( leider alleine , da meinen Partner das Risiko zu groß ist ) , den die nach Osttibet verlegten Grenzeinheiten , kehren erst wieder im Frühjahe in die höher gelegenen Grenzübergänge zurück und dadurch hoffe ich im Okt. wieder auf tib. Händler in Simikot zu treffen , denen ich mich anschliessen kann.
Ein Problem währe ein vorzeitiger Wintereinbruch , dann müßte im Limivalley überwintert werden.
Solltest du es versuchen , alles Gute und viel Glück !:up:

Tashi Delek Hans - Wien

Hans-Wien
25.01.2009, 18:20
Hallo Tibettrekker !

Nach neueren Informationen ist es in den nächsten Monaten nicht zu empfehlen , im Gebiet Amdo zu reisen !!
Über die erschütternden Umstände möchte ich hier im Forum nicht näher schreiben.

Tashi Delek Hans - Wien

innovad7
23.02.2010, 14:31
Hallo!

Wir reisen im September/Oktober 2010 durch China und würden gerne um den Amnye Machen trekken. Weiss jemand, ob sich die aktuelle Lage verbessert hat? Braucht es dazu irgendwelche Permits?

Vermutlich werden wir über Xining nach Maqen anreisen. Dann wäre noch die Frage, ist es nach dem Trekking möglich von Maqen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Chengdu zu fahren?

Im Internet habe ich eine Karte des Gebietes gefunden (ich darf noch keine Links posten, deshalb einfach mit Google nach "amnye machen map john aldridge" suchen).
Kennt jemand noch weitere Karten?

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Adrian

lucia
02.03.2010, 03:35
hallo Adrian ,

herliche warme Grüsse aus Chengdu.

Es ist scheinbar moeglich,nach dem Trekking mit oeffentlichen Verkehrsmittel nach Chengdu fahren,aber
Ich habe im Internet folgende Informationen gefunden:
Route 1
1.Maqen/ Maduo(keine Öffentlichen Verkehrsmittel,aber viele private Busse)
2.Maduo/Yushu(öffentliche Verkehrsmittel)
3.Yushu/Shiqu(öffentliche Verkehrsmittel)
4.Shiqu/Kangding(öffentliche Verkehrsmittel,2 Tage Fahrt ,192 CNY pro Person)
5.Kangding/Chengdu(öffentliche Verkehrsmittel,6 Stunden Fahrt ,98-110 CNY pro Person)

Route 2
1.Maqen/Zeku
2.Zeku/Tongren(öffentliche Verkehrsmittel,15 CNY Person)
3.Tongren/linxia/Xiahe(Labrang Kloster)
4.Xiahe/Hezuo
5.hezuo/Ruo'ergai(öffentliche Verkehrsmittel)
6.Ruo'ergai/Chengdu(öffentliche Verkehrsmittel)

Route 3
Ich habe im Internet gesehen,dass es zwischen Maqen und Chengdu ein direkter Bus gibt..
taeglich Abfahrt um 8:45
die Route ist Maqen/Gande/Dari/Jiuzhi/Aba/Wenchuan/Chengdu(2 Tage Fahrt)
Aber ich weiss nicht,ob Sie diese Buskarte kaufen koennen und unterwegs....:x


beste Gruesse
Lucia

Hans-Wien
26.09.2013, 15:19
Wer dafür Interesse hat ?. In der Nähe Xining liegt das kleine Dorf " Hong Ya Chun " mit dem Geburtshaus S.H. Dalai Lama ( hat mich sehr bewegt ) das noch von der Frau des Neffen seiner Heilgkeit bewohnt wird.In Xining findet sich immer ein Privatfahrer der um einige US , dort hinfährt ( allerdings müßen es die Behörden nicht unbedingt erfahren , es könnte z.B. ein Ausflug zum nahen Kukonor see sein !.)


Hallo Freunde Tibets !

Ich habe in meinen Bericht vorgeschlagen , das Geburtshaus S.H. Dalai Lama , zu besuchen !

Leider habe ich erfahren , das Geburtshaus S.H. Dalai Lama kann auch nicht mehr geheim oder auf Umwegen besucht werden.:(
Im kleinen Dorf Hong Ya Chun ( Hongai ) wurde das Haus vollständig umgebaut !! und mit einem hohen Wall mit Sicherheitskameras umgeben und es ist Außenstehenden strengstens verboten das Dorf zu betreten.
Die chin. Regierung setzt alles daran die Geschichte dieses geistigen Führers zu vernichten.
Welche Komplexe und Angst muß diese mächtige Staatsgewalt vor dem religiösen Oberhaupt des tibetischen Volkes haben , wenn sie sogar sein Geburtshaus zerstören.:confused:

LHA GYAL LO

Hans - Wien

Fotos :
Das Dorf und das Geburtshaus

Hans-Wien
02.10.2013, 19:03
Hallo !


Leider ist Maqen derzeit für ausl. Touristen schwierig zu erreichen !!!


Hans Wien