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Vollständige Version anzeigen : Bilder Mongolei-Wanderung


wanderfalke
03.10.2006, 12:01
Hallo,

im Zentralasienbereich der Fotogalerie könnt ihr seit heute viele Bilder von meiner Mongoleiwanderung im September betrachten.

Ich freue mich auf eure Kommentare

Viele Grüße

Gerald

RomanS
05.10.2006, 11:42
Super Bilder!!

Danke!!

negi
18.10.2006, 00:12
Hallo!

Traumhaft schön.

Will da auch hin!

Wie hast du das mit dem Essen gemacht? gejagt? ^^

mfg

Robert

Haribo
18.10.2006, 10:01
Jagen für Ausländer ist in der Mongolei verboten, ausser man bucht sehr teure Jagdtouren.

wanderfalke
19.10.2006, 20:44
Hallo Negi,

nein, gejagt habe ich nicht. Hatte Proviant für 17 Tage im Rucksack, der damit am Anfang 28 kg wog, was noch zu bewältigen ist. Im Khenti zu wandern ist logistisch sehr einfach, da man so wie ich keine Stunde von der Hauptstadt Ulan Bator mit ihrem Flughafen loslaufen kann.

Also, wenn dich die Gegend interessiert, fahr ruhig hin! Die Landschaft ist wirklich grandios.
Ein kleiner Wermutstropfen für mich war allerdings, dass ich nur relativ wenig Tiere beobachten konnte. So hörte ich nur einmal nachts die Wölfe heulen, sah lediglich eine Bärenfährte im Schnee und fand auch lediglich Losung und Spuren von Elchen, sah aber keinen.
Obwohl ich wenig Hinterlassenschaften von alten Lagern fand, und während 10 Tagen keinen anderen Menschen sah, vermute ich, dass wahrscheinlich vor alleim im Winter in der Gegend viel gejagt/gewildert wird. ( Ist eigentlich Reservat). Daher scheint es relativ wenig, relativ scheues Wild zu geben.
Wenn du Fragen zu der Tour hast, nur zu.
Ich wohne übrigens in Marburg, nur 60 km von Winterberg entfernt!

Viele Grüße Gerald

Haribo
20.10.2006, 14:47
Hallo Negi,

Ich würde Trekker oder Reiter in der Mongolei empfehlen, bei Ansässigen Aaruul („Topfenkäse“) sowie Trockenfleisch („Borz“, ist leicht) zu kaufen. Noch Nudeln mitgenommen, ergibt dies zusammen mit dem Trockenfleisch eine tolle nahrhafte Suppe.

Wie viele Tiere man beobachtet, hängt natürlich von vielen Faktoren ab, wohl auch von der Gegend wo man sich aufhält. Doch da du zu Fuss und im Khentii unterwegs warst, wundert mich deine Mitteilung doch einigermassen.

Also wir wären froh, wenn es im Altai wenig Wölfe gäbe. Seit den 3 Jahre anhaltenden Unwettern zur Jahrtausendwende hatten die Wölfe irres Nahrungsangebot und haben sich daher unendlich vermehrt. Also ich muss etwa jede zweite Nach aus der Jurte, weil die Hunde anschlagen, winke mit der Solarakkulampe oder im Extremfall wird auch schon mal in die Luft geschossen. In engster Umgebung gibt es regelmässige Tierverluste bei Pferden, Kamelen, etc., das Schlimmste waren einmal 7 gerissene Schafe.

Bären sind selten in der Mongolei und werden aus Respekt ihnen gegenüber kaum gejagt. Elche sind auch sehr selten und gibt´s auch nicht überall.
Keine Jurten zu sehen kann zwei Gründe gehabt haben. Entweder die Nähe zur russischen Grenze, wo Züchter russische Viehdiebe befürchten, oder du warst in einer Gegend, die keine traditionellen Sommerweideplätze waren. Wenn man keine Einheimischen sieht, sollte man nie denken, man würde selber nicht gesehen. Mongolen gehen ohne Fernglas nicht weg, ob sie dabei zur Jagd gehen, auf ihre Tiere aufpassen oder auch nur auf einem Ritt zu einer anderen Familie sind.

Zur Jagd:

Die Jagd ist auch für Mongolen reglementiert.
Vor wenigen Jahren mussten Feuerwaffen registriert werden. Das Hauptjagdtier, das Murmeltier (jährlich 2.000.000 Abschüsse), hat derzeit 3jährige Schonfrist. So wird derzeit eben das geschossene Murmel versteckt und in der Nacht nach Hause gebracht und zubereitet. Schmeckt übrigens ausgezeichnet!
Der Wolf wird gejagt, hat jedoch eine Jagdzeit.
Die Gemse (Bergziege) wird gejagt, hat jedoch eine Jagdzeit.
Kleinere Pelztiere wie Dachs oder Fuchs dürfen gejagt werden.
Vögel werden gejagt.

Die Jagd auf viele andere Tiere ist verboten (oft den zahlungskräftigen Ausländern vorbehalten), etwa Steinbock oder Argali (Bergwildschaf, Abschuss bis € 30.000,-).

Die Jagd auf Schneeleoparden ist strengstens verboten.

Mongolen wildern natürlich (Ich hab etwa Steinbock und Argali schon gegessen, nicht gejagt!), sie sind jedoch keine Trophäenjäger. Das Wildern funktioniert natürlich auch nur dort, wo die Jäger herstammen, da Fremde (auch fremde Mongolen) von der lokalen Bevölkerung zu gut beobachtet werden und Jagen auffallen würde.

Haribo

wanderfalke
22.10.2006, 18:48
Hi Haribo,

welche Tierart meinst du denn mit deiner Gemse (Bergziege) ? Bin auf die Antwort gespannt.

Ich nehme an du warst noch nie im Khenti, oder?

Tiefer im Khent gibt es keine Jurten, weil es keine Weiden gibt, nur Tundrenvegetation, auch Zwergbirken und Wald.

Mit meiner Vermutung, die offenbare Wildarmut hängt mit der Wilderei zusammen, meinte ich auch nicht die Jagd für den Kochtopf, legal oder nicht, sondern gewerbliches Wildern eventuell für den chinesischen Markt. Wie gesagt, ist nur eine Vermutung, wenn jemand mehr darüber weiß, der die Gegend kennt, würde es mich sehr interessieren.

Gruß Gerald

Haribo
23.10.2006, 11:57
Hallo Gerald,

Gemse nach der Rechtschreibreform Gämse (Ziegenartige), vulgärlat. Bergziege.

Ich war bereits im Khentiigebirge, dieses ist ja wie auch der Khentii Aimag (80.000 km2) sehr gross, daher vermute ich nicht, dass wir uns begegnet wären. Der Aimag selber weist jedenfalls sehr fruchtbare Weiden auf, umsonst ist dort nicht „das“ typische Pferdezuchtgebiet der Mongolei. Bergtundren nehmen in der Mongolei weniger als 4.5 % ein und stellen nicht unbedingt einen Hinderungsgrund für Beweidung dar. Yaks sind diesbezüglich (vulgärlat.) fast Allesfresser (jedoch schlechte Futterverwerter). In der Mongolei gibt es traditionelle Sommer- und Winterweiden (richtet sich nach vielen Faktoren), nach denen sich die ganze lokale Bevölkerung richtet. Da wirken dann manchmal Gebiete wie ausgestorben. Da ist es schon interessanter, ob du menschliche „Überbleibsel“ gesichtet hast. Etwa ganz kleine Steinhaufen (lediglich 5-10 Steine), die den Jurtenplatz einer Familie kennzeichnen.

Gruss, Haribo

wanderfalke
24.10.2006, 06:07
Hallo Haribo,

nach meinem Kenntnisstandand gibt es in der Mongolei keine Gämsen, meinst du vielleicht eine Antilopenart?
Klar gibt es im Khenti Aimag auch gute Weiden, aber die Khan Khenti strictly protected area ist tatsächlich unbewohnte Wildnis, was natürlich nicht heißt, das dort niemals jemand hinkommt.
Warst du in diesem Jahr auch im Altai?

Viele Grüße Gerald

Haribo
25.10.2006, 13:28
Hallo Gerald,

Ich hab leider kein Buch der mongolischen Fauna zur Hand. Online ist ja auch nicht viel zu erfahren, obwohl es einige wenige zutreffende Einträge gibt, wobei die Zuverlässigkeit zu hinterfragen ist. Ich selber habe noch keine Gämsen gesehen, verlasse mich mit meiner Aussage auf einen Einheimischen, der mit sichtlicher Freude von seinem Abschuss einer Gämse erzählte. Entweder ist es eine sehr selten vorkommende Tierart oder ein Übersetzungsfehler. Das kann ich kurzfristig jetzt auch nicht eruieren.

Schöne Grüsse, Haribo

Jens G
20.04.2008, 20:54
Es ist eigentlich bekannt, dass der Khentij nord-östlich von Ulaanbaatar fast unbesiedelt ist. Es gibt nur sehr wenige Täler, die von der Vegetation her für die Beweidung geeigent sind. Es gibt noch ein paar Viehzüchter im Tal des Tereldsch Flusses, aber sonst nicht. Der zentrale Khentij ist, einige Regionen in der Südwest Gobi ausgenommen , die am geringsten besiedelte Ecke in der Mongolei. Für denjenigen der Wildnis sucht ist es tatsächlich so, man braucht in der Mongolei nicht weit zu fahren, 40 Kilometer nordöstliche der Hauptsadt ist absolute Wildnis und man könnte von dort bis zur russischen Grenze durchlaufen und würde bis auf vieleicht mal einen Jäger keinen Menschen treffen.