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Vollständige Version anzeigen : nochmal TRC


Klaus
11.09.2006, 20:16
Liebe Nepalfreunde,
nach den heftigen, leider zum (kleineren) Teil auch unangemessenen Reaktionen, hier und in anderen Foren zum TRC möchte ich mal ein paar Punkte zusammenfassen. Zu allen Punkten gibt es 2 Seiten

Vorab, ich bin mir mit allen hier in der grundsätzlichen Ablehnung des TRC bzw. dessen Ausgestaltung einig und war unter den ersten die die Online Petition unterzeichnet und über die eigene HP verlinkt haben.

Trotzdem mal ein paar Beispiele vielleicht auch Provokationen damit die Diskussion nicht allzu sehr vom „Hohen Ross“ herunter geführt wird und ein bisschen mehr Gelassenheit Einzug hält


Agenturen beschimpfen (Ratten!) bringt uns keinen Schritt weiter. Agenturen haben ihre Berechtigung für ihre Klientel. Ihnen müsste man klar machen dass der Zwang zur Agentur auch für sie gefährlich sein kann, da viele Touris dann doch eher in ihren Heimatländern buchen als vor Ort und damit wird die Spanne dann noch enger. Und… keiner kommt auf die Idee den ADAC zu beschimpfen weil er Pickerl und Vignetten verkauft.


Natürlich ist das Lobbyismus pur und die TAAN Agencies erhoffen sich jetzt erstmal Windfallprofits, das ist aber zu kurz gedacht. Budget Traveller von heute werden oft die Leute mit den anspruchsvolleren Zielen von morgen und kommen dann zwangsläufig in die Klientel der Agenturen. Wenn die „Anfänger“ aber wegbleiben….
Einschränkung der Freiheit! (ein großes Wort gelassen ausgesprochen !) Manchmal hat man dann doch den Eindruck dass die finanzielle Mehrbelastung die mit dem TRC sicher verbunden ist, zu sehr im eigenen Interesse im Vordergrund steht. Geht es also wirklich um die „Freiheit“ oder ist es eher der Freiheitsbegriff des ADAC nach dem Motto „freie Fahrt für freie Bürger“ ???
Kann einen Nepalreisenden der sich dem Land und seinen Menschen verbunden fühlt eine einheimische Begleitung wirklich stören?
Bürokratie: Wir bekommen in D zum Beispiel einen Schornsteinfeger verordnet, der bei Gasheizungen nichts mehr zu fegen hat und dessen Hauptbeschäftigung das Ausfüllen des Quittungsblockes für den Gebühreneinzug ist. Wir sind da also schon ein gutes Stück weiter… :D
Eigener Guide: Auch hier müsste man so fair sein, an zu erkennen dass die Beschäftigung eines „Feeelancer“ eigentlich Schwarzarbeit ist. Die Ausgrenzung dieser eigenständigen Porter und Porterguides ist für mich allerdings der Hauptgrund meiner Ablehnung, ganz einfach weil dort das Geld am besten aufgehoben ist! Ich würde also lieber einen vernünftigen Betrag als Steuer für die Beschäftigung eines Guide bezahlen, am besten noch mit einer obligatorischen Versicherung, aber die eigene Wahl der Person haben wollen.
Das Geld kommt nie in der Region an…. Ja das ist wohl leider in großem Masse zutreffend, aber lest mal den Bericht des Bundesrechnungshofes zur Steuerverschwendung. Ich weis das ist ein blödes Argument, aber wer im Glashaus sitzt…
Ein Boykott hat noch nie was gebracht und trifft immer die falschen!
Mein größtes Problem im Moment ist, wie ich meinen Freund , dem ich die Tour versprochen habe mit dem TAAN Permit unter einen Hut bringe. Im Übrigen bin ich mir fast sicher dass es nach nicht allzu langer Zeit eine nepalesische Lösung gebe wird!

Also Ablehnung: JA
bei den „Officials“ protestieren: Gute Idee,
Petition unterzeichnen: Unbedingt
wieder nach Nepal fahren: Selbstverständlich

… und ein bisschen mehr Gelassenheit sollten wir alle in Nepal gelernt haben
Oder noch lernen.

Gruß

Karin_S
12.09.2006, 08:00
Lieber Klaus,

Du warst schneller, mir ist Ähnliches durch den Kopf gegangen... Wobei meine Gedanken stellenweise noch überspitzter waren und mir andere Beispiele eingefallen sind.

Ich habe die Petition bislang (noch) nicht unterzeichnet, weil mir nicht klar ist, was damit wirklich erreicht werden soll. Freiheit? Welche Freiheit?

Ich kann mich auch nicht über ein paar Rupien aufregen, wenn ich gleichzeitig 100 Euro Gebühren und Kerosinzuschlag für mein nicht gerade billiges Ticket klaglos akzeptiere... oder den von Dir genannten Schornsteinfeger... oder, oder, oder.

Danke Dir für Deinen ausgewogenen Post.

Mit zu diesem Thema immer noch gemischten Gefühlen
einen lieben Gruß
Karin

kate
12.09.2006, 13:43
Hallo KLaus,

Da ich Nepal noch nicht kenne und nur alle Infos über hören/sagen bekomme weiß ich momentan auch nciht was ich denken soll. Fest steht, dass ich am 30.09. fliegen werde und mich auch schon riesig drauf freue... egal was es da für Permits gibt. Du schreibst, dass dein Problem ist... "wie ich meinen Freund , dem ich die Tour versprochen habe mit dem TAAN Permit unter einen Hut bringe...." hast du schon Lösungsansätze???
Ich hab das gleiche Problem. Es ist zwar noch kein "Freund" aber ein Guide den ich über Mail den Auftrag zugesagt habe und mein Versprechen nicht brechen möchte.
Er schrieb mir, dass er über eine Argentur das TRC bekommt, wir dann aber mehr zahlen müssen. (8,50 für Porter 16,- Guide pro Tag)
Ist das ne Lösung??
Hat noch jemand Ideen?
Danke Kate


Liebe Nepalfreunde,
nach den heftigen, leider zum (kleineren) Teil auch unangemessenen Reaktionen, hier und in anderen Foren zum TRC möchte ich mal ein paar Punkte zusammenfassen. Zu allen Punkten gibt es 2 Seiten

Vorab, ich bin mir mit allen hier in der grundsätzlichen Ablehnung des TRC bzw. dessen Ausgestaltung einig und war unter den ersten die die Online Petition unterzeichnet und über die eigene HP verlinkt haben.

Trotzdem mal ein paar Beispiele vielleicht auch Provokationen damit die Diskussion nicht allzu sehr vom „Hohen Ross“ herunter geführt wird und ein bisschen mehr Gelassenheit Einzug hält


Agenturen beschimpfen (Ratten!) bringt uns keinen Schritt weiter. Agenturen haben ihre Berechtigung für ihre Klientel. Ihnen müsste man klar machen dass der Zwang zur Agentur auch für sie gefährlich sein kann, da viele Touris dann doch eher in ihren Heimatländern buchen als vor Ort und damit wird die Spanne dann noch enger. Und… keiner kommt auf die Idee den ADAC zu beschimpfen weil er Pickerl und Vignetten verkauft.


Natürlich ist das Lobbyismus pur und die TAAN Agencies erhoffen sich jetzt erstmal Windfallprofits, das ist aber zu kurz gedacht. Budget Traveller von heute werden oft die Leute mit den anspruchsvolleren Zielen von morgen und kommen dann zwangsläufig in die Klientel der Agenturen. Wenn die „Anfänger“ aber wegbleiben….
Einschränkung der Freiheit! (ein großes Wort gelassen ausgesprochen !) Manchmal hat man dann doch den Eindruck dass die finanzielle Mehrbelastung die mit dem TRC sicher verbunden ist, zu sehr im eigenen Interesse im Vordergrund steht. Geht es also wirklich um die „Freiheit“ oder ist es eher der Freiheitsbegriff des ADAC nach dem Motto „freie Fahrt für freie Bürger“ ???
Kann einen Nepalreisenden der sich dem Land und seinen Menschen verbunden fühlt eine einheimische Begleitung wirklich stören?
Bürokratie: Wir bekommen in D zum Beispiel einen Schornsteinfeger verordnet, der bei Gasheizungen nichts mehr zu fegen hat und dessen Hauptbeschäftigung das Ausfüllen des Quittungsblockes für den Gebühreneinzug ist. Wir sind da also schon ein gutes Stück weiter… :D
Eigener Guide: Auch hier müsste man so fair sein, an zu erkennen dass die Beschäftigung eines „Feeelancer“ eigentlich Schwarzarbeit ist. Die Ausgrenzung dieser eigenständigen Porter und Porterguides ist für mich allerdings der Hauptgrund meiner Ablehnung, ganz einfach weil dort das Geld am besten aufgehoben ist! Ich würde also lieber einen vernünftigen Betrag als Steuer für die Beschäftigung eines Guide bezahlen, am besten noch mit einer obligatorischen Versicherung, aber die eigene Wahl der Person haben wollen.
Das Geld kommt nie in der Region an…. Ja das ist wohl leider in großem Masse zutreffend, aber lest mal den Bericht des Bundesrechnungshofes zur Steuerverschwendung. Ich weis das ist ein blödes Argument, aber wer im Glashaus sitzt…
Ein Boykott hat noch nie was gebracht und trifft immer die falschen!Mein größtes Problem im Moment ist, wie ich meinen Freund , dem ich die Tour versprochen habe mit dem TAAN Permit unter einen Hut bringe. Im Übrigen bin ich mir fast sicher dass es nach nicht allzu langer Zeit eine nepalesische Lösung gebe wird!

Also Ablehnung: JA
bei den „Officials“ protestieren: Gute Idee,
Petition unterzeichnen: Unbedingt
wieder nach Nepal fahren: Selbstverständlich

… und ein bisschen mehr Gelassenheit sollten wir alle in Nepal gelernt haben
Oder noch lernen.

Gruß

phacops
12.09.2006, 18:19
Hier fehlt offensichtlich noch mein Senf :cool: - also bitte: ;)

Vorbemerkung: ich bin erst wenige Tage aus dem indischen Himalaya zurück und verfolge die heißgelaufene Diskussion zum TRC leicht überrascht, erstaunt, aber auch leicht amüsiert (pardon! - der Kopf ist vielleicht noch in der Höhe).
Worum geht es denn eigentlich? darauf unten mehr.

Nach dem posting von saipal peak, dass rd. 90 % (wovon?) das TRC begrüßen und nach eigenen Einblicken in die Dynamik von Lobbyarbeit sowie den Erkenntnissen über den Einfluß von money nehme ich also absolut sicher an, dass das TRC kommen wird.

Meine Folgerung daraus ist, sich einer unaufhaltsamen Entwicklung nicht vergeblich entgegenzusetzen - Überrolltwerden wäre die Konsequentz - sondern zu versuchen, die Entwicklung zu beeinflussen.

Nämlich - und jetzt wieder: worum gehts eigentliuch? - zu versuchen, auch lizensierte guides ohne Agentur in den Berechtigtenkreis zur Ausstellung aufzunehmen. Wenn ich etliche postings richtig verstehe, ist das das Hauptanliegen von Einigen hier. Und warum sollte das mit der richtigen Unterstützung aus dem Land selbst nicht gelingen? Die entsprechenden Verbände sind hier gefragt.

Das Alleine-Trekken kommt m.E. auch nur in wenigen Trekkinggebieten, nämlich Annapurna, Khumbu und Langtang vor. Also: Versuchen, diese Gebiete vom TRC auszunehmen (gut - die Chancen dafür sind eher gering).

Die wenigen harten Trekker, die auch in anderen Gebieten ohne guide und porter auskommen wollen, sind glaube ich dünn gesäht und werden immer Wege finden, zu tun, was sie wollen (Risiken einhgehen inklusive).

Ein Weiteres: Versucht bisher niemand, in das TRC auch eine Passage aufnehmen zu lassen, dass damit unterwegs keine weiteren Gebühren wie donations gefordert werden können? Soll sich die Regierung doch mal zu dieser Frage bekennen!

Ok Leute - ich sagte ja eingangs schon, dass mein Kopf noch etwas im Himalaya schwebt. Seht mir meine kreativen Einfälle nach - aber versucht sie einzubringen.

Und wenn alles nicht hilft, hier ein kleiner Geheimtipp: Der indische Himalaya ist viel größer, oft ursprünglicher und wilder, Treks dort oft noch eine Herausforderung, die Leute ungemein gastfreundlich, die kulturellen Kleinode kaum entdeckt - UND: es gibt dort kein TRC.
:D

phacops