Salix
17.08.2006, 18:13
Nachdem ich am 2.8. in Edinburgh gelandet war und dort einen Tag die Stadt besichtigt hatte, fuhr ich am 3.8. nach Fort William um am Morgen des 4.8. die eigentliche Tour zu starten.
Zum Campingplatz in Fort William, kann ich nur sagen, dass er hervorragend ausgestattet ist und soweit ich das beurteilen konnte der einzige Platz auf der Strecke war, wo es alle Arten von Gas-Kartuschen gab. Wer also noch Bedarf hat, sollte sich hier ausrüsten.
Am Morgen des 4.8. ging es dann los, vom offiziellen Start-Stein des Great Glen Ways, vorbei an der beeindruckenden Schleusenaneinanderreihung "Neptuns Staircase" entlang des Caladonischen Kanals, bis nach Gairlochy. Landschaftlich war das Stück sicherlich nicht beeindruckend, aber sehr eben und für den Einstieg angenehm zu laufen. Das Wetter war ebenfalls sehr angenehm, wolkig aber trocken. Nach ca. 4-5 Stunden erreicht man dann Gairlochy, von wo aus es noch einmal 2-3 Meilen zum Campingplatz sind. Dort wird leider gar nichts verkauft, weshalb ein etwa einstündiger (einfache Strecke) Fußmarsch nach Spean Bridge notwendig ist, falls man noch Einkäufe zu erledigen hat. Aber mit etwas Glück kann man die Strecke auch Trampen. Es fahren vereinzelt Autos auf der Straße.
1445 Am nächsten Tag zog sich die Strecke am "Loch Lochy" entlang, wobei gerade der erste Abschnitt sehr schön ist. Moosige Wäldchen direkt am Lochufer. Als ich dort war, hatte kurz zuvor eine Schulklasse den ganzen Weg mit kleinen Wurzelkobolden und anderen wirklich nett gemachten Figuren und Ideen geschmückt. War fast wie im Märchenwald dort. Schneewittchen und die sieben Zwerge sind mir dann tatsächlich auch begegnet. :)
Ab Mittags hat dann leider mittlerer bis starker Nieselregen eingesetzt, der den Rest des ca. sechsstündigen Weges etwas zermürbend hat werden lassen. Glücklicherweise hatte ich dann das vorletzte Bett im "Loch Lochy - Youth Hostel" bei South Laggan bekommen. Ich empfehle dringend vorzubuchen, wenn man nicht vor hat in der Gegend wild zu campen oder weiter bis Invergarry zu laufen, wo es zwei Campingplätze gibt. Das Hostel selbst ist schön renoviert und hat ein kleines Warenangebot. Nächtens hatte ich jedoch mit dem schwersten Midgesüberfall meines ganzen Schottlandurlaubs zu kämpfen. :(
1446 Weiter von South Laggan nach Fort Augustus, ging es am nächsten Tag. Auf dem Bahndamm einer alten Eisenbahnstrecke, zog sich der Weg an "Loch Oich" entlang. Teilweise hatte man das Gefühl in einem Baumtunnel zu laufen. Man konnte sich gut vorstellen, wie hier einst die Dampfzüge durch den Wald gefahren sind.
Da die Strecke nicht allzu weit ist (ca. 4 Stunden), habe ich den restlichen Tag am Südende von Loch Ness in Fort Augustus verbracht. Das Wetter hatte sich wohl mit mir abgestimmt und ab der Mittagstunde wurde es richtig warm und sonnig. Der Campingplatz liegt nicht weit weg, bietet jedoch Gruppen keinen Zutritt, angeblich wegen Lärmbelästigung. Hier sollte man also evt. größere Gruppen vorher trennen und zu zweit oder dritt eintrudeln oder erschöpft wirken und etwas diskutieren. Einer Sechsergruppe aus Deutschland gelang es nach etwas Überzeugungsarbeit, dann doch einen Platz zu bekommen. Wer was einkaufen möchte, kann dies in Fort Augustus tun.
Offiziell ist vorgeschlagen am nächsten Tag von Fort Augustus bis Invermoriston zu wandern, doch ich habe mir am Vortag ein Bett für das "Loch Ness - Youth Hostel" reserviert und bin ca. 4 Meilen weiter gelaufen als vorgeschlagen. Ich wollte nämlich am nächsten Tag früh in Drumnadrochit ankommen um dort noch genug Zeit für Sightseeing zu haben.
1447 Nach Fort Augustus geht der Great Glen Way das erste Mal ein wenig in die Höhe und man bekommt einen schönen Ausblick über Loch Ness, der jedoch in den folgenden Tagen noch besser wird. In Invermoristen sollte man unbedingt einen Stop einlegen und sich die Telfords Bridge anschauen. Auch weil direkt nach dem Ort ein sehr steiler Aufstieg folgt, der doch ein wenig Puste abverlangt. Dafür kommt nach 2-3 Meilen eine kleine Bank, mit dem wohl schönsten Ausblick auf Loch Ness den ich bisher hatte.
Das "Loch Ness - Youth Hostel" ist zwar nicht ganz so schön, wie das "Loch Lochy", dafür besitzt es einen tollen Kieselsandstrand direkt hinterm Haus, von dem aus Wagemutige auch im nicht unbedingt warmen Loch Ness schwimmen gehen können. Dafür war den ganzen Tag über die Sonne zu sehen und es war angenehm warm, was meine ca. sechsstündige Wanderung sehr angenehm gemacht hat. Wer noch Einkäufe zu erledigen hat, nimmt sich am besten in Invermoriston mit was er braucht. Wie der Campingplatz dort ist, kann ich nicht sagen.
Voller Tatendrang ging es am nächsten Tag nach Drumnadrochit, wobei man das erste Mal auf der Tour den Caladonischen Kanal und die Lochs wirklich aus dem Auge verliert und einen kurzen Blick auf die dahinter liegende Landschaft werfen kann: Weite Heidelandschaften und Schafsherden. Leider ging die Kamera ohne erkennbaren Grund an diesem Tag kaputt. Zum Glück hatte ich mein Handy dabei, womit zumindest noch ein paar Impressionen festgehalten werden konnten.
1448 Nach ca. 4-5 Stunden am Ziel der Tagesetappe hatte ich mir einen Besuch im "Loch Ness 2000" gegönnt, wo es einige interessante Dinge über die Nessi-Legende zu erfahren gab. Anschließend stand noch ein kleiner Spaziergang vor die Stadt zum "Urquhart Castle" auf dem Programm. Morgens gab es zwar etwas Nieselregen, aber am Mittag kam dann doch wieder die Sonne raus, wenn es auch den restlichen Tag über sehr windig war. Die Stadt bietet wieder genug Einkaufsmöglichkeiten. Insbesondere Souvenirjäger und Whiskyfans finden dort das größte Angebot, dass ich in Schottland gesehen habe. :)
1449 Am letzten Tag stand nun der lange Weg nach Inverness auf dem Programm. Zunächst ging es wieder einmal ordentlich nach oben, ehe sich der Weg von Loch Ness abwandte und ins Hinterland verlief. Dort ging es dann in leichten, ebenen Wellen weiter ehe man das Ziel des Tages nach ca. 7 Stunden erreicht. Zuvor bietet sich einem noch eine tolle Aussicht auf Inverness. Wie auch am Tag zuvor gab es morgens ein wenig Nieselregen und ab Mittags kam wieder die Sonne raus und es blieb windig.
Da ich am nächsten Morgen früh nach Glasgow fahren wollte, hatte ich vor B&B in der Nähe des Busbahnhofes zu machen. Doch die Stadt war ausgebucht, wie ich in der Tourist-Info erfuhr. Also musste ich wieder aus der Innenstadt raus auf den Campingplatz laufen, an dem ich zuvor schon vorbei gekommen war. Ärgerlich. War zumindest eine Lektion in Sachen: "Vorbuchen!"
Nicht erschrecken wenn am Eingang des Campingplatzes steht, dass dieser voll sei, das bezieht sich nur auf Caravans. Als Backpacker kommt man fast immer noch irgendwo unter.
Fazit: Eine wunderschöne Tour und keinesfalls eine Touristenautobahn wie oftmals erwähnt. Mir sind meistens nicht mehr als ein halbes Dutzend Leute am Tag begegnet. Vielleicht hatte ich ja aber auch nur Glück. :)
Edit vom 5.1.2007: Habe den ursprünglich zu später Stunde entstandenen Bericht ein wenig sprachlich überarbeitet.
Zum Campingplatz in Fort William, kann ich nur sagen, dass er hervorragend ausgestattet ist und soweit ich das beurteilen konnte der einzige Platz auf der Strecke war, wo es alle Arten von Gas-Kartuschen gab. Wer also noch Bedarf hat, sollte sich hier ausrüsten.
Am Morgen des 4.8. ging es dann los, vom offiziellen Start-Stein des Great Glen Ways, vorbei an der beeindruckenden Schleusenaneinanderreihung "Neptuns Staircase" entlang des Caladonischen Kanals, bis nach Gairlochy. Landschaftlich war das Stück sicherlich nicht beeindruckend, aber sehr eben und für den Einstieg angenehm zu laufen. Das Wetter war ebenfalls sehr angenehm, wolkig aber trocken. Nach ca. 4-5 Stunden erreicht man dann Gairlochy, von wo aus es noch einmal 2-3 Meilen zum Campingplatz sind. Dort wird leider gar nichts verkauft, weshalb ein etwa einstündiger (einfache Strecke) Fußmarsch nach Spean Bridge notwendig ist, falls man noch Einkäufe zu erledigen hat. Aber mit etwas Glück kann man die Strecke auch Trampen. Es fahren vereinzelt Autos auf der Straße.
1445 Am nächsten Tag zog sich die Strecke am "Loch Lochy" entlang, wobei gerade der erste Abschnitt sehr schön ist. Moosige Wäldchen direkt am Lochufer. Als ich dort war, hatte kurz zuvor eine Schulklasse den ganzen Weg mit kleinen Wurzelkobolden und anderen wirklich nett gemachten Figuren und Ideen geschmückt. War fast wie im Märchenwald dort. Schneewittchen und die sieben Zwerge sind mir dann tatsächlich auch begegnet. :)
Ab Mittags hat dann leider mittlerer bis starker Nieselregen eingesetzt, der den Rest des ca. sechsstündigen Weges etwas zermürbend hat werden lassen. Glücklicherweise hatte ich dann das vorletzte Bett im "Loch Lochy - Youth Hostel" bei South Laggan bekommen. Ich empfehle dringend vorzubuchen, wenn man nicht vor hat in der Gegend wild zu campen oder weiter bis Invergarry zu laufen, wo es zwei Campingplätze gibt. Das Hostel selbst ist schön renoviert und hat ein kleines Warenangebot. Nächtens hatte ich jedoch mit dem schwersten Midgesüberfall meines ganzen Schottlandurlaubs zu kämpfen. :(
1446 Weiter von South Laggan nach Fort Augustus, ging es am nächsten Tag. Auf dem Bahndamm einer alten Eisenbahnstrecke, zog sich der Weg an "Loch Oich" entlang. Teilweise hatte man das Gefühl in einem Baumtunnel zu laufen. Man konnte sich gut vorstellen, wie hier einst die Dampfzüge durch den Wald gefahren sind.
Da die Strecke nicht allzu weit ist (ca. 4 Stunden), habe ich den restlichen Tag am Südende von Loch Ness in Fort Augustus verbracht. Das Wetter hatte sich wohl mit mir abgestimmt und ab der Mittagstunde wurde es richtig warm und sonnig. Der Campingplatz liegt nicht weit weg, bietet jedoch Gruppen keinen Zutritt, angeblich wegen Lärmbelästigung. Hier sollte man also evt. größere Gruppen vorher trennen und zu zweit oder dritt eintrudeln oder erschöpft wirken und etwas diskutieren. Einer Sechsergruppe aus Deutschland gelang es nach etwas Überzeugungsarbeit, dann doch einen Platz zu bekommen. Wer was einkaufen möchte, kann dies in Fort Augustus tun.
Offiziell ist vorgeschlagen am nächsten Tag von Fort Augustus bis Invermoriston zu wandern, doch ich habe mir am Vortag ein Bett für das "Loch Ness - Youth Hostel" reserviert und bin ca. 4 Meilen weiter gelaufen als vorgeschlagen. Ich wollte nämlich am nächsten Tag früh in Drumnadrochit ankommen um dort noch genug Zeit für Sightseeing zu haben.
1447 Nach Fort Augustus geht der Great Glen Way das erste Mal ein wenig in die Höhe und man bekommt einen schönen Ausblick über Loch Ness, der jedoch in den folgenden Tagen noch besser wird. In Invermoristen sollte man unbedingt einen Stop einlegen und sich die Telfords Bridge anschauen. Auch weil direkt nach dem Ort ein sehr steiler Aufstieg folgt, der doch ein wenig Puste abverlangt. Dafür kommt nach 2-3 Meilen eine kleine Bank, mit dem wohl schönsten Ausblick auf Loch Ness den ich bisher hatte.
Das "Loch Ness - Youth Hostel" ist zwar nicht ganz so schön, wie das "Loch Lochy", dafür besitzt es einen tollen Kieselsandstrand direkt hinterm Haus, von dem aus Wagemutige auch im nicht unbedingt warmen Loch Ness schwimmen gehen können. Dafür war den ganzen Tag über die Sonne zu sehen und es war angenehm warm, was meine ca. sechsstündige Wanderung sehr angenehm gemacht hat. Wer noch Einkäufe zu erledigen hat, nimmt sich am besten in Invermoriston mit was er braucht. Wie der Campingplatz dort ist, kann ich nicht sagen.
Voller Tatendrang ging es am nächsten Tag nach Drumnadrochit, wobei man das erste Mal auf der Tour den Caladonischen Kanal und die Lochs wirklich aus dem Auge verliert und einen kurzen Blick auf die dahinter liegende Landschaft werfen kann: Weite Heidelandschaften und Schafsherden. Leider ging die Kamera ohne erkennbaren Grund an diesem Tag kaputt. Zum Glück hatte ich mein Handy dabei, womit zumindest noch ein paar Impressionen festgehalten werden konnten.
1448 Nach ca. 4-5 Stunden am Ziel der Tagesetappe hatte ich mir einen Besuch im "Loch Ness 2000" gegönnt, wo es einige interessante Dinge über die Nessi-Legende zu erfahren gab. Anschließend stand noch ein kleiner Spaziergang vor die Stadt zum "Urquhart Castle" auf dem Programm. Morgens gab es zwar etwas Nieselregen, aber am Mittag kam dann doch wieder die Sonne raus, wenn es auch den restlichen Tag über sehr windig war. Die Stadt bietet wieder genug Einkaufsmöglichkeiten. Insbesondere Souvenirjäger und Whiskyfans finden dort das größte Angebot, dass ich in Schottland gesehen habe. :)
1449 Am letzten Tag stand nun der lange Weg nach Inverness auf dem Programm. Zunächst ging es wieder einmal ordentlich nach oben, ehe sich der Weg von Loch Ness abwandte und ins Hinterland verlief. Dort ging es dann in leichten, ebenen Wellen weiter ehe man das Ziel des Tages nach ca. 7 Stunden erreicht. Zuvor bietet sich einem noch eine tolle Aussicht auf Inverness. Wie auch am Tag zuvor gab es morgens ein wenig Nieselregen und ab Mittags kam wieder die Sonne raus und es blieb windig.
Da ich am nächsten Morgen früh nach Glasgow fahren wollte, hatte ich vor B&B in der Nähe des Busbahnhofes zu machen. Doch die Stadt war ausgebucht, wie ich in der Tourist-Info erfuhr. Also musste ich wieder aus der Innenstadt raus auf den Campingplatz laufen, an dem ich zuvor schon vorbei gekommen war. Ärgerlich. War zumindest eine Lektion in Sachen: "Vorbuchen!"
Nicht erschrecken wenn am Eingang des Campingplatzes steht, dass dieser voll sei, das bezieht sich nur auf Caravans. Als Backpacker kommt man fast immer noch irgendwo unter.
Fazit: Eine wunderschöne Tour und keinesfalls eine Touristenautobahn wie oftmals erwähnt. Mir sind meistens nicht mehr als ein halbes Dutzend Leute am Tag begegnet. Vielleicht hatte ich ja aber auch nur Glück. :)
Edit vom 5.1.2007: Habe den ursprünglich zu später Stunde entstandenen Bericht ein wenig sprachlich überarbeitet.