Vollständige Version anzeigen : Rucksacktour durch Kanada?
melanie49
02.08.2006, 20:41
Hallo,
ich gehe mit meiner Freundin in die 12. KLasse und machen nächstes Jahr Abitur. Da wir nach dem Abi etwas besonderes machen wollen, haben wir vor, für ein paar (wir dachten an ca. 6) Wochen eine Rucksacktour durch Kanada machen. Natürlich tun uns hierfür ziemlich viele Fragen auf. Also wir dachten eigentlich an Montreal, da der Flug dafür am billigsten ist ( ca. 675 €). Da ist schon meine erste Frage: können wir irgendeinen Schülerrabatt bekommen, oder einen billigeren Flug bekommen. Wenn wir dort sind, haben wir narürlich vor, nicht einfach so durch die Gegend zu laufen, sondern schon mit bestimmten Zielen. Also, irgendwelche pfade die man abwandern kann, oder bestimmte camoingplätze, die man in einer Tagestour schaffen kann. Auf jeden Fall irgendwas, damit man ein Ziel hat. Gibt es vielleicht irgendwelche Sehenswürdigkeiten???
Wie viel GEld muss man denn in das ganze Campinggepäck investieren?
Ich hoffe, ihr könnt einige meiner Fragen beantworten,
viele Grüße, Melanie
Rucksackmatze
08.08.2006, 11:23
Hallo Melanie,
für 675,-€ bekommst du auch einen Flug z. B. nach Vancouver, musst nur rechtzeitig buchen und planen.
ich war zwar bisher nur im Westen(3x), im Osten kann man meinen info´s nach auch schöne Wander- oder Kanutouren starten.
www.eastcoasttrail.com (http://www.eastcoasttrail.com)
Besondere Sehenswürdigkeiten, kann ich dir nicht nennen, da ich wie gesagt noch nie im Osten war.
zu deiner Ausrüstung: Man kann sich relativ viele Sachen mittlerweile im Aldi etc. beziehen oder, da du ja noch viel zeit hast, auf schnäppchen warten.
Ausrüstung kann, muss aber nicht teuer sein, und da es die Erstausrüstung ist, würde ich an deiner Stelle nicht so viel investieren. Die ganze Ausrüstung hängt aber von deiner letztendlichen Tour ab, so dass ihr evtl. noch in CDN dazukaufen könnt, ist preislich sogar etwas günstiger.
gruß
Matthias
melanie49
08.08.2006, 18:54
Hallo Matthias.
Vielen Dank für deine Antwort. Weißt du denn noch, wo der Flug für 675 € zu haben ist? Wenn ich diesen Flug buchen würde, kannst du uns denn ein paar Touren vorschlagen.
Mal noch ne andere Frage: kann man denn auch auf Ranchs übernachten, wenn man auf dem Hof mithilft?
Viele Grüße, Melanie
Ach ja, was ist denn ein CDN?? :confused:
melanie49
08.08.2006, 21:13
Also ich habe mich jetzt nocheinmal im Internet erkundigt. Das billigste was ich bisher gefunden hatte, war bei weg. de für insgesamt 750 € gibts da etwa noch billigere?
Rucksackmatze
09.08.2006, 14:44
Hallo Melanie,
schau mal bei,
www.condor.de (http://www.condor.de)
www.travel-overland.de (http://www.travel-overland.de)
www.explorer-fernreisen.com (http://www.explorer-fernreisen.com)
und noch viele andere mehr,
musst nur etwas geduld haben und flexibel sein, jetzt wird´s noch schwierig sein einen Flug für nächstes jahr zu bekommen.
cdn ist die landesabkürzung für Canada, ja cdn und nicht cnd
kann dir auch ein paar tipps zum wandern für den westen geben, hier im forum sind aber auch ein paar vorschläge drin
matthias
Hallo Melanie,
da habt ihr Euch ja etwas besonders Schönes ausgesucht :) .
Wenn ich in Canada Urlaub gemacht habe, bin oft nach Nordamerika geflogen, nach Seattle. Da gibt es die günstigsten Flüge hin. Es sind nur ca. 2 Autostunden - oder sogar weniger - bis zur Canadischen Grenze. Auch sind in Amerika die Mietautos günstiger als in Canada. Auch kann man bei 6 Wochen Zeit überlegen von Deutschland nach New York zu fliegen und dann einen günstigen Inlandsflug an die Grenze zu Canada.
Von Seattle ist dann schnell Vancouver Island erreicht, mit der Fähre von Vancouver. Ich glaube, es gibt auch eine Fähr-Verbindung von Seattle direkt. Vancouver Island bietet eine unglaubliche Auswahl an Wanderwegen. Auch Kajaken mit Walbeobachtungen (Orcas) sind unglaublich schön, leider auch sehr teuer. Ecosummer bietet dies an von Port Mc Neill im Norden von Vancouver Island. Auch läßt sich bestimmt spontan so eine Tour dort buchen für 1 oder 2 Tage. Ich war noch sehr unerfahren in Bezug auf Reisen und Organisieren als ich das erste Mal nach Cadada reiste. Es ist sehr einfach in Canada zu reisen und die Touristeninfos ein Eldorado an Informationen. Sie helfen Dir wirklich sehr bei jeglicher Art von Organisation.
Wenn ihr auch mit dem Auto unterwegs sein wollt, habe ich kaum ein Land bereist, welches so perfekt ausgeschildert ist. Selbst in den Großstädten hängen riesige Schilder der Straßennamen über der Fahrbahn. Auch wird relaxt autogefahren und sehr streßfrei.
Nördlich und Östlich von Vancouver ist es auch sehr schön. Besonders die Costal Mountains, welches nicht so dunkle, tiefe Wälder bieten wie die Rocky Mountains sondern auch mal offene Bergwiesen.
Bei der Ausrüstung unbedingt dran denken, das es nachts auch im Hochsommer sehr kalt werden kann. In den Costal Mountains um Vancouver und auf V. Island nicht ganz so arg wie in den Rockies (Ausgangspunkt Alberta oder Calgary). Da habe ich zu meinem Daunenschlafsack noch einen Innenschlafsack aus Flies und auch zu langer Unterwäsche, Fliessachen, Mütze, Handschuhe noch meine Metalltrinkflasche nachts mit heißem Wasser gefüllt und als Wärmflasche genutzt und trotzdem gebibbert. Auch für die Monate Juli/August dicke Sachen zum Schlafen mitnehmen, tagsüber ist es aber recht warm. Es finden sich bestimmt auch Freunde, die Euch Ausrüstung leihen können.
Letztes Jahr bin ich auch mal an der Ostküste gewesen. Ich war angenehm überrascht, da ich mehr ein Fan von sehr spektakulärer Natur bin, also tosendes Meer, schroffe Berge, großartige Tierwelt, die der Westen bietet. Aber es war auch im Osten traumhaft, etwas lieblicher von der Landschaft und von der Tierwelt nicht ganz so spektakulär. Besonders schön ist der Breton Nationalpark in Nova Scotia. Die Städte sind auch sehr französisch und schottisch geprägt, was der Küche sehr entgegen kommt und auch der Musik. Halifax ist klasse und ihr könntet sogar mal einen Abstecher nach Neufundland machen :)
Auf Ranches zu arbeiten ist schwierig . Ich war ein paar Jahre mit einem canadischen Cowboy liiert ;) Für Deinen Arbeitgeber ist es ein sehr bürokratischer Weg, die ganzen Papiere für Dich zu organisieren. Oft überlegen es sich die ausländischen Arbeitere dann kurzfristig noch anders, springen ab oder gehen auf eine andere Ranch. Dann war der ganze Aufwand für die Leute umsonst.
Einige Agenturen bieten working holidays an. Aber das ist trotzdem noch recht teuer und soooo anstrengend, das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich habe jeden Abend ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#nd vor dem Zelt verbracht vor Anstrengung und bin immer körperlich sehr fit gewesen. Da arbeitest Du nur und dann schläfst Du und schläfst und schläfst, hi, hi. Wenn Ihr Euch auch für Pferde interessiert, kann ich Euch eine Adresse nennen, wo ihr Euch zum Wanderreitführer ausbilden lassen könnt. Es kostest bestimmt 2000 Euro für 2 Wochen, ist aber sehr interessant. Du lernst das richtige Packen der Packpferde, Hobbeln der Pferde, Notfall-Hufbeschlag, Fauna und Flora, Orientierung, Outdoor-Küche. Wenn ihr Interesse habt, melde Dich nochmal und ich schreibe Dir die Adresse auf. Es ist in den Chilcotin Mountains, einige Hundert Kilometer östlich von Vancouver.
So, ich beneide Euch um Euer schönes Reiseziel, ganz viel Spaß.
Noch etwas, ihr könnt günstig zelten in Canada und es gibt soo unheimlich traumhafte Campingplätze mit eigener Feuerstelle, in unglaublich schöner Natur oder auch Plätze mit wening Comfort - also keine Duschen - aber dafür an ganz spektakulären Plätzen mit Duschmöglichkeiten unter dem Wasserfall ;)
Logdes sind auch sehr hübsch, Gemeinschaftsunterkünfte in schönen Holzbauten mit Gemeinschaftsküchen. In Motels oder Hotels haben wir zu zweit ein Einzelzimmer gebucht - also nur einer hat das Zimmer gebucht ;) und dann zu zweit im Bett geschlafen, das sind nämlich riesige Betten, die man sich wunderbar zu zweit teilen kann auch ohne ein Liebespaar zu sein :) Dann gibt es natürlich auch nur für eine Person Frühstück, aber das ist meistens auch so furchtbar - pappkuchen oder heiße Bohnen- das man gut drauf verzichten kann und lieber im Cafe um die Ecke frühstückt oder sich in den grandiosen Supermärkten eindeckt.
melanie49
11.08.2006, 17:30
Hey Kerstin,
deine Antworten haben mich ja umgehauen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass niemand wirklich Ahnung hat. Aber anscheinend habe ich ja doch jemaden gefunden ;)
Das sind ja wirklich viele Informationen, die du mir geschrieben hast. Wahrscheinlich schaffe ich es gar nicht, alle Fragen in diese Antwort zu schreiben.
Dann will ich mal anfangen :) Du hattest geschrieben, dass man nicht auf den Ranch arbeiten kann. Aber ich dachte auch nicht daran, mehrere Wochen dort zu arbeiten, sondern dass man auf einer Ranch (ein, zwei Tage) übernachtet und dafür dann arbeitet? Ich habe keine Ahnung, wie das dort abläuft, aber es war einfach eine Idee.
Das mit der Ausbildung auf den Pferden würde mich wahnsinnig interessieren, zumal ich ja gerade erst mit dem Reiten angefangen habe. Ich denke nur, dass das einfach zu teuer sein wird. Außerdem kann meine Freundin nicht reiten :-/
Ach ja. Da der Westen Kanadas ja schöner sein soll, dachte ich, dass wir in den 6 Wochen Vancouver umrunden, bzw. größtenteils. Geht denn das?? Ist Vancouver Island charakteristisch für Kanada?
Das mit Seattle wäre wirklich mal zu überlegen (schaue gleich mal nach... aber sind in die USA nicht andere Einreisebestimmungen nötig??). Wenn du noch andere Adressen hast, egal von was, schönen Orten, netten Leuten, wäre ich dankbar, wenn du diese an mich weiterleiten kannst. Vielleicht könntest du ja doch mal die Adresse von der Ausbildung geben, weißt du denn auch noch etwas billigeres? Muss ja nicht eine Ausbildung sein!
Viele Grüße, Melanie
Langerwischer
12.08.2006, 14:55
Howdy Melanie, wie man in Kanada sagt!
Woah, zu Kanada gibt´s eigentlich nicht so viel zu sagen, nur dass es einfach unglaublich genial ist. Ich war im Juni/Juli diesen Jahres in Kanada und hatte den Flug auch erst kurzgristig eine Woche vor Abflug gebucht, mir zwei Reiseführer für Kanada gekauft und diese im Flieger studiert. Ich habe für die Flüge 900€ bezahlt, dafür aber noch das "Erlebnis New York" mit eingebaut. Weil es ja so kurzfristig war, gingen die günstigsten Flüge über NY, und wenn man schon mal da ist, dachte ich mir schaust du dir das auch mal an. Also 3 Tage NY, bevor ich von dort weiter geflogen bin nach Calgary, kurz vor den kanad. Rockies und neben Vancouver eigentlich Ausgangspunkt für alle Touren im südlichen West-Kanada. Überlegt euch das mal mit New York, es lohnt sich diesen Umweg zu machen! Und mit Einreisebestimmungen gabs gar keine Probleme. Ihr bekommt alles nötige, d.h. das Visum, im Flieger. Allerdings ist GANZ WICHTIG, dass ihr ab Oktober 2006 für Amerika den neuen, digitalen REISEPASS benötigt!!! Aktuelle Einreisebestimungen holt ihr euch am besten im Netz beim Auswärtigen Amt.
Ja, innerhalb Kanadas bewegt ihr euch am besten mit den Greyhound-Bussen (es gibt 25% Discount, wenn ihr die Tickets mehr als 3 Wochen vorher bestellt und euch DIREKT aus Amerika zuschicken lasst. Den Rabatt gibt euch nämlich STA Travel, die deutsche Vertretung von Greyhound, nicht!) oder per Anhalter. Zu zweit ist es eigentlich, auch bei Mädels, kein Problem. Zumindest nicht an den Hauptverkehrswegen. Woanders werdet ihr nicht so viel Autos sehen;-) Ich hab max. 45 Minuten gestanden, bis ich mitgenommen wurde. Und Mietwagen ist acuh schon ein Thema für sich. Ich persönlich hatte keinen, weil es alleine definitiv zu teuer ist. Zu zweit kann man evtl. schon drüber nachdenken. Aber Leihwagen bekommt ihr glaub ich auch erst ab 21 oder 25 Jahren.
Mein Weg führte mich dann also von Calgary über Banff, Lake Louise, dem Columbia Icefield Higway, Jasper und Kamloops nach Vancouver. Das ist so eine typische Route, wenn man Kanada das erste mal sieht. Dementsprechend überlaufen war es also auch mit Touris, und es waren nicht nur welche aus dem Ausalnd. Mein Rückflug war dann aber von Seattle aus. Daher der "relativ" günstige Preis von 900€. Von Vancouver wäre teurer. Flüge sind ja übrigens wie ihr sicher wisst immer billiger, wenn der Ausgangspunkt=Zielpunkt ist, also wenn ihr einen Rundkurs macht. Da könnt ihr vielleicht auch noch was sparen. Die wichtigste Devise ist dennoch: rechtzeitig buchen.
Übernachtet habe ich immer in Hostels oder Lodges (Mehrbettzimmer), Kosten ca. 30 CAN$ pro Nacht/Person, teilweise mit Breakfast. Mit zunehmender "Einsamkeit" wirds aber auch teurer, in Lake Louise waren es schon 42 Dollar (ca. 30€). Bei Zeltplätzen liegen die Preise bei ca. 10-15 CAN$ pro Nacht plus 10-15 CAN$ Reservierungsgebühr (einmalig pro Zeltplatz). Nicht so ganz ohne, aber ihr seid vor nächtlichen Bärenbesuchen geschützt. Jedenfalls größtenteils. Ihr solltet, wenn ihr campen wollt und in NP seid wirklich die Zeltplätze nutzen, denn Wildcampen ist sehr teuer, wenn ihr erwischt werdet und wie gesagt, die Bären... Kann sein, muss aber nicht. Ich hab leider keine gesehen:-( Zu zweit seid ihr aber auch mit Motels ganz gut bedient, da man pro Zimmer, und nicht pro Person bezahlt. Die Preise dafür liegen etwa bei 50 US-$ pro Nacht in den USA, in Kanada weiß ich es nicht ("Motel6" ist recht gut, gibts meines Wissens nach aber nur in USA).
Da fällt mir noch ein, gerade bei so einer langen Tour lohnt es sich, eine Mitgliedschaft bei Hostelling International einzugehen, vor Ort in jedem Hostel/Lodge machbar für einmalig 29CAN$. Das gibt bei jeder Übernachtung ca. 3 Dollar Rabatt, lohnt sich also schon bei 10 Übernachtungen. Und ihr Netz ist relativ dicht und ausgebreitet. Diese Hostel-Kette gibts übrigens weltweit, auch in Deutschland.
Ja, nochmal zu euren Touren. Da ihr ja auch nach Erstausrüstung gefragt habt, gehe ich mal davon aus, dass ihr noch keine große Erfahrung mit größeren Wanderungen habt. Dann solltet ihr euch die Sache mit Vancouver Island gut überlegen. Die Flora und Fauna ist, wie eigentlich in ganz Kanada, grandios. Allerdings gilt der sogenannte West Coast Trail auf der Insel nicht nur auf Grund des oftmals schlechten Wetters als einer der schwersten Trails der Welt, ist also wahrscheinlich nicht unbedingt für euch zu empfehlen. Und Wale seht ihr von Vancouver oder Seattle aus auch, mit einer entsprechenden Bootstour verbunden natürlich. Vom Strand aus sicher nicht;-)
Als "Anfängertrail" kann ich euch eigentlich u.a. meine beschriebene Route empfehlen. Auch dort habt ihr schon gute Chancen auf Schwarzbären und Grizzlys, Elche, Wapitis, Streifenhörnchen,... zu treffen. Und von glasklaren Bergseen inmitten von Nadelwäldern, umgeben von schnee- und gletscherbedeckten Gipfeln brauch ich ja nicht mehr zu reden... Übrigens gibts in Kanada-denkt man eigentlich gar nicht- auch eine heiße Trockenwüste mit Klapperschlangen, Vogelspinnen und Kakteen (ca. 250km östlich von Vancouver an der US-Grenze). Ach, fällt mir grad noch ein, als "kleine-Abstecher-Tour" kann man übrigens noch die größte Einkaufsmall der Welt in Edmonton empfehlen. Ist zwar irgendwo "nur" was zum shoppen (800 Geschäfte!), aber wer will kann dort auch schnorcheln oder mit U-Boot fahren (im hauseigenen Riff), in den Freizeitpark oder das Wellen-und Erlebnisbad gehen, kann golfen, sich in 120 Imbissbuden vollessen, und und und...
Aber weiter nach Norden als Jasper/Edmonton sollte man als Anfänger vielleicht erst mal nicht, denn dort oben kann es sehr einsam werden. Ist ja schliesslich das zweitgrößte Land der Erde mit weniger als halb so viel Einwohnern wie Deutschland!
Ansonsten kann man schon noch die Gegend um die großen Seen empfehlen, überwiegend sowas wie die Städte Montreal, Ottawa, Toronto, die Niagara Falls und was da sonst noch ist. Und nach Sehenswürdigkeiten braucht man nicht zu fragen. Das ganze Land ist eine einzige Sehenswürdigkeit. Ich hab in zwei Wochen 800 Bilder gemacht, so viel wie noch nirgendwo anders.
Zur Ausrüstung muss man sagen, es kommt absolut drauf an, wo ihr seid und wann ihr dort seid. In den Bergen hatte ich tagsüber 30 Grad, auf den Gletscher hab ich dann mit meinen kurzen Hosen bei 10 Grad wiederum schön gefroren, und nachts sind es dann durchaus mal weniger als 10 Grad, auch im Juli und August. Aber das wisst ihr ja schon von Kerstin. Also für den Sommer kurze und auch lange Sachen mitnehmen. Dass der Rucksack ausreichend groß sein sollte und gut sitzen sollte versteht sich von selbst. Aber nicht zu groß kaufen, denn automatisch knallt man den dann voll und hat noch mehr zu schleppen. Ich hatte nen 50+10Liter RUcksack und die Hälfte der Sachen wieder unbenutzt mit nach Hause gebracht. Aber 60Liter sind schon Minimum. Bei 6 Wochen erst recht. Meiner wog mit Wasserflaschen (3Liter), Schlafsack, Essen, Sachen usw. ca. 20kg. Bedenkt, die müsst ihr tragen! Aber bei meinen Tagestouren in den Bergen (meist so um die 20-30km) hab ich den großen Rucksack in der Lodge gelassen. Auch wenn ich abends noch abgereist bin und man morgens bis 11:00 raus sein musste, wird das Gepäck ohne Probleme noch aufbewahrt.
Ja, mit Essen beschaffen hatte ich eigentlich nie Probleme, auch wenns mal nur Kekse gab den ganzen Tag über. Ein kleiner Kocher kann aber bei ner 6wöchigen Tour nicht verkehrt sein.
Puh, das war jetzt erst mal das, was mir so spontan als Wichtiges einfiel. Am besten ist, ihr besorgt euch mal ein paar Reiseführer (Lonely Planet ist noch immer der Spitzenreiter, gibts jetzt auch in Deutsch) und sucht euch ne Tour raus. Dann kann man dazu auch gezielter Tipps geben. Ich hab mich mal nen Tag in einen großen Buchladen gesetzt und alle Reiseführer dazu studiert. Da findet man viele Vorschläge für Touren. Also wenn ihr noch Fragen habt, einfach melden. Ihr könnt mich auch per ICQ erreichen.
Have a nice day
Benny
melanie49
14.08.2006, 11:34
Hallo Benny
vielen Dank für deine lange, und ausführliche Antwort. Ich habe dazu noch einige Fragen. Ich habe in Reiseführern gelesen, dass es auch Campingplätze gibt, die kostenlos sind. Gibt es die auch auf Vancouver Island?
Könntest Du mir mal deine Route schicken, die Du gegangen bist, oder die Du uns empfehlen würdest?
Viele Grüße, Melanie
Ach ja, ganz ohne Ausrüstung sind wir nicht. Meine Familie geht jedes Jahr wandern, daher haben wir schon einen großen Rucksack und Isoflaschen. Letztes Jahr waren wir auch auf Studienfahrt in Schweden und haben eine Kanutour gemacht. Von daher habe ich schon wenige Erfahrungen sammeln können. Kann man das Wasser, nachdem es abgekocht wurde, trinken? Oder braucht man dafür ein extra Gerät?
Rucksackmatze
14.08.2006, 15:03
Hallo Melanie,
ein Keramikfilter ist besser, wegen den Gardia(?)-Viren, die im Bärenkot vorkommen können und sich u. U. auch in Flüssen etc. befinden. Sind ziemlich gefährlich, zerstören die inneren Organe meist bevor man es merkt
Gruß
Matthias
Langerwischer
15.08.2006, 21:36
Hey alle zusammen!
Also zu dem Filterproblem. Ich denke, dass die Bakterien, die da so rumschwimmen, mit einmal abkochen erst mal wech sind. In wie fern ein Keramikfilter nun besser ist, kann ich nicht beurteilen, da ich so ein Ding nicht kenne.
Mich machte man immer wieder besonders auf das Beaver-Fever-Bakterien im Flusswasser aufmerksam. Was das nun genau ist, keine Ahnung. Is ja auch egal. Das erste mal machte man mich darauf aufmerksam, als ich gerade genüsslich an meine Wasserflasche ansetzen sollte, dessen Inhalt ich mir vorher unter extremer Kälteeinwirkung aus dem Bow River gefischt habe (Wasser ca. 8 Grad - ich war naiv und wollte erst baden gehen, aber mehr als bis zum Knie ging ja mal gar nich). Und in den amerikanischen Städten (auch Kanada) gibt es überall diese Trinkbrunnen (keine Ahnung wie die richtig heißen, sehen ein bisschen aus wie eine Vogeltränke), wo man seine Flaschen ohne Probleme nachfüllen kann. Auch auf Toiletten in Restaurants, Kaufhäusern oder so ist das Wasser gut trinkbar, sollte allerdings nicht unbedingt länger als 24h stehen, dann schmeckts doch irgendwie abgestanden. Also aus dem Bow River oder dem Lake Louise würd ich nicht unbedingt trinken, aber wenn du richtig in den Bergen bist, wo die Flüsse grade dem Gletscher entsprungen sind, dann ist es wahrscheinlich auch kein Problem. Mein Körper hat sich jedenfalls nicht beschwert. Aber - wenn es nicht so teuer wäre - hätte ich auch nirgends ein Problem gehabt, etwas zu kaufen. Es gibt überall Geschäfte oder Automaten. So, das Trinkproblem ist hoffentlich geklärt?
Ja, über Campingplätze kann ich dir leider nur das berichten, was ich schon im letzten Beitrag geschrieben habe. Das habe ich alles nur von den anderen Touris aufgeschnappt, denn ich habe ja immer in Hostels geschlafen. Und auf Vancouver Island war ich auch noch nicht, da ich mir den Trail, zumindest alleine, noch nicht zugetraut hätte. Ich will euch jetzt aber keinesfalls von der Tour verschrecken! Es soll wirklich unglaublich schön dort sein. Ich kenn sogar jemand, der war 10 Tage auf der Insel und hatte die ganze Zeit Sonnenschein und warme Temperaturen! Der Regen ist dabei gar nicht so das Problem. Eher bekannt sind dort die nebligen und stürmischen Tage. Dieser Trail wurde ja ursprünglich mal angelegt für die vielen Schiffbrüchigen, die auf Grund des Wetters öfters dort auf Riff liefen. Denn viele der Gestrandeten erreichten zwar noch lebend die Insel, kamen aber nicht mehr bis zur nächsten "Zivilisation", weil die Wege zu weit und sehr gefährlich waren. Allerdings war es zu teuer den Weg in Stand zu halten, da er immer wieder zuwuchs und des gleichen. Ist ja schliesslich alles Regenwald auf der Insel (wegen dem feuchten Klima!). Also hat man den Weg aufgegeben und die Gestrandeten waren oft ihrem Schicksal ausgeliefert.
Gerade zu diesem Trail, weil er ziemlich bekannt ist, findet ihr viele Informationen und Bilder auch im Internet. Schaut mal bei Google ("West Coast Trail" eingeben)!
Joa, ich hoffe ich konnte helfen
Liebe Grüße
Benny
Liebe Melanie,
weißt Du, Du kannst nichts falsch machen in Canda :) es ist einfach überall unglaublich schön :)
Ja, Vancouver Island ist wirklich sehr typisch und Du hast viele Möglichkeiten wie Kajaken, Wandern.... aber auch wenn Du von Vancouver aus startest bist Du sehr schnell in den Costal Mountains oder nördlich in dem Skiort Whistler, wo Du in wunderschönen Holzlodges übernachten kannst. Das ist klasse, denn Du hast eine Gemeinschaftsküche und so lernt ihr viele verschiedene Menschen kennen. Laßt einfach alles auf Euch zukommen und Euch in Kanada je nach Lust und Laune inspirieren. Du mußt nicht alles vorher genau planen.
Vor dem Westcoast trail muß ich Euch etwas warnen. Wie Benny schon perfekt geschrieben hat, es regnet dort sehr oft und Du bist sehr viel über Bretterstege und Leitersysteme unterwegs. Die sind dann rutschig und mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken liegst Du wie ein Käfer ratz-fatz auf dem Rücken. Dann mußt du durch tiefen Matsch stiefeln, das ist wirklich anstrengend. Er gilt als einer der schwierigstens Trails Nordamerikas. Oh, ich wußte ja nicht was das bedeutet :) und ich habe mich manchmal in den Schlaf geweint vor Erschöpfung, obwohl ich Langstreckenläuferin bin und gesundheitlich fit. Das ist echt eine harte Nummer. Aber, ihr seid jung und wenn ihr Sport treibt, dann ist das zu schaffen ;) Und der Blick auf Grauwale, Seeotter, die nordischen Regenwälder, irren Campingmöglichkeiten direkt am Pazifik, baden unter Wasserfällen..... das entschädigt für die Anstregung. Es gibt aber so viele verschiedene Wanderwege, es lassen sich ganz viele Alternativen finden, wo Du nicht auch das ganze Essen auf dem Rücken tragen mußt.
Das Deine Freundin nicht reiten kann wäre kein Problem. Ist sogar ein Vorteil, weil Du beim Wanderreiten doch relaxter auf dem Pferd sitzt und Dich Dressurunterricht in eine dafür nicht so vorteilhafte Sitzposition bringt. Es wird halt alles etwas lockerer gesehen.
Hier gern die Adresse der Ranch die Wanderritte anbieten und die Ausbildung zum Trailführer, auch Bärensafaries, geführte Wandertouren, Fischen...die Chilcotin Mountains sind ca. 300 - 400 km von Vancouver entfernt, aber sie holen Dich dort mit dem Auto oder Wasserflugzeug ab.
www.chilcotinholidays.com (http://www.chilcotinholidays.com)
Gegen Übernachtung auf einer Ranch zu arbeiten ist schwierig, Du glaubst nicht, wie hart die Canadier arbeiten. Wir haben als Frau (meistens) gar nicht die Kraft dort mitzuhalten und bevor sie dich richtig angelernt haben bist Du schon wieder abgereist;) . Alles ist einfach in ganz anderen Dimensionen. Sie sagen Dir, ach, laß uns mal einen kleinen Spaziergang machen und schwupps hängst Du mit Sandalen auf irgendwelchen glitschigen Abhängen fest, hangelst Dich an Pflanzen die steilen Berge hoch, bist Stunden unterwegs und es ist alles nur "just a little walk". :-/
Die Idee 6 Wochen in der Nähe von Vancouver zu bleiben ist klasse. Es gibt wirklich so viele Möglichkeiten dort. Wie gesagt, plant nicht so viel vor, meistens trifft man auch auf sehr nette Leute, mit denen Du zusammen irgendwo hinreisen oder wandern kannst und ihr seid glücklich nicht schon alles verplant zu haben.
Ein Flug nach Seattle ist wirklich eine Alternative zu Vancouver. Vergleiche einfach die Preise. Wenn der Unterschied mehrere Hundert Euro beträgt, dann lohnt sich das schon. Wenn ihr aber kein Mietauto habt müßt ihr überlegen, ob es Euch den Aufwand wert ist. Für nächsten Sommer solltest Du im Dezember dieses Jahres spätestens Deinen Flug buchen. Der Sommer ist sehr, sehr beliebt..... Bist Du nicht so festgelegt mit den Zeiten, geht es auch noch kurzfristig....guck einfach mal jede woche ins Internet ob Du interessante Preisangebote findest. Rucksackmatze hat gute Tipps gegeben von Internetfluganbietern.
Weitere Tipps? Gern! Auf Vancouver Island gibt es heiße Quellen, in der Nähe von Toffino. Dort kannst du in Felsen direkt am Pazifik baden, liegst in dem heißen Wasser und von der anderen Seite kommen die kalten Wellen angerollt. Einfach unglaublich. Du kannst ein Wassertaxi nehmen von Toffino. Bei den Quellen gibt es einen ganz süßen kleinen Campingplatz. Das Campen ist meistens recht günstig, teilweise umsonst, dann hast du aber auch nur ein Plumsklo und keine Duschen. Die Touristenbüros haben ausführliche Unterlagen wo ihr die Campingmöglichkeiten findet.
Frag einfach, wenn ich Dir noch weiterhelfen kann mit irgendetwas
Ach, ich werd schon richtig eifersüchtig auf Eure Kanadapläne, schnüff, schnüff
Liebe Grüße von
Kerstin
Es gibt auch Tabletten die Du ins Wasser tun kannst, welche Bakterien abtöten.
Du bekommst sie zum Beispiel bei Globetrotter Versand oder in Bergsportzentralen, Outdoorläden Deiner Umgebung.
Die Einheimischen um Vancouver haben immer das Wasser so auf den Bächen getrunken. Aber,Du weißt nie, ob irgendwo ein totes Tier im Bachverlauf liegt oder das Wasser durch Kot verunreinigt ist. Es ist so schade, wenn Dich da Durchfall plagt, besonders wenn Du "recht primitiv" reist, also nicht immer ein Toilette da hast.
Mein Freund hatte mal Parasiten im Darm (aus Indien) und er hat lange sehr gelitten. Da er keine Versicherung hatte mußte ich ihn von Deutschland zurück in seine Heimat schicken und unsere gemeinsamen Ferien waren ruiniert.
Leider schmeckt das Wasser etwas chlorig mit den Tabletten, aber das Abkochen ist halt mühsam.
Hei,
zum Thema Wasser und Guardia-Bakterien. Als wir letztes Jahr den WCT gelaufen sind und auch danach in West-Kanada wandern waren hat man uns gesagt, dass Guardia beim abkochen NICHT rausgehen und wir hatten dann so Tropfen, die wir ins Wasser getan haben. Da stand auch extra drauf, dass die Guardia abtöten.
An den leicht chlorigen Geschmack haben wir uns schnell gewöhnt.
Super Ausrüstung und auch günstiger als in Deutschalnd gibts beim Mountain Equipment Coop(MEC). Da muss man für ca. 5 CAN$ Lebenslanges Mitglied werden, und dann kann man da schön Outdoor-Saachen shoppen. Die haben sowohl Marken-Sachen als auch ihre "Hausmarke", die sind günstiger als die echten Marken und genauso gut. MECs gibts in jeder größeren Stadt.
Viel Spass, mein Neid ist Euch sicher.
Ja, Mountain Coop ist super genial. In Vancouver gibt es einen ganz großen Laden mit allem was man sich vorstellen kann. Auch so grenzt ein Outdoorladen an den nächsten...ein reines Paradies.
Hi
ich habe vor das nächste Jahr mit dem Rucksack von Halifax nach Vancouver zu reisen. und wollte fragen ob irgendjemand gute Tips hat. Toronto Montreal und Québec kenne ich bereits.
Bin offen für alles Inputs
freue mich
Karin
Hi Kikky,
wenn Du erstmal in der Gegend um Halifax bleiben möchtest, der Cape Breton Nationalpark ist hübsch zum Wandern. Alles etwas lieblicher als im rauen Westen von Canada, aber wunderschön. Ganz Novia Scotia ist eine Reise wert, da trifft man neben der Natur auf viel Schottisches (klasse Pubs) und Französisches (was der Küche sehr entgegenkommt). Kann Dir auch ein sehr tolles Bed and Breakfast empfehlen in Herring Cove, ein Vorort von Halifax. Das Ehepaar lebt in einem Haus direkt am Meer und das ganze Haus gibt einen das Gefühl auf einem Boot zu sein, riesiges Wohnzimmer mit dunklen Holzplanken, Bildern von Meer und Schiffen, Blick auf einen Meeresseitenarm und tolle Geschichten von den überaus netten Besitzern, welche ein traumhaftes Frühstück anbieten und Dir Geschichten erzählen vom Wal, der sich mit dem Schwanz in ihrem Gartengebüsch verfangen hat, Seerobben auf dem Eis im Winter oder sie spannern mit dem Fernglas rüber in Nachbars Garten, der urige Holzfiguren im Garten hat......
Nicht billig, aber sein Geld wert...Hier die Adresse
Sal's Bed and Breakfast
241 Village Road
Herring Cove, Novia Scotia
Telephone 1-866-444-3045
In Vancouver angelangt ist Vancouver Island ein Traum...es ist schon einiges hier drüber geschrieben worden. Laß mich wissen, wenn Du Kajakst oder Wale beobachten möchtest oder gern reitest. Dann kann ich Dir weitere Adressen zukommen lassen.
Es grüßt Dich ein großer Kanadafan
hallo,
wau danke für die Tips.. ich reite gerne und könnte gute Tipps brauchen. Ich werde wärend der Reise in Hostels übernachten hast du da auch gute Erfahrungen gemacht? Ich werde mit dem Greyhound reisen denke ich mal. da ich Toronto, Quebec und Montreal schon kenne bleibe ich da nicht für lange sondern bewege mich weiter in Richtung westen.
gruss
karin
stiffler1989
16.02.2009, 23:43
Hallo Melanie
ich weis es ist zwar schon eine zeitlang her, aber vielleicht wirst du durch eine e-mail benachrichtigt und kannst mir ein bisschen was von eurem trip erzählen.
Wollte sowas ähnliches machen, auch eventuell auf ner ranche arbeiten um da 1-2 tage zu übernachten.
Hat das bei euch geklappt oder gabs da ne menge proleme?
wäre dir sehr dankbar wenn du mir antwoten würdest
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