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Vollständige Version anzeigen : Wild Zelten in Patagonien?


zepeh
29.06.2006, 20:17
Hallo,

ist es eigentlich erlaubt, in Patagonien bzw. in Gesamt-Chile wild zu zelten, ähnlich wie es in Schweden das Allemansrätten ermöglicht? Oder geht man besser auf Campingplätze? Ich finde in meinen Reiseführern zu diesem Punkt nur sehr spärliche Angaben.

Im Torres del Paine scheint man die Campingplätze/Plätze an den Refugios nutzen zu müssen, oder? Wie ist es im Notfall (widrige Wetterbedingungen z.B.), darf man da das Zelt auch in eigentlich unerlaubten Gebieten aufstellen?

Grüße
Claudia

Thomas
29.06.2006, 20:53
Hallo Claudia,

wenn es irgendwo auf der Welt kein Problem ist in der Natur zu zelten, dann ist es sicherlich Patagonien! Fast alle Touren kann man auch gar nicht anders machen, da es keine Hütten geschweige denn Campingplätze oder Dörfer gibt. Torres del Paine ist da vielleicht eine der wenigen Ausnahmen, weil sich auf dem Hauptweg eine Menge Leute tummeln sollen. Aber zu diesem konkrenten Ziel schreibt ja vielleicht noch jemand dazu, ob man auch außerhalb der ausgeschriebenen Zeltplätze campieren darf bzw. kann.

Grüße,

Thomas

Robiwahn
30.06.2006, 00:45
Moin

Soweit ich mich erinnere, ist der Torres del Paine ein Nationalpark, also dort ist dann wildzelten eher wahrscheinlich nicht erlaubt. Notfälle sind Notfälle, war bisher in jedem NP so.
In Chile dürfte überall südlich von Pt. Montt (sprich 10., 11. und 12. Region) es auch kein Problem sein, wild zu zelten, da wir hier von einer Einwohnerdichte von 1/qkm reden. In der 11. Region wohnen 100.000 Menschen auf der Fläche der ehemaligen DDR, davon 50.000 in Coyhaique und 20.000 in Pt. Aisen, also findest du im Rest einfach nix offizielles, wo du dein Zelt hinstellen kannst. Wir haben immer dort geschlafen, wo es gerade dunkel wurde oder wo es schön war. Wenn Dörfer/Gehöfte in der Nähe waren sind gebietet es natürlich die Höflichkeit, nachzufragen. Die Leute waren immer supernett, haben sich über Besuch gefreut und einen noch zum Mate oder sogar Essen eingeladen.
In den PN in der 10. und 9. Region (chil. Seengebiet) bzw. auf arg. Seite um BAriloche und Esquel gibt es schöne Plätze, denen man ansieht (nicht unbedingt im neg. Sinne), das da öfters Leute schlafen, sollte man vielleicht im Sinne einer Minimizierung des Naturimpaktes auch nutzen.

Grüße aus Bolivien, Robert

Marisa
30.06.2006, 07:25
Grüß Dich

Im Torres del Paine ist es in der Tat verboten wild zu zelten. Ist natürlich auch immer die Frage ob man dich sieht... Der ein oder andere offizielle Platz dort ist im Sommer recht überlaufen, vor allem die die auf dem sogenannten "W" liegen. Es gibt auch Plätze die offiziell sind und nicht an Hütten liegen.
Camp Serón ist, oder zumindest war 2004, nur eine sehr kleine Hütte, Camp Coiron ist nichts weiter als ein Zeltwiese (mit Mäusen), Refugio Dickson ist "groß" mit schöner Wiese, Camp Los Perros liegt ein wenig Abseits der Hütte, Camp Paso besteht aus kleinen Plätzen im Wald, für eher große Zelte nicht geeignet. 2004 wurde hier fleißig gebaut. Camp Los Guardas liegt sehr schön im Wald mit Blick auf den Gletscher wenn man durch die Bäume geht. Refugio y Camping Grey ist eher groß da auch mit dem Schiff erreichbar. Trotzdem sehr nett und mit heißen Duschen. Refugio y Camping Pehoe: Refugio groß, in kleiner Entfernung entsteht (oder steht schon) ein Hotel... Zeltwiese Abseits des Refugios. Camp Italiano war damals zu klein, wurde aber erweitert. Camp Britanico liegt sehr schön im Tal oben, fragt sich halt ob man da seine Sachen hochtragen will. Hosteria Las Torres ist riesig mit Hotel und allem. Zwischen den letzten beiden liegt noch ein Refugio mit Zeltplatz, mittelgroß. Den Namen habe ich gerade nicht im Kopf. Camp Torres ist auch ein eher großes Refugio mit Zeltplätzen im Wald.
Zahlen mußt du immer bei den Hütten, außer eben Coirón, da gibt es keine Hütte, zumindest nicht in 2004, anstalten eine zu bauen waren nicht erkennbar.

Gruß,

Marisa

Thomas
30.06.2006, 11:28
In Chile dürfte überall südlich von Pt. Montt (sprich 10., 11. und 12. Region) es auch kein Problem sein, wild zu zelten, da wir hier von einer Einwohnerdichte von 1/qkm reden. In der 11. Region wohnen 100.000 Menschen auf der Fläche der ehemaligen DDR, davon 50.000 in Coyhaique und 20.000 in Pt. Aisen, also findest du im Rest einfach nix offizielles, wo du dein Zelt hinstellen kannst.

Bei dem Dorf Tortel (an der Carretera Austral) stand eine Tafel, dass hier auf dem Gemeindegebiet, auf einen Einwohner ca. 260 Km² kommen :D Das ist doch mal was, km² pro Einwohner, und nicht umgekehrt!

Grüße,

Thomas

Robiwahn
30.06.2006, 19:41
Bei dem Dorf Tortel (an der Carretera Austral) ...

Grüße,

Thomas

[Klug******mode on] Tortel liegt doch gar nicht an der Carretera Austral, sondern an einer kleinen Stichstraße :cool: [klug******modus off]
Ist aber ein wunderschönes kleines Dörfchen am Ende der Welt, mit ziemlich stranger, eigenartiger Atmosphäre, zumindest als es die Straße und Autos noch nicht gab (2002 wurde sie gerade gebaut). Wir haben damals übrigens auf Einladung eines Gemeindeverwaltungsmitglieds (sowas wie der Tourismusmanager) auf dem Holzboden eines ehemaligen Gewächshauses mitten im Dorf geschlafen. War einer der wenigen ebenen Plätze dort. Wunderschön, lohnt sich absolut zu besuchen.

Grüße aus Bolivien, Robert

Thomas
30.06.2006, 21:44
[Klug******mode on] Tortel liegt doch gar nicht an der Carretera Austral, sondern an einer kleinen Stichstraße :cool: [klug******modus off]

:D Wobei ja noch nicht gesagt ist, dass die Stichstraße nicht zur Carretera Austral zählt :D


Ist aber ein wunderschönes kleines Dörfchen am Ende der Welt, mit ziemlich stranger, eigenartiger Atmosphäre, zumindest als es die Straße und Autos noch nicht gab (2002 wurde sie gerade gebaut). Wir haben damals übrigens auf Einladung eines Gemeindeverwaltungsmitglieds (sowas wie der Tourismusmanager) auf dem Holzboden eines ehemaligen Gewächshauses mitten im Dorf geschlafen. War einer der wenigen ebenen Plätze dort. Wunderschön, lohnt sich absolut zu besuchen.


Mich hat es nicht gerade umgehauen. Es waren super, super viele Tourist dort (März 2005), und nach zwei Stunden hat man vom Dorf selbst alles gesehen. Wenn man aber auf der Durchreise ist, ok.

Grüße aus Dresden,

Thomas

Morison
01.07.2006, 14:29
Hallo.
Also wild zelten,gerade im Süden Patagoniens, ist wirklich kein Problem. In den NP haben wir uns oft an die ausgewiesenen Plätze gehalten, da sie streckenmässig relativ gut eingeteilt waren und einen halbwegs ebenen und "zeltbaren" Untergrund hatten. Aber häufig sind die schönsten Plätze halt nicht ausgeschildert. die Radfahrer schliefen dagegen immer irgendwo in der Wildnis.
Greetz
Moirz

Robiwahn
01.07.2006, 14:45
Mich hat es nicht gerade umgehauen. Es waren super, super viele Tourist dort (März 2005), und nach zwei Stunden hat man vom Dorf selbst alles gesehen. Wenn man aber auf der Durchreise ist, ok.

Grüße aus Dresden,

Thomas

Echt, schade. Gerade die Abwesenheit von Autos und Menschenmassen hat dieses Doerfchen damals so einzigartig gemacht. Wir dachten die erste halbe stunde, Gott wo sind wir denn hierhin gekommen, und wie sollen wir wieder weg kommen. Klar das Dorf ist klein, aber dort konnte man echt Abstand von der Zivilisation bekommen. Wir sind ein bisschen rumgewandert, haben ausgespannt, den Fischern zugeschaut, Muscheln gegessen und mit den Leuten geschwatzt. Und schon damals waehrend des Baus der Stichstrasse (und es ist doch nur eine solche und nicht Teil der ruta principal ;)) hatten einige Einwohner Angst, das sich diese Atmospaehre aendern wird. Und deinen Worten nach hat es das wohl leider auch. Wirklich schade, das war echt eine einzigartige Atmospaehre.

Gruesse, Robert