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Vollständige Version anzeigen : Welche Pflanzen kann man essen?


happysiggi
31.05.2006, 14:16
Ich habe gestern einen Interessanten bericht gesehen von einem Wanderer der sich in der Natur da ein Blatt und dort ein Stängel abgezupft hat und daraus einen Salat gemacht hat.:up:
Wenn er sich etwas gekocht hat ist er herumgezogen und hat sich wieder Pflanzen als Würze gesucht. :up:


Meine frage ist macht das auch einer von euch? Wo bekommt man gute Infoblätter her?:confused:
Was wächst essbares in den Highlands?

Sápmi
31.05.2006, 14:24
Wie wär's mit dem Buch "Essbare Wildpflanzen" (Outdoor-Handbuch, Conrad-Stein-Verlag, 7,90 €)?

happysiggi
31.05.2006, 14:43
Danke das werde ich mir mal ansehen. Ich hoffe das sind auch Pflanzen drinnen die nicht nur in Deutschland wachsen.
Hab mich mal schlau gemacht im Netz.

Spinnat: Junge Brenn/Taubnesseln klein machen und Kochen.
Löwenzahn, Butterblumen können zu Salat gemacht werden.

Dann habe ich no was gefunden was mich aber zweifeln lässt.
Da stand das man eigentlich alles an Blumen Essen kann, was keine Zwiebel hat.:confused:
Das kommt mir aber schon recht setsam vor!

Ich werde es mal mit dem buch Probieren. Thx für den Buchtip!

Mukurianis
31.05.2006, 23:10
Wenn man sich mit Pflanzen nict so gut auskennt, sollte man eher vorsichtig sein. Ähnliches kam hier vor kurzem schon mal vor: http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=5688
Außerdem steht einiges unte Naturschutz!

Davon abgesehen gibt es aber wirklich leckere Sachen. Grade in südlicheren Ländern wächst zB oft Thymian zum Würzen am Wegrand.

H.Otto
15.06.2006, 20:08
die Dienstvorschrift der Bundeswehr kann da auch weiter helfen. Habe mal drin gelesen. Ca. 1/4 der Bibelstärke handelt von Pflanzen und deren Verwertung. Ist aber eher für unsere Breiten geeignet, dafür aber mit vielen farbbilder, sodass man die Pflanzen wiedererkennt.

Mukurianis
15.06.2006, 21:59
die Dienstvorschrift der Bundeswehr kann da auch weiter helfen. Habe mal drin gelesen. Ca. 1/4 der Bibelstärke handelt von Pflanzen und deren Verwertung. Ist aber eher für unsere Breiten geeignet, dafür aber mit vielen farbbilder, sodass man die Pflanzen wiedererkennt.
Gibt es irgendeinen Weg, wie Leute da drankommen, die nicht bei der Bundeswehr waren?

Masterlu
18.06.2006, 16:18
Servus happysiggi,

ich studiere im Nebenfach Botanik und kann Dir eigentlich nur empfehlen, Dir ein anständiges Pflanzenbestimmungsbuch zuzulegen. Dort steht nämlich immer dabei, ob die Pflanze giftig ist, unter Naturschutz steht und anderes an wichtigen Infos. Bei einigen Pflanzen kannst du erst durch eine eindeutige Bestimmung erfahren, ob du nach dem Verzehr evtl. Dünnpfiff bekommst, oder nicht. ;)
Da stand das man eigentlich alles an Blumen Essen kann, was keine Zwiebel hat Auf irgendwelche Survival - Faustregeln würde ich hier mal eher nicht vertrauen, mach dich lieber gezielt über die Pflanzen schlau, die du essen willst.

Gruß Masterlu

Mukurianis
18.06.2006, 17:46
ich studiere im Nebenfach Botanik und kann Dir eigentlich nur empfehlen, Dir ein anständiges Pflanzenbestimmungsbuch zuzulegen. Dort steht nämlich immer dabei, ob die Pflanze giftig ist, unter Naturschutz steht und anderes an wichtigen Infos. Bei einigen Pflanzen kannst du erst durch eine eindeutige Bestimmung erfahren, ob du nach dem Verzehr evtl. Dünnpfiff bekommst, oder nicht. ;)
Hallo,

als ebenfalls Botanikstudentin (allerdings mit Pflanznenphysiologie/Molekulargenetik als Schwerpunkt, also keine echte Expertin ;) ) kann ich Masterlu nur zustimmen: eine eindeutige Bestimmung kann Magenverstimmungen u.ä. sicher vermeiden. Dazu musst du dann aber noch mehr über die Arten wissen.

Dazu ein Wort zum "anständigen" Pflanzenbestimmungsbuch: nicht in jedem steht drin, ob eine Pflanze giftig ist!!! Im Schmeil/Fitschen (DAS Standartwerk für Botanikstudenten, jedenfalls in meinem Studium) steht das beispielsweise nicht drin. Ich weiß nicht, wie das mit den anderen Standartwerken (Oberdorfer, Rothmaler) ist, habe noch nicht ausführlicher damit gearbeitet. So ein Buch würdest du aber imo zum eindeutigen Bestimmen brauchen. Falls es in einem der anderen nicht drinsteht, bräuchtest du also noch ein zweites Buch über Nahrungs- oder Heilpflanzen oder eben dieses Buch "Essbare Wildpflanzen".
Ich wäre jedenfalls vorsichtig, nur mit Kosmos-Naturführer oder vergleichbaren zu bestimmen. Da stehen meist nicht alle Arten drin, was das eindeutige Bestimmen etwas erschwert. Da kann man dann bös auf die Nase fallen. Nimmt man z.B. die Familie der Doldenblütler, finden sich da so unterschiedliche Arten wie die wilde Mohrrübe (essbar) und der Gefleckte Schierling (schon in kleinen Mengen tödlich). Beide sehen sich wirklich sehr ähnlich. Das im Übrigen auch zu diesem tollen "Zwiebelrat" - Schierling hat auch keine Zwiebel!

Merke übrigens grade, dass ich mich ein bisschen korrigieren muss. Beim Schierling steht auch im Schmeil/Fitschen, dass er giftig ist. Bei Eisenhut aber z.B. nicht und auch den würde ich nicht grade empfehlen zum Essen. Nicht giftig heißt also nicht gleich bekömmlich!

LG, Mukurianis

Soshin
29.06.2006, 14:28
Da stand das man eigentlich alles an Blumen Essen kann, was keine Zwiebel hat.

:confused: :mad:

Und Zwiebeln? Die kann man dann nicht essen?

:-) :) ;)

LG,

Soshin

Ank
29.06.2006, 15:12
:D:D:D

Oh Gott, was an Gerüchten so kursiert... :D Ich kann Mukurianis und Masterlu nur zustimmen - besorg dir am besten zwei oder drei möglichst dicke und ausführliche Bestimmungsbücher, so daß du zum einen einen erweiterten Pflanzenfundus bestimmen kannst und zum anderen verschiedene Abbildungen hast. Ich würde allerdings nicht unbedingt zu den grünen Botanikerbibeln raten - ich glaube, wer nicht gerade dieses Fach studiert :D, hat mit dem Bestimmungsschlüssel selbst beim Gänseblümchen Probleme...

Es gibt (antiquarisch) beispielsweise vom Artia-Verlag wunderschöne umfangreiche gezeichnete Kräuterbücher, die bestimmte Pflanzenmerkmale sehr eindeutig, da herausgearbeitet, darstellen - in Kombination mit Fotobänden kommt man da weit. (Das große Buch der Heilpflanzen, 1983, Artia-Verlag, Praha) Natürlich nicht trekkingtauglich :D, aber um sich im Vorfeld fit zu machen - spätestens wenn du unterwegs die weißen Doldenblütler verwechselst (dringender Rat: lieber grundsätzlich Hände weg da wirklich sehr schwer zu unterscheiden!!) nimmt die Tour ein vorzeitiges bitteres Ende... (Mir fällt da immer wieder die Story von der Aussteiger-WG ein, welche beim Umgraben im Garten eine Schierlingswurzel fand - angenehm nach Petersilie schmeckend. Einer überlebte...)

Ansonsten gibt es wirklich ausreichend eindeutig bestimmbare Arten, die sich wunderbar für Wildkräutersalate oder warme Gerichte eignen, und die meisten sind europaweit verbreitet. So beispielsweise Bärlauch, Wegericharten, Vogelmiere, Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Kamille, Brenn- und Taubnessel <Spinat, Auflauf>, Gundermann, ganz zeitig im Frühjahr Scharbockskraut, dann Brunnenkresse, wilder Thymian, wilder Oregano, Dost/wilder Majoran, uff, wilde Pfefferminze, Holunder-, Linden-, Jasmin-, Rosenblüten ect., Buchen-, Weiden-, Birken-, Lindenblätter usw. usw. Die Aufzählung ließe sich endlos fortsetzen - stöbere einfach ein wenig und viel Spaß beim Experimentieren! :-)

Viele Grüße, Anke

Ank
29.06.2006, 15:19
Ansonsten hilft vielleicht diese Seite, wenn du dir bezüglich des Namens der Pflanze sicher bist und du dir nur schnell online einen Überblick über die Essbarkeit :D holen willst:
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/index.htm

Viele Grüße, Anke

Mukurianis
29.06.2006, 21:47
Ich würde allerdings nicht unbedingt zu den grünen Botanikerbibeln raten - ich glaube, wer nicht gerade dieses Fach studiert :D, hat mit dem Bestimmungsschlüssel selbst beim Gänseblümchen Probleme...
Und auch wer es studiert, wird nicht immer klug daraus :D :roll: :p

Ank
30.06.2006, 10:34
:D :D

Aber auch "Rückwärtsbestimmung" ist etwas Feines, oder? :cool: ;) :D

Nur leider sind die Profs da gemeiner Weise immer anderer Ansicht und versteifen sich auf völlig unbekannte Gewächse... :-)