Hallo,
wir möchten im Juni evtl. den Chorro Trail in Bolivien laufen.
Wer kennt diesen Trail und hat Infos hierzu.
Ist der Trail von La Paz aus zu organisieren und was wird das wohl kosten.
Bzw. besteht die Möglichkeit sich ein Zelt zu leihen und den Trail selbst zu organisieren?
Wie ist die Wegfindung und kommt man unterwegs an Ortschaften vorbei zwecks Verpflegung?
Gruß
Andreas
Ich bin den Trail das letzte mal 2004 gelaufen. Der Camino el Choro, führt von La Cumbre aus durch mehrere Vegetationszonen in die Yungas. Am Parkplatz des Nationalparks Cotapata in 4565 m Höhe (fährt dich jedes Taxi hin) musst du dich bei der Nationalparkverwaltung registrieren. Bis zum Passo Cumbre sind es noch mal ca. 250 Höhenmeter, das ist dann der höchste Punkt der Wanderung auf ca. 4800m. Nach dem Pass fängt der gepflasterte Inkatrail an, der in Serpentinen, an Ruinen von Häusern und kleinenbewohnten Dörfchen vorbei sehr steil immer bergab führt. Dann geht es durch den Bergregenwald immer weiter abwärts bis Coroico. Wegfindung einfach. Der kleine Fluss, der Chorro, weist auch den Weg.
In La Paz bietet den Trail jede Reiseagentur an. Da ist dann komplett alles drin, Zelt, Führer und das Essen/Trinken so wie der Transport per Taxi zum Pass. Preis weiß ich nicht, habe das nur in den Agenturen gesehen.
Ich bin den Camino ohne Organisation und Führer gelaufen, mein Zelt hatte ich so wie so dabei.
In den Ansammlungen von Häusern verkaufen die Leute Snacks, Wasser, Cola usw. Auch mal Eier und Kartoffeln. Ich würde aber empfehlen, die Verpflegung kpl. in La Paz einzukaufen. Ist erst mal billiger (die Leutchen da haben satte Preise, weil sie ja alles auch nur von LP aus hintransportiern, per Fuß oder Esel) und für die 3-4 Tage die man auf dem Trail ist, finde ich ist die Schlepperei der Lebensmittel im erträglichen Rahmen, es sei denn du bist ein Freßsack erster Güteklasse:D;) Das mußt du selbst einschätzen. Wasser kannst du dem Bach entnehmen. Absolut sauber. Paar Kokablätter rein und fertig ist der Tee.
Der Trail ist wunderschön und absolut zu empfehlen.
Gruß Nemo
PS: es wird oft erzählt, dass Wanderer überfallen werden. Ich kann das nicht bestätigen. Vermute mal, aber das ist jetzt wirklich sehr subjektiv, dass es sich nur um ein geschäftsförderndes Gerücht handelt. Es soll die potentiellen Wanderer veranlassen eine kpl. Tour zu buchen. Ich bin den Weg mutterseelenallein gelaufen und bin weder überfallen noch ausgeraubt worden. Ich fand die Menschen die ich unterwegs getroffen habe ausgesprochen nett und aufgeschlossen.
Habe mich kein einziges Mal unsicher gefühlt. Würde nur raten, nicht in Nähe der bewohnten Häuser zu übernachten. Das könnte vielleicht den Einen oder Anderen zu einem kleinen Diebstahl verleiten!
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