Vollständige Version anzeigen : Madagaskar
Lichtblick
12.05.2006, 18:50
Hallo!
War von euch schon mal jemand in Madagaskar? Ist von euch schon jemand dort trekken gegangen? Wir sind reichlich spät mit unserer Sommerplanung und im Raum steht Madagaskar im August.
Hat jemand Reiseberichte im Nezt oder irgenwelche nützlichen Links auf Lager?
Vielen Dank!
Gruß
Katharina
Madagaskar ist aeusserst interessant. habe vor einer woche bilder gesehen.
die infrastruktur ist aber praktisch nicht vorhanden.
man kann fast nur mit organsisierten rundreisen fahren.
AndreasW
12.05.2006, 19:37
Hallo Katharina,
da kann ich dir die Seite von meinen Fotofreunden empfehlen. Sicher sehr schön zum einstimmen...
http://www.focuswelten.de/diavortrag/madagaskar/index.htm
http://www.focuswelten.de/diavortrag/links/mad_links.htm
LG AndreasW
wuerde auch gerne nach Madagaskar fahren und den Morimokotro besteigen.
laut mitteilung aus Madagaskar bekommt man fuer dies besteigung keine genehmigung. sogar die TU in Leoben, die enge kontakte mit der Uni in Madagaskar hat, hat keine bekommen.
weiss jemand einen rat?
der berg ist nicht schwer, aber man kommt schwer hin und muss sich druch babumswaelder einen weg hacken.
Schmatz Gerhard hat ihn bestiegen. aber damals war die behoerde noch nicht so streng.
Lichtblick
13.05.2006, 13:15
Danke für Eure prompten Antworten!
@Daxy: Zur Besteigung des Morimokotro kann ich auch nichts sagen. Vielleicht liest das ja noch jemand hier aus dem Forum, der mehr darüber weiß...
@Andreas W.: Danke für Deine links, das ist genau das was ich suchte. Und das von Dir, der meine Sehnsucht nach Kinnaur und Spiti immer wieder aufs Neue schürt...:)
Naja, nach 2xLadakh möchte mein Freund mal ganz woanders hin und ich versuche mich gerade davon zu überzeugen, dass Madagaskar auch nicht "schlecht" ist;)
Gruß
Katharina
Vielwanderer
13.05.2006, 18:11
Ich war 2004 zwei Monate in Madagaskar. Ich war sehr oft Trekking, weil dieses Land sich nur durch seine fantastische Natur erschließt. Viele Nationalparks sind DIE Sehenswürdigkeiten, die FAuna und FLora sind wohl weltweit einzigartig.
Trekking in Madagaskar bitte keinesfalls nur auf Berge zu beschränken, obwohl natürlich einige durchaus attraktive Ziele darstellen, z. B. Pic Poby, den zweithöchsten des LAndes, der inmitten einer wunderbaren Umgebung liegt.
Der Morimokotro ist nach wie vor Off Limit für Trekker.
Aber es gibt in diesem Land wahrlich TAUSENDE Möglichkeiten, zu Fuß oder auch per Mountainbike die Landschaft zu durchstreifen, in Nationalparks allerdings nur mit einheimische Führer.
Je länger du Zeit hast, desto besser kannst du auch abgelegene Ziele erreichen. Die Hauptverkehrsrouten sind leicht mit öffentlichen Verkehrsmittel zu bereisen, an den Nebestraßen gehts erheblich langsamer und unbequemer, aber auch interessanter.
Katharina, Madagaskar ist nicht nur "auch nicht schlecht", sondern weltweit eine Topdestination.
Es gibt viele www, einfach Zeit nehmen beim googeln. Auch Reisebücher gibts einige: Lonely Planet, Iwanowsky u. a.
Spezielle Fragen? Bitte stelle sie!
habe mich mit dem Marimokotro ausfuehrlich beschaeftigt.
genehmigung zur besteigung bekommt man nur aus wissenschaftlichen gruenden.
dh man muss selber wissenschaftler sein, seine veroeffentlichungsliste vorlegen, alle begleiter muessen wissenschaftler sein, der guide muss ein wissenschaftler sein ( kostet $ 500.-) man muss sein projekt darlegen und dann bekomment man VIELLEICHT eine genehmigung...
wie gesagt: nicht einmal die TU Leoben, die die uni in anta unterstuetzt hat eine genhmigung bekommen.
warum die da unten so seltsam sind, weiss ich nicht????
Lichtblick
13.05.2006, 22:19
und ich versuche mich gerade davon zu überzeugen, dass Madagaskar auch nicht "schlecht" ist;)
... das war wirklich nicht ganz ernst gemeint!!!
Vielwanderer, erstmal willkommen! Und danke für deine Meldung! Schön, von jemandem zu hören, der selbst in Madagaskar war.
Ich bin wirklich noch am Anfang meiner Informationssuche, habe auch davon gelesen, dass man in den Nationalparks nur mit Führer wandern darf. Das schreckt mich ein bischen ab. Warst du mit Führer unterwegs oder hast du dir Routen gesucht, wo man auch alleine gehen kann? Was kannst du empfehlen? Ich würde das trekken keinesfalls nur auf Berge beschränken, aber ich bin deiner Meinung: Laufend kann man/ bzw. ich die Landschaft am besten sehen, aufnehmen, erfahren.
Gruß
Katharina
Vielwanderer
14.05.2006, 23:06
Empfehlungen sind Geschmacksache.
In diesem Fall hängt alles viel vom Klima und von deiner verfügbaren Zeit ab.
Madagaskar empfängt an der Ostküste vom Ozean viel Regen, der Westen ist relativ trocken, sodass grob zusammengefasst der Nordosten die regenreichste Zone ist mit tropischem Dschungel und der Südwesten die trockenste Region mit Halbwüsten und Steppe.
Ein Großteil M. ist gerodet, und die Park sind noch gerade rechtzeitig etabliert worden zum Schutz der überwiegend endemischen Fauna und Flora, beides z. T akut gefährdet. Die Parks bieten auch viele Arbeitsplätze und sind zunehmend eine wichtige willkommene Einnahmequelle durch Tourismus.
Die Eintrittsgebühren sind (bis auf ein paar Ausnahmen) moderat und die Führer (ebenfalls leistbar) können dir viel übers Land erzählen. Wenn du also einen Park besuchst, bringst notwendige Devisen, sicherst Arbeitsplätze und schützt die Natur.
Es gibt sehr viele Parks, die sich hauptsächlich durch das Klima unterscheiden.
Eine Auswahl:
im Norden: Ankarana, Marojezy, Masoala, Mananara, Ampijoroa
im Süden: Tsingy de Bemaraha, Ramonafana, Isalo (die letzten zwei sind die berühmteren, teueren und überlaufeneren, haben allerdings die besten Infrastrukur) Andringitra (mit Pic Poby, dem zweithöchsten), Kindy
und viele mehr. Viele sind sich sehr ähnlich, daher sollte man gezielt, je nach Reiseroute auswähren.
Genauere Info in jedem, guten Reiseführer.
Natürlich gibt’s viele Möglichkeiten, außerhalb von Parks zu wandern. M. ist außerhalb der Städte sicher und die Leute sind sehr freundlich und unaufdringlich. Allerdings sollte man eine gewisse Etikette beachten, wenn man in kleinere Dörfer kommt, z. B. den Ortvorsteher („Bürgermeister“) um Erlaubnis fragen etc. In Reiseführern gibt’s genaue Infos darüber. Schreckt im ersten Moment ab, ist aber ein Ritual, das letztlich zur Vermeidung von Missverständnis dient und zur zum gegenseitigen Kennenlernen.
Es gibt viele Routen, die man sich erwandern kann. Einig sind locker alleine zu bewältigen, für andere sind lokale Führer empfehlenswert, weil die Pfade nicht immer ganz klar sind.
Fall dich Regen nicht sehr abschreckt, ist z. B. der Nordosten eine gut Wandergegend, schon alleine deshalb, weil es dort nicht viel Straßen gibt, und daher viel Pfade.
z. B. gibt es Wege zwischen der Küste bei Antalaha quer durch die Halbinsel Masoala
oder vom Landesinneren zwischen Andapa und Maroantsetra.
Viele Dörfer in der Gegend sind mit Pfaden verbunden und nur wenige Touristen sind unterwegs, daher umso interessanter (wie lange noch???) Außerdem ist dort das Zentrum der Vanilleweltproduktion.
Oder wie wäre es damit: Auf allen Karten ist eine Straße von Maroantsetra nach Mananara eingezeichnet. Die Straße in in einem sehr schlechten Zustand. Eine Zeitlang wurde sie noch von Mountainbikern benutzt (M. ist übrigenss ein ideales MB-Land) Jetzt geht’s nur mehr zu Fuß und mit Fähren.
Im Süden ist die Gegend östlich von Fianarantsoa interessant. Da gibt es alte, nicht mehr benützte Straßen von der Küste ins Landesinnere, die zu Fuß noch benützt werden können.
Im Osten ist der lange Pangalanes-Kanal interessant: es gibt nur wenige, die ihn mit einem Boot durchgefahren sind, aber streckenweise ist er auch zu Fuß äußerst reizvoll.
Der Westen und der Süden sind ziemlich trocken, und die Vegetation entsprechend anders. Hier ist die Welt der Kakteen und Baobas und Dornen . Die weltbekannte Baobab-Allee bei Morandava ist schön, aber mit ein bisschen Entdeckerfreude findest du viel schönere Wälder, z. B. am Mangoky-Fluß vor Morombo und an einigen anderen Flüssen im Westen, die z. T schwerer zugänglich sind.
Ich hoffe, das war nicht zuviel auf einmal. Kauf dir eine gute Karte und schnuppere in einen Reiseführer. Und nimm dir viel Zeit.
Hallo,
ENDLICH ein Madagaskar-Thread...
Auch wenn es schon recht lange her ist, dass ich da war :cry: , M. ist für die mich die schönste Insel...
Wie Vielwanderer schon sagt, es braucht Zeit für Madagaskar, viel Zeit. Individuelles Herumreisen ist unproblematisch möglich und außerhalb der Städte ist M. ein sicheres Reiseland. Wenigstens ein bisschen Französisch solltest Du allerdings sprechen, mit Englisch kommt man nach meiner Erfahrung nicht soo weit.
Die Nationalparks sind durchgängig geschützt und nur mit Führer begehbar. Allerdings lohnen sich die relativ geringen Beträge allemal, weil alleine sieht man einfach nicht so viel, wie man es mit einem Führer sehen kann.
Ein Topreisebegleiter war damals der Band von Reise-Know-How.
Lieben Gruß
Karin
Vielwanderer
16.05.2006, 13:59
Richtig, die Sprache: wie Karin erwähnt, ganz ohne Französisch wird es nicht gehen. Ich habe in ein paar Wochen ein Quantum an Grundregeln und einen Minimal-Wortschatz gelernt. Schon ein kleiner Wortschatz und ein bißchen Grammatik nützt viel, wenn du bedenkst, dass auch viele Madagassen, vor allem am Land, kaum oder nur ein wenig Französisch können. Viele können sich selbst nicht in gehobenen Französisch unterhalten, d. h. sie sprechen selbst einfach und verständlicher als gebildete in Tana.
In den Städten, vor allem in Tana trifft man doch immer wieder Menschen mit Englischkenntnissen, vor allem in der Hotelszene und in den Internetcafes. Aber Madagaskar mußt du am Land erleben.
In den bekanntesten Parks gibts sogar Englisch sprechende Führer, aber die Regel ist es nicht.
Als ich am Pic Poby war, konnte mein Führer ca. genauso wenig Englisch wie ich selber Französisch, aber die Kommunikation klappte wunderbar, wenn auch grammatikalisch grauenhaft. Und Spaß hatten wir auch noch dabei!
Die Sprache ist sicher ein Grund, warum dieses wunderbare Land so wenig von Westlern bereist wird (außer von Franzosen, Belgiern und Italienern), aber nur Mut, es klappt auch mit mit Basisfranzösisch und freundlichem Lächeln.
Lichtblick
17.05.2006, 00:48
Hallo Vielwanderer, hallo Karin,
vielen, vielen Dank für Eure vielen Infos!!!! Machen mir wirklich Lust und Mut (das mit dem Französisch lag- ok liegt mir immernoch :-/ im Magen - aber Französisch schmalspur werden wir schon noch irgendwie lernen :roll: und Verständigung mit Hand und Fuß geht ja auch noch...)
Ich bin gerade in unseren Reiseführer (ReiseKnowHow) vertieft und schon halb durch. Den haben wir schon seit letztem Jahr, es hat ihn bloß noch keiner wirklich angeschaut. Also, ich arbeite mich durch und lese zwischendrin Eure Texte. Klingt alles richtig interessant und wirklich so, als bräuchten wir viel Zeit. Naja, ich hätte schon 6 Wochen, mein Freund wahrscheinlich 4, vielleicht lässt sich ja noch was machen... Immer noch nichts gegen 2 Monate oder länger, ich weiß, aber da ist auch in absehbarer Zeit nichts änderbar. Leider!
Also, nochmal vielen Dank erstmal für alles, was ihr schon geschrieben habt - ich hab bestimmt noch irgendwelche Fragen, im Moment aber noch nix Konkretes...
Liebe Grüße:)
Katharina
Guten Morgen,
mit der Sprache musst Du Dich nicht verrückt machen, wie Vielwanderer schreibt, ein Grundwortschatz reicht auf jeden Fall.
Wir waren damals zu dritt - eine konnte nur ein wenig Englisch, mein Mann spricht gut Englisch, aber kein Französisch und mein Schulfranzösisch war 18 Jahre her (und ich war grottenschlecht)... Trotzdem sind wir 4 Wochen gut herumgekommen und hatten unseren Spaß. Ein Bisschen was darüber findest Du unter www.Reiseberichte.cc (http://www.Reiseberichte.cc)
Hilfreich finde ich die Kauderwelsch-Reihe, gibt es sowohl für Französisch als auch für Madegassisch.
Lieben Gruß
Karin
Vielwanderer
17.05.2006, 17:13
Ein SEHR guter Reiseführer ist auch aus der englischen Serie Bradt Travel Guides: Madagascar. Sehr umfangreich, viele Tips, viel Hintergrund.
Dazu ein anderer Band der selben Serie: Madagascar Wildlife
Ein netter Reisebericht aus den achziger Jahren:
Christine Cerny: Ferne Insel Madagascar
Viel Vergnügen beim Schmökern
Hallo,
eine Frage an den Vielwanderer. Trekking im Nordosten, an der Küste und später durch den Nationalpark, das plane ich gerade Mitte November bis Anfang Dezember. Vielleicht auch den Trekk vom Hochland (Lac Aloatra) an die Küste.
Wann warst du dort? Wegen des Wetters, ein wenig Regen Vertrage ich schon, Feuchtigkeit und Hitze auch, und ein wenig Schlamm und Wasser auch, aber es sollte kein Überlebenstrip werden.
vielen Dank
Andreas
Vielwanderer
26.08.2006, 23:46
Hallo Andrzej,
tut mir leid, dass ich erst heute antworte. Ich bin gerade in einer sehr entlegenen WEltgegend und hatte seit Wochen keinen Computer vor mir. Ich bin in einer Woche zu HAuse und kann dir dann erst ausfuehrlicher antworten. Hoffentlich ist es dann nicht zu spaet.
Gruesse aus der Ferne
Viewa
Vielwanderer
26.08.2006, 23:48
Servus Andrzej,
tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte, aber ich hatte seit Wochen keinen Computer vor meiner NAse.
Ich komme naechste Woche nach Hause, dann kann ich dir genauer antworten
lgr
Viewa
Hallo,
hat ja Zeit, ich fahre ja erst im November. Die Frage mit dem Wetter hat sich, glaube ich, auch schon erledigt, ist wohl im Nordosten gut im die Jahreszeit.
Ich werde aber wohl viel laufen, an der Ostküste hoch bis Maroantsetra und dann weiter Antalaha. Frage hier: wie sieht es aus mit Wasser? Ich nehme nicht an, dass man in den Dörfern, die nur eine schlecht oder gar keine Strassenverbindung haben, Wasser kaufen kann. Oder etwa doch?
viele Grüße
Andrzej
Vielwanderer
04.09.2006, 22:42
Der Nordosten bekommt das ganze Jahr über Regen, allerdings im July und August am meisten. Ich war genau zu dieser Jahreszeit dort und wollte eigentlich von N nach S die Strecke zurücklegen (von Antalaha bis Mananara), habe aber dann davon lassen, weil es wirklich VIEL geregnet hat. Ich habe mich dann mit dem Marojejy-Park zufrieden gegeben (sehr selten besucht und wunderschön) und bin dann SAmbava nach Toamasina geflogen (mit Zwischenlandung in Maroantsetra).
Im November dürfte es wesentlich weniger regnen (aber NICHT nichts) und die beschriebene Strecke weniger feucht werden. Wasser ist kein Problem. die Hauptorte sind regelmäßig mit dem Flugzeug verbunden und daher gut versorgt mit dem Wichtigsten. Die Dörfer unterwegs sind mit abgefüllten Getränken ev. weniger gut versorgt und zu diesem Zweck würde ich unbedingt Tabletten oder Tropfen zur Wasserdesinfektion mitnehmen (auf Silber und/oder Chlorbasis). In diesem Eck M. gibts viele Flüsse und Bäche und solange sie klar sind (also nicht trüb oder schlammig) kannst du das Wasser mit Chemikalien desinfizieren. Ansonsten nimm ein Filter mit.
Die Strecke vom Lac Aloatra ist unter den Reisenden nicht unumstrittten. Viele meinen die Leute auf diesem Abschnitt sind sehr unfreundlich und sogar feindselig. Ich selbst war nicht dort.
Auf der Strecke von Antalaha ncah Moroantsetra würde ich einen Führer nehmen, in der Gegend gibts viele Wege, auf denen man alleine schnell verloren geht.
Für die Strecke Maroantsetra nach Mananara solltest du dich genau erkundigen, inwieweit die Brücken noch existieren bzw Fähren funtionieren.
Vor zwei Jahren sind etliche Mountainbiker umgedreht, aber zu Fuß könnte es noch funtionieren. Unbedingt verläßliche Infos einholen!!! Vielleicht hat sich die Sitiuation sogar verbessert. In diesem Land gibts immer wieder Überraschungen!!!
Gr
Viewa
vBulletin® v3.8.1, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.