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Vollständige Version anzeigen : Marokko: M`Goun-Schlucht und Draa-Tal


stewoe
23.04.2006, 16:39
Zu fünft sind wir Anfang April 2006 durch den Süden von Marokko gewandert. Zuerst 4 Tage von Tabannt durch das Mgoun-Tal nach Kelàa M`Goun. Dann, nach einer Fahrt über Skoura und Quarzazate, nach Agdz im Draa-Tal, um von dort aus 2 Tage durch das Draa-Tal am Fluss nach Süden zu laufen bis El Hart.
Anschließend hatten wir noch 2 Tage für Marrakesch.

4.4.06
Flug von FRA nach Casablanca. Dort 3 stündige Stadtrundfahrt im Taxi (600 DH) mit Ziel Moschee Hassan II. am Atlantic. Weiterflug nach Marrakesch. Unterkunft Hotel ALI in einem 5-Bettzimmer (470 DH für’s Zimmer).

5.4.06
In einem, vom Hotel ALI organisierten Taxi, Ford Transit, über Azilal nach Tabannt; 5 Std, 1600 DH.
In Tabannt haben wir Wasser gekauft – 3 Liter/Pers - und sind noch, am Ort Ait Imi vorbei, ca. 500 Hm durch das zunehmend spärlicher bewachsene Tal aufgestiegen bis zu einem Schafstall, dort Biwak, ca 17:30 Uhr.

6.4.06
Am Morgen, Temp. ca. 6 oC, Aufbruch um 9:00 Uhr. Auf steilem Weg, einige Schneefelder passierend in 2 Std auf den Pass Tizi-n-Ait Imi. Nach längerer Pause in 3 Std hinabgestiegen zum Fluss Mgoun und an einer verfallenen Burg vorbei in den Ort Tighremnt-n-Ait Ahmed. Dort in einer „Boutique“ Wasser gekauft und Tee getrunken, sehr nett.
Weiter eben durch die Dörfer, zum Teil auf dem Weg, aber auch mal an den Feldern entlang. Immer wieder viele Kinder, die uns ein kurzes Stück, nach Kugelschreibern bettelnd, begleiten bis zu einer Flussbiegung 5 km vor dem Ort Taghreh, dort Biwak, ca. 18:00 Uhr. (Tagesleistung 22 Km).

7.4.06
Am anderen Morgen, nach einer Std Gehzeit, in Waouchki Wasser gekauft.
In Igherm Izdarn wird das Tal enger.
Wir machen einen Abstecher auf einem Pfad nach links in die Berge und gelangen an einen Ziegenstall. Von einer Bergkuppe (2414 m) fantastischer Blick in und über den Mgoun-Canyon (dort ca. 1920 m Höhe) bis nach Tarzout.
Wieder auf dem selben Weg zurück nach Igherm Izdarn und Übernachtung in einer Gite d` Etap (30 DH/Pers), hier nur ein überdachter Platz von drei Seiten von einer Mauer umgeben, Dusche und WC um die Ecke neben einer „Boutique“, in der wir uns wieder mit Wasser, Keksen und Ölsardinen eingedeckt haben.

8.4.06
Am Morgen am Fluss entlang weiter. Das Tal wird schnell enger und wir
tauschen schon nach einer halben Stunde die Bergstiefel gegen Sandalen, um zu ersten Mal den Fluss zu durchwaten.
[TIPP: Socken anziehen, da sonst die Sonne auf die empfindlichen Füße brennt.]
Ab jetzt ständiger Wechsel der Flussseite. Die Wände steigen an beiden Seiten bis 200m hoch. Beim Ort Tarzout tritt die rechte Wand etwas zurück.. Danach wird das Tal noch enger und wir gehen fast nur noch im waden – bis kniehohen, schnell fließenden Wasser.
[TIPP: Teleskopstöcke sehr hilfreich, da das Flussbett sehr steinig ist und man es nicht durch das schmutzig braune Wasser sehen kann.]
Dann die schmalste Stelle (Achabou), an der uns das schnell fließende Wasser bis über die Kniee reicht. Diese Passage erstreckt sich ca. über 100 m.
Gleich nach dieser Stelle weitet sich das Tal wieder und es gibt links oben eine Möglichkeit zu campen.
Es ist erst Mittag und wir gehen nach einer kleinen Pause weiter, immer wieder den Fluss querend, bis zu dem Ort Aguerzaka , 17:00 Uhr. Auf der linken Seite eine grosse alte Burg. Wir gehen in den rechten Teil des Ortes, etwa 30 m höhergelegen, und finden auf der Suche nach einer „Boutique“ wieder eine Gite d`Etap, die allerdings mit 120 DH/Pers sehr teuer ist. Wir werden aber sehr nett mit Tee begrüßt und es wird ein alter Gasherd in den Hof getragen, auf dem wir das Wasser für unsere Tütensuppen und unseren Tee kochen können; Tagesleistung erneut 22 Km, ohne Stress.

9.4.06
Zum Frühstück bekommen wir wieder Tee und Brot.
Dann geht es wieder für 2 Std am Fluss entlang und durch ihn hindurch in ständigem Wechsel bis zum Ort Issoumar, wo sich das Tal nun endgültig weitet.
Nach gut 6 Km „Wassertreten“ – insgesamt sind wir nun 28 Km mehr oder weniger im Wasser gegangen - haben wir keine Lust auf weitere Flussquerungen und wollen eine Piste über die Berge für den Weiterweg benutzen.
Wie wir da so in den Feldern nahe am Fluss sitzen und unsere Schuhe anziehen und Pause machen, natürlich bald umringt von Neugierigen, fällt bei der spärlichen Unterhaltung das Wort „Voiture“. Wir einigen uns auf einen Preis von 500 DH für 5 Pers mit Gepäck bis nach Kelàa Mgoun. Wir werden auf den Dorfplatz geführt, um dort auf das „Auto“ zu warten. Einigermaßen skeptisch warten wir, umringt von 20 feixenden Kindern, 1 Std in der Mittagshitze.
Dann müssen wir doch wieder unsere Rucksäcke schultern und über den Fluss in einen anderen Ortsteil marschieren. Dort steht tatsächlich ein alter, klappriger Mercedes-Bus. Nach langem Palaver, bei dem auch der Preis nochmals angehoben werden sollte, geht es endlich (14:00 Uhr) auf eine dreistündige abenteuerliche Fahrt über Pisten und durch trockene Flussbetten nach Kelàa Mgoun.
Dort finden wir im Hotel „Haute Atlas“ ein passables Quartier.

10.4.06
Im Taxi geht es erst einmal in 4,5 Std über Skoura und Quarzazate nach Agdz.
Dort wird Tee getrunken und Souvenirs gekauft. Dann gehen wir ein Stück auf der Strasse weiter nach Süden, Richtung Zagora, um nach 10 Min auf einen staubigen Weg nach links Richtung Draa-Fluss abzubiegen. Wir tauchen ein in herrliche Palmenhaine und der Weg führt uns durch grüne Felder und am Fluss entlang nach Tamnougalt. Auf einer Brücke überqueren wir den Fluss und gehen auf eine auf einer Anhöhe weithin sichtbar liegende Burg zu. An dessen Fuß finden wir ein kleines Hotel, auf dessen Terrasse – mit Pool - wir Pause machen und uns dann entschließen, auf einem eigens dafür gedachten Plätzchen hinter dem Haus zu campieren; WC und Waschräume können benutzt werden; sehr schön.
An diesem Abend zieht ein Gewitter vorüber, so dass es für kurze Zeit auch mal heftig regnet.

11.4.06
Wir gehen weiter durch Felder und Palmenhaine nach Süden. Die Temperaturen steigen auf über 33 Grad im Schatten; infolge der Bewässerung der Palmenhaine haben wir eine hohe Luftfeuchtigkeit und vermissen das aus den Bergen gewohnte trockene Klima. Der Wegverlauf ist nicht immer klar und wir werden ab und zu an das Flussbett gedrängt, das nur spärlich Wasser führt.
Am späten Nachmittag kommen wir in einen größeren Ort, El Hart, wo wir Wasser für den Abend kaufen und Kekse an die Kinder verteilen. Dann werden wir überraschend zum Essen eingeladen und hocken uns auf der Strasse um einen dampfenden Teller Couscous. Glücklicherweise können wir uns noch mit den letzten drei verbliebenen Kugelschreibern revanchieren.
Auf der Suche nach einem Platz zum Campieren kommen wir an die große Verbindungsstrasse von Agdz nach Zagora. Überraschend wird uns ein Taxi angeboten ( 75 DH) und wir fahren dann doch noch in einer ¼ Std. zurück zu dem Hotel in Tamnougalt, in dem wir schon in der vergangenen Nacht waren.

12.4.06
Mit dem öffentl. Bus nach Agdz (10 DH/Pers. u. Gepäck) und weiter mit einem Taxi nach Quarzazate (100 DH/Pers. u. Gepäck). Besichtigung und einkaufen. Weiter im Taxi nach Marrakesch (600 DH / Pers. u. Gepäck).
Das Hotel ALI hat unsere Reservierung ignoriert, so dass wir nur auf dem schon überfüllten Dach auf verwanzten Matrazen Quartier finden; nicht empfehlenswert :down:.

13.4.06
Durch Marrakesch geschlendert und am Mittag im Hotel „Central Palace“ sehr schöne Unterkunft gefunden :up: ; nur wenige Schritte vom „Platz der Geköpften“ entfernt, aber etwas versteckt.

[Tipp: Hotel „Central Palace; 108, Rue Sidi Bouloukat; Tel.: 044 44 39 71; FAX: 044 44 28 84; e-Mail: hotelcentralpalace@hotmail.com]

200 DH für das DZ, zwei Betten, mit Dusche, aber WC auf dem Gang; bzw. 150 DH für das DZ mit Doppelbett ohne Dusche.

14.4.06
Marrakesch

15.4.06
Heimreise

daxy
23.04.2006, 17:05
klingt interessant!

wieviel habt ihr denn fuer den flug bezahlt?

stewoe
25.04.2006, 18:30
Die Flüge FRA - Casablanca - Marrakesch und zurück mit Air Maroc haben jeden von uns € 357,60 gekostet.
Leider sehr langer Aufenthalt in Casablanca auf dem Hinflug, so dass wir erst kurz vor Mitternacht in Marakesch waren..

Ich würde das nächstemal mit einem Charter-Flieger nach Agadir fliegen und von dort aus nach Marrakesch.
Die Flüge sind aber sehr schnell vergriffen, besonders in den deutschen Ferien (Ostern, Pfingsten etc.).

SteWoe