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Vollständige Version anzeigen : Island im August


bacardi
19.04.2006, 14:34
Hallo zusammen!!

Ich fliege im August 3 Wochen mit meiner besseren Hälfte nach Island - wir waren beide noch nie dort und kennen es bisher nur aus Reiseführern und von Isafol.de :D

Wir sind im Moment dabei, unsere Tour zu planen, sprich:

- was wollen wir sehen?
- wie kommen wir da hin?
- was brauchen wir auf diesen einzelnen Abschnitten?
- usw.

Nun haben wir (vor irgendwelchen konkrten Fragen zur Tour selbst) ein paar Bedenken was unsere Ausrüstung angeht. Auf oben genannter Internetseite (an dieser Stelle ein riesen Kompliment an Dieter Graser) habe ich ein paar Tourberichte gelesen und jeder zweite Tag beginnt und/oder Endet mit Regen :confused::D

Kleidung ist kein Problem... Zwiebelprinzip... gibts ja genug dazu im I-Net. Aber was braucht man für einen Schlafsack? Welche Temperaturangabe sollte der im "Komfortbereich" haben? Und wie schlimm ist das mit dem Wetter? Ich habe ein Salewa Sierra Leone Ultra Zelt... hält das dem Wind und Regen in Island stand oder brauchts dazu eher was von Hilleberg? :roll:

Das wären unsere ersten Fragen zu diesem Thema... und mein "Einstand" hier in diesem Forum.

Ich hoffe, ihr könnt mir ein bisschen weiterhelfen... es kommen sicher noch mehr fragen auf.... :)

Vielen Dank schonmal,

Stefan

Tobi
19.04.2006, 15:03
Hallo und herzlich willkommen hier im Forum.

Ich war im vergangenen Jahr (ebenfalls mit meiner besseren Hälfte) in Island unterwegs und ich hoffe ich kann Dir ein paar Tipps geben.


Zum Zelt:
Mach Dir da mal keine Sorgen. Wir hatten ein ca. 10 Jahre altes No-Name-Zelt dabei und das hat alles bestens überstanden. Regen und Wind waren nie so stark, als das etwas passieren könnte. Ich geh also davon aus, dass Dein Zelt bei weitem ausreicht.:up: (Einziges Manko: Unser Zelt war immer das mit Abstand hässlichste auf den Camping-Plätzen, aber damit muss man dann halt fertig werden...:D )
Das einzig wirklich nennenswerte Problem mit dem Zelt waren die billigen Alu-Heringe. Selbst auf den Camping-Plätzen ist Boden teilweise sehr steignig, das hat den Heringen stark zu schaffen gemacht. Vor allem in Landmannalaugar war das kein Spaß. Also stabile Heringe & evtl. einen (kleinen) Hammer mitnehmen.


Zu den Temperaturen:
In Nordisland hatten wir Nachts teilweise um die 0 Grad. Kälter wars eigentlich nie. Im Süden dann wars auch Nachts sehr angenehm. Mein Vaude-Schlafsack hat bis 0 Grad Komfortbereich und hat mir persönlich ausgereicht. Der Schlafsack meiner verfrorenen :D Freundin hatte auch bis 0 Grad Komfortbereich und dementsprechend wars ihr etwas zu frisch.
Ist also stark abhängig davon, wie kältempfindlich man ist. Vielleicht kann man sich auch Inlet dazukaufen, das dann im Norden zusätzlich wärmt und im wärmeren Süden weggelassen werden kann.

Das Wetter:
Tja, das Wetter kann man nur schwer einschätzen. Im Norden hatten wir sehr feuchtes Wetter. Es sah sehr oft nach Regen aus, doch blieben wir meistens verschont. Regen- und Fleecejacke waren aber hier ständig dabei.
Im Süden dann wars überwiegend sonnig, trocken und dementsprechend warm (~20 Grad). Wir hatten über die gesamten zwei Wochen meist lange Hosen und Pullover an. Es geht eigentl. immer ein leichter (bis stärkerer) Wind.

So, soweit mal ein paar erste Infos. Hoffe das hilft erstmal weiter.

Wenn weitere Fragen sind: Her damit!

Gruss
Tobi

Dieter
20.04.2006, 15:29
Hallo Stefan,

Zum Zelt: das Sierra Leone ist gut genug und ausreichend.

Zum Schlafsack: Tobi hat recht. Die Null Grad können nachts erreicht werden. Ob im Süden oder Norden das spielt eine untergeordnete Rolle eher schon die Entfernung zur Küste und die Höhenlage. Also der Schlafsack sollte bis Null Grad Komforttemperatur halten. Im Zweifelsafall mit (trockenen) Socken, langer Unterwäsche, und dünner Mütze schlafen.

Zum Wetter: Irgendwie ist das mit dem Regen gar nicht sooooo schlimm. Meistens sind es Schauer und so richtig dicke und ausdauernd kommt es selten. Ist auch eine Einstellungssache.

Dieter :)

bacardi
20.04.2006, 17:53
Hallo Tobi, hallo Dieter!!!

Vielen Dank für eure Antworten! Also das Zelt wird dann schon mal eingepackt!! Was die Schlafsäcke angeht: ich glaube für meine Freundin wäre so ein Fleece-Inlet nicht schlecht... ich für meinen Teil werde es mit Kleidern versuchen. Mein Schlafsack hatte 1999 einen Temperaturbereich von 0-2 Grad als "Komfort" angegeben... war aber wohl ne andere DIN Norm damals! :D

Damit kämen wir dann zur eigentlichen Route....

Leider ist meine Holde nicht nur sehr verfroren sondern auch ziemlich ängstlich. :roll:;)

Ich würde sehr gerne ins Hochland, auf Gletscher durch die "Wüste"... aber das ist ihr alles zu gefährlich. (als ich dann noch meinte, dass ein GPS ganz nützlich wäre war es dann ganz aus.....:() Daher werden wir uns wohl zu 90 % auf "markierten" Wegen fortbewegen ... ein GPS nehm ich trotzdem mit! :p

Gibt es eigentlich die Möglichkeit, dort "geführte" Touren zu machen... gerade über einen Gletscher oder so? Das wäre eventuell ein Kompromiss!

Ich werde mich mal wieder in die Karten und Reiseführer stürzen und eine grobe Tour ausarbeiten... vielleicht kann der eine oder andere ja dann etwas dazu sagen?

Bis dahin nochmals vielen Dank euch beiden,

viele Grüße

Stefan

Tobi
20.04.2006, 18:47
Hallo Stefan,

also auf dem Vatnajökull & auf dem Myrdalsjökull kann man sicherlich geführte Touren machen. Da gibts einige Anbieter. Auch per Motorschlitten, Jeep, Flugzeug und was weiß ich sonst noch alles.

Ich selbst fand den Nordteil der Insel schöner und unberührter.
Im Süden trifft man eher mal auf "Touri-Horden" mit Reisebussen.

Da wir die meiste Zeit per Mietwagen & Bus unterwegs waren, kann ich zu Wanderwegen leider nichts sagen. Kenne nur die Wanderautobahn :D "Laugavegur" ab Landmannalaugar.

Gruss
Tobi

Südschwede
21.04.2006, 11:19
Hallo,
habe eure Informationen mit Interesse gelesen, denn wir werden im Juli zum ersten Mal nach Island fahren. Das erste, was wir neu angeschafft haben, war ein Schlafsack mit Komfortbereich um 0°C. Haben ihn Ostern ausprobiert und ich kam damit gut zurecht, obwohl ich auch eine Frostbeule bin. Wir werden aber noch eine Fleecedecke mitnehmen, sicher ist sicher. Da wir mit dem Auto anreisen, ist Gepäck auch kein Problem. Für wirklich schlechtes Wetter haben wir die Variante mit der Übernachtung auf Buernhöfen in Betracht gezogen. Hat da jemand Erfahrungen?
Wir wollen auch nicht ins Hochland sondern in die Westfjorde und nach Snäfellsnäs - dorthin sollen auch nicht so viele Reisebusse kommen.
Bärbel

Tobi
21.04.2006, 11:29
Hallo Bärbel,


die Westfjorde und die Halbinsel Snaefellsness sind sehr zu empfehlen. Sie sind wunderschön und wie Du bereits gesagt hast auch noch recht einsam.

Das Schlafen auf Bauernhöfen ist an sehr vielen Orten möglich, kostet allerdings auch ne ganze Stange Geld. Wie Dieter schon geschrieben hat, ist das Wetter im Prinzip nie so schlecht, als das man nicht mehr zelten könnte.

Gruss
Tobi

Südschwede
21.04.2006, 13:35
Hallo Tobi,
was kannst du uns denn in dieser Ecke besonders empfehlen? Gibt es etwas, was man deiner Meinung nach gesehen haben MUSS?

Gruß !
Bärbel

Tobi
21.04.2006, 18:01
Auf der Snaefellsness-Halbinsel kann ich Dir den Vogelfelsen in der Nähe von Arnarstapi und die Steilküste bei Hellnar sehr ans Herz legen. Da gibt es spektakuläre Felsformationen in Form von dünnen, schmalen Brücken über dem Meer.

In Stykkisholmur haben wir eine "Great Adventure Tour" per Boot gemacht. Wenn Du also ausgesprochener Vogel-Fan bist, dann ist diese Tour für dich das richtige (nebenbei: für uns war sie eher langweilig :-/). Sie führt durch die vorgelagerten Inseln.
In Styykisholmur gibt es in einem Restaurant an der Straße Richtung Hafen (grünes Holz-Gebäude schräg gegenüber der Tourist-Info) den besten Schoko-Kuchen weltweit :D:cool:! Den sollte man probiert haben auch wenn die isländischen Preise einem das Wasser in die Augen treiben... :cry:

Ansonsten kann man nur empfehlen die Landschaft zu genießen! Sie ist wirklich spektakulär und abgelegen. Wir hatten eine tolle Zeit!

Gruss
Tobi

bacardi
21.04.2006, 19:40
Hallo!!!

So, die Planungen schreiten ein wenig voran.... aber das ganze gestaltet sich schwieriger als wir dachten!!

Wir würden gerne die Skitour von Dieter machen... nur eben nicht als Skitour... :D

Soll heißen: vom geysir zwischen dem Langjökull und Hofsjökull nach oben... (was ist denn diese/r Hvita??) sofern das möglich und ungefährlich ist. Leider mussten wir feststellen, dass unsere Island-Füherer zwar sehr informativ sind, aber als Trekking-Ratgeber nicht viel weiter helfen. Sind zwar schöne kleine Touren drin, aber nichts verbundenes.

Das wäre also unsere "Wanderroute".. je nach dem wie lange man dafür braucht würden wir dann quasi außenrum noch mit dem Bus an die Ostfjorde und an den Vatnajökull und wieder zurück- schön im Uhrzeiger-Sinn... vielleicht noch den bekannten ab Landmannalaugar zurück und wieder nach Reykjavik.

Kann uns jemand dazu was sagen und vielleicht einen brauchbaren Trekking-Führer empfehlen? Hab mal irgendwo hier im Forum einen gesehen, der schon etwas älter war aber wohl sehr gut... finde ihn nur leider nicht mehr :o

So.... ich hoffe ihr könnt mir helfen!!

Grüße Stefan

Dieter
22.04.2006, 07:28
Soll heißen: vom geysir zwischen dem Langjökull und Hofsjökull nach oben... sofern das möglich und ungefährlich ist.

Das ist eine sehr schöne und einfache Tour ohne besondere Schwierigkeiten oder Gefahren. Sie folgt bis zum Hvitárvatn der Kjölur Hochlandpiste und dann dem alten Reitweg bis nach Hveravellir.
Die Hochlandpiste ist nun (leider) auf den ersten 20 km geteert. Zu dem 400 m hohen Pass am Bláfell gibt es auch eine Alternative indem man den Berg auf seiner Ostseite umgeht. Das ist hier beschrieben:
http://www.isafold.de\thjorsarver01\tag_14.htm

Details und Karten zu der ganzen Route kann ich Euch per E-Mail schicken ;)

(was ist denn diese/r Hvita??)

Hvitá bedeutet auf Isländisch "Weisser Fluß". Die Hvítá ist ein bedeutender Gletscherfluss, der den östlichen Lang- und den westlichen Hofsjökull entwässert. Ihren Ursprung hat im Gletschersee Hvítárvatn. Der Gullfoss ist ihr bekanntester und schönster Wasserfall. Im Hochland gibt es nur eine Brücke über die Hvitá.


Leider mussten wir feststellen, dass unsere Island-Füherer zwar sehr informativ sind, aber als Trekking-Ratgeber nicht viel weiter helfen. Sind zwar schöne kleine Touren drin, aber nichts verbundenes.

Der Trekking-Führer "Island" von Erik Van de Perre erschienen in der Reihe "Abenteuer Trekking" im Bruckmann Verlag ist seit einigen Jahren vergriffen.
Das auf Deutsch herausgegebene Büchlein "Vier Wanderrouten in Island" von Sabine Barth und Páll Ásgeir Ásgeirsson ist, soviel ich weiss nur in Island erhältlich.

Bevor ich HartzIV anheimfalle, weiss ich mit was ich mich beschäftigen werde :roll:

Dieter

bacardi
23.04.2006, 10:52
Hallo Dieter,

vielen Dank für Deine (wie immer) wertvollen Infos!! (hast du nicht Lust im August ein bisschen Urlaub zu machen...:D)


Leider funktioniert dein Link zu Tag 14 nicht (zumindest bei mir?) Aber wenn Du uns noch ein paar Details schicken könnest wäre wirklich prima!! Wie gesagt, in unseren Reiseführern steht gerade über diesen Teil NICHTS und es wäre (besonders auch für meine Freundin;)) sehr wichtig zu wissen, wo man Hütten findet (so zur Sicherheit), wo es Wasser gibt, wo man evtl. Proviant hin schicken könnte... einfach um das ganze so gut es eben geht planen zu können. Auch lässt sich sehr schwer abschätzen, wie lange man für die ganze Strecke braucht, wie man diese Aufteilt... usw....

Es stellen sich so viele Fragen... aber es macht auch unheimlich viel Spaß, das alles auszutüfteln - nur um dann vor Ort doch wieder manches umzuschmeißen!! :-)

Meine Mailadresse für die von Dir genannten Infos schicke ich Dir per PN, falls es nicht allzu große Umstände bereitet würden wir uns sehr freuen, wenn du uns noch was dazu schicken könntest.

Bis dahin verkürzen wir uns die Zeit mit Deinen Reiseberichten - einfach unschlagbar!!

Hochachtungsvoll,

Stefan :D

Edit: Link funktioniert doch! :-)

kjoe
02.05.2006, 01:33
Dank des Golfstroms ist Island nicht ganz so kalt wie man vermuten würde (nur so teuer wie die Gerüchte sind). Mir hat Anfang September ein normaler Schlafsack gereicht (aber man verlasse sich darauf nicht). Die Wanderung Landmannalaugar -Skogar war toll (aber ab und zu traf man auch andere Wanderer).
http://home.freiepresse.de/uwdel/island.html
Uwe

michael23
02.05.2006, 17:37
Hallo Stefan!

Wollte dir noch was zum Zelt sagen:
Wir (ich und eben auch meine bessere Hälfte) waren letztes Jahr auch in Island mit einem "Sierra Leone Ultra" unterwegs. Das Zelt reicht vollkommen, auch die 7000mm Wassersäule ist ausreichend, allerdings solltest du immer alle Abspannpunkte nutzen, inklusive jene der Abspannleinen und sie so gut wie möglich im Boden verankern, auch wenn das Wetter beim Aufstellen noch ganz gemütlich ist.
Wir sind mal in einen ziemlich üblen Sturm gekommen und die Heringe (die blöden Alu-Dinger, die man zum Zelt dazubekommt) hat es einen nach dem andern aus dem Sand gezogen, bis das ganze Zelt nur mehr an einem Hering hing und dort dann aufgrund der zu großen Kraft die Naht aufging. :mad:
Wenn das Zelt gut aufgestellt ist, hält es aber ziemlich viel aus. Wir haben den Riss nachher geklebt und hatten die nächsten Nächte überhaupt kein Problem mehr, auch nicht mit der kaputten Stelle und bei starkem Wind.
Von Salewa haben wir nacher übrigens ein neues Sierra Leone bekommen. :)

Lg, Michael

P.S. Im September kann das Wetter genau so gut sein wie im August und da hat man die "Insel" fast für sich allein. Das Angebot an geführten Touren ist dann aber -glaube ich- schon ziemlich eingeschränkt.

Nich ein Tipp: Solltet ihr beim Gletschersee "Jökulsarlon" vorbeikommen, müsst ihr dort unbedingt übernachten. Der Sonnenaufgang und -Untergang ist echt genial und auch wenn während des Tages -für Isländische Verhältnisse- recht viele Leute dort sind - am Abend sind die alle weg... ;)