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Vollständige Version anzeigen : Nachthimmel


AWI
23.03.2006, 12:32
Hallo,

gibt es irgendwelche Faustformeln (Mindestanforderungen) in Bezug auf Blende, Verschlußzeit, Brennweite beim fotografieren des Nachthimmels.

Meine letzten try and error Versuchen endeten leider alle mit error:o .

Ist es überhaupt möglich mit unten genannter Ausrüstung, oder scheitert es an der Brennweite.

Bin im Besitz einer alten aber bewährten Canon A1. Die Objektive welche ich im Urlaub mitführe sind 24mm / 50mm und ein Zoom 35-105mm, Stativ ist natürlich auch vorhanden.

Die Location wird Südamerika sein:) , an der Sternenmenge und der Helligkeit des Nachthimmels sollte es also nicht scheitern:D .

Dank im voraus
Andreas

AndreasW
23.03.2006, 14:35
Hallo AWI,

ich versuch's mal.

Stativ, arretierbarer Drahtauslöser und Kamera auf "B"ulb ist klar.... hoffentlich?
Die meisten Kameras messen bis 30sec Belichtungszeit. - Also muß man die weitere Belichtung errechnen, in dem man die ASA Zahl an der Kamera hochdreht bis die Belichtungsmessung wieder funktioniert.
Ich bin mir nicht sicher ob die A1 schon eine Spotmessung hat. Wenn ja, nutze diese, und suche dir eine Meßpunkt in der Landschaft, der "18% Grau" am nächsten kommt.

Nehme jetzt dein 24mm oder 50mm Objektiv, stelle es auf Blende 2,8 und drehe solange an der ASA Einstellung, bis die Innenmessung wieder funktioniert.

Bsp. Bei 800 ASA kommst du auf Blende 2,8 >>> Zwischen 100 und 800 ASA liegen 3 Blenden. Also müssen die 30sec dreimal verdoppelt werden >>> 240sec wären also die belichtungstechnisch richtige Belichtungszeit (100 ASA, Blende 2,8) - Nicht vergessen die ASA an der Kamera wieder zurückzustellen!!!
Bezieht man jetzt den Schwarzschildeffekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzschildeffekt) mit ein, dürfte eine Belichtungsreihe mit 240, 400 und 600sec ein ordentlich belichtetes Ergebnis bringen...:up:
Jetzt hast du erstmal eine Zeit/Blendenkombination mit der du weiterrechnen kannst!

Nun kommt es darauf an, was du fotografieren möchtest.
Der Mond wird schon bei 30sec unscharf, auch Sterne werde ab dieser Zeit schon nicht mehr alle punktförmig abgebildet.
Wenn du Sterne bewußt in Streifen darstellen möchtest, dann braucht's schon längere Belichtungszeiten von 20min bis 1Std oder noch mehr....
Letzteres wirkt besonders schön, wenn man den Polarstern mit ins Bild bekommt und die restlichen Sterne sich um ihn bewegen!

Um auf so lange Belichtungszeiten zu kommen und selbst abblenden auf 16 oder 22 nichts bringt, braucht es oft Neutraldichtefilter, die weitere 2 Blenden "abdunkeln". Ich habe mir da auch schon mit Polfilter beholfen, besonders bei "taghellem" Vollmond!

Viel Spaß beim Experimentieren!

AndreasW

Edit: Deine Anfrage war die "Erleuchtung" zum Thema "LICHT" für mich.... ;)
http://www.trekkingforum.com/forum/showpost.php?p=28874&postcount=24

AWI
27.03.2006, 12:31
Hallo AndreasW,

das ist genau das was ich gesucht habe:up: .
Jetzt heißt es nur noch fleißig ausprobieren.

Vielen Dank und Gruß
Andreas


P.S. Es freut mich wenn ich etwas zu Deiner Erleuchtung beitragen konnte;)

AndreasW
27.03.2006, 14:54
Hallo Andreas,

es freut mich, wenn ich etwas helfen konnte. Zum weiteren Verständnis ist es noch sinnvoll sich mit dem Lichtwert (http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtwert) zu befassen. (Siehe auch http://www.elmar-baumann.de/fotografie/fragen/lichtwert.html (http://www.elmar-baumann.de/fotografie/fragen/lichtwert.html) )

Hier habe ich auch noch eine Tabelle gefunden, die schon bis 64sec Belichtungszeit reicht. Diese läßt sich beliebig nach rechts erweitern (128sec, 256sec, 512sec, 1024sec, 2048sec..... etc.)

926

Ausdrucken.... in die Fototasche, und du hast immer die richtige Zeit/Blendenkombination zur Hand, wenn du einmal einen Wert ermittelt hast....:up:

Der Rest ist dann nur noch Experimentieren mit großzügigen Belichtungsreihen!
Viel Spaß!

AndreasW

Abu_Yassir
18.04.2006, 17:14
Hmmm...haut das denn so hin, wenn er den Film im Fotolabor entwickeln lässt? Ich habe selber mal einige Nachthimmel-Fotos geschossen, die waren auf der Übersichtskarte alle grau, obwohl auf den Negativen was zu erkennen war. Ich hab das dann auf die automatische Belichtungskorrektur des Fotolabors geschoben, hab die Abzüge reklamiert -> selbes Ergebnis. Naja wenigstens hatte ich dann alle Bilder doppelt zum einfachen Preis ;)

Naja mich würde das mal generell interessieren. Sollte man also bei Nachtfotos bzw. generell Fotos mit selbstgewählter Belichtung die Fotos in einem "professionellen" Labor entwickeln lassen? Bei Dias hat man das Problem ja gottseidank nicht...aber ich habe immer noch keinen Diaprojektor :(